Diese Seite verwendet Cookies. Wenn Sie das nicht akzeptieren, mĂŒssen Sie Cookies in Ihrem Browser verbieten oder diese Seite verlassen.    OK  
 leselupe.de
Werbung
 Meine Leselupe

Mitglieder:   5563
Themen:   95492
Momentan online:
658 Gäste und 7 Mitglieder
Username:
Passwort:
Registrieren
Passwort vergessen?


Leselupe.de > ErzÀhlungen
Dialog am Donnerstag
Eingestellt am 02. 03. 2015 18:03


Autor
Ein neues Thema veröffentlichen.     Antwort veröffentlichen.
Maribu
???
Registriert: Jun 2012

Werke: 70
Kommentare: 228
Die besten Werke
 
Email senden
Hier klicken, um Maribu eine Online-Nachricht zu senden  Online-Nachricht
Profil

Dialog am Donnerstag

Manchmal fĂ€llt es mir schwer, jeden Donnerstag als fĂŒr ihn gewohnten Besuchstag einzuhalten.
Wenn man noch voll im Erwerbsleben steht, kann man nicht immer Privates und Berufliches starr voneinander trennen.
Mitunter kommen Mitarbeiter anderer Niederlassungen, die ausgefĂŒhrt werden wollen, oder es stellt sich abends noch ein Bewerber vor. Aber wenn ich es einrichten kann, bleibt es bei diesem Wochentag.
Er erwartet mich stets ungeduldig, begrĂŒĂŸt mich nur kurz und kehrt in die KĂŒche zurĂŒck, damit wir rechtzeitig essen können.
Wenn ich mein Zeug an die Garderobe gehĂ€ngt habe, verweile ich noch einen kleinen Moment im Flur. Mein Blick streift die grĂŒne SchĂŒrze und die braunen, mit Pelz abgesetzten Hausschuhe. Ob ich will oder nicht, er ist jedesmal wieder da, diese kurze Stich in der Herzgegend, weil ich mir einbilde, dass sie noch lebt und vielleicht nur mal eben zum Einkaufen gegangen ist.
Vielleicht fĂŒhlt er ebenso und es fĂ€llt ihm schwer, sich von diesen Sachen zu trennen.
An jenem Donnerstag saßen wir einander am Wohnzimmertisch gegenĂŒber. Der Spargel war sehr gut, nicht eine Stange schmeckte holzig. Nur das Frikassee wollte mir nicht so recht munden. Er bemerkte es und sagte trocken: "Vergiss den Bericht ĂŒber das mit Antibiotikum behandelte Putenfleisch, sonst mĂŒssen wir ganz aufhören mit dem Essen!"
"Ja, aber man muss das doch nicht noch unterstĂŒtzen!"
"In meinem Alter kann es mir nicht mehr schaden!"
Ich lachte. "Denk an mich und an deine Enkelkinder!"
Ich aß den Teller nur halbleer. Ihm war auch der Appetit vergangen, und er legte das Besteck gerĂ€uschvoll an den Tellerrand.
Ich besorgte uns den Kaffee aus der KĂŒche, den er bereits vorbereitet und warm gestellt hatte und sagte im Hinausgehen: "Was machst du eigentlich den ganzen Tag ĂŒber, wo du deinen alten Fernseher auf den SperrmĂŒll gestellt hast?"
Er hatte sich eine Zigarette angezĂŒndet und wartete, bis ich den Kaffee eingeschenkt hatte. "Wieso? Ich höre Musik, Nachrichten und Kommentare im Rundfunk!"
"Vermisst du abends den Fernseher nicht?"
"Nein! Erstens kann ich das Bild schlecht erkennen und zweitens höre ich mir fast jeden Abend ein Hörspiel an."
"Du interessiertst dich noch fĂŒr Hörspiele? Die Zeiten haben sich doch geĂ€ndert!"
"Ja, die Zeiten haben sich geĂ€ndert!", wiederholte er. "Was frĂŒher selbstverstĂ€ndlich war, ist heute die Ausnahme! -
Wer bietet einem alten Mann einen Sitzplatz in der Bahn an?
Es sind Menschen deiner Generation! Die SchĂŒler, die zum Gymnasium, zur Handels-oder Berufsschule fahren, gucken einen ganz herausfordernd und kaugummikauend an. Thema Nummer eins ist das Fernsehen. Ich habe das GefĂŒhl, sie haben keine andere FreizeitbeschĂ€ftigung mehr! Und der am hĂ€ufigsten gebrauchte Ausdruck ist das Wörtchen 'geil'! Ob es sich um einen Film handelt, um ein MĂ€dchen oder um hautenge zerrissene Jeans. Fallen so viele Deutschstunden aus, dass man es nicht anders ausdrĂŒcken kann?"
"Ich glaube, du urteilst zu pauschal!", widersprach ich und nahm einen Schluck Kaffee. "Im Laufe der Jahre verÀndern sich Bedeutungen. In diesem Fall ganz harmlos zu toll oder aufregend."
Er inhalierte einen Zug und fragte nachdenklich: "Meinst du, ob die mit einem Hörspiel von GĂŒnter Eich etwas anfangen könnten? HĂ€tten sie ĂŒberhaupt die Ruhe zum Zuhören, wo sie es gewohnt sind, sich von der Glotze berieseln zu lassen?"
"Wenn sich ein paar SchĂŒler in der Bahn hingeflegelt, dir keinen Platz angeboten haben und sie sich ĂŒbers Fernsehen ausgetauscht haben, willst du doch nicht deshalb darauf verzichten?! Du kannst nicht die gesamte junge Generation verdammen!"
"Ich will nur auf ein Symptom aufmerksam machen! Heute mĂŒssen die Leute ĂŒberall mit der Nase drauf gestoßen werden!
Das Jahr der Frau, des Kindes, das Jahr der Behinderten, das Jahr der Nichtraucher und so weiter! - Wie wĂ€re es mal mit dem Slogan 'Jahr der Alten'? Ob ich mir die SitzplĂ€tze dann aussuchen kann? WĂŒrde die Selbstmordquote unter den alten Menschen dann zurĂŒckgehen?"
Ich fing an mich aufzuregen. Das konnte doch noch nicht der Kaffee bewirkt haben! Bestimmt sagte ich: "Wenn wir es ganz realistisch sehen - nur auf deine Person bezogen - hast du keinen Grund, dich zu beklagen! Du hast das große GlĂŒck gehabt, mit Mutti die goldene Hochzeit zu erleben und bist
- Gott sei Dank - noch in der Lage, mit deinen einundneunzig Jahren, ohne fremde Hilfe in deinen vier WĂ€nden zu leben! - Ist das etwa nichts?"
"Ich beklage mich ja gar nicht!" erwiderte er unwirsch. "Solche Redensarten muss ich mir oft am Grab deiner Mutter anhören, wenn Leute im Vorbeigehen die Inschriften am Stein entziffern. Ungeniert sagen sie dann: 'Ach, fĂŒnfundachtzig ist doch ein schönes Alter! Wer weiß, ob wir das ĂŒberhaupt erreichen!' Dann möchte ich ihnen am liebsten die kleine Harke ĂŒber den SchĂ€del schlagen, weil fĂŒnf Jahre mehr fĂŒr deine Mutter fĂŒnf gemeinsame und nicht einsame Jahre fĂŒr mich gewesen wĂ€ren!"
Er drĂŒckte die Zigarette, bis kurz vor dem Filter geraucht, in dem bunten Keramik-Aschbecher aus. "Schuld daran ist aber unser Leistungssystem! Höre dir doch nur die Werbung an!
Jung und dynamisch heißt die Devise! Dir als Personalleiter ist das doch vertraut! Wo liegt bei dir die Einstellungsgrenze?"
"In unseren Stellenanzeigen legen wir uns nicht fest. Aber von der GeschĂ€ftsleitung wurden mir fĂŒnfundvierzig
Jahre vorgegeben."
"Ist das nicht eine furchtbare Entwicklung?! ZĂ€hlen Erfahrung und BestĂ€ndigkeit nicht mehr? - Und mein Sohn unterstĂŒtzt das!
SchÀmst du dich gar nicht? Hast du keine Angst, deinen Arbeitsplatz zu verlieren?!"
Einen Augenblick hatte er mich sprachlos gemacht, und ich schenkte uns betroffen Kaffee nach. Dann fragte ich unsicher: "Und was hat das mit unserer Jugend zu tun?"
"Dass sie 'altenfeindlich' erzogen wird!"
"Mein Kind aber nicht!" widersprach ich erregt. "Helga und ich geben uns alle MĂŒhe, Sabine Respekt vor dem Alter beizubringen!"
Jetzt lachte er, steckte sich eine Zigarette an und fragte:
"Was meinst du denn, wie das mit mir weitergehen soll?"
"Nach Muttis Tod hatten wir doch darĂŒber gesprochen. Es war doch dein Wunsch, solange wie möglich in dieser Wohnung zu bleiben. Und wenn es nicht mehr geht, werden wir schon eine Lösung finden!"
"Das Wort Lösung höre ich nicht so gerne, weil es sich so ein bißchen wie 'Endlösung' anhört!"
"Nun ist aber genug! Wenn du nicht mehr kannst, kommst du zu uns! Ich habe es Mutti am Krankenbett versprochen!"
Er lĂ€chelte weise. "FĂŒr dich ist es furchtbar einfach zu sagen, du kommst zu uns! Soll Sabine - der ihr ja Respekt vor dem Alter beigebracht habt - das Zimmer fĂŒr ihren Opa rĂ€umen?"
"Wir haben doch das GĂ€stezimmer frei", erwiderte ich zaghaft.
"Und wie ist es mit der Arbeit, die der 'Gast' verursacht?
Die erledigt selbstverstĂ€ndlich deine Frau! Du kommst abends aus dem BĂŒro und fragst: 'Hallo Papa, wie geht`s?' und dann willst du deinen Feierabend genießen!"
"Das stimmt nicht! Ich werde ..."
Er unterbrach mich. "Hast du schon mal darĂŒber nachgedacht, dass ich vielleicht irgendwann das Wasser nicht mehr halten kann?! Kannst du dir deinen Vater in Gummihosen vorstellen?
Oder mit 'Pampers' zwischen den Beinen, gewindelt von deiner Frau?!"
"Was gibt es fĂŒr eine Alternative?", fragte ich und hatte einen Kloß im Hals.
"Ein Pflegeheim!"
"Was sollen die Leute denken? Dein Sohn besitzt ein Haus - und du ins Heim?"
"Welche Leute werden denken? - Das 'Jahr der Alten' wird es nie geben!"
Einen Moment sahen wir einander schweigend an. Eigentlich war alles gesagt. Dann erhob er sich abrupt und schaltete das Radio ein.
"Klavierkonzert Nummer eins von Tschaikowsky", bemerkte ich sofort und war froh, an etwa anderes denken zu können. "Klingt aber gut! Bald wie im Konzertsaal!"
Er nickte nur. "Bei Hörspielen lege ich mir immer den Kopfhörer um, dann bin ich mittendrin im Geschehen! Vielleicht erwische ich nachher noch eins! Im Rundfunk bringen die wenigstens noch ProblemstĂŒcke. Dienstag haben die auf Radio Bremen das preisgekrönte StĂŒck aus dem Vorjahr wiederholt."
"Welcher Preis?"
"Preis der Kriegsblinden."
"Und welches Thema?"
"Es handelte von einer alten Frau, die aus dem Krankenhaus direkt in ein Heim eingewiesen wurde. Mit drei anderen Frauen musste sie sich ein Zimmer teilen. Ihre Wohnung wurde von ihren Kindern aufgelöst, obwohl sie nach einer gewissen Zeit wieder so erholt war, dass sie hĂ€tte zurĂŒck können.
Die eine Mitbewohnerin war geistig nicht mehr ganz da, und fĂŒr die drei anderen eine große Belastung. Manchmal stritt man sich wegen Kleinigkeiten. Ein lĂ€cherlicher Stuhl im Aufenthaltsraum, nĂ€her zum FernsehgerĂ€t postiert, wurde dann zum Kampfobjekt. - Ich kann dir nicht alle Einzelheiten aufzĂ€hlen. Jedenfalls zerbrach diese Frau, die es gewohnt war, Jahrzehnte in ihrer Wohnung zu leben, an dieser Gemeinschaft. Sie schluckte Gift!"
"Das ist tragisch! Aber es war ein Hörspiel, ein konstruiertes Geschehen! Du hast ja glĂŒcklicherweise eine hohe Pension, so dass du dir ein gutes privates Heim leisten könntest!"
"Und wenn ich es mir aber nicht leisten will?"
"Sei doch nicht so stur! Du kannst doch nichts mitnehmen und fĂŒr wen willst du noch sparen?!"
"Ich will es nicht besser haben, als andere in einem stĂ€dtischen Heim! Wenn die Jugend schon nichts fĂŒr die Alten empfindet, mĂŒssen wir untereinander wenigstens solidarisch sein!"
"Du willst mir doch nicht ernsthaft weismachen, dass du aus SolidaritÀt in ein Vier-Betten-Zimmer eines stÀdtischen Heims ziehst, obwohl du dir eins der besten privaten HÀuser leisten könntest?!"
"Doch! Es ist mein voller Ernst, weil wir im Alter alle gleich sind. - Alle gleich einsam!"
Was konnte ich darauf noch erwidern? Ich stand auf und verabschiedete mich, und mir war ziemlich elend zu Mute.
Er begleitete mich zur TĂŒr, noch sehr aufrecht und fest im
Gang, und keine Spur von Erregung! Unser Dialog hatte ihn weniger mitgenommen als mich. - Vielleicht hÀtte er seinen
Kopfhörer umlegen mĂŒssen!
Bevor mir das Eckhaus die Sicht versperrte, drehte ich mich um. Zwischen den Ästen der fast haushohen Birke hatte ich jetzt genau sein Fenster im Blickfeld. Ich erkannte deutlich sein Gesicht hinter der Scheibe, bemerkte die winkende Hand. Und wieder fragte ich mich, war es die langjĂ€hrige Gewohnheit,
vermutetet er nur, dass ich jetzt wohl diese Stelle erreicht haben mĂŒsste oder konnte er mich tatsĂ€chlich aus dieser Entfernung noch ausmachen?
Mit krĂ€ftigen, kreisenden Armbewegungen winkte ich zurĂŒck.
Einmal, zweimal, dreimal. Auf Wiedersehen bis zum nÀchsten Donnerstag! - Wieviele noch?

Bearbeiten/Löschen   ebook  Druckversion


aligaga
One-Hit-Wonder-Autor
Registriert: Sep 2014

Werke: 78
Kommentare: 4729
Die besten Werke
 
Email senden
Hier klicken, um aligaga eine Online-Nachricht zu senden  Online-Nachricht
Profil

quote:
Manchmal fĂ€llt es mir schwer, jeden Donnerstag als fĂŒr ihn gewohnten Besuchstag einzuhalten. Das "ihn" bezieht sich hier auf den Donnerstag und macht so keinen Sinn. VerstĂ€ndlich formuliert mĂŒsste es etwa "... jeden Donnerstag als den fĂŒr meinen Vater gewohnten ..." heißen.
Wenn man noch voll im Erwerbsleben steht, kann man nicht immer Privates und Berufliches starr voneinander trennen. Das ist natĂŒrlich Unsinn. Ohne Erwerbsleben kann und braucht man nĂ€mlich ĂŒberhaupt nicht zwischen Dienst und Schnaps unterscheiden; im Übrigen trennt man im Deutschen nicht "starr", sondern scharf. Und drittens kann man immer zwischen Dienst und Schnaps trennen - nur die Zeit, die man dafĂŒr brĂ€uchte, nicht. Die hat man, oder man hat sie nicht. Logik!
Mitunter kommen Mitarbeiter anderer Niederlassungen, die ausgefĂŒhrt werden wollen, gehört das abendliche "AusfĂŒhren" von "Mitarbeitern" zur Arbeitszeit? Was ist das fĂŒr ein Job? Escort? oder es stellt sich abends noch ein Bewerber vor. Aber wenn ich es einrichten kann, bleibt es bei diesem Wochentag.
Er "Er"? Warum immer noch so unmotivierzt rĂ€tselhaft? erwartet mich stets ungeduldig, begrĂŒĂŸt mich nur kurz und kehrt in die KĂŒche zurĂŒck, damit wir rechtzeitig essen können.

So schleppt sich der insgesamt recht umstĂ€ndlich und ein wenig ungeschickt ausformulierte Bericht ĂŒber ein kleinbĂŒrgerliches Allerweltmilieu weiter dahin, bis der Leser erfĂ€hrt, dass die Jugend von heute ihre Zeit vor der Glotze vertut, statt Hörspielen zu lauschen, die vor 50 oder mehr Jahren noch Kriegsblindenpreise gewannen.

SpĂ€testens da fragt man sich, in welcher Zeit dieses StĂŒckerl denn spielt. Die "Jugend von heute" hockt nĂ€mlich - zum Bedauern der Intendanten - schon lĂ€ngst nicht mehr vor der Glotze herum, sondern chillt ganz woanders ab. TV war vorgestern; das Durchschnittsalter dessen Publikums ist 60 plus x. Ganz offenbar ist hier nicht nur uns Opi, sondern auch das lyrische Ich des Autors nicht so recht auf der Höhe der Zeit. Ipod? Iphone? PC? Facebook?

Der Kritiker rÀtselt, was uns in diesem Aufsatz denn mitgeteilt werden will. Dass die Alten nicht ins Heim wollen? Dass die Erben ein schlechtes Gewissen haben, wenn's bei Opi und Omi eng zu werden droht? Dass unsere Gesellschaft altenfeindlich sei? Dass die Jugend nichts tauge? Sorry, aber das ist keine ErzÀhlung, die einen Anfang, eine Mitte und einen Schluss hÀtte; es geschieht nichts und es wird nichts kommuniziert, was etwas anderes wÀre als ein Gemeinplatz, an dem man jeden Tag selber ein paarmal vorbeilÀuft.

Nichts gegen Schlossgespenster wie Tschaikowski und GĂŒnter Eich, aber sie allein schaffen es nicht, den Mief aus dieser drögen Szenerie zu pusten und das Lesen weniger beschwerlich zu machen. Inmitten der vielen Klischees, die du uns hier anhĂ€ufst, @Maribu, werden die beiden gleich selbst zu welchen, und am Ende bleibt gĂ€hnende Langeweile.

Wenn Omi mit 85 vor fĂŒnf Jahren dahinschied, dann muss Opi eigentlich die 90 schon ĂŒberschritten haben. Wie alt ist dann der Sohn, der vorgibt, seine "Sabine" immer noch altersfĂŒrchtig zu erziehen ...*grĂŒbel*...?

Das sind die eigentlich interessanten Eckdaten, die wir hier erfahren, und die vielleicht erklÀren, warum das lyrische Ich in einer Zeit zu leben scheint, die es lÀngst nicht mehr gibt.

Tipp: Die Szene plausibilisieren und nach Motiven suchen, die fĂŒr den Leser attraktiver sind als die ewiggleiche Leier von der guten alten Zeit und den UnzulĂ€nglichkeiten der Nachfahren. Mach den Opi zu einem Scheusal oder zu einem Helden des HĂ€userblocks, den Sohn zu einem
Charakterschwein oder zu einem, der wirklich an seinem Pappi hinge und dem es nichts ausmachte, ihn ab und zu auf den Topf zu setzen. Dann kÀm ein bisschen Leben in die Bude!

Gruß

aligaga

Bearbeiten/Löschen    


Stefan Sternau
???
Registriert: Jan 2015

Werke: 28
Kommentare: 148
Die besten Werke
 
Email senden
Hier klicken, um Stefan Sternau eine Online-Nachricht zu senden  Online-Nachricht
Profil

Hallo Maribu,

Umgang mit den alten Eltern, hier mit dem alten Vater. Ein schwieriges Thema, das von dir glaubwĂŒrdig und sensibel ausgebreitet wird, mit vielen Facetten.

- MissverstÀndnisse und Empfindlichkeiten auf beiden Seiten
- Diskrepanz zwischen selbst auferlegter Besuchspflicht und echtem KontaktbedĂŒrfnis
- Überraschung, dass der andere sich – nach all den Jahren, die man sich kennt – plötzlich anders verhĂ€lt als erwartet
- Ambivalenz, sich offen auszusprechen oder Konflikte zu vermeiden

Und immer die bange Frage: Wie lange noch?

Dein Text ist vor allem jedem zu empfehlen, der gerade in einer Àhnlichen Situation steht. Sehr beeindruckend.

Viele GrĂŒĂŸe
Stefan

Bearbeiten/Löschen    


Maribu
???
Registriert: Jun 2012

Werke: 70
Kommentare: 228
Die besten Werke
 
Email senden
Hier klicken, um Maribu eine Online-Nachricht zu senden  Online-Nachricht
Profil
Dialog am Donnerstag

Hallo Stefan,

danke fĂŒr deinen Eindruck!
Ich hatte schon gedacht, dass so ein Text bei den
Mitautoren der Ll nicht ankommt.

Ali (Gaga) der ja fast jeden Text verreißt, sieht das
ganz anders. Aber das ist ja wohl Neid bei ihm!

Liebe GrĂŒĂŸe und noch ein schönes Wochenende
Maribu

Bearbeiten/Löschen    


Maribu
???
Registriert: Jun 2012

Werke: 70
Kommentare: 228
Die besten Werke
 
Email senden
Hier klicken, um Maribu eine Online-Nachricht zu senden  Online-Nachricht
Profil
Dialog am Donnerstag

Hallo Vagant,

danke fĂŒr deine ehrliche Meinung!

Ja, da muss ich als "Ă€lteres Semester"
mit leben! - Das Wort "funzt" ist mir
z.B. vollkommen unbekannt.

Da du ja auch ein paar positive EindrĂŒcke
erwÀhnst, baut mich das wieder auf!

Lieben Gruß
Maribu

Bearbeiten/Löschen    


Maribu
???
Registriert: Jun 2012

Werke: 70
Kommentare: 228
Die besten Werke
 
Email senden
Hier klicken, um Maribu eine Online-Nachricht zu senden  Online-Nachricht
Profil
Dialog am Donnerstag

Hallo Ilona B.,

danke fĂŒr deine Meinung!

Die beanstandete Passage sollte begrĂŒnden, dass der Vater
auf den "Donnerstag" bestand. - Einmal Donnerstag, immer Donnerstag! - Alte Menschen wollen keine VerÀnderung!
Der Sohn, viel beschÀftigt, konnte deshalb nicht auf einen
anderen Wochentag ausweichen.

Lieben Gruß
maribu

Bearbeiten/Löschen    


5 ausgeblendete Kommentare sind nur fĂŒr Mitglieder und nur mit eingeschaltetem Javascript erreichbar.
ZurĂŒck zu:  ErzĂ€hlungen Ein neues Thema veröffentlichen.     Antwort veröffentlichen.
Werbung