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Leselupe.de > Humor und Satire
Des hemmer abr nit so gern!
Eingestellt am 06. 06. 2006 00:31


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erbsenrot
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Des hemmer abr nit so gern!



Meine Nachbarin Paula ist ein Unikat. Spricht die Dinge aus, ohne ein Blatt vor den Mund zu nehmen. Liebt Tiere ĂĽber alles, vor allem Hunde. FĂĽr die Vierbeiner geht sie durchs Feuer. Sie sind ihr wichtiger als Menschen.
Kürzlich erzählte Paula mir folgende wahre Begebenheit:

Sie lief mit ihren zwei Hündchen durch den Stadtpark, sie waren brav an der Leine. Und wie das so ist, wenn man Gassi geht, einer der Hunde musste sein großes Geschäft machen. Mitten auf dem Rasen.
Vorschriftsmäßig, wie es jeder Hundebesitzer machen sollte, holte Paula einen Plastikbeutel aus ihrer Tasche, stülpte ihn über die Hand und nahm das Häufchen auf. Knotete den Beutel zu und warf ihn in den nächsten Abfalleimer.
Nichts denkend, spazierte sie weiter, hörte jedoch plötzlich eine männliche Stimme hinter sich: „Des hemmer abr nit so gern!“
Meine Nachbarin schaute sich um und sah einen älteren Herrn, der den Kopf schüttelte und vorwurfsvoll auf den Eimer zeigte.
„Eh, was meinen Sie?“
„Des hemmer abr nit so gern.“
„Wieso nicht?“
„Des g’hört doh nit noi.“
„Soll ich es auf dem Rasen liegen lassen?“
„Noi! Abr da noi… g’hörts nit!“
Der Mann hätte sich vorher gut überlegen sollen, mit wem er sich da anlegt!
Paula lief zurück zum Abfalleimer, holte den Haufen wieder raus, ging zu dem Mann hin, sagte: „Bitte!“, und überreichte ihm den Beutel.

Konsterniert streckte er den Arm vor, öffnete die Hand und bekam das noch warme Übel hineingelegt. Nun stand der Ärmste da, völlig verdattert und schaute sie ungläubig an. Es blieben ihm die Worte im Halse stecken.
Meine Nachbarin lächelte verständnisvoll: „Ja, gell, jetzt haben Sie das Problem. Sie dürfen damit machen, was Sie wollen. Auf Wiedersehen!“ Sprach’s, drehte sich um und ging weiter.
Nach zwanzig Metern schaute sie zurĂĽck und sah, dass der Mann den Hundehaufen in den Abfallkorb warf.
Meine liebe Nachbarin konnte sich nicht verkneifen, zwei gespreizte Finger als „Siegeszeichen“ zu zeigen.
Ob das nett war, bleibt dahin gestellt - aber sie ist eben ein Unikat!









©Hilda Röder, im Juni 2006


__________________
Mein neuer Roman (Lesung auf der Buchmesse Leipzig 2014) auf YouTube Hilda Röder

Version vom 06. 06. 2006 00:31

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erbsenrot
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Halli hallo,

ich wĂĽrde euch gerne bitten auf folgende Sachen eure besondere Aufmerksamkeit zu richten:

- Ist mein Text gutes Deutsch? (Redewendungen, Grammatik, Satzbau)

- Liest der Text sich flĂĽssig?

- Absätze o.k.?

- Ist der Dialekt verständlich oder soll ich noch die Übersetzung dazu schreiben?

- Der Titel so belassen?


Liebe GrĂĽĂźe und vielen Dank
erbsenrot


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Melusine
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Hallo erbsenrot,
ich musste so lachen, dass ich fast das eine winzige Fehlerchen nicht mehr gefunden hätte: 3. Absatz - "eines der Hunde" - sollte m.E. besser heißen: "einer der Hunde" (egal ob Rüden oder Weibchen).
Sonst nichts auszusetzen, für meinen Geschmack toll erzählt und mit dem Dialekt hab ich auch keine Probleme.

Tolle kleine Story. Ich frage mich, was der Herr wohl meinte. Gehören Hundehäufchen etwa in den Biomüll?
Muss mich mal kundig machen, da ich selber nicht selten so ein Sackerl (wie man bei uns sagt) fröhlich spazieren trage, bis endlich wo ein Mistkübel - pardon: Abfalleimer auftaucht ...

LG Mel

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erbsenrot
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Liebe Mel,

danke für's Lesen und Lachen. Ich musst auch so lachen als sie es mir erzählt hatte.
Das Fehlerchen habe ich verbessert, und es freut mich, dass alles sonst in Ordnung war

Na ja, der Herr hatte noch gesagt, dass man den Haufen durchs Klo spülen sollte, aber ich glaube, dann wird der Dialog zu lange, wenn ich das auch noch erzähle, oder?

Ich selbst habe auch 30 Jahre so'n Säckerl rumgetragen (nicht ständig natürlich ), wir hatten immer Hunde... und habe mir nie Gedanken gemacht, wohin damit, außer in den nächstmöglichen Abfalleimer. Schließlich trägt man es mit spitzen Fingern vor sich her, oder?

Hab einen schönen Tag

Liebe GrĂĽĂźe
erbsenrot
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Denschie
Guest
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hallo erbsenrot,

ich habe die anekdote (nennt man das so in diesem fall?)
auch sehr gerne gelesen. richtig cool! vor allen
dingen, wenn deine nachbarin das wirklich gebracht hat.

mich wĂĽrde interessieren, in welchem zusammenhang du
den text stellen willst. er kann natĂĽrlich auch fĂĽr sich
stehen, aber für mich hört er sich ein bisschen an, wie
ein stück von einem stand-up-comedian. ich könnte ihn
mir gut gesprochen vorstellen.

lg, denschie

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mirami
Guest
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hallo erbsenrot,

wirklich lustig! wie einen kurzfilm sah ich diese szene vor mir ablaufen. der dialekt ist hier das salz an der suppe und muss unbedingt hinein. man hat sofort ein gestochen scharfes profil von diesem herrn. ich konnte mir den zu seinen worten passenden tonfall und gesichtsausdruck nur zu gut vorstellen. wahrscheinlich sehen solche leute ĂĽberall gleich aus.

„Des hemmer aba nit so gern!“ das werd ich mir auf jeden fall merken!
wäre das von pocher oder irgendeinem comedian, würde dieser ausspruch sicher kult!

jede wette, dass mir deine witzige story beim nächsten häufchenbeseitigen wieder einfällt.

lg
mirami

p.s. wieso steht das in der schreibwerkstatt? ich hätte es wirklich sehr gern bewertet.

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