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Leselupe.de > Kurzgeschichten
Die Bar
Eingestellt am 18. 06. 2001 22:15


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Onitor
Hobbydichter
Registriert: Jun 2001

Werke: 6
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Die Bar

Er lief einsam die Straße entlang. Es hatte geregnet, doch die Nacht war angenehm lau. Das gelbe Laternenlicht spiegelte sich auf dem feuchten, schwarzen Asphalt und manche PfĂŒtzen trugen gelbe Herzen in ihrer Mitte. Ohne greifbare Gedanken ging er seinen Weg, automatisch, den Kopf leicht gesenkt.
Fröhliches GelĂ€chter auf der anderen Straßenseite machte ihm Angst, er lief schneller und versuchte dabei unbemerkt in die Stille zu flĂŒchten. "Hey!" rief eine MĂ€nnerstimme, geschockt rannte er los, er dachte nicht darĂŒber nach, nur weg, so schnell wie möglich. In seiner Angst rannte er in den nahe gelegenen Park und sah als letzte Möglichkeit ein Loch in eine Wiese zu graben, schnaufend, unter hĂ€mmernden Herzklopfen grub er mit bloßen HĂ€nden. Die Erde war durch den Regen ganz weich und er kam zĂŒgig voran. Nachdem er in seinem Wahn einen halben Meter gegraben hatte, brach plötzlich die Erde unter ihm weg und er landete in einer Bar. Tote saßen dort an einem aufgeschĂŒtteten Erdwall und tranken aus verdreckten GlĂ€ser Whiskey. Starr vor Angst blieb er liegen. Niemand schien von seiner Anwesenheit etwas zu bemerken. Als sich sein Verstand gesammelt hatte, richtete er sich auf und ging zur Bar und stellte sich an den Ă€ußersten Rand. Die bleiche Gestalt neben ihm sagte: „Wie sieht der Himmel aus?" „Ich weiß es nicht" antwortete er. "Ich laufe schon mein Leben lang mit gesenkten Haupt durch die Welt, ich könnte dir sagen er ist blau, manchmal grau und in der Nacht schwarz, aber wie der Himmel wirklich aussieht weiß ich nicht." „Oh eine gute Antwort mein Freud, was fĂŒhrt dich hierher, es gibt sicher bedeutend schönere Orte fĂŒr einen Lebenden."
„Das mag sein, doch die Welt da oben ist nichts fĂŒr mich, ich komme dort nicht zurecht, ich kann mit niemanden reden, keiner will mein Leid verstehen und eigentlich will ich auch nicht verstanden werden. Da jedes VerstĂ€ndnis mit der Hilfe der anderen verbunden ist, doch die macht alles nur noch schlimmer. Ich wĂŒnschte ich könnte so wie du, die Ewigkeit in dieser Bar verbringen und auch wieder nicht und genau diese Unentschlossenheit ist mein Problem und der einzige Grund das ich noch lebe."
„Oh ja ich kenne dein Problem. Jeder hier kennt es. Nach unserem Tod verfrachtete man uns in diese Bar. Sie wollen da oben niemanden der TrĂŒbsal blĂ€st, das Leiden ausgelöst durch das Erkennen der Sinnlosigkeit hat im Himmel keinen Platz. So verbringen wir die Ewigkeit hier unten, im Rausch."
„Ich dachte immer das man die Ewigkeit in seinem schönsten Traum verbringt?" „Das stimmt auch und nun geh, solche GesprĂ€che sind nicht gut fĂŒr mich."

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josipeters
Guest
Registriert: Not Yet

ganz besonders treffend die verdreckten GlÀser aus denen die Leute an der Bar trinken, dass sie sich nicht ekeln davor? ich find`s widerlich!

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Onitor
Hobbydichter
Registriert: Jun 2001

Werke: 6
Kommentare: 9
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Na wenigsten brauchen Sie keine Angst vor einer Infektion zu haben!

Gruß
Onitor

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