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Leselupe.de > Experimentelle Lyrik
Dichtkunst-Rap
Eingestellt am 16. 08. 2015 13:39


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Bernd
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Heute will ich wieder dichten, und ein Rap soll es sein,
denn der hat den echten Rhythmus, in das Ohr dringt er ein,
und er rammelt rum als Ohrwurm - und die Sache ist ganz klar,
er sucht eine Ohrwurmdame, dabei wittert er Gefahr,
denn im Ohr, da zieht da noch ein Babelwurm herum,
plötzlich weiß der Ohrwurm alles, was die Leute sagen, dumm.
Denn er will es gar nicht wissen, und er will es nicht verstehn,
und er w√§re ganz begeistert, w√ľrde ich mich umdrehn
und den R√ľcken kehren all den Leuten hinter mir,
aber ich, ich dichte weiter, und der Ohrwurm blickt schier.
Die Gedanken fließen einfach aus den grauen Zellen raus
und bald bilden sich Gedankenpf√ľtzen hier vor meinem Haus,
die Gedanken zittern elekronisch durch das Internet,
und ich kriege bald mein Fett weg, dabei mag ich gar kein Fett.
√úberschwemmt wird jetzt das Internet und √ľber l√§uft es bald,
aber da spricht ein Gewitter zu den Elektronen: "Halt!"
Ach, das Internet ist aufgeplatzt und seufzt verwundet: "Weh!"
Und ich höre mit dem Schreiben auf und ächze: "Ade!"
Trauernd sitze ich vor einem Haufen Elektronikschrott,
den bekommt nicht mal ein ganzer Ingenieurtrupp nicht mehr flott.
Also schnell damit nach Afrika, damit es keiner sieht,
in dem Dschungel ist noch Platz f√ľr Schrott, er ist ein Schrottgebiet.
Und es stinkt und qualmt und räuchert, was wir hingesendet haben,
daf√ľr ist es bei uns sauber, denn wir sind ja Musterknaben.


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orlando
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Hallo Bernd,

Rap hattenwanochnich, deshalb bin ich sehr an dessen rhythmischen Grundlagen interessiert. Sind die vielleicht so (liest sich ziemlich kompliziert):

Hier klicken

oder

Hier klicken

(dringen mir schon eher als g√§ngige Ohrw√ľrmer in die Geh√∂rmuschel).

Oder kann der Zweite von beiden nur pädagogisch wertvoller erklären, was Ersterer ebenfalls meint?

Oder kann jeder machen, was er gerade will? - Dann doch lieber

"klatsch, klatsch, schlag darauf - klatsch, nimm Cup" oder wie jetzt? Das Becher-Beispiel hat schon rein verbal so was Forentypisches ...

Gr√ľ√üle
orlando

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Bernd
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Es ist eine Art Sprechgesang mit variablem Rhythmus, wobei der Grundrhythmus relativ konstant ist. Es gibt verschiedene rhythmische Figuren. Wir haben aber notenartige längen, dabei kann es auch Triolen geben.
Das Video konnte ich mir noch nicht ansehen (bin bei meiner Mutter) und der andere erklärt es so, dass man es schon kennen muss.

Meist kommt es in Musik vor, ich habe es aber schon in Poetry-Slam gehört.

In den 1980er Jahren wurde ich mit solchen Rhythmen bekannt und sie haben mich immer fasziniert.
RAP ist die einzige Lyrikart, die ich kenne, die auch Synkopen verwendet.

Silben können unterschiedliche Längen annehmen, das ist bei jambischen oder trochäischen Versen kaum möglich, aber zum Beispiel beim Limerick.

Pausen spielen eine wichtige Rolle.

Die Wurzel liegt im Hip-Hop. Heute gibt es Abgrenzungen, aber die sind nicht immer sehr scharf, sofern man sich auf die Lyrik beschränkt.

Wikipedia bescreibt es recht umfangreich.
Hier klicken

Inhaltlich ist sehr viel möglich.
Lyrik und Lied treffen sich im Rap, der vieles von beiden hat.

Ich habe hier eine relativ einfache Form gewählt.

RAP verwendet dabei aber immer eine nat√ľrliche Betonung, betonte Silben k√∂nnen nicht unbetont werden. Es ist eine der exaktesten Betonungsformen, da alles genau im Takt verl√§uft. Man h√∂rt jede Abweichung. Ob ein Takt aber eine, zwei, drei oder gar vier Silben hat, h√§ngt vom Text ab.


Der Babelwurm dient √ľbrigens, wie ich gerade durch intensives Nachdenken herausgefunden habe, dem Babelfisch als Nahrung.



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Bernd
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PS: Wichtig erscheint mir zu erwähnen, dass viele Txte improvisiert werden, dass es auch Wettkämpfe gibt, bei denen es darum geht, wer das am besten macht.
Es ist eine oft unterschätzte Kunstform.
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Bernd
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Hier ist ein Text vom mir mit Vertonung: Kaffeewasser
Hier klicken

(Begleitung: Th. H.)
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