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Leselupe.de > Tagebuch - Diary
Diary- Dings 6 – Brief an Gott
Eingestellt am 30. 12. 2007 14:44


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masterplan
Schriftsteller-Lehrling
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Vielleicht mag es heuchlerisch und ein wenig naiv klingen, wenn ich schreibe, dass ich mit dieser Diary- Dings- Episode einen Brief an Gott verfassen möchte.
Gerade, wenn ich erwähne, dass ich eigentlich an keinen der üblichen Götter der Weltreligionen glaube. Eigentlich glaube ich nicht einmal wirklich an eine „höhere Macht“, und schon gar nicht an einen weisen, alten Mann, der da oben irgendwo auf einer Wolke sitzt.
Für mich stellt sich das Leben und dessen Ablauf als einziger, gewaltiger „Plan“ dar. In dem die Dinge, ja jedes Detail genau so abläuft wie es nach Plan laufen muss.
Manchmal verschafft es einem Frieden, einen Glauben zu haben, der sich in sich selbst rechtfertigt. Warum dies jetzt so gelaufen ist, dieser Zufall eigentlich kein Zufall ist, ich in diesem Moment leide und im nächsten wieder glücklich bin, wir vermeintlich vor die Hunde gehen, dann aber wieder einen Weg finden, der uns eine neue Bestätigung und ein Zeichen zur Bedeutung dieses philosophischen Glaubens aufzeigt.
Ich bin nicht so passiv, dass ich jetzt allen Dingen ihren Lauf lassen würde. Im Gegenteil. Eigentlich bin ich ein ziemlich „verbundener“ Mensch, wie man vielleicht aus meinen vorherigen Diary- Dings- Teilen herauslesen konnte. Wenn es auch nur ein kleines, unbedeutendes Problem ist. Ich bin mit meinem Herzen dabei, und würde alles gerne wieder gerade biegen, wenn es schief gegangen ist.
Aber dieses System, dieser „Glaube“ hat seine Grenzen. Ich bin nur ein Mensch, und ich habe Sehnsüchte, die meine Philosophie übersteigen und nichtig machen, im Angesicht einer seelisch extremen Situation.
Ich kann diese schwierige Zeit meines Lebens einfach nicht grundsätzlich mit der Theorie eines Planes, der so abläuft, wie er ablaufen muss, begraben und hinnehmen. Eine ganz andere, viel stärkere Gefühlswelt fordert mich auf, zu kämpfen, zu bluten und zu überleben. Mich davon abzulenken, wäre möglich. Von dem eigentlichen „Gedanken“. Jedoch wirken inzwischen bereits meine Gefühle mit, die stärker als zuvor auf mich und meinen Seelenfrieden einschlagen.
Die kurze Bedeutung, zuvor in vielen Sätzen beschrieben: „Ich bin verzweifelt und finde keinen Ausweg mehr!“
Aus diesem Grund schreibe ich einen Brief, an die letzte und zugleich höchste Instanz, die man sich ausmalen kann. An den „Creator“, den „Great Lord“, das übermenschliche Wesen, Gott. In seiner allumfassenden Bedeutung als Erschaffer dieser Welt, dieses Universums. Sozusagen als Hüter des Planes – des Masterplans...

Gott, oder wie ich dich auch immer nennen darf.
Du weißt bestimmt, wie ich über dich denke. Spätestens in der Einleitung zu diesem Brief an dich, kannst Du es ja herauslesen. Es ist keine Urteil oder eine Wertung. Schließlich empfindet jeder eine andere Vorstellung des „Glaubens“, oder nicht?
Ich kann mich nur teilweise mit den philosophischen Hintergründen der Weltreligionen identifizieren. Der Spiritualität im Buddhismus und Hinduismus, der uneingeschränkten Hingabe im Islam, den Lehren und der Symbolik im Judentum und Christentum.
Vielleicht steckt die eigentliche, göttliche Kraft in uns allen. Vielleicht haben wir diese Welt erschaffen...
Doch das sind nur Spekulationen, die ich niemals belegen oder gar verstehen werde.
Nun, mein eigentlicher Grund, den Kontakt mit dir zu suchen, kennst Du bereits. Ich habe eines Nachts, bevor ich eingeschlafen bin, zu dir gesprochen. Natürlich habe ich keine Antwort (im eigentlichen Sinne) von dir erhalten. Aber Du hast mir zugehört – und das war schön.
Bestimmt kannst Du dich auch an die letzten Nächte erinnern, in denen dich gebeten habe, mir über Nacht, sanft das Leben zu nehmen. Einzuschlafen, um nicht mehr aufzuwachen.
Eigentlich war mir klar, dass Du es nicht so weit kommen lässt. Aber nach meiner Wunschäußerung konnte ich wenigstens einschlafen, nachdem ich mir wieder vier Stunden ruhelos das Hirn zermartert habe.
Seit meinem ersten Diary- Dings sind inzwischen etwas über fünf Jahre vergangen. Ein großer Teil meines Lebens in diesem Zeitraum (und darüber hinaus) lässt sich aus diesen Texten erfahren. Und bis zum jetzigen Zeitpunkt hat auch alles genau meiner Vorstellung des Planes entsprochen.
Um das nicht falsch darzustellen: Die letzten fünf Jahre waren die leidvollsten meines bisherigen Lebens. Sicherlich gepaart mit sehr schönen Momenten, und dennoch voller anhaltendem seelischen Schmerz.
Aber es hat Sinn ergeben. Sinn aus dem, wie mir mein Gefühl die Lage erklärt hat und wie es die kommenden Momente immer wieder leise in mich hineingeflüstert hat.
Jetzt ist es anders. Ich zweifle. An meinem Glauben, an diesem Leben und an mir, als spirituelles Wesen.
Ich kann einfach nicht verstehen oder rechtfertigen, wie ein menschliches Wesen so gewaltige Liebe zu einem anderen Menschen aufbaut, um sie schließlich wieder fallen lassen zu müssen.
Ich verstehe nicht, wie sich zwei Menschen finden können, so viel unglaubliche Scheiße zusammen erleben, von „Prüfungen der gemeinsamen Liebe“ sprechen und diese Prüfungen bestehen, damit am Ende einer der beiden seine Liebe und tiefste Zuneigung verliert. Irgendwo da draußen. Zwischen Sehnsüchten zu anderen Menschen und einer Freiheit, die es nicht gibt.
Natürlich kann ich mir gut vorstellen, dass Du, Gott, täglich unzählige von Gebeten empfängst, die den Verlust eines Menschen, sicherlich auch den Verlust der Liebe beklagen.
Und ich sollte mich schämen. Ich sitze hier, vor meinem Flachbildschirm, trinke frisches, klares Wasser, die Heizung bestimmt eine angenehme Raumtemperatur und ich bin weder hungrig, noch leide ich unter einer körperlichen, schmerzhaften Beeinträchtigung. Da draußen gibt es Menschen und andere Lebewesen, die Verlust der knallharten Sorte miterleben müssen. Auseinandergerissene Familien, den Tod liebender Menschen, unvorstellbare körperliche und psychische Folter.
Aber weißt Du was? Ich wünschte, ich könnte den Schmerz und die Probleme dieser Welt in mich aufnehmen. Ich will ihn den Lebewesen abnehmen und ihm zusammen mit meiner Qual in dem unendlichen Potenzial meiner Liebe versenken.
Diese Welt verdient es nicht, so zu leiden. Niemand und nichts. Wir sind Produkte der Evolution. Ja, auch einer geistigen Entwicklung, die wir noch nicht richtig verstehen.
Mir ist mein Leben ohne die Liebe meiner Frau egal. Es ist mir gleichgültig, ob ich genug zu Essen habe, ob ich durstig bin, ob ich in einem warmen Bett schlafen kann oder ob dieser Raum hier beheizt oder kalt ist. Denn ich habe die unverwechselbare Stärke empfunden, geliebt zu werden. Mit allen Lastern und allen Fehler in Verbindung mit einer schwierigen Welt.
Wer Liebe leugnet, der leugnet alles, was Du und wir alle in diesem Plan erreicht haben.
Ich sitze hier und will nur versuchen zu verstehen.
ICH LIEBE... und ich wurde geliebt. Ersteres ist mir erst jetzt, im Zuge dieses Problems klar geworden. Sicherlich war mir klar, dass ich sie liebe. Doch dass es so gewaltig ist, wurde mir erst im Laufe des letzten Monats klar... als sie sich nach der Freiheit gesehnt hat. Auch danach, ihre Gefühle einem anderen Mann zu schenken. Mit Eigenschaften, die ich besitze, sie aber lieber bei jemand anderem erfahren möchte.
Ich habe für meine Schmerzen viele Schuldige gesucht. In erster Linie mich, dann die Gesellschaft, ihre Familie. Doch sie habe ich immer versucht, in den Schutz zu nehmen.
Ich war so blind und naiv, dass ich nicht gemerkt habe, dass ihre Liebe mit ihrer Unfähigkeit „stark“ und „echt“ zu sein abgenommen hat. Zwei Eigenschaften, die sie eigentlich abonniert hatte. Zu denen sie einen echten Quell hat. Doch sie hat das nie genutzt, um den Menschen in ihrem Umfeld etwas zu geben. DAS hat diese Situation entstehen lassen, in der sie die Liebe „vergessen“ hat...
Eigentlich bin ich ein sehr netter Kerl. Oft habe ich mir Gedanken gemacht, welche Fehler ich begangen haben muss, oder wem ich Leid zugefügt habe, damit ich diese Schmerzen verdiene. Wenn man jemand von meinem Charakter ist, dann sucht man da, bis man fast wahnsinnig wird.
Die Fehler, die ich im meinem Leben gemacht habe, bereue ich. Wenn ich mal jemandem weh getan habe, dann tut es mir endlos leid. Aber eigentlich habe ich immer gerade darauf geachtet, niemandem auf den Schlips zu treten. Es soll keine kriegerische Welt sein, die auf Zweikämpfe und Machtkämpfe aus ist. Gegen so etwas wehre ich mich.
Ich mache jetzt einen Vorschlag, auf den Du natürlich nicht eingehen muss. Nein, ich erwarte es nicht einmal. Aber höre ihn dir an. Es ist der Wunsch von vielen. Vielleicht von allen Menschen, auch wenn sie es noch nicht wissen.
Wir sind alle bereit Schmerzen zu nehmen und Liebe zu geben. Es steckt in jedem von uns. Doch die meisten lassen sich von einer scheinbar kontrollierten Welt korrumpieren.
Gib uns die Kraft, gib uns den Glauben und gib uns die Ausdauer diesen Ablauf weiterzuführen. Wir werden verzichten, wir werden stark sein und wir werden emotional genug sein, dass wir den nächsten Schritt erreichen.
Wir brauchen nichts anderes. Nur Liebe, Verbundenheit und Friede im Geiste. Alles andere wird uns folgen.
Wir sind alle ein Teil dieses Weges.
Wir sind alle der Masterplan...
Ich liebe euch alle. Ich liebe diese Welt. Ich liebe dich, Gott, Hüter des Planes. Danke, dass Du mir wieder einmal zugehört hast.

Patrick

__________________
Schön, dass wir einmal darüber sprechen konnten...

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