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Leselupe.de > Kurzgeschichten
Des Waldes Schlund
Eingestellt am 02. 10. 2015 20:40


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Kli
AutorenanwÀrter
Registriert: Oct 2014

Werke: 4
Kommentare: 8
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Hallo ihr Lieben,

ich habe mich mal ein einer Horror-Kurzgeschichteim versucht und möchte nun, nach einigem rumbasteln gerne eure Meinung dazu hören.
Angeregt wurde ich dabei vom Urvater des gepflegten Grusels, Edgar Allan Poe:



Durch die Äste der BĂ€ume drangen vereinzelt Regentropfen. Seichte Nebelschwaden bedeckten meine FĂŒĂŸe.
Der Wald lichtete sich und ich stand vor einer runden, grĂŒn bewiesten FlĂ€che, in deren Mitte einsam ein Baum stand.
Um seinen Stamm wallte eine Flut von runden, weißen Steinen, die jedoch in Richtung Wald zusehends abflaute.
Seine nackten Äste ragten in sĂ€mtliche Himmelsrichtungen ab und nur klĂ€gliche Überreste von Rinde bezeugten hie und da lĂ€ngst vergangene Anmut.
Trotz dieser Schönheitsfehler mutete ihm etwas Magisches an.
Nieselregen und nunmehr kniehoher Nebel ĂŒberzogen die gesamte Lichtung und verdickten sich, je nĂ€her man ihrem Zentrum kam.
Ein unwiderstehliches Verlangen nach diesem Manifest lĂ€ngst vergangener Jahrzehnte ĂŒberwallte mich.
Ich musste nÀher ran.
Seine Pracht in jedem noch so kleinen Detail begutachten.
Über sein Holz streichen, herausfinden ob es morsch wie Treibholz oder hart wie Eibe war.
Ich versicherte mich mehr als einmal, einen Fuß vor den anderen zu setzen und doch schien es mir, als bewege sich der Baum auf mich zu.
Schritt um Schritt kam ich dem Objekt meiner Begierde nÀher.
In seinem Ebenbild spiegelten sich Anmut und Abscheulichkeit, Chaos und Ordnung.
Bei jedem Schritt vernahm ich ein knacken und spĂŒrte Widerstand an meinen FĂŒĂŸen, der jedoch rasch in sich zusammenbrach.
Ein Flimmern ĂŒberzog meine Augen als er in beinah greifbare NĂ€he kam.
Ich atmete tief ein und streckte meinen Arm in Erwartung eines GefĂŒhls nie gekannter Euphorie.
Nur noch ein weiterer Schritt.
Es blieb aus.
Eine Ewigkeit, so kam es mir vor, verweilte ich in dieser Haltung ohne auch nur die geringste VerĂ€nderung zu spĂŒren.
Ich blickte an mir herab, konnte meine FĂŒĂŸe jedoch durch die Dicken Nebelschwaden nicht ausmachen.
Kam es mir nur so vor, oder war der Baum grĂ¶ĂŸer geworden?
Ich begann zu verstehen und Panik breitete sich aus. Mit aller Kraft kÀmpfte ich gegen meine unsichtbaren Fesseln an.
Es gelang mir schließlich, die Kontrolle ĂŒber meinen Körper zurĂŒck zu erlangen, doch zu spĂ€t; der Boden hatte mich bereits bis zu den HĂŒften verschlungen. Wurzeln zerrten meine FĂŒĂŸe immer tiefer hinein und als ich versuchte mich mit meinen HĂ€nde abzustĂŒtzen, spĂŒrte ich an ihnen den gleichen Widerstand wie noch vor wenigen Momenten an meinen FĂŒĂŸen.
Die Steine! Sollte ich mit ihnen die Wurzeln erreichen, so könnte ich mich vielleicht frei schlagen.
Und so griff ich in den Nebel und zog wahllos an einem von ihnen. Der folgende Kraftaufwand ĂŒberstieg meine Erwartungen jedoch. Es war nicht das Gewicht des Objektes in meiner Hand, vielmehr schien es sich dagegen zu StrĂ€uben, seinen angestammten Platz zu verlassen, indes ich gnadenlos in die Tiefe gezogen wurde.
Kein Schimpfen, Fluchen oder Heulen konnte etwas an meiner Misere Àndern.
UnablĂ€ssig vernahm ich das Schmatzen und SchlĂŒrfen des Morasts, der mich bereits bis zur Brust verschluckt hatte.
In all meiner Verzweiflung zog ich ein letztes Mal an dem Stein.
Geschafft!
Mit einem Ruck hatte er sich vom Boden gelöst und lag nun frei in meiner Hand.
An dieser Stelle nun, meine lieben Freunde, erreichte ich den Nullpunkt.
Ich hatte nicht wie erhofft einen Stein vor Augen, nein, sondern einen menschlichen SchÀdel, an dessen Unterseite noch ein Teil seines Wirbels baumelte.
Die letzten Sekunden meines Lebens starrte ich in die leeren Augenhöhlen meines Schicksalsgenossen, unfÀhig und nicht willens mich lÀnger meines Schicksals zu erwehren.
Den Kopf im Nacken, starrte ich gen Himmel. Der Anblick des in Rot getrÀnkten Vollmondes spiegelte sich in meinen Augen wider, bevor Dunkelheit mich vollends verschluckte.








Version vom 02. 10. 2015 20:40

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Dominik Klama
Guest
Registriert: Not Yet

quote:
Durch die Äste drangen Regentropfen.
Nebelschwaden bedeckten meine FĂŒĂŸe.
Ich stand vor einer bewiesten FlÀche.
Vereinsamt ein Baum.
Eine Flut stapelte sich,die jedoch abflaute.
Äste ragten nackt in sĂ€mtliche Himmelsrichtungen ab.
Holz lag brach.
Etwas Magisches mutete ihm an.
Nebel ĂŒberzog die Lichtung.
Verlangen nach dem Manifest lĂ€ngst vergangener Jahrzehnte ĂŒberwallte mich.
Ich versicherte mich, einen Fuß vor den anderen zu setzen.
In seinem Ebenbild spiegelten sich Anmut wie Abscheulichkeit. Ungeschliffen in seiner Abstraktion.
Widerstand an meinen FĂŒĂŸen, der jedoch rasch in sich zusammenbrach.
Ein Flimmern ĂŒberzog meine Augen.
War der Baum grĂ¶ĂŸer geworden? Nicht nur das, er schien zu wachsen!
Wenn ich mit ihnen an die Wurzeln kam, könnte mich vielleicht frei schlagen.
Der folgende Kraftaufwand ĂŒberstieg meine Erwartungen jedoch.
UnablĂ€ssig vernahm ich das SchlĂŒrfen des Morasts, der mich bis zur Brust verschluckt hatte.
Durch den Nebel nur schwer zu erkennen, hob ihn auf Augenhöhe.
An dieser Stelle nun erreichte ich den Nullpunkt.
Das letzte was ein zufÀlliger Beobachter hÀtte erblicken können, waren meine aufgerissenen Augen, die von meinem Horror zeugten.
Bitte, bitte, bitte, werd nicht Schriftsteller! Tu uns das nicht an! Es wĂ€re der blanke Horror und mĂŒsste dort dann auch eingestellt werden.

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Wipfel
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Ach KlÀmchen, sei doch nicht so hart. Schau mal, aus folgendem Satz könnte man noch etwas machen:

quote:
Nackt rnagten seine Äste und deren Zweige in sĂ€mtliche Himmelsrichtungen ab.
Was wÀren wir ohne Richtung? Ein Horror sich das vorzustellen... Und wie erotisch - ein Nacktnager.

GrĂŒĂŸe von wipfel

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Kli
AutorenanwÀrter
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Hoppla!
Da scheine ich ja einen oder auch mehrere echte Böcke geschossen zu haben.
Vielen Dank fĂŒr den Hinweis auf die Horror-Sektion und die grausigsten Passagen meines Textes, Herr Klama! Ich hoffe, ich habe damit nicht gegen die Forenrichtlinien verstoßen.
Aus Dankbarkeit möchte ich Sie vorwarnen: sollte meinen Fingern erneut ein solcher Schund entspringen, so werde ich ihn definitiv nicht fĂŒr mich behalten. Andererseits mĂŒssten wir doch auf großartige Polemik verzichten, wie Herr Wipfel so eindrucksvoll bewiesen hat!

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rothsten
???
Registriert: Jan 2015

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Hallo Kli,

ich bemĂŒhe mich mal, Dir zu schildern, warum mich Dein Text nicht abholt. Aus ZeitgrĂŒnden kann ich mich nur auf Einzelheiten beschrĂ€nken. Eigentlich mĂŒsste ich fast jeden zweiten Satz auseinandernehmen.

- Ich verstehe die meisten ZeilenumbrĂŒche nicht. Sie scheinen willkĂŒrlich gesetzt und stören massiv den Lesefluss.

quote:
Trotz dieser Schönheitsfehler mutete ihm etwas Magisches an.

Es wĂ€re besser, dieses "Etwas" zu beschreiben. Als Leser bleibt man hier ratlos zurĂŒck, tappt im Dunkeln und ist enttĂ€uscht, dass der ErzĂ€hler dieses Magische kennt aber fĂŒr sich behĂ€lt.

quote:
Nieselregen und nunmehr kniehoher Nebel ĂŒberzogen die gesamte Lichtung und verdickten sich, je nĂ€her man ihrem Zentrum kam.

Wie kann sich Regen und Nebel (gegenseitig?) verdicken? Das verstehe ich nicht.

Wo ist deren Zentrum? Ist es beim Baum oder woanders? Ist es ein gemeinsames, oder haben beide ein eigenes?

Sprachlich sehr ungenau und daher enorm verwirrend.

quote:
Ein unwiderstehliches Verlangen nach diesem Manifest lĂ€ngst vergangener Jahrzehnte ĂŒberwallte mich.

Warum ist das Verlangen unwiderstehlich? Ratloser Leser, s.o.

Das mit dem Manifest und dem Überwallen ist, gelinde gesagt, ein sprachlicher Totalausfall. Sorry, aber beschönigen bringt hier nichts. Es wirkt albern. Schreibe doch auf Deutsch, Du musst hier niemanden mit einem solch gekĂŒnstelten Geschwurbel beeindrucken.

Das ist ein typischer AnfÀngerfehler, den Du schnell abstellen solltest. Weniger wÀre hier mehr, und zwar deutlich!

Schreib einfacher, dafĂŒr aber nachvollziehbar. Schreibe Handlungen statt dieses Geschwurbels.

quote:
Elegant in seiner Perfektion, ungeschliffen in seiner Abstraktion

Geschwurbel, s.o.

Verwende Verben statt Adjektive, denn Adjektive sollte man nur dann bringen, wenn sie unverzichtbar sind.

Ich breche hier mal ab.

Fazit:
Die Sprache ist gekĂŒnstelt, es wird viel zu dick aufgetragen. Eine deutlich einfachere Sprache wĂ€re opportun. Es geht nicht darum, Leser mit (vermeintlichen) Wortkunstwerken zu beeindrucken, es geht darum, den Leser zu berĂŒhren, ihm etwas mitzugeben, das er behalten kann.

Schreibe einfacher. Das wÀre mein erster Tipp.

Nur Mut!

lg

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Kli
AutorenanwÀrter
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Hi rothsten,

ich danke dir fĂŒr diese Hinweise. Sie sind ausnahmlos nachvollziehbar.
Ich werde den kompletten Text unter BerĂŒcksichtigung deiner ja doch sehr eindeutigen und einfachen Kritik neu schreiben und hoffe, dass ich im Stande sein werde, sie in zukĂŒnftigen Texten weitestgehend umzusetzen.
Dank dir und Herrn Klama sollte es mir beim nÀchsten Versuch leichter fallen grobe Schnitzer, typische Fehler eines AnfÀngers (wie ich einer bin) und dergleichen zu erkennen.
Vielen Dank!

LG
Kli

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