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Leselupe.de > Experimentelle Lyrik
Deutsche Einheit
Eingestellt am 03. 10. 2013 19:13


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AllAN GAP
Wird mal Schriftsteller
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09.10.1989

Revolution erlebt, entstanden aus Fragen,
die sie uns selber lehrten,
gestellt in richtiger Stunde,
als Mut Feigheit ├╝berwand,

leise Lichter am Wegesrand,
so viele, das sie nicht erl├Âschen konnten,
leuchteten vor den Toren der Macht,
die sich verschanzte hinter fetten Mauern,

eine Macht, deren Beute Leben war,
das Leben eines Staates, umgeben von Z├Ąunen,
unerkl├Ąrlich ihre Lebensdauer,
gebaut auf Verrat des Einzelnen,

gebeugtes Volk lernte ├╝ber Nacht aufrecht zu laufen,
blieb standhaft gegen├╝ber Leid und Hass,
trommelte nur wild an die Tore derer,
die sie so lange von der Freiheit ausschlossen,

Revolution erlebt, entstanden aus Fragen,
befeuert von unblutigem Erfolg,
verbale Leuchtspurgeschosse trieben sie,
ertrugen Kraft der Waffen nicht,

gaben Worten ein Gesicht,
respektierten die Meinung der Anderen,
deren Leben w├Ąhrenddessen bricht,
doch auch nur Kinder des Landes sind,

__________________
AllAN GAP
es gibt immer etwas in unserer Mitte

Version vom 03. 10. 2013 19:13

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Eberhard Schikora
One-Hit-Wonder-Autor
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Hallo AIIAn GAP,
Bist Du vor den f├╝r "Ungereimtes" t├Ątigen Kritikern zu "Experimentelles" gefl├╝chtet? Ich selbst habe mir bei denen schon eine blutige Nase geholt.
Im Ernst: Dein Gedicht ist Prosa in Versform. Aber die Versform f├╝hrt mehr oder weniger zu einer Verdichtung, die ein wesentliches Merkmal eines Gedichtes ausmacht. Ich h├Ątte es bei "Ungereimtes" eingestellt.
Zum Inhalt:
Falls Du ein Wessi bist, verdient Dein Gedicht besondere Anerkennung.
Falls Du ein Ossi bist: Nur wer selbst unter dieser Diktatur gelitten hat, kann Dein Gedicht richtig w├╝rdigen.
Hier noch ein paar Anregungen:
Versuche, Dein Gedicht durch K├╝rzungen und/oder "Wortgewalt"
noch pr├Ągnanter zu machen und ├╝berpr├╝fe es auf m├Âgliche Verst├Ąndnisschwierigkeiten.
Die erste und die letzte Strophe ist bei mir nicht ganz r├╝bergekommen.
LG Eberhard
__________________
schi

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Eberhard Schikora
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Hallo AIIAN,

bin sehr gespannt, ob und wie andere auf Dein Werk reagieren. Ich k├Ânnte mir vorstellen, dass viele an diese Zeit nicht mehr erinnert werden wollen. Richtig ist, dass wir jetzt vorw├Ąrts schauen m├╝ssen, aber ohne Mitwirkung von Zeitzeugen aus der DDR kann das nicht richtig gelingen.
Ich selbst bin 1951 nach Westberlin zu Verwandten entflohen, weil ich in der DDR keine Zukunft mehr f├╝r mich sah.
Du kennst sicher das Werk "Die Unvollendete" von Beatrice von Weizs├Ącker (Tochter unseres ehemaligen Bundespr├Ąsidenten). Das sollte Pflichtlekt├╝re f├╝r jeden Wessi sein.
LG Eberhard
__________________
schi

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revilo
???
Registriert: Nov 2008

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Hallo, das Problem diesesTextes ist, dass Du dem Inhalt und der Botschaft alles opferst... Es handelt sich hier um einen ziemlich simplen Prosatext, der durch Zeilenspr├╝nge auf Gedicht getrimmt wird... f├╝r Lyrik ist der Text sprachlich zu flach... als Prosatext- wohlgemerkt ohne Zeilenspr├╝nge - gibt er au├čer Plattit├╝den nicht viel her...
LG revilo

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AllAN GAP
Wird mal Schriftsteller
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Hallo Revilo,

danke f├╝r Deine Kritik. Sie macht mich neugierig auf mehr. Ich nehme gern etwas davon mit, glaube aber nicht, dass ich wirklich verstehe, was Du meinst. Ich schreibe aus dem Bauch und erz├Ąhle eine Geschichte. Sei es nun ein Gedicht, ein vielschichtiges Prosawerk, oder was auch immer.
├ťber den Anspruch Lyrik habe ich mir ehrlich gesagt keine Gedanken gemacht. F├╝r mich ist das die Arithmetik der schreibenden Zunft. Es tut mir leid, aber auf diesem Weg geht unter Umst├Ąnden Herz und Leidenschaft verloren. Etwas was ich bei lebendiger Literatur nicht verstehen kann.
Insofern ist auch die Ansage der Plattit├╝den f├╝r mich unverst├Ąndlich. Denn das Thema gibt soviel Tiefe, dass es eine handfeste Diskussion wert ist. Dabei m├Âchte ich das, was ich schrieb nicht auf ein h├Âheres Niveau heben, wenn Du es anders siehst.
Eberhard schrieb ja bereits, dass es schwierig ist, mit so einem Thema. Zu oft angesprochen. Wer hat ├╝berhaupt Interesse daran?
Komisch ist jedoch, dass mir immer wieder Menschen mit Tr├Ąnen in den Augen begegnen, wenn dieser Teil Geschichte ber├╝hrt wird.
Damit komme ich zur├╝ck zum Ausgangspunkt. F├╝r mich hat Literatur den Anspruch der Vermittlung von Informationen auf unterhaltsame Weise.
Wenn ich mich dazu in einem Gedicht ausdr├╝cke, in dem ich geballt auch meine eigenen Emotionen ausloten muss, zudem einen Nerv treffen m├Âchte, der einen Disput anst├Âsst und somit neue Emotionen weckt, dann bin ich bei einer kleinen Geschichte.
Um nicht ganz unflexibel zu wirken oder was auch immer, habe ich versucht umzusetzen, was ich als Rat aus Deiner Antwort lese. Jetzt fehlt der zeitliche und historische Bezug und ich kann es ├╝berall hin transportieren. Es ist offener und mit derselben Tiefe, wie das Erste. Vielleicht ist es schlechter, vielleicht ist es besser? Ich habe keine Ahnung. F├╝r mich ist es eine neue Geschichte, die ich zudem sehr gern erz├Ąhlt habe.

Denkmal

wendig zieht der Tross von Tausend,
um den Ring der Macht,
schlangenw├╝rgig will er schlie├čen,
erwachend in der Nacht,

klangvoll dr├Âhnend,
Freiheit skandierend,
beh├Ąbig r├╝ckt er vor,
zu schwarzm├Ąchtigem Tor,

hinter dem verschanzt der Bruder,
zittrig fiebriger Federkiel in der Sehne liegt,
zerrei├čend gespannter Bogen,
nur ein Funke, Sturm wird toben,

dichter Pfeilehagel ersetzt die Pforte,
deren Kraft nicht mehr erdr├╝ckt,
Angst zerst├Ârt Verstand,
doch wem n├╝tzt's,

kleine Gruppe wird zum Schild,
zwischen zwei Symbolen,
unterdr├╝ckt drohende Gewalt,
mit verschmolzenen H├Ąnden nur,

ein erk├Ąltetes Gewehr,
liegt im Anschlag vor dem Tor,
des Teufels Henker,
Finger am Abzug stur,

pl├Âtzlich bricht der Zug der Tausend,
wehendes Licht tr├Ągt er hervor,
in der Hand eines weisen Kindes,
spricht es Hoffnung im Chor,

tr├Ągt's durchs Schild zum Fuss der Macht,
legt es kniend vor ihr nieder,
schafft ein mahnend Denkmal,
Fanal in Unendlichkeit erstarrt,

__________________
AllAN GAP
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AllAN GAP
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Hallo Eberhard,

ich rechnete fast mit so einer Reaktion von Dir. Es bedarf schon einer gewissen Coolness das Ding mit den Inhalten durch zu ziehen. Ich finde es im Augenblick nicht schlimm, diese Dir nicht gefallenden Vokabeln aus mir herauszulassen. Es steht in einem sauberen Kontext. Doch verliert mein Thema an Kraft, wenn es sich in diese verspielten Metaphern fl├╝chtet. Mit Wissen darum ist eine Verbindung her leitbar, aber nicht zwangsl├Ąufig da.
Insofern stehe ich hundertprozentig zu dem Erstling. Ich halte diese Diskussion f├╝r immens wichtig, ohne gleich zum Kreuzritter werden zu wollen. Dennoch habe ich nachgelegt. Vielleicht um den Disput am Leben zu halten und darauf zu verweisen, dass es nicht nur Handwerk und Kunst ist, was uns bewegt. Was uns motiviert den Stift in die Hand zu nehmen und Gedanken nieder zu schreiben.
Wenn ich in anderen Texten lese, versuche ich zu verstehen und mitzunehmen. Da ich wei├č, welch riesiger Prozess beim Schreiben von statten geht, leitet mich viel mehr ein gro├čer Respekt vor dem Werk, als das Bed├╝rfnis es auf banale Dinge zu reduzieren. Es z├Ąhlt f├╝r mich der Gesamteindruck. Dazu geh├Ârt ein guter Ausdruck genauso, wie ein entsprechendes Gef├╝hl, welches ich zu erzeugen vermag. Damit meine ich nicht nur meine Fertigkeit, sondern auch den Empf├Ąnger meiner Botschaft.
So ist der Aspekt der Arithmetik von meiner Seite zu verstehen.
Ich habe es erst geschrieben und dann gest├Âbert und bin fast ehrf├╝rchtig erstarrt, wem ich da geantwortet habe. Es ├Ąndert nichts an meiner Meinung. Und doch erfahren die Knie ein leichten Hauch des Schlotterns. Doch ich will hier nicht als Schaf auftreten. Wir haben alle viel Potential und eine sehr starke Vorstellungskraft, sonst w├Ąren wir nicht auf dieser Plattform.
Ach das erk├Ąltete. Gewehr ist tats├Ąchlich ein Bild. Ich wollte nicht MG schreiben, weil es mich wieder eingeschr├Ąnkt h├Ątte.
Lieben Gru├č

AllAN

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AllAN GAP
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