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Leselupe.de > Ungereimtes
Der neue Mensch
Eingestellt am 12. 03. 2006 12:15


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HFleiss
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Registriert: Jan 2006

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Der neue Mensch


Nimm an die Katastrophe,
sag freudig ja, weht dich der Zeitgeist um,
er will dir nichts Böses.
Trag Schlips.
Schwenk dein Verzichtsbewusstsein
wie den tÀglichen Staubwedel.
Bild deine ramponierte Persönlichkeit,
dass aus dir mal was wird,
ein reizender BĂŒrger mit deutschem Auto
und honettem Inlandsgrabstein
und einmal im Monat ins Musical.
Und sag nicht, du bist auch wer,
wer soll dir das glauben?
Sag, du bist ein Nichts, weniger
Als ein verlorenes Sandkorn in der
Elenden WĂŒste Gobi,
und eher geht ein
Ausgehungertes Kamel durch ein Nadelöhr
Als einer von denen, amen.
War doch schon immer so.
GrĂŒĂŸ den Chef, falls du ihn hast, den
mit dem bezaubernden Dreitagebart,
Eines Tages sitzt auch er in der U-Bahn,
dir gegenĂŒber, er will doch nur dein Bestes
und schwört auf das EgalitÀre.
Reiß nicht auf das Maul, das blöde.
Anderen geht es noch mieser,
merk dir das, du bist ein AuserwÀhlter.
Strahl optimistisch, nach vorne,
dort, mein Bester, marschiert die Musik.
Vergiss nicht dein LĂ€cheln,
lange genug hast du’s ĂŒben mĂŒssen,
Und pfleg deiner edlen Manieren.
Nun nimm sie schon an,
die Katastrophe, sie ist dir geblieben.
Wohl, wenn man’s bedenkt,
immer noch besser als gar nichts.
_____
Dass der Mensch das edelste Geschöpf sei, lÀsst sich auch schon daraus abnehmen, dass es ihm noch kein anderes Geschöpf widersprochen hat.
G. Ch. Lichtenberg (1742-1799)

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rosste
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hallo Hanna,
das gefÀllt mir inhaltlich sehr gut.
die katastrophe ist "immer noch besser als gar nichts" - das werden einige neue menschen annehmen. die das nicht machen, werden leer ausgehen und vielleicht nur noch ihren schlips zum ausgehen vorzeigen können.
aber auch der ist beim musical nicht so wichtig.
der zeitgeist will uns nichts böses.
vorn marschiert die musik - das hast du ironisch gemeint.
die nase zu weit vorn. das kann zu neu sein.
gern gelesen.

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Inu
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Registriert: Aug 2002

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Hallo Hanna

Ziemlich ungewöhnlich dieses Gedicht. Je öfter ich es las, desto einleuchtender und reicher wurde fĂŒr mich das Gesagte. Gute Gedanken

Liebe GrĂŒĂŸe
Inu

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HFleiss
gesperrt
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Registriert: Jan 2006

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Der neue Mensch

Ursprung ein Zeitungsartikel eines Politikers, blamabel offen und noch blamabler ratlos. Vielen Dank, rosste und Inu, dass ihr gelesen und verstanden habt. Ich dachte schon, der Text sei zu intellektuell und undurchsichtig und jeder wĂŒrde fragen, worĂŒber redet die eigentlich?

Lieben Gruß
Hanna

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Prosaiker
Guest
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zu intellektuell? ...

sorry, die frage musste sein.

du verwendest eine seltsame sprache. ich stoße mich schon an den ersten zwei zeilen. warum so unsanft zum deutsch? irgendwie wirkt diese klage unsympathisch auf mich. das liegt am ton des erzĂ€hlers.
so viele imperative und so wenig nettigkeit, so wenig humor (schon klar, du wolltest auch keinen; hÀtt ich aber gut gefunden).
inhaltlich find ich das grĂ¶ĂŸtenteils in ordnung. aber bei so viel besserwisserei bin ich immer misstrauisch. mir fehlt der rĂŒckbezug zum erzĂ€hler, denn der ist ja ebenso eingebunden in diesen mist. wenn bukowski auch die ganze welt angeschissen hat, sich selbst hat er zuerst verflucht. das sehe ich hier nicht.
unsympathisch, mir fÀllt kein besseres wort ein.
vielleicht kannst du ja verstehen, was ich meine.
viele grĂŒĂŸe,
Prosa.

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HFleiss
gesperrt
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Registriert: Jan 2006

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Der neue Mensch

Erstens heiße ich nicht Bukowski, zweitens ist bittere Satire, die die Schicht unter den Worten offenlegt, bestimmten Leuten immer unsympathisch. Helf Er sich.

Lieben Gruß
Hanna

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