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Leselupe.de > Gereimtes
Desaster
Eingestellt am 11. 01. 2003 07:47


Autor
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M├Â├čner, Bernhard
Routinierter Autor
Registriert: Dec 2001

Werke: 89
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DESASTER

Die Produktion hier sei zu teuer,
es bleibe davon kein Gewinn,
die Nebenkosten und die Steuer
sind zu hoch, und ohnehin....

Die Firmen, wie sie alle hei├čen:
ob Bosch, ob Siemens, oder wie,
sie gehen ungeniert auf Reisen;
ade nun: "Made in Germany!"

Die Firmenk├Âpfe sind beweglich,
was sich nicht dreht, wie ein Rotor
gilt wirtschaftlich als unvertr├Ąglich,
bilanztechnisch als St├Ârfaktor.

Was man verdient, das frisst die "Holding",
wo diese sitzt, das wei├č allein
der liebe Gott, doch der muss schweigen,
wie unsre Bank in Liechtenstein.

Die Kirchen und die Presse klagen;
die Republik ist arbeitslos.
Minister und Verb├Ąnde tagen
so pausen- wie ergebnislos.

Und wer ist schuld an dem Desaster?
Welch riesiges Rhinozeros
verschleuderte den ganzen Zaster,
der fr├╝her doch so reichlich floss?

Sanierungspl├Ąne, die misslingen,
Appelle wiederholen sich:
wir alle m├╝ssten Opfer bringen!
Wir alle... nur nicht du und ich.
__________________
-Bernhard M├Â├čner-

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Vera-Lena
Routinierter Autor
Registriert: Oct 2002

Werke: 671
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Desaster

Hallo, Bernhard,

du sprichst mir aus dem Herzen. Ich kann einfach nicht verstehen, da├č Leute f├╝r sich selbst immer h├Âhere Geh├Ąlter einfordern, wenn sie doch inzwischen wissen m├╝├čten, da├č andere dadurch arbeitslos werden. Gestern Abend dachte ich mir zwei Dinge:
1. Der Bundespr├Ąsident(wozu haben wir einen?)m├╝├čte jetzt endlich mal nachdr├╝cklich apellieren.
2. Bestimmt steht morgen etwas zu diesem Thema in der LL.

Meinen zweiten Gedanken hast Du wahr gemacht. Ich k├Ânnte so etwas nie schreiben, deshalb danke!!!

Liebe Gr├╝├če Vera-Lena
__________________
Der Mensch ist sich selbst das gr├Â├čte Geheimnis, ein unverzichtbarer Blutstropfen im Universum, ein Spiegel allen Seins.

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LuMen
H├Ąufig gelesener Autor
Registriert: Jan 2003

Werke: 291
Kommentare: 699
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Hallo Bernhard,

eine zeitkritische Satire, die ins Schwarze trifft!

Darf ich Dich, pedantisch wie ich bin (grins), nur auf zwei kleine Sch├Ânheitsfehler aufmerksam machen:
In der 2. Zeile der vorletzten Strophe mu├č es wohl "riesiges" statt "riesige" Rhinozeros hei├čen.
In der 1. Strophe f├Ąllt die letzte Zeile aus der Metrik des ├╝brigen Gedichts, die Betonung liegt da auf der 1. statt der 2. Silbe. Eine von sicher mehreren L├Âsungsm├Âglichkeiten w├Ąre zu sagen:
"... die Nebenkosten und die Steuer -
das fri├čt den Wert der Arbeit hin."

Beste Gr├╝├če und weiterhin so gute Einf├Ąlle
LuMen

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M├Â├čner, Bernhard
Routinierter Autor
Registriert: Dec 2001

Werke: 89
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Desaster

Hallo Vera-Lena,
es freut mich, dass ich ins Schwarze getroffen habe. Die Lage ist so traurig, dass man als Satiriker verpflichtet ist, dar├╝ber zu lachen. Die gerade beendete Tarifauseinandersetzung war aber eigentlich nicht der Ausl├Âser f├╝r meinen Beitrag. Als ehemaliger aktiver Gewerkschafter kann ich mich nicht daran erinnern, dass die Gegenseite jemals Geld f├╝r eine geforderte Lohnerh├Âhung ├╝brig hatte. Aber momentan ist die Lage wirklich beschissen.

Lieber Lu Men,
das mit der fehlenden Silbe stimmt. Nur, wenn so ein Gedicht in der Leselupe erscheint, ist es meist "frisch gebacken", wenn man seinen Text einige Wochen sp├Ąter wieder liest, stolpert man als Verfasser selbst ├╝ber solche Stellen. Nichts auf der Welt ist vollkommen und ein Gedicht ist nie ganz fertig. Trotzdem, vielen Dank f├╝r deine Aufmerksamkeit!
-Bernhard-
__________________
-Bernhard M├Â├čner-

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B.Wahr
???
Registriert: Dec 2001

Werke: 188
Kommentare: 1661
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Trifft den Nagel auf den Kopf

Hallo Bernhard,
Deine lustig-traurige Realsatire gef├Ąllt mir, obwohl ich Politgedichte eigentlich nicht so sehr mag. Wahrscheinlich weil Du den Nagel auf den Kopf getroffen hast...
LG
B.Wahr

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Psyche
Schriftsteller-Lehrling
Registriert: Dec 2001

Werke: 10
Kommentare: 45
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Die Lage ist hoffnugslos, aber nicht ernst......

Hallo lieber Bernhard,

alles Gute zum neuen Jahr w├╝nscht Dir Psyche.
Dein Text ist wirklich klasse...... Du spricht mir aus dem Herzen.
Beneidenswert wenn man den allt├Ąglichen Wahnsinn so auf die Schippe nehmen kann.
Drum verzweifle nicht Du Erdenwurm,
wir alle m├╝ssen bluten .......
( ich wei├č nicht mehr weiter )

Liebe Gr├╝├če Psyche

__________________
Psyche

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M├Â├čner, Bernhard
Routinierter Autor
Registriert: Dec 2001

Werke: 89
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Desaster

Hallo Psyche, vielen Dank f├╝r deinen Neujahrsgru├č, ich hab mich gefreut, auch ├╝ber deine Lob. Leider kann man dir kein Mail schicken, das ist manchmal schade!!
Liebe Gr├╝├če, -Bernhard-
__________________
-Bernhard M├Â├čner-

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