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Leselupe.de > Kurzgeschichten
Die Aktentasche
Eingestellt am 25. 01. 2015 17:41


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Sonntagsschreiber
Hobbydichter
Registriert: Jan 2015

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Nun sitze ich hier; neben einer Gruppe anstrengender Jugendliche, die es sich einen Spaß daraus machen, ein junges, braunhaariges Mädchen zu ärgern. Ich versuche sie zu ignorieren und stecke mir meine Ohrstöpsel in meine Ohren. Linkin Park dröhnt durch die Kopfhörer und ich stupse im Rhythmus mit meinem Fuß auf den Boden. Die Jugendlichen neben mir hören auf das Mädchen zu ärgern und gucken mich erstaunt an. Gerade wollte einer der Jugendlichen etwas zu mir sagen, als die Bahn stark bremst und die Gruppe von mir weggedrückt wird. Ich stehe auf und gehe durch die geöffnete Bahntür, obwohl das noch nicht meine Station ist.

Draußen empfängt mich ein Gedränge von Menschen. Rauchende, stinkende Menschen mit Aktentaschen. Lächerlich. Das ich nicht sonderlich begeistert von Männern mit Aktentaschen bin, liegt wohl daran, dass mein Vater einmal ein Mann mit Aktentasche war. Heute liegt er Zuhause und besäuft sich. Pah. Ich bin so in meinen Gedanken versunken, dass ich nicht merke, wie ein Mann neben mir stehen bleibt und mich misstrauisch beäugt. Er sagt etwas zu mir, doch das kann ich durch die laute Musik nicht hören. Merkt er denn nicht, dass ich ihn nicht höre? Er redet intensiv auf mich ein. Zornesfalten bilden sich zwischen seinen Augen. Schließlich drückt er mir mit einem dramatischen Blick seine Aktentasche in die Hand und verschwindet. Ich will ihm hinterherlaufen, doch die Masse an Menschen verschlingt ihn.

Verwirrt laufe ich mit der Aktentasche umher. Mein Griff um die Aktentasche wird fester, meine Hände fangen an zu schwitzen. Was ist, wenn das eine Bombe ist? Ich hatte schon viel über Kofferbomben gehört. Ist diese Aktentasche nicht viel zu dünn für eine Bombe? Während ich mir Gedanken über die Aktentasche mache, berührt eine Hand meinen Rücken. Ich drehe mich um und erblicke einen lächelnden jungen Mann. Obwohl er eine Sonnenbrille trägt, wirkt er verdammt attraktiv auf mich. Er hat ein entwaffnendes Lächeln und unter seiner Brille vermute ich eisblaue Diamantenaugen. Doch als er mein Gesicht sieht, verschwindet sein Lächeln.

Verdammt, wieso so ein junges Ding? Wieso ist Nikolas so naiv?,zischt er und nimmt seine Sonnenbrille ab. Tatsächlich - eisblaue Augen. Mittlerweile habe ich meine Musik ausgemacht, so dass ich ihn verstehen kann. Er wirkt nachdenklich. Nach einigen Sekunden, in denen wir nur da standen und ich darauf wartete das etwas passiert, zeigt er auf die Aktentasche. Ohne etwas zu sagen gebe ich sie ihm.
WeiĂźt du, was da drin ist?,fragt er.
Ähh… Nein?! ,antworte ich. Sein Blick mustert mich. Er glaubt mir nicht.
Komm mit!Erstaunt schaue ich ihn an. Er guckt auffordernd, merkt dann aber doch, dass er mir etwas Angst einflößt.

Ok, wärst du so lieb und würdest du mitkommen?,wiederholt er, als ich nicht reagiere. Ich nicke und schlendere ihm hinterher. Für einen Vergewaltiger sieht er zu gut aus. Für einen Verrückten auch… Man bin ich oberflächlich. Er führt mich in eine Seitenstraße. Wir bleiben neben ein paar Mülltonnen stehen. Warum laufe ich ihm hinterher? Ich bin zu naiv! Als er meinen besorgten Blick bemerkt fängt er an zu grinsen.
Keine Sorge, ich werde dir nichts tun.
Ich ziehe meine Augenbrauen hoch.
Sagen das nicht alle Mörder zu ihren Opfern?
Seine Augen blitzen kurz auf.
Es würde mir kein Vergnügen bereiten dich zu töten, wobei du mir auch noch geholfen hast.
Er blickt auf die Aktentasche.
Warum sollte ich mitkommen? Normalerweise würde man versuchen mich so schnell wie möglich zu entsorgen!
Dabei blicke ich auf die MĂĽlltonnen neben mir. Sein Grinsen verschwindet, ernst kehrt in seine Augen.
Ich bin ein netter Mensch, nur leider habe ich zurzeit einige Probleme. In dieser Tasche… ,er hebt die Aktentasche hoch,…sind Dokumente, die meine Probleme lösen. Nur leider hat mein Informant dir diese Aktentasche gegeben und da ich nicht sicher bin, was du gesehen hast oder was er dir erzählt hat, wirst du eine Zeit lang bei mir bleiben müssen.
Erschrocken starre ich ihn an.
Bitte? Ich komme vom Tennis und dann kommt irgendein dahergelaufener Wahnsinniger und gibt mir diese verdammte Aktentasche und jetzt soll ich bei Ihnen bleiben?
Genau so ist es. ,meint er und zieht seine Sonnenbrille auf. Dann nimmt er meine Hand und zieht mich an den MĂĽlltonnen vorbei in einen Hinterhof. Mehrere TĂĽren in verschiedenen Farben waren zu sehen. Wir gehen zu einer roten TĂĽr.
Damian steht auf dem Klingelschild. Er klingelt nicht, sondern kramt einen Schlüssel heraus und öffnet die Tür.
Hier wirst du jetzt für ein paar Tage leben müssen. Ist nicht die luxuriöseste Bude die ich auftreiben konnte, aber es geht für die drei Tage.
Ich werfe ihm einen Blick zu, der hätte Töten können. Schließlich seufzt er und setzte sich auf ein Sofa neben mir. Er deutet auf den Platz neben sich, doch ich setze mich nicht.
Ok, lassen wir das Dramatische. Ich tue das zu deinem eigenen Schutz. Es gibt da ein paar böse Menschen, die mich beobachten und jeden töten, der mir hilft. Man hat uns am Bahnhof gesehen. DIE haben uns am Bahnhof gesehen.
Wer sind DIE?,frage ich. Er winkt ab.
Das erzähle ich dir später.
Er wartet einen Augenblick. Dann steht er auf und sucht in seiner Hosentasche nach etwas.
Hier. ,sagt er und reicht mir ein Handy.
Hier drauf ist nur eine einzige Nummer gespeichert. Wenn du irgendwas brauchst, rufst du diese, NUR diese Nummer an!
Bevor er wieder auf den Hinterhof verschwinden will, dreht er sich um und fĂĽgt hinzu:
Ich stelle es dir frei, ob du hier bleibst und du in Sicherheit bist, denn NUR HIER bist du in Sicherheit. Gebe mir aber später nicht die Schuld, wenn dir etwas passiert!
Als er schlieĂźlich verschwunden ist, schĂĽttele ich mit dem Kopf. Warum vertraue ich diesem VerrĂĽckten so? Er schleppt mich auf einen Hinterhof, weil er so nett ist oder wie?

Er stellt es mir also frei hierzubleiben oder zu gehen…

Warum?




--------------------------------------------------
Anmerkung vom Autor:
Ich habe einige Probleme mit der kursiv gedruckten Schrift. Diese sollte in meinem Text die wörtliche Rede markieren. Leider scheint es einen Fehler zu geben, so dass der letzte Teil meines Textes in kursiv erscheint.Ich bitte dies zu entschuldigen. Den Fehler werde ich, sobald es geht, beheben.


Version vom 25. 01. 2015 17:41
Version vom 22. 02. 2015 14:27
Version vom 22. 02. 2015 14:28

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DocSchneider
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Ein paar Rechtschreib- und Formfehler (wörtliche Rede) haben sich eingeschlichen, da müsstest du nochmal drübergehen.


Viele GrĂĽĂźe von DocSchneider

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Clara
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lach, naiv ja - und von der Musik zugedröhnt scheint dieses Mädel zu sein.
Das quoten der wörtlichen Rede hat mich genervt -
einmal ist töten in gross geschrieben - Fehler

ich will nun aber auch wissen, wie es wohl weitergeht - du hast also etwas Spannung aufgebaut.
__________________
Clara

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TilliUlenspeel
Schriftsteller-Lehrling
Registriert: Mar 2015

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Die Aktentasche

Moin Sonntagsschreiber,

mir hat deine Geschichte sehr gut gefallen und sie macht Lust
auf eine Fortsetzung.
Planst du eine oder bleibt es dabei?
Das kursiv geschriebene hat mich leicht irritiert, aber du hast es anschließend ja gut erklärt, darum ist es ok.

Was mir sonst aufgefallen ist:

quote:
einer Gruppe anstrengender Jugendliche
Jugendlicher
quote:
die es sich einen SpaĂź
die es sich einen SpaĂź
quote:
Die Jugendlichen neben mir hören auf das Mädchen zu ärgern
Die Jugendlichen neben mir hören auf,das Mädchen zu ärgern
quote:
und gucken
vielleicht besser schauen oder blicken ?
quote:
Nach einigen Sekunden, in denen wir nur da standen und ich darauf wartete, das etwas passiert
Zeit beachten. Du schreibst vorher in der Gegenwart und jetzt in der Vergangenheit. Hinter wartete ein Komma.
quote:
Komm mit!Erstaunt
Hinter Komm mit! fehlt ein Leerzeichen.
quote:
Als er meinen besorgten Blick bemerkt, fängt
Komma fehlt
quote:
Es würde mir kein Vergnügen bereiten dich zu töten, wobei du mir auch noch geholfen hast.
Der Satz passt so nicht. Vielleicht: "Es würde mir kein Vergnügen bereiten, dich zu töten. Ausserdem hast du mir gerade geholfen".
quote:
Sein Grinsen verschwindet, ernst kehrt in seine Augen.
Sein Grinsen verschwindet und seine Augen blicken mich ernst an. Besser, oder ?
quote:
Genau so ist es. ,meint er und zieht seine Sonnenbrille auf.
Ohne wörtliche Rede wäre es so besser:
Genau so ist es, meint er und zieht seine Sonnenbrille auf.

quote:
Ich werfe ihm einen Blick zu, der hätte Töten können.
töten

quote:
SchlieĂźlich seufzt er und setzte sich auf ein Sofa neben mir.
setzt (Zeitform)
Und nicht mir, sondern mich


Liebe GrĂĽĂźe...

__________________
Die Menschen lassen sich lieber durch Lob ruinieren als durch Kritik bessern.
(Georg Bernhard Shaw)

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