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Leselupe.de > Gereimtes
Die Ballade vom Schleimpilz
Eingestellt am 03. 03. 2018 00:17


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Tula
Routinierter Autor
Registriert: Apr 2016

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Die Ballade vom Schleimpilz


Ich wollt' nicht mehr alleine sein
und traurig an der Theke stehn.
So lief ich freudig an den Hain,
um mich nach Blumen umzusehn.

Ob Rose, Tulpe, Orchidee
war mir egal - nur Klatschmohn nicht!
Ich suchte Stunden, doch Oh Weh!
Mich wollte keine (kurz und schlicht).

Die Rose rief: “Ich diente schon
der Liebe viele tausend mal!”
Die Tulpe meint': “Bei deinem Lohn(?)
wĂ€r' ich dir sicherlich nur Qual!”

Auch Krokus, Lilie, Margerite
verschmÀhten mich (ich sei zu schwer).
Dann die Narzisse - schrie: “Du Niete?!
Du bist mir viel zu peripher.”

Ich schluchzte, eine TrÀne lief ...
Da plötzlich, aus dem Unterholz
drang eine Stimme, die mir rief:
“Warum nicht ich? Du Hosenstolz!”

Ein Schleimpilz griente hoffnungsfroh:
“SchlĂ€fst du mit mir ein ganzes Jahr,
brichst du den Bann des Baba-Jo-
go und ich werd' wie ich einst war.”

'Der Jogo ist wohl Jaga's Mann!'
dacht' ich und zog mein Messer raus.
Ein Schnitt, ein Spritz, ein Glibsch ... und dann
nahm ich den Schleimling mit nach Haus.

Wir liebten uns! Nun, jedenfalls
gab ich ihm ihr (!) mein Begehren vor.
Sie schlabberte an meinem Hals
und glitschte gar ins linke Ohr.

Darauf ging's schmatzend Richtung Bauch,
im Nabel formte sich ein See.
Bald glÀnzten Warzen, Leib und auch
mein Po im Mondlicht wie Gelee.

Nach drei, vier Stunden flutschte sie
zur Seite und schlief endlich ein.

Nun lieg' ich hier, von Kopf bis Knie
voll Schleim und wĂŒnscht' - ich wĂ€r' allein!





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Mondnein
Routinierter Autor
Registriert: Feb 2014

Werke: 654
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Kennst Du, Tula,

den Odo auf der Raumstation "Deep Space Nine"? Die Formwandler sind eine wunderbare Metapher fĂŒr den Menschen. Noch weit ĂŒber die schlĂŒpfrige Erotik hinaus. Mythisch: "Proteus" (eine Art Schleimpilzorakel, den man in einer Gestalt festhalten muß, um Wahrheiten geschenkt zu bekommen) und "Nereus" (der Vater der Meersnymphen).

Wobei der Eros gewiß die Grundtriebkraft des Menschen ist und bleibt, kein Zweifel. Das haben die prĂŒden Amis in ihren militĂ€risch durchorganisierten Seinsfickschenserien natĂŒrlich nicht so im propagandistisch-pĂ€dagogischen SelbstverstĂ€ndnis. Bezeichnenderweise ist die Formwandlerin in Tiefraumneun, sofern sie als Mensch "solide" wird, eine tonnenförmige Kuh, sie sollte offensichtlich nicht SympathietrĂ€gerin werden, die große Idee wurde spöttisch verschenkt.

Aber proteische Formwandlung multipliziert mit Eros gleich Universum gleich Mensch, das ist nicht nur fĂŒr ein Gedicht das Thema, sonder war und wird sein das Thema einer unendlichen FĂŒlle von Liedern, kein Zweifel. Hab selbst ne Menge davon in der Schublade.

grusz, hansz


__________________
sato bandhum asati nir avindan
hridi pratishya kavayo manisha

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