Diese Seite verwendet Cookies. Wenn Sie das nicht akzeptieren, m├╝ssen Sie Cookies in Ihrem Browser verbieten oder diese Seite verlassen.    OK  
 leselupe.de
Werbung
 Meine Leselupe

Mitglieder:   5438
Themen:   92225
Momentan online:
66 Gäste und 0 Mitglieder
Username:
Passwort:
Registrieren
Passwort vergessen?


Leselupe.de > Tagebuch - Diary
Diary- Dings 5 - Die dunkelsten Tage
Eingestellt am 23. 11. 2007 10:30


Autor
Ein neues Thema ver├Âffentlichen.     Antwort ver├Âffentlichen.
masterplan
Schriftsteller-Lehrling
Registriert: May 2001

Werke: 114
Kommentare: 121
Die besten Werke
 
Email senden
Hier klicken, um masterplan eine Online-Nachricht zu senden  Online-Nachricht
Profil

Heute schreibe ich mein Tagebuch von der Arbeit aus, weil ich gek├╝ndigt habe und im Moment die Zeit habe, ein paar Zeilen zu meinem Leben zu schreiben.
Vor etwas mehr als einem Monat hatte ich mein letztes "Diary-Dings" geschrieben. Da ging es um ein Ereignis, dass mich an jenem Abend fertig gemacht hat. Meine Frau hat sich ├╝berlegt, nach viereinhalb Jahren Zusammengeh├Ârigkeit und zwei Jahren Ehe Abstand von unserer Beziehung zu nehmen. Nachdem Sie mit ihrem Wagen in die Nacht gefahren war, kam sie dann aber am gleichen Abend wieder zur├╝ck. Aus Liebe, und aus Einsamkeit ohne mich.
Dann war alles beim alten - einen Monat lang.
Seit Dienstag dieser Woche haben wir ein echtes Problem - und ich verstehe nun auch die Gr├╝nde.
Der Tag war in meinen Gef├╝hlen schon vor der Gewissheit niederschlagend. Immerzu hatte ich Gedanken und Bilder davon, wie meine Frau mir untreu sein k├Ânnte und wie sie ├╝ber einen anderen Mann nachdenkt. Diese Gef├╝hlslage hatte ich im Laufe des Jahres schon l├Ąnger gesp├╝rt, hab mir die M├Âglichkeit aber immer abgesprochen, weil ich gerade meine Frau f├╝r ein ├Ąu├čerst treues Wesen halte.
Jedenfalls hat sich dieses Gef├╝hl im Laufe des Abends gesteigert - wurde immer st├Ąrker und war schier nicht auszuhalten. Schlie├člich habe ich einen Vertrauensbruch begangen, f├╝r den ich mich danach auch sehr oft noch entschuldigt habe.
Kurz bevor wir ins Bett gegangen sind, bin ich ins Internet und habe einen Foreneintrag von ihr entdeckt. Der Eintrag unter der Rubrik "Weibliche Untreue" hat mich schier angesprungen. Ich musste ihren Thread finden... und dieser hat stattdessen mich gefunden...
"Mein alter Lehrer..." hie├č er. Als ich ihn gelesen habe, habe ich gezittert. So sehr, wie nie zuvor. Ich konnte vor ├ťberw├Ąltigung kaum richtig lesen.
Sie schrieb darin, dass sie neben ihrem wundervollen Ehemann noch einen anderen Mann begehrt: Ihren fr├╝heren Lehrer, der ihr in der Zeit vor uns wohl aus einer Lebenskrise geholfen hat (die sie allerdings bis heute nich ├╝berwunden hat - Anm. d. Autors). Sie findet ihn sexy, aufregend und m├Âchte mit ihm ein "Abenteuer" ausprobieren. Er hat wohl schon vor einem halben Jahr von ihr einen Brief mit Liebesgest├Ąndnissen erhalten und das Angebot, mit ihr eine sexuelle Beziehung einzugehen. Doch der Lehrer m├Âchte das nicht. H├Ąlt es f├╝r das Falsche, gerade weil er nur eine gute, freundschaftliche Gemeinsamkeit mit ihr sieht. Aus diesem Grund hat sie ihren Foreneintrag geschrieben, weil sie nicht wei├č, was sie machen soll. Wo er sich so sehr gegen ihre W├╝nsche verschlie├čt.
Dass ihr Ehemann ihr dabei auf die Schliche kommt, h├Ątte sie wohl nie gedacht. Sie war mehr als ├╝berrascht, dass ich ihre Vorstellung herausgefunden habe... und ich war verletzt, bin es noch... und es wird mit jedem Tag schlimmer.
Sie hat mir beteuert, dass sie nie sexuellen Kontakt mit ihm oder einem anderen Mann hatte - und das wei├č ich auch.
Nun ist meine Frau mit ihren zwanzig Jahren noch sehr jung. Hat die angesprochenen Schwierigkeiten und ist schon mit sechzehn Jahren mit mir zusammen gekommen. Sie hat mich von Anfang an fasziniert. Wir waren ein tolles Paar und ein gutes Team. Doch neben mir (27) hat sie vor mir keinen anderen Mann gehabt - und ich vor ihr keine andere Frau. Ich hab diese Tatsache f├╝r ein unglaublich sch├Ânes Geschenk gehalten. Wir waren uns immer treu und halten uns wohl bis heute, f├╝r das Beste was uns passieren konnte.
Doch diese Magie wurde jetzt fast vollst├Ąndig zerst├Ârt. Ich kann nicht mit einem Menschen leben, dem ich nicht gen├╝ge. Der einen Kick in einem Abenteuer erleben m├Âchte, welcher mein Wesen vollkommen aussschlie├čt und meine Gef├╝hlslage in die dunkelste Stimmung versetzt, die man sich vorstellen kann.
Dabei kann ich ihre Situation fast verstehen: Sie m├Âchte etwas nachholen, sich noch mit anderen Menschen auseinander setzen - diese Menschen f├╝r sich "ausprobieren".
Je mehr ich dar├╝ber nachdenke, desto h├Ąrter wird der Schmerz. Ich liebe sie abg├Âttisch. Sie war immer meine Bestimmung. Und aus typischen, menschlichen Zw├Ąngen und Vorstellungen sehnt sie sich nun nach etwas, was ihr ein Gef├╝hl gibt, dass sie noch nicht kennt. Eine Erfahrung, die allein aus der gewaltigen Liebe zu ihr, f├╝r mich nicht mehr in Frage kommt.
Nun ist da jemand, mit dem sie ihre Gef├╝hle teilt. Jemand, der sie fasziniert. Dem sie ihre und meine Situation offenbart hat. ICH stehe nicht mehr im Mittelpunkt ihres Lebens. Das war immer meine gro├če Angst. Dem Menschen, der f├╝r mich das ein und alles ist, nicht mehr alles geben zu k├Ânnen.
Es ist wohl eines der drei grauenvollsten Dinge, die meinem Leben passieren konnten. Schlimmer w├Ąre nur gewesen, wenn sie bereits ├╝ber einen Zeitraum tats├Ąchlich eine k├Ârperliche Liaison mit jemand anderem gehabt h├Ątte, von der ich schlie├člich erst dann erfahren h├Ątte, oder, wenn ihr jemand ein Leid ant├Ąte, oder sie stirbt.
Nun stehe ich da - gebe uns beiden die letzte Hoffnung, die wir noch haben. Sie m├Âchte bei mir bleiben, weil sie mich so sehr liebt, kann aber ihrem tiefen Wunsch und der Sehnsucht nicht die kalte Schulter zeigen, oder diese verarbeiten. Sie m├╝sste es erleben, um davon befreit zu sein. Aber nat├╝rlich ohne Garantie. Denn dass es immer wieder und wieder kommen kann, wei├č sie auch.
Ich habe ihr klar gesagt, dass ich es niemals akzeptieren k├Ânnte, wenn sie nach so einem Trip wieder zu mir zur├╝ckkommt, als w├Ąre nichts gewesen.
Lieber wollte ich sofort Schluss machen und die Scheidung schmerzlich akzeptieren.
Doch sie m├Âchte noch Zeit - m├Âchte sich Gedanken dar├╝ber machen und ergr├╝nden, was der Grund f├╝r ihre Gef├╝hlswelt ist.
Wir wohnen jetzt noch zusammen... und jeden morgen tut es furchtbar weh. Abends, wenn wir ein wenig ├╝ber uns beide gesprochen haben geht es mir (uns) besser. Ich trage meinen Ring aber nicht, weil ich so gut ich konnte, mit der Situation abgeschlossen habe. Zudem habe ich doch noch Hoffnung, dass die Geschichte zwischen uns gut ausgehen k├Ânnte. Was ich aber nicht zu sehr verinnerlichen m├Âchte.
Sie sucht nach Gr├╝nden, doch ich will nicht, dass sie vor lauter Suchen und Graben den Verstand verliert... wenn sie stattdessen am Ende doch nur den Menschen verliert, der sie mehr als alles andere geliebt hat.
__________________
Sch├Ân, dass wir einmal dar├╝ber sprechen konnten...

Bearbeiten/Löschen   ebook  Druckversion


Zur├╝ck zu:  Tagebuch - Diary Ein neues Thema ver├Âffentlichen.     Antwort ver├Âffentlichen.


Leselupe-Bücher



Amazon



Facebook


Werde Fan der Leselupe auf Facebook!