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Leselupe.de > Kurzgeschichten
Der schwere Geruch von Black Beauty
Eingestellt am 05. 11. 2003 23:39


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Paul Stoyan
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Der schwere Geruch von Black Beauty

Was war denn heute Nacht wieder los? Wir waren auf einem meiner Lieblings├╝bungsfelder, das Familiengel├Ąnde, auf dem es neben Unebenheiten und Verrenkungen immer auch etwas zum Verzweifeln gibt, und eigentlich wollte ich den Text beginnen mit ...

"Vater, wo hast du eigentlich deine Frau kennengelernt," Worauf Vater sagte:
"Welche?"

Ich stutzte. Aber klar, ich tr├Ąumte schon seit l├Ąngerem von Betrug. Und als Beweis eines neuen Betruges hatte Vater pl├Âtzlich eine Geliebte, eine Frau diesmal, die ihr Recht auf Vater gleich auch mit meiner Mutter erstreiten wollte, indem sie sofort, nach Bekanntgabe der Liebesgeschichte mit meinem Vater, darauf pochte, da├č sie mit ins Haus geh├Ârte, also Teil unserer Familie wurde... - mein Gott, kann man das nicht einfacher erkl├Ąren? - ja, die Frau, die nun die Geliebte meines Vater war, h├Ątte, vom Alter her, meine Geliebte sein k├Ânnen, auch von Sch├Ânheit und Auspr├Ągung ihrer Wangen, Lippen, ihrer Br├╝ste - obwohl... als ich ihre Br├╝ste erkannte, hatte ich gleich auch Angst, sie k├Ânnten mir zu mickrig ausfallen unter meinen H├Ąnden, die immer etwas suchen, was den Begriff H├Ąnde auch rechtfertigt... also mein Vater latschte da neuerdings mit seinen H├Ąnden, die ja im Vergleich zu meinen, inzwischen Pranken geworden waren, auf einer sehr ├╝berschaubaren, fast zipfeligen H├╝gellandschaft umher, und deswegen glitten meine Blicke auch wieder weg von ihren Br├╝sten zu ihren Lippen, Vollmondlippen, satt und weich, und diese Lippen geh├Ârten eigentlich weder Vater noch mir, sie geh├Ârten einfach auf eine Digikamera und f├╝r alle Ewigkeit auf Festplatte gebrannt, zum Nachschauen, was es in Vaters Umkreis alles f├╝r Frauen gibt ... obwohl ich mich recht erinnern kann, da├č es au├čer Mutter keine Frau gab in seinem Leben, also mu├č ich da in sein Leben eingegriffen haben in diesem Traum, da niemand anderes als ein schwarzhaariges Pferd erschien... das uns gleich ermutigte, einmal Pferdehintern, Fitzelbr├╝ste, und dicke Lippen zu genie├čen... denn ... die ganze Zeit stand ich unter Strom, ich wu├čte, ich mu├č nach Hause ... ich wu├čte, ich mu├č ├╝ber die Autobahn, und ich wu├čte, meine Eltern, mein Vater mit seiner neuen schwarzhaarigen Bekanntschaft w├╝rden mich nicht mehr begleiten... ich wu├čte, da├č ich alles, was ich an Fehlgeleitetsein oder Verfehlthaben darstellte, mit mir herumtragen w├╝rde, und insgeheim ahnte oder wollte ich es ahnen, da├č Vaters Geliebte meine war.

Dieser Hintern. Kaum vorstellbar, da├č ... Und das alles im Beisein meiner Mutter. Was die schon alles ausgehalten hat in ihrem Leben, und nun dieses Pferd. Dunkelhaarig, und ich meine, in einem Anflug von Begehrlichkeit - oder N├Ąhe - ihren Gesichtsflaum erkannt zu haben, ihren Geruch ... aufsteigend ... immer aufsteigend ... und w├Ąre es nach mir ... ich w├╝rde fallen ... in ihren Geruch ... eine Brise ... leicht ... wie Puder ... und wieder rannte meine Schwester durchs Bild ... sie organisierte Fahrzeiten, Abfahr- Ankunfts - ├ťberholzeiten ... sie tat ja immer so, als sei sie das Opfer ihrer Planung ... was immer eine Fehlplanung war ... auch, aber wenn ich es richtig sehe, hat sie nichts anderes unternommen, als ihre Zeit, und vor allem ihre Zeitplanung, allem aufzusetzen, oder allen beizubringen, da├č es nur eine Zeit gab, n├Ąmlich ihre ... - jetzt bin ich wieder zu abstrakt ... ihre Zeit ... nie meine ... und Jahre sp├Ąter beschwert sie sich dar├╝ber, da├č ich ihre Beweggr├╝nde, ihre Zeitachsen nie verstanden habe, beziehungsweise ... ich konnte mich auf diesen Unsinn wie Abfahr-, Ankunftszeiten nie einlassen ... das war nicht mein Gesch├Ąft ... mein Gesch├Ąft war eher, da├č ich nirgends war. Ich war immer nicht vorhanden ... Selbst im Traum nicht. Immer spielten sie ihre Pferdehinternliebe hinter meinem R├╝cken, und ich ahnte immer, da├č sie es besser taten, leidenschaftlicher ... intensiver ... ausgerechnet Vater! Denn seine Leidenschaft ... dieses Pferder├╝ckenbesteigen, hatte ja jenen Schattenri├č hervorgebracht, der ich nun war ... nein. So wild war Vater nicht. Ich war j├╝nger. Sprichw├Ârtlich und tats├Ąchlich. Aber dann verhindert. Selbst im Traum. Da v├Âgelt doch im Traum mein Vater meine Geliebte. Diesen grazilen Pferder├╝cken mit immerhin tr├Âstlicherweise Erbsen vor dem Hof.

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