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Leselupe.de > Kurzprosa
Der letzte, leere Zug für heute
Eingestellt am 17. 02. 2008 00:14


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masterplan
Schriftsteller-Lehrling
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Jeden Moment denke ich an dich. Ich sitze hier neben dem Fenster und starre bei jedem Motorengeräusch, das von der Straße in unserem Wohngebiet hinaufdringt, durch das Glas – immer in der Hoffung, dass es dein Wagen ist, der auf die Hofeinfahrt einbiegt.
Parallel zu dieser Straße führt auf einem Damm ein Bahngleis, einige hundert Meter an der Grenze des Wohngebietes entlang.
Die Nacht, die diese Momente umspannt, ist eiskalt, totenstill und nur vom Halbmond erleuchtet, der am Himmelszenit thront.
Dann durchbricht ein Grollen die ruhende Situation.
23:36 Uhr – der letzte Zug für heute.
Da ich im zweiten Stockwerk des Hauses wohne, liege ich genau auf der Höhe des Bahndammes, und kann damit praktisch in den Zug hineinsehen.
Er fährt diese Streck langsam, da in ein paar weiteren hundert Metern am Ende des Wohngebietes ein Bahnhof liegt, an dem dieser letzte Zug des Tages halten muss.
Die beleuchteten Passagierwaggons sind leer – wie jede Nacht.
Eine große, motorisierte, leuchtende, hungrige Schlange, die durch das Land zieht. Doch für heute bleibt sie hungrig, obwohl sie gerne noch ein paar Passagiere aufnehmen würde und noch die ganze Nacht fahren möchte. Bis das Tageslicht wieder erwacht.
Der Zug und ich haben etwas gemeinsam. Wir wollen nicht alleine sein. Wir sind zwar Einzelgänger, aber dennoch fehlen uns die Menschen, die uns Bedeutung schenken.
Das Grollen wird leiser und von der Dunkelheit endgültig verschluckt, nachdem die leuchtende Schlange aus meinem Sichtfeld verschwunden ist.
Die Straße ist noch immer leer. Wenn ein Wagen vorbei fährt, ist es nicht deiner.
Ich vermisse dich. Ich vermisse dich. Ich vermisse dich.
Ich werde dich jede Nacht vermissen. Jede Nacht um halb zwölf.

__________________
Schön, dass wir einmal darüber sprechen konnten...

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Wipfel
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Hallo Master,

vorab: ich bin sicher ein schlechter Kritiker. Also bitte ich um Nachsicht, wenn meine Kritik etwas holprig erscheint.

Der kurze Text beschreibt Warten. Beobachten & Warten. Keine Kleinigkeit und mit den Metaphern auch in Ansätzen gelungen.

An einigen Stellen holpert es, wäre weniger mehr, erscheinen mir unnötige Satzverknotungen. Ein Beispiel:

quote:
Ich sitze hier neben dem Fenster und starre bei jedem Motorengeräusch, das von der Straße in unserem Wohngebiet hinaufdringt, durch das Glas – immer in der Hoffung, dass es dein Wagen ist, der auf die Hofeinfahrt einbiegt.

Was hältst Du davon, den Satz auseinander zu nehmen und "fülliges" zu streeichen?

Ich sitze hier neben dem Fenster und starre bei jedem Motorengeräusch, das von der Straße in unserem Wohngebiet hinaufdringt, durch das Glas (auf die Straße) Anmerkung: Eigentlich bräuchte es die Straße nicht, aber für den folgenden Satz hilft sie einwenig – immer in der Hoffung, dass es dein Wagen ist, der auf die Hofeinfahrt einbiegt.


Parallel zudieser Straße führt auf einem Damm ein Bahngleis, einige hundert Meter an der Grenze des Wohngebietes entlang. (Anmerkung: Vielleicht ist wirkungsvoller die Bahngleise zur Grenze zu erklären?)
Die Nacht, die diese Momente (welche?) umspannt, ist eiskalt, totenstill und nur vom Halbmond erleuchtet, der am Himmelszenit thront. (Frage: Ist das wirklich so? Keine Straßenlaterne, keine Autoscheinwerfer, kein Fensterlicht? Auch sie erleuchten eine Nacht, manchmal sogar die Augen einer streunenden Katze.)

quote:
Er fährt diese Streck langsam, da in ein paar weiteren hundert Metern am Ende des Wohngebietes ein Bahnhof liegt, an dem dieser letzte Zug des Tages halten muss.

Meiner Meinung nach etwas umständlich formuliert - und das Wort Wohngebiet erscheint hier zum 3. Mal. Warum ist es denn so wichtig?

Grüße von Wipfel

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