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Leselupe.de > Kurzprosa
Der namenlose Schrei
Eingestellt am 12. 01. 2002 19:53


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Manuel
Hobbydichter
Registriert: Jan 2002

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Der namenlose Schrei wei├č nicht recht was er beklagt. Der Gegenstand, zu dessen Vermittlung er gebraucht wird, ist zu komplex, um Ausdruck zu finden. Den Inhalt kann man nicht deduktiv er├Ârtern oder im Entferntesten definieren. Vielleicht ist deswegen der Schrei ein Schrei geworden und nicht etwa ein wohl├╝berlegter Teil einer tiefen Diskussion.
Des weiteren ist er nicht ganz sicher, welcher Kehle er entstammt. Nur eine Dumpfe Erinnerung gaukelt vor zu existieren. Doch eigentlich ist der Verursacher, der Erzeuger des Schreis unbekannt. Keine Andeutung an Geschlecht oder Rasse.
Desselben ist Ursprungsort nicht mehr nachzuvollziehen. Vor zu langer Zeit trat der Schrei seinen Weg an und zu viel von seinem Weg hat er bereits zur├╝ckgelegt. Der Wind hat schon mehrmals seine Richtung ge├Ąndert.
Doch eines seiner brennensden Fragen ist, an wen er eigentlich gerichtet ist. Der Schrei kann sich noch genau erinnern, dass er an niemanden gerichtet wurde. Doch er wurde gerichtet. Im Unwissen freilich dessen, der ihn gerichtet hat, aber dennoch wurde er geformt und abgesandt.
Folglich hat der Erzeuger, gleich in welcher Situation befindlich, doch einen Drang, ja man m├Âchte sagen, einen innerlichen Drang versp├╝rt, dem es Gestalt zu geben galt. Dies wiederum impliziert eine gewisse Hoffnung Geh├Âr zu finden. Best├╝nde diese Hoffnung nicht, w├Ąre der namenlose Schrei allerh├Âchstens ein imagin├Ąres Gebilde im Kopf des Erzeugers und tr├╝ge den Namen stiller Schrei. Auch wenn die Hoffnung ebenfalls
namenlos ist, ist sie existent. Sicherlich bestimmt nun dieser Funke nicht dar├╝ber, ob tats├Ąchlich jemand da ist, der den Schrei h├Ârt oder nicht. Dieser kleine Splitter entscheidet jedoch, ob nun der Drang seinen Ausdruck findet oder noch im Mutterleibe zu Grabe getragen wird.
Was wir sicher wissen ist, dass der Schrei einen Verursacher in einer Situation an einem Ort und einen Inhalt hat. Was wir zusammen mit dem Schrei und dem Verursacher des Schreis nicht wissen ist, ob nun letzten Endes jemand h├Ârt oder nicht. Man wei├č nie bevor man schreit ob man geh├Ârt wird oder nicht. Und wenn man geschrien hat, kann man geh├Ârt worden sein, ohne dass man es merkt. Wie erfahren wir aber von der Aufnahme unseres Schreies bei dem H├Ârenden? In dem er auf den Schrei reagiert und erst dann k├Ânnen wir es sicher wissen.
Er wird aber erst auf einen Schrei reagieren k├Ânnen, wenn er ihn h├Ârt. H├Âren kann er ihn nur, wenn der Schrei formuliert wird. Der Schrei kann nur formuliert werden, wenn die Hoffnung Geh├Âr zu finden ihm aus dem Innern heraus hilft. Die Hoffnung kann aber dem heraushelfen, was im Innern als Drang schon existiert.
Seien wir ehrlich! Jeder von uns hat diesen Drang.

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