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Leselupe.de > Krimis und Thriller
Der schnarchende Tod
Eingestellt am 23. 10. 2005 12:11


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Mo
Festzeitungsschreiber
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Der schnarchende Tod

Nur der Schein der Laternen fiel durch die deckenhohen Fenster und spendete das n√∂tige Licht, als Rebecca behutsam die Pistole auf den Schreibtisch legte. Dann sp√§hte sie zur anderen Seite des Appartements. Dort sah sie die Umrisse einer gekr√ľmmten Gestalt, deren H√§nde mit Handschellen ans Bett gefesselt waren.
Ein Luftzug strich √ľber ihre nackte Haut und brachte sie zum Fr√∂steln. Schnell rieb Rebecca √ľber ihre Oberarme, um die K√§lte zu vertreiben und zupfte dann ihre schwarze Spitzenunterw√§sche zurecht.
„Du bist jetzt ganz still, Pete“, zischte sie den Mann im Bett an und griff nach ihrem Handy. „Sonst garantiere ich f√ľr nichts.“ Da Pete nichts erwiderte, w√§hlte sie die Nummer ihres Freundes.
„Hallo Karl, mein Schatz.“ Rebecca l√§chelte. „Heute ist Donnerstag. Sei bitte nicht b√∂se, doch ich bin jetzt auf Mallorca.“ Sie r√§usperte sich. „Susanna bleibt bis Sonntag dort und sie hatten noch einen Platz im Flieger, also bin ich einfach mitgeflogen. Leider warst du bei der Tagung telefonisch nicht zu erreichen. Hier ist es wundersch√∂n. Strahlendblauer Himmel und √ľber 30 Grad.“ Sie schaute pr√ľfend zu ihrem Opfer und f√ľgte schnell hinzu: „Oh, wir m√ľssen jetzt los. Ich liebe dich.“ Sie schmatzte noch einen dicken Kuss ins Handy und legte auf.
„So Pete, das Wichtigste w√§re erledigt. Offiziell bin ich heute auf Mallorca. Niemand wird je erfahren, dass ich hier war.“ Sie griff wieder nach der Pistole, √ľberpr√ľfte noch mal den Schalld√§mpfer und zielte probeweise auf den gefesselten Mann.
„Pete, Pete.“ Ihre Stimme war leise. „Da hast du dir leider die falsche Frau ausgesucht.“ Sie strich z√§rtlich √ľber die Waffe. „Wenn du n√§chstes Mal eine Frau verpr√ľgeln und vergewaltigen willst, dann check vorher ihre Familie. Ups, h√§tte ich ja fast vergessen.“ Rebecca konnte sich ein schadenfrohes Grinsen nicht verkneifen. „Ein n√§chstes Mal wird es f√ľr dich ja nicht geben.“ Sie stolzierte auf ihren Stilettos zum Bett, hielt auf halber Strecke inne und klaubte ihren Trenchcoat von einem Sessel. W√§hrend Rebecca sich den Mantel √ľberwarf, starrte sie Pete angewidert an.
„Nun, ich verzeihe dir deine Bl√∂dheit. Schlie√ülich w√ľrde niemand von so einer spie√üigen Vorstadtlehrerin wie mir erwarten, dass sie fr√ľher der NRA angeh√∂rte.“ Sie kniff kurz die m√ľden Augen zusammen und massierte ihre Nasenwurzel.
„Aber, dass du so bl√∂d bist und dich von der spie√üigen Vorstadtlehrerin, deren kleine Schwester du brutal missbraucht hast, verf√ľhren l√§sst, h√§tte ich nicht gedacht.“ Sie wartete auf eine Antwort, doch das einzige Ger√§usch war das Ticken des Weckers auf dem Nachtisch.
Mit einer raschen Bewegung entsicherte sie die Pistole und nahm Pete ins Visier.
„Du hast nichts zu sagen?“, fragte sie ver√§chtlich. „Ha! W√§re mir auch sehr peinlich. L√§sst dich von mir sogar ans eigene Bett fesseln.“ Ihre Hand fing leicht an zu zittern.
„Immer wieder habe ich Susanna vor Augen, wie sie mit zerschundenem K√∂rper und Scham in den Augen vor meiner T√ľr kauert und am ganzen K√∂rper zittert.“ Rebeccas Gesicht verzerrte sich vor Wut.
„Du wirst keiner Frau mehr weh tun. Niemals.“
Und dann schoss sie.
Einmal.
Zweimal.
Dreimal.
Die Welt schien den Atem anzuhalten, obwohl die ged√§mpften Sch√ľsse nur kurz die Stille der Nacht ankratzten.
Wie gelähmt stand Rebecca vor dem Bett und schaute auf Petes schwarze Gestalt herunter, als ein lautes Schnarchen sie zusammenfahren ließ.
„Chhrrr“ Und noch mal, eine Spur grunzender.
„Was ist denn jetzt?“ Rebecca drehte sich um und machte eine fragende Handbewegung in die Dunkelheit hinein. Im gleichen Moment flammten circa zwanzig Scheinwerfer auf und zwangen die Menschen hinter Rebecca die Augen zuzukneifen. Ein Raunen ging durch die Menge von Regieassistenten, Tontechnikern, Beleuchtern, Maskenbildnern, Kabeltr√§gern und anderen Schauspielern. Aller Augen waren auf den gefesselten und blut√ľberstr√∂mten Pete McLean gerichtet. Dieser war allerdings besser bekannt als Thomas Wolfenstein, der Schauspieler. Nach und nach erklang Gel√§chter und ungl√§ubiges Getuschel. Der Liebling aller Frauen lag gefesselt im Bett eines Filmsets und schlief w√§hrend einer Aufnahme schnarchend seinen Rausch aus. Sensationell.
Rebecca alias Doris Dalmayer verdrehte genervt die Augen und verlies kopfsch√ľttelnd das Filmstudio.

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F Fuller
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Das Ende kommt √ľberraschend!
Ohne dem ist das Thema nicht so mein Ding - die Rache Der Vergewaltigten Frauen. Vergewaltigung scheint √ľberhaupt im Moment total in zu sein bei den LL-Autoren .

Der Text lässt sich sehr gut lesen.

Unklar ist nur, was die NRA ist. Ich denke, nicht jeder kann was damit anfangen (ich mit eingeschlossen - habe aber recherchiert).

Gruss
Fuller


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Mo
Festzeitungsschreiber
Registriert: Jul 2005

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Hallo Fuller,

ich danke dir. Auch wenn es "mal wieder" (echt?)um Vergewaltigung ging, scheint dir mein Text gefallen zu haben. Du hast eine angenehme knappe Art zu
kommentieren. Gefällt mir.

Und gelernt hast du auch noch was (NRA).
Jetzt mal ehrlich. Es wird immer Texte geben, bei denen irgendjemand Irgendetwas nicht versteht. Es liegt doch an der Person, ob sie einfach dr√ľber liest oder,
so wie du, sich die M√ľhe macht nachzuschauen.

LG
Mo

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F Fuller
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Registriert: Aug 2005

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Hi MO:

klar hat mir der Text gefallen. Wäre es nicht so gewesen, hätte ich wahrscheinlich auch NRA nicht nachgeschlagen, da es mir dann egal gewesen wäre, was es ist.

Was das Thema angeht, so ist und bleibt sowas immer Geschmackssache und hat letzendlich nichts damit zu tun, ob ein Text gut ist oder schlecht. so denke ich, dass es sicherlich eine Menge sehr guter B√ľche gibt, die ich aber niemals lesen w√ľrde, weil mir das Thema einfach nicht zusagt.

Ich denke, hier in der LL geht es mehr als nur um blo√üe Unterhaltung (obwohl das nat√ľrlich auch eine Rolle spielt). Vielmehr m√∂chte man als Autor - auch unabh√§ngig vom Thema - eine umfassende Kritik seines Werks lesen.

So, das war jetzt nicht mehr so knapp

Gruss

Fuller


P.S. Danke wegen des Lobs bezgl. meiner Kommentare1

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