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Leselupe.de > Kurzprosa
Der letzte Zwanzigeuroschein
Eingestellt am 20. 11. 2007 23:18


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kata
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Der letzte Zwanzigeuroschein

Es ist irgendwie schw├╝l heute. Im November.
Ich bummle durch die Stadt und bewege mich ganz langsam durch diese Ameisenzivilisation.
Es interessiert mich einen Dreck, was die Menschen denken und wie sie mit Scheuklappen auf den Augen so hasten, dass sie ├╝ber sich selbst stolpern.

Meine Gedanken sind in meinem Portemonnaie aus feinem Zwiebelleder. Soll ich mir ein Geschenk kaufen oder einen Lottoschein ausf├╝llen? Mann, f├╝nfzehn Mille im Jackpot!
Ich wei├č nicht, ist mir zu riskant. Ich hatte nie Gl├╝ck im Spiel.

Das n├Ąchste Internetcaf├ę liegt um die Ecke. Ich werde eine Bestellung aufgeben. Eben, ein Blitzgedanke.
Shit ist das! Lieferzeit betr├Ągt drei Wochen. Macht nix! Auf Trabbi mussten die Besteller zwanzig Jahre lang warten.

Als ich sp├Ąter Zu Hause angekommen bin, find ich einen roten Zettel auf meinem K├╝hlschrank kleben:
ÔÇ×Ich bin leer ÔÇŽÔÇť
Ich schreibe auch einen in Gr├╝n, lege den Zettel rein und ziehe den Stecker raus.
ÔÇ×Sorry, ich bin pleite!ÔÇť

Hm, was nun, zum Teufel?!

Die Baumrinde schmeckt heute provencebitter. Kein Wunder, pausenlos regnet es heute.
Mann, drei Wochen muss ich jetzt meditieren, so tun, als ob ich ein Asket bin.
Mein Sch├Ądel sagt mir aber, dass die drei Wochen schneller vergehen, als die verdammte Ewigkeit.

Endlich klingelt es an der T├╝r. Das P├Ąckchen ist da!
Mit ganzer Kraft zerrei├če ich die Verpackung und sie fallen mir in den Scho├č.
Was denn?
Mann, die Smartballs, Vanille-schoko, Himbeer-anis ÔÇŽ hm ÔÇŽ Geschmack.
Es juckt, mein K├Ârper spannt sich, jede Pore fiebert.
Mann, diese Erwartung, es wird mir leicht schwindlig.

Bis gleich
oder zwei Stunden sp├Ąter!

Das Heute ist auf einmal sch├Âner geworden. Heute koche ich mir Baumrinde-Suppe auf franz├Âsisch, l├Ąchle in die Breite und bin gl├╝cklich. Kapiert?!
So simpel ist es manchmal.

Und zum Schluss, bevor ich┬┤s vergesse:
Der Jackpot ist geknackt!
Ohne Neid w├╝nsche ich dem Gewinner einen geruhsamen Schlaf.

__________________
Kata

Version vom 20. 11. 2007 23:18

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Eve
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Hallo kata,

ich erlaube mir mal, ein paar Fehler zu verbessern:

Es ist irgendwie schw├╝l heute. Im November.
Ich bummle durch die Stadt und bewege mich ganz langsam durch diese Ameisenzivilisation.
Es interessiert mich einen Dreck, was die Menschen denken und wie sie mit Scheuklappen auf den Augen so hasten, dass sie ├╝ber sich selbst stolpern.

Meine Gedanken sind in meinem Portemonnaie aus feinem Zwiebelleder. Soll ich mir ein Geschenk kaufen oder einen Lottoschein ausf├╝llen? Mann, f├╝nfzehn Mille im Jackpot!
Ich wei├č nicht, ist mir zu riskant. Ich hatte nie Gl├╝ck im Spiel.

Das n├Ąchste Internetcaf├ę liegt um die Ecke. Ich werde eine Bestellung aufgeben. Eben, ein Blitzgedanke.
Shit ist das! Lieferzeit betr├Ągt drei Wochen. Macht nix! Auf einen Trabbi m├╝ssten sie (wer? oder doch eher mussten?) zwanzig Jahre lang warten.

Als ich sp├Ąter zu Hause angekommen bin, find ich einen roten Zettel auf meinem K├╝hlschrank kleben:
ÔÇ×Ich bin leer ÔÇŽÔÇť
Ich schreibe auch einen in Gr├╝n, lege den Zettel rein und ziehe den Stecker raus.
ÔÇ×Sorry, ich bin pleite!ÔÇť

Hm, was nun, zum Teufel?!

Die Baumrinde schmeckt heute provencebitter. Kein Wunder, es regnet tuberkul├Âs den ganzen Tag lang.
Mann, drei Wochen muss ich jetzt meditieren, so tun, als ob ich ein Asket bin.
Mein Sch├Ądel sagt mir aber, dass die drei Wochen schneller vergehen, als die verdammte Ewigkeit.

Endlich klingelt es an der T├╝r. Das P├Ąckchen ist da!
Mit ganzer Wucht zerrei├če ich die Verpackung, und sie fallen mir in den Scho├č.
Was denn?
Mann, die Smartballs, Vanille-Schoko, Himbeer-Anis ÔÇŽ hm ÔÇŽ Geschmack.

Heute koche ich Baumrinde-Suppe auf franz├Âsisch, aber ich bin gl├╝cklich. Kapiert?!
So simpel ist es manchmal.

Und zum Schluss, bevor ich┬┤s vergesse:
Der Jackpot ist geknackt!
Ich w├╝nsche dem Gewinner einen geruhsamen Schlaf.

......................

Tuberkulose hat was mit Husten und Atemwegen zu tun - passt f├╝r mich nicht als Beschreibung des Regens. Zumindest nicht mit diesem Satzbau.

Ob man etwas mit Wucht zerrei├čen kann? Mit Kraft oder Anstrengung eher ... Wucht beinhaltet eine Bewegung (mit Wucht knallt das Auto an die Wand ...)

Der Text als Beschreibung einer Situation geht so, rei├čt mich aber nicht wirklich von den Socken. Obwohl dein lapidarer Schreibstil gut zum Erz├Ąhler passt - aber f├╝r mich k├Ânnte der Text noch knackiger sein, noch mehr herauskehren. Alles in allem ist er mir nicht rund genug in Sprache und Stil ... vielleicht magst du dich ja nochmal dran versuchen? Kann ja aber auch sein, dass er genau so hier stehen soll, wie er jetzt ist ... dann nehm ich mich zur├╝ck ...

Ich hoffe, du fasst meinen Kommentar nicht als "Gemeckere" auf ... ist nur die Wiedergabe des Eindrucks, den ich beim Lesen erhielt ;-)

Viele Gr├╝├če,
Eve

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kata
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Liebe Eve,
herzlichen Dank f├╝r die Ausseinandersetzung mit dem Text.
Die Anregungen sind mir immer willkommen.
Korrekturen sind bereits ausgef├╝hrt. Ob ich noch etwas zuf├╝ge, um den Text knackiger zu machen, wei├č ich noch nicht.
Auf jeden Fall werde ich dr├╝ber nachdenken.
Gute Nacht w├╝nsche ich Dir
__________________
Kata

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