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Leselupe.de > Gereimtes
Der wahre Dichter
Eingestellt am 30. 03. 2004 19:52


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Vera-Lena
Routinierter Autor
Registriert: Oct 2002

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Der wahre Dichter

Es sang die Wachtel auf der Alm
von einem gr├╝nen Schachtelhalm,
auf dem sie einst beseelt gesessen,
wo war das nur, sie hat’s vergessen.

Ein Wissenschaftler, ihm tat’s leid,
sang ihr ein Lied aus jener Zeit,
als riesengro├č die Schachthalmb├Ąume
bewuchsen weite Alpenr├Ąume,
und wie sie alle dann verk├╝mmert.
Das Wachtelherzchen ward zertr├╝mmert,
das V├Âglein endete sein Lied
aus Liebeskummer, es verschied.

Die Wahrheit macht nicht immer Mut.
Ein Dichter ist von andrem Blut,
wenn’s sein muss, l├╝gt er wunderbar,
denn was sich reimt, ist schlie├člich wahr.





__________________
Der Mensch ist sich selbst das gr├Â├čte Geheimnis, ein unverzichtbarer Blutstropfen im Universum, ein Spiegel allen Seins.

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aboreas
Routinierter Autor
Registriert: Nov 2002

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Ein Textarbeits-Lob

Ein Wissenschaftler und eine Wachtel tauschen sich quasi singend ├╝ber Schachtelhalme aus. Das Ganze endet in einem Liebeskummerdrama...
Na ja, wie hei├čt doch die Po-Ente: Im Reim steckt die Wahrheit.

Ein Gedicht, dass sich selbst best├Ątigt.

Hm! Sollte man wom├Âglich Ausreden/Flunkereien nur noch gereimt zum Besten geben...

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george
Routinierter Autor
Registriert: Jan 2003

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Liebe Vera-Lena,

dieser Text setzt sich mit der philosophischen Frage der Verantwortung des Wissenschaftlers auseinander. Deiner f├╝hlt sich der Wahrheit verpflichtet, was aber indirekt zum Tod einer Wachtel f├╝hrt. So wird dieser gutwillige Wissenschaftler schuldig; unschuldig nat├╝rlich. Das klassische Thema der griechischen Trag├Âdie, das hier meisterhaft umgesetzt ist.

Offenbar handelt es bei dem Wissenschaftler um einen, der mit einer Art Nierensteinzerntr├╝mmerer seine Erkenntnisse verbreitet (es k├Ânnte sich um einen starken Ultraschallsender handeln), der das kleine Wachtelherz zerst├Ârt. Oh h├Ątte er doch wenigstens eine handy-Frequenz benutzt! Dann w├Ąre alles gutgegangen bei der Informations├╝bermittelung. Aber genau in diesen kleinen Nachl├Ąssigkeiten liegt die Grenze zwischen Naturwissenschaftler und Ingenieur. Hier gibt es einen bedauerlichen Kollateral-Schaden. Das hast du fein und subtil herausgearbeitet.

Es ist alles drin in diesem Text: Liebe, Natur, Geschichte, Gesang, Umweltzerst├Ârung, Technikangst, Chancen der Technik und der Dichter als Retter des Reimes und der Welt.

Als eine Tr├Ąne vergie├čender Wissenschaftler gr├╝├čt
J├╝rgen

__________________
┬ę J├╝rgen Locke

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Vera-Lena
Routinierter Autor
Registriert: Oct 2002

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sich selbst

Lieber aboreas,

"ein Text, der sich selbst best├Ątigt", genauso wollte ich das haben, und Du best├Ątigst mit jetzt, dass es auch so gegl├╝ckt ist. Danke!!!

Dir einen kummerfreien wundersch├Ânen Fr├╝hlingstag!
Liebe Gr├╝├če von Vera-Lena
__________________
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Vera-Lena
Routinierter Autor
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Handy

Lieber J├╝rgen,

ich denke eine niedrigere Frequenz h├Ątte auch nichts gen├╝tzt. Der arme Wissenschaftler, der ja schlie├člich etwas Aufbauendes leisten wollte (wie oft ging da der Schuss schon nach hinten los), war bestimmt zutiefst betr├╝bt, aber dass Du nun auch gleich eine Tr├Ąne zerdr├╝cken musst, habe ich wirklich nicht gewollt.

Der Dichter als Retter der Welt, das wird sich erst herausstellen m├╝ssen, mir scheint da eine geh├Ârige Portion Schlitzohrigkeit vorhanden zu sein.

Sollte er sich aber eines Tages als Vision├Ąr entpuppen, dann besteht wieder Hoffnung, aber weniger wegen des Reimes.
Sonst m├╝sstest Du ja alle Deine zuk├╝nftigen Vorlesungen in Reimen abhalten und wegen der dadurch vermehrt einschl├Ąfernden Wirkung (ich meine das jetzt bezogen auf alle Wissenschaftler) immer einen Kurzzeitwecker dabei haben.
Darum weiterhin frohes Schaffen gewissenhaft aber trotzdem mit eine prise Humor.

Herzlich gr├╝├čend Vera-Lena
__________________
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Rudolfus
Manchmal gelesener Autor
Registriert: Jan 2004

Werke: 23
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Es sind nicht L├╝gen, was die Dichter dichten,
Es sind Vergn├╝gen, die sie an uns richten!

Die Wissenschaft treibt Wachtelmord
Nicht nur an jenem Alpenort,
Auch in den Anden, in Peru,
An allen Orten, in Peru
Verrichtet sie ihr ├╝bles Werk
Ubd tr├Ągt die "Wahrheit" ├╝bern Berg.
Sie haben die Wahrheit mit L├Âffeln gegessen
Und sind auf Aufkl├Ąrung ganz versessen.
Dabei ist morgen, was sie sagen,
Der Schnee von gestern. Sie verjagen
Die eigne Meinung ganz und gar
Und grad das Gegenteil ist wahr.

Wenn Dichter "l├╝gen" sagen sie
Die Wahrheit voller Phantasie.

Danke f├╝r Deine sch├Ânen Zeilen

Gru├č

Rudolfus
__________________
Sieh auf zu den Sternen, hab' acht auf die Gassen...

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