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Leselupe.de > Ungereimtes
Dichterwahn
Eingestellt am 08. 08. 2005 19:43


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Rhea_Gift
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Registriert: Apr 2003

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Dichterwahn

Alles verrinnet, verflĂĽchtigt sich,
löst sich auf, vom Winde verweht,
alles Werden leicht zerfällt,
ruhig, wie der Zeiger geht,
wertlos, ohne GĂĽltigkeit
scheinet jeder Tat Bestreben,
nichts weist auf Unendlichkeit,
keine Wahrheit steht im Leben.

Ach, man wĂĽrfe es doch fort,
einmal illusionsentspiegelt,
gäb es nicht der Tinte Wort,
das das FlĂĽchtige versiegelt,
aufbewahrt, gerinnen lässt
Ratio und Emotion,
still erdacht im Lauf der Zeit
glänzet schwarz der Dichter-Mohn.

Ach, verfĂĽhrt und bald verfallen
ist dem Wahn das Dichterherz,
wähnt sich pressen Diamanten
unter all dem Weltenschmerz,
wirft um sich den dunklen Mantel
absichtsvoller Einsamkeit,
denn bis heut schrieb jeder Dichter
noch allein an seinem Leid.

Ach, ob Kiesel, Diamanten,
reiner Schmu, ob reine Kunst,
diese Wertung liegt wie immer
in der Hand der Lesergunst.
Diese wankend und vergehend,
wie nun mal das Leben ist,
so dass sicher jedes Wort
irgendwann die Zeit auffrisst

(wer sich ĂĽber Doppeldeutung dieses Satzes arg beschwert,
diesem sei nun hier versichert, er gilt durchaus umgekehrt)
.

Wissend um die hier erkannte
sinnlos scheinend Dichterei,
lässt der Zwang sich doch nicht lösen,
sĂĽchtig, bis die Zeit vorbei
und das allerletzte Wort
auf ein Blatt Papier gebannt
mit der allerletzten Zuckung
eines sterbend Dichters Hand.


__________________
...Seele, bist du nun erwacht?...Und sie zittert, und sie lacht allen Himmelssternen zu... (Hesse)

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bonanza
Guest
Registriert: Not Yet

ein anflug von goethe.

holpern mir zu arg die verse. ich mags auch nicht schön-lesen.

bon.

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