Diese Seite verwendet Cookies. Wenn Sie das nicht akzeptieren, m├╝ssen Sie Cookies in Ihrem Browser verbieten oder diese Seite verlassen.    OK  
 leselupe.de
Werbung
 Meine Leselupe

Mitglieder:   5437
Themen:   92201
Momentan online:
57 Gäste und 1 Mitglieder
Username:
Passwort:
Registrieren
Passwort vergessen?


Leselupe.de > Gereimtes
Die Alb im Nebel
Eingestellt am 11. 05. 2010 19:27


Autor
Ein neues Thema ver├Âffentlichen.     Antwort ver├Âffentlichen.
Walther
Routinierter Autor
Registriert: Sep 2004

Werke: 1535
Kommentare: 9779
Die besten Werke
 
Email senden
Hier klicken, um Walther eine Online-Nachricht zu senden  Online-Nachricht
Profil

Die Alb im Nebel


Er sah die fr├╝hen Nebel talseits h├Ąngen
Im Fr├╝hjahrsgr├╝n des Hangs der nahen Alb.
Es wandte sich sein Blick, er ahnte halb,
Und dennoch wollte er es fast verdr├Ąngen:

Die Jugend ist vergangen: Er wird alt.
Da wollte d├╝ster sich das Tal verengen,
Als m├╝sste sich das Leben durch es zw├Ąngen.
Wo blieben Kraft und Mut, wo war der Halt,

Durch alle Nebel noch ein Ziel zu sehen?
Die Luft war feucht, die Stirne gl├Ąnzte kalt.
Er war dabei, sich ├Ąngstlich umzudrehen:

Zur├╝ck, die ganzen Wege nochmals gehen?
Es blinkte, rechts, ein Lichtstrahl oberhalb
Des Albtraufs. Er schien l├Ąchelnd zu verstehen.

__________________
Walther
"Gelegenheit.Macht.Dichtung"

Bearbeiten/Löschen   ebook  Druckversion


Estrella fugaz
Manchmal gelesener Autor
Registriert: Jan 2010

Werke: 77
Kommentare: 1836
Die besten Werke
 
Email senden
Hier klicken, um Estrella fugaz eine Online-Nachricht zu senden  Online-Nachricht
Profil

Lieber Walther,

dieses Gedicht dr├╝ckt Trauer aus. Die Jugend ist vor├╝ber, der Herbst des Lebens ist da: Nebel, K├Ąlte. Mut und Kraft schwinden.Gibt es noch ein Ziel, das erreichbar ist?

quote:
Da wollte d├╝ster sich das Tal verengen,
Als m├╝sste sich das Leben durch es zw├Ąngen.


Diesen Satz habe ich etliche Male gelesen, weil es eine sehr beeindruckende Aussage ist.

quote:
Es blinkte, rechts, ein Lichtstrahl oberhalb
Des Albtraufs. Er schien l├Ąchelnd zu verstehen.

Was f├╝r ein tr├Âstlicher Schluss - jedenfalls f├╝r einen Augenblick.

Lieben Gru├č,
Estrella
__________________
Ich schlie├če meine Augen, um zu sehen. (Paul Gauguin)

Bearbeiten/Löschen    


Walther
Routinierter Autor
Registriert: Sep 2004

Werke: 1535
Kommentare: 9779
Die besten Werke
 
Email senden
Hier klicken, um Walther eine Online-Nachricht zu senden  Online-Nachricht
Profil

Lb. Estrella,

danke f├╝r Deine Besprechung des Texts. Eigentlich ist das eine Naturbeschreibung, in der sich das Innen des LyrIchs reflektiert. Der Bezug ist auch f├╝r den Menschen, der meint, der Herr der Welt zu sein, immer direkt. Alles Au├čen wirkt auf das Innen.

Die Natur kann heilend wirken, sie bringt das Heil aber nicht. Daher mu├čte der Schlu├č folgerichtig im Unverbindlichen bleiben, ohne die Hoffnung selbst auszuschlie├čen.

LG W.

Lb. Rhea_Gift,

das Gedicht bezieht sich auf die Schw├Ąbische Alb. Es greift ein tats├Ąchliches Naturereignis auf. Es wird allerdings billigend in Kauf genommen, da├č der Alp (Neuschreib: Alb) ein Teekesselchen mit eben derselben eingeht (also eine Doppelbedeutung hat, wobei beide W├Ârter unterschiedliche Geschlechter und Herkommen haben).

In der Tat werden im Gedicht "romantische" Wortbilder aufgegriffen, aber zugleich gegen den Strich geb├╝rstet. Das ist bei Naturgedichten, die ich schreibe, fast immer so, Haikus bilden da eine Ausnahme.

Danke und lieber Gru├č W.

Lb. Marie-Luise,

in der Tat ist sicherlich wohl f├╝r das ganze Nachf├╝hlen dieses Gedichts ein gewisses Lebensalter n├Âtig. Nun bin ich selbst nicht mehr der J├╝ngste, und daher kommen einem solche Gedanken schon, vor allem, wenn man sich dessen bewu├čt ist, da├č die Strecke, die vor einem liegt, sicherlich k├╝rzer ist als die, die man bereits hinter sich gebracht hat.

Danke f├╝r Deine lieben Worte.

LG W.
__________________
Walther
"Gelegenheit.Macht.Dichtung"

Bearbeiten/Löschen    


Heidrun D.
Guest
Registriert: Not Yet

Ein Sonett, das mir aus der Seele und noch mehr aus dem Verstand spricht, lieber Walther (den ganzen Mist noch mal von vorn erleben? Nee!).

Ein winziges M├Ąkeln bleibt dir nicht erspart:

quote:
Des Albtraufs. Er Der schien l├Ąchelnd zu verstehen ...
Hier w├╝rde ich das dingbezogene "der" w├Ąhlen, weil m E. sonst automatisch ein direkter Bezug zum Protagonisten hergestellt wird.

Dir einen lieben Gru├č
Heidrun

Bearbeiten/Löschen    


Walther
Routinierter Autor
Registriert: Sep 2004

Werke: 1535
Kommentare: 9779
Die besten Werke
 
Email senden
Hier klicken, um Walther eine Online-Nachricht zu senden  Online-Nachricht
Profil

Lb. Heidrun,

vielen Dank f├╝r die lobende Erw├Ąhnung. In der Tat kann der letzte Vers zwei Bedeutungen haben. Diese m├Âchte ich gerne so belassen.

Dein Hinweis hat also den "wunden" Punkt erwischt. Allerdings hatte ich die b├Âse Absicht, die Du zurecht vermutest hast.

LG W.
__________________
Walther
"Gelegenheit.Macht.Dichtung"

Bearbeiten/Löschen    


Lena Luna
Manchmal gelesener Autor
Registriert: Mar 2010

Werke: 29
Kommentare: 354
Die besten Werke
 
Email senden
Hier klicken, um Lena Luna eine Online-Nachricht zu senden  Online-Nachricht
Profil

lieber Walther,
f├╝r mich strahlt das Gedicht eine Ruhe aus, des Betrachtens der Natur und des eigenen Lebens, im R├╝ckblick wie in der Vorausschau. Den Ausdruck Alptrauf kannte ich noch gar nicht, musste erst mal googeln .
Bei dem Bild :
Da wollte d├╝ster sich das Tal verengen,
Als m├╝sste sich das Leben durch es zw├Ąngen

will mir auch hier ein Abschiednehmen, ein kleiner und enger werden des Raumes ( der M├Âglichkeiten) aber auch eine Methapher f├╝r die Geburt einfallen ...
gern gelesen...
liebe Gr├╝├če
Lena

Bearbeiten/Löschen    


7 ausgeblendete Kommentare sind nur f├╝r Mitglieder und nur mit eingeschaltetem Javascript erreichbar.
Zur├╝ck zu:  Gereimtes Ein neues Thema ver├Âffentlichen.     Antwort ver├Âffentlichen.


Leselupe-Bücher



Amazon



Facebook


Werde Fan der Leselupe auf Facebook!