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Leselupe.de > Humor und Satire
Der unbeliebte Sommer.
Eingestellt am 18. 06. 2003 11:43


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pleistoneun
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"Wo warst du?", fragte der Herbst den Winter, als er endlich ins Land einzog. "Ich musste warten, bis du deine Bl├Ątter ausgetrunken und den Boden hart genug f├╝r mich gemacht hast", antwortete der Winter. Leise begann Schnee auf die B├Ąume und Wiesen zu fallen und langsam f├Ąrbte sich alles in wollsanftes Wei├č. Und als der Winter alt wurde und zu sterben begann, begegnete er dem Fr├╝hling.

"Wo warst du?", fragte der Winter den Fr├╝hling, der schon seinen w├Ąrmenden Atem ├╝ber das Land verbreitete. "Ich musste warten, bis die Waldtiere ausgeschlafen haben und die Berge ihre Gipfel freigaben", antwortete der Fr├╝hling. Mit wohltuender Stimmung verwandelten sich die wei├čen Schneefelder in gr├╝ne, saftige Grasfl├Ąchen, auf denen das Summen der Bienen, die zu ihren Blumen flogen, zu h├Âren war. Alles war, wie es sein sollte, doch als der Fr├╝hling schwach und alt wurde, begegnete er dem Sommer.

"Ach, warum musstest du schon kommen?", fragte der Fr├╝hling den Sommer. "Ich musste warten, bis ihr alle euer Leben f├╝r mich geopfert habt", antwortete der Sommer herrisch.

"Ich bin die Jahreszeit, die niemals regnet,
wo nur der Sonnenstrahl das Leben segnet.
Warm und immer w├Ąrmer will ich werden,
bringe Hitze f├╝r die Luftbeschwerden.
Ich werde sengend alles Gr├╝n verwelken,
Enzian, Lavendel und sonnenrote Nelken.
Mit Sonnenwinden fege ich die Erdenstra├čen,
denn niemals will ich wieder Herbst es werden lassen."


"Was bist du doch f├╝r ein Hitzkopf!", meldete sich der Herbst beim Sommer. "Schick deine Sonne schlafen und ├╝berlass mir den Wind, damit ich den armen Menschen nach deinen hei├čen Tagen K├╝hle schenken kann." Und der Herbst nahm sich fr├Âhlich seinen Farbtopf und patzte mit frischem Wind dem Land w├╝rzige Farben aufs Gewand. Doch mitten in der Arbeit stahl sich noch einmal der Sommer herein. Verkleidet. Als "alte Weiber" mit Kopftuch und langem Kittel fegten sie noch einmal die Erdenstra├čen, doch schon blickte der Winter herein, konnte dem Treiben nicht l├Ąnger zusehen und blies mit kaltem Schauer das Weibsgesindel in den Sommer zur├╝ck. Diese harte Ankunft der "alten Weiber" macht sie Jahr f├╝r Jahr zorniger und ist der eigentliche Grund f├╝r die immer unerbittlicher werdende Sommerhitze, die uns heimsucht.

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majissa
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Lieber kommentarfauler Pleistoneun,

was ist geschehen? So "ernsthaft" kennt man dich gar nicht. Deine Texte wirken oft wie ein Magnet auf mich, da sie so herrlich skurril sind. Ich erinnere mich da gerade an eine Familie mit genetischem Defekt, der es ihnen erlaubt, Farbe aus der Nase...nun ja...
├ähnliches hatte ich auch hier erwartet, aber dies ist ganz anders, als ich es bisher von dir gewohnt bin. Und ich bin wirklich erstaunt, wie gut dir diese kleine Geschichte ├╝ber die Jahreszeiten gelungen ist und zudem noch eine witzige Erkl├Ąrung zum Altweibersommer mitliefert. Fein gemacht und diesmal tats├Ąchlich rund. Dann mal weiter so...

LG
Majissa

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pleistoneun
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So bin ich!

Oft ├╝berkommen mich wahnwitzige Themen, mal wieder was Ernstes. Bin selbst ob meines Ideenreichtums selbst gar stark verwundert. Die Geschichten schreib ich in weniger als 1 Stunde nieder, wenn sie mir gefallen, stell ich sie hier rein, wenn nicht, findest du sie trotzdem hier, allerdings - das sei hinzugef├╝gt - ist die Resonanz auf eine Geschichte, die mir selbst gut gef├Ąllt, deutlich besser. Das zeigen auch die Feddbacks auf meiner Homepage.

Ja, die Geschichten mit dem Kommentieren. ...

Ich sollte da mal eine Geschichte dar├╝ber verfassen. Aber danke an alle, die meine Abhandlungen trotzdem weiter lesen...... D A N K E !!!!!

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majissa
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Auf deiner Hompage...

...mein Lieber, las ich erst heute was ├Ąu├čerst Vergn├╝gliches ├╝ber Schnecken-Genitalien auf der Autobahn. Scheinbar bist du nicht der einzige, dem die Phantasie durchgeht. Das war einfach g├Âttlich!

Die Geschichte mit dem Kommentieren...also mal im Ernst: Warum kommentierst du so ungern? ├ťberkommt dich eine eigenartige Furcht dabei? Greifen dich textfremde Buchstaben durch den Bildschirm hindurch an?
Eigentlich ist nichts dabei. Man liest, r├Ąuspert sich kurz und tippt. Ich finde die Idee, diesbez├╝glich ein Statement zu verfassen, wirklich gut. Und wenn du eh' nur ein St├╝ndchen daf├╝r brauchst, bietet sich doch eine Erkl├Ąrung f├╝r deine Aversion geradezu an. Was meinst du?

LG
Majissa

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pleistoneun
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Jaja, die liebe Verwandtschaft

Die Geschichte "Genitalien auf der Autobahn" stammt von einem getreuen, ebenfalls sehr phantasiereichen Menschen aus eigenen Reihen - mein Cousin. Wahrlich sehr schr├Ąge Werke dabei.

Kommentare: So dankbar ich f├╝r eine Resonanz bin, so dankbar sind andere f├╝r Kommentare, die man ├╝ber deren Geschichten abgibt. Stimmt schon. OKAY, her damit, her mit einer Geschichte, jetzt wird kommentiert......*gg

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majissa
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Ha! Dachte ich mir doch, dass das nur ein Verwandter sein kann. Der Humor kam mir n├Ąmlich gleich bekannt vor. Tats├Ąchlich habe ich eine Zeitlang ├╝berlegt, ob man eine Schnecke mit chirurgischer Pr├Ązision so ├╝berfahren kann, dass ├╝berhaupt noch was zu erkennen ist.

Du willst also tats├Ąchlich kommentieren? Wenn du im gleichen Forum bleibst, ein wenig hinunterbl├Ątterst und beim vorletzten Werk namens "Membrum Virile" einen Zwischenstopp einlegst, kannst du schon mal loslegen...

Ich nehme an, es dauert, hm?

*├╝berreicht eine Kommentatorschutzr├╝stung*

Majissa (am├╝siert)

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flammarion
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hallo,

ich bin restlos begeistert von deiner geschichte. sie ist eine perle f├╝r meine sammlung.
ganz lieb gr├╝├čt
__________________
Old Icke

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