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Leselupe.de > Kurzgeschichten
Die Begegnung
Eingestellt am 29. 08. 2002 11:55


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Chris
Schriftsteller-Lehrling
Registriert: May 2002

Werke: 11
Kommentare: 1
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Er war in Eile. Das war f├╝r ihn zwar nichts besonderes, aber an jenem Tag war es irgendwie anders.
An diesem Bahnhof, den er so gut kannte.
Es war ungewohnt f├╝r ihn. Nicht dass er mit dem Zug fahren musste, nein sein Ziel war ungew├Âhnlich: Er musste nach Cadolzburg, zum ersten Mal ├╝berhaupt.
Zu einem Vorstellungsgespr├Ąch.
Endlich - Nach Jahren der Arbeitslosigkeit!
Mit zusammen gekniffenen Augen las er (Sein Name war Helmut) aufmerksam den Fahrplan, um zu sehen, wann und auf welchem Gleis sein Zug abfahren w├╝rde.
Nur noch wenige Minuten Zeit, wo aber war der richtige Bahnsteig?
Unz├Ąhlige Fragen schossen ihm durch den Kopf, Fragen wie:
Bin ich auch gr├╝ndlich genug auf das Gespr├Ąch vorbereitet?
Ist mein Outfit in Ordnung?
Was wird mich erwarten?
Helmut war so in Gedanken, dass er nichts von dem Trubel um sich herum wahr nahm.
Es waren unz├Ąhlige Reisende an diesem fr├╝hen Nachmittag unterwegs, studierten Fahrpl├Ąne, hetzten eilig mit gro├čen Koffern oder Aktentaschen umher.
Helmut passte, ohne es zu wissen, genau in dieses Bild, wie er mit dunkler Flanellhose, dem braunen Sakko, einem wei├čen Hemd und einer zum Sakko passenden Krawatte bekleidet auf der Suche nach dem richtigen Bahnsteig umher lief.
Pl├Âtzlich aber stand dieser Mann direkt vor Helmut und versperrte ihm den Weg.
Mit einem breiten Grinsen im Gesicht sagte er in vertrautem Tonfall: "Mensch Helmut, wir haben uns ja ewig nicht mehr gesehen, wie Geht es Dir?"
Helmut stand wie angewurzelt da und sah den Mann verwirrt an.
Mit einem Male war die ganze Hektik, die ihn vorher so angetrieben hatte verschwunden.
Helmut erkannte diesen Mann sofort, nat├╝rlich, es war Georg.
„Was fragt der mich eigentlich so dumm, wie┬┤s mir geht, wir haben uns doch erst gestern Abend in der Clique getroffen,“ dachte Helmut und sprach den Mann auch darauf an.
„Welche Clique“ fragte der Mann erstaunt zur├╝ck und nannte Helmut seinen Vor- und Zunamen.
Nat├╝rlich hie├č der Mann nicht Georg, h├Ątte das Helmut nicht wissen m├╝ssen?
Er kannte diesen Mann sehr gut, aber woher nur?
Jetzt wollte es Helmut aber wissen und fing damit an den Mann auszufragen.
Nacheinander nannte er alle Orte, an denen sich die beiden M├Ąnner begegnet sein konnten.
"Du hast doch hier studiert?" fragte Helmut, oder "Du wohnst doch hier?", aber der Mann beantwortete jede dieser Fragen mit einem schlichten "Nein!" und erkl├Ąrte, dass er sein Leben ausschlie├člich in Regensburg verbracht und niemals irgendwo irgendetwas studiert hatte.
In Regensburg lebt er also dachte Helmut, einer Stadt, die er nicht einmal kannte.
Es war einfach Verr├╝ckt, da sah er in das Gesicht eines Menschen, das ihm so vertraut war, dass er meinte er w├╝rde diesen Mann jeden Tag sehen, wusste aber weder seinen Namen, noch woher sie sich kannten.
Und der andere Mann ├╝berlegte genauso, ihm ging es wie Helmut, nur dass er zumindest dessen Namen kannte.
Nach einigem ├ťberlegen kamen die beiden zum Ergebnis, dass sie sich nur bei der Bundeswehr getroffen haben konnten, aber das schied schlie├člich auch aus, denn sie waren in verschiedenen St├Ądten stationiert:
Helmut in M├╝nchen, der Mann dagegen in Regensburg.
Und dabei h├Ątte doch alles gestimmt, beide waren sie Zeitsoldaten, beide zur gleichen Zeit beim Bund und beide sahen sich gegenseitig vor ihrem geistigen Auge genau in Uniform.
Die beiden h├Ątten noch Stunden lang ├╝berlegen k├Ânnen, woher sie sich kannten, aber Helmut musste zum Zug und der Mann hatte etwas in der Stadt zu erledigen.
So trennten sich ihre Wege und Helmut ├╝berkam die selbe Hektik und Unruhe wie zuvor.
Auch jetzt, also Jahre sp├Ąter, hat Helmut keine Ahnung, wer ihm damals am Bahnhof begegnet war.
Er denkt noch oft ├╝ber den fremden Mann nach. Woher nur kannte er ihn, Woher?
*** ***

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Arno1808
Guest
Registriert: Not Yet

Hallo Chris,

irgend jemand hat deinen Text als 'bearbeitungsbed├╝rftig' eingestuft.
Das sehe ich grunds├Ątzlich genauso, allerdings - und das geht an die Adresse des Bewerters - finde ich es nicht sehr fair, eine solche Klassifizierung abzugeben und sich dann kommentarlos aus dem Staub zu machen.
Das hilft recht wenig!

Ich hoffe, es ist dir recht, wenn ich den Text durchgehe und dir einfach ein paar Vorschl├Ąge mache.


quote:
Urspr├╝nglich ver├Âffentlicht von Chris
Er war in Eile. Das war f├╝r ihn zwar nichts b Besonderes, aber an jenem Tag war es irgendwie anders.
An diesem Bahnhof, den er so gut kannte.
Es war ungewohnt f├╝r ihn. Nicht ,dass er mit dem Zug fahren musste, nein sein Ziel war ungew├Âhnlich: Er musste nach Cadolzburg, zum ersten Mal ├╝berhaupt.

Wo ist der Bezug zwischen der Tatsache, dass er nicht mit dem Zug fahren mu├čte und sein ungew├Âhnliches Ziel Cadolzburg war?

Zu einem Vorstellungsgespr├Ąch.
Endlich - Nach Jahren der Arbeitslosigkeit!
Mit zusammen gekniffenen Augen las er (Sein Name war Helmut)

Diese Information wirkt hier deplatziert

aufmerksam den Fahrplan, um zu sehen, wann und auf welchem Gleis sein Zug abfahren w├╝rde.
Nur noch wenige Minuten Zeit, wo aber war der richtige Bahnsteig?
Unz├Ąhlige Fragen schossen ihm durch den Kopf, Fragen wie:
Bin ich auch gr├╝ndlich genug auf das Gespr├Ąch vorbereitet?
Ist mein Outfit in Ordnung?
Was wird mich erwarten?
Helmut war so in Gedanken, dass er nichts von dem Trubel um sich herum wahr nahm.

Das erscheint mir unlogisch, nachdem er sich gerade gefragt hat, wo der richtige Bahnsteig ist. W├╝rde er sich da nicht trotz der unz├Ąhligen Fragen umschauen und dabei zwangsl├Ąufig den Trubel wahrnehmen?

Es waren unz├Ąhlige Reisende an diesem fr├╝hen Nachmittag unterwegs, studierten Fahrpl├Ąne, hetzten eilig mit gro├čen Koffern oder Aktentaschen umher.
Helmut passte, ohne es zu wissen, genau in dieses Bild, wie er mit dunkler Flanellhose, dem braunen Sakko, einem wei├čen Hemd und einer zum Sakko passenden Krawatte bekleidet auf der Suche nach dem richtigen Bahnsteig umher lief.

Diese detaillierte Beschreibung ist gar nicht n├Âtig. Der Hinweis, dass er dazu pa├čt, h├Ątte hier v├Âllig gereicht.

Pl├Âtzlich aber stand dieser Mann direkt vor Helmut und versperrte ihm den Weg.
Mit einem breiten Grinsen im Gesicht

das ist eher umgangssprachlich

sagte er in vertrautem Tonfall: "Mensch Helmut, wir haben uns ja ewig nicht mehr gesehen, wie Geht es Dir?"
Helmut stand wie angewurzelt da und sah den Mann verwirrt an.
Mit einem Male war die ganze Hektik, die ihn vorher so angetrieben hatte verschwunden.
Helmut erkannte diesen Mann sofort, nat├╝rlich, es war Georg.
„Was fragt der mich eigentlich so dumm, wie┬┤s mir geht, wir haben uns doch erst gestern Abend in der Clique getroffen,“ dachte Helmut und sprach den Mann auch darauf an.
„Welche Clique“ fragte der Mann erstaunt zur├╝ck und nannte Helmut seinen Vor- und Zunamen.
Nat├╝rlich hie├č der Mann nicht Georg, h├Ątte das Helmut nicht wissen m├╝ssen?
Er kannte diesen Mann sehr gut, aber woher nur?

Moment - noch einmal zum Verst├Ąndnis: Er erkennt einen Mann logischerweise sofort, mit dem er sich am Vorabend getroffen hat. Gut. Aber dann stellt sich heraus, dass der es gar nicht ist? Lieber Chris, dann m├╝├čte es sich um einen Zwillingsbruder handeln, sonst nehme ich dir das nicht ab!

Jetzt wollte es Helmut aber wissen und fing damit an den Mann auszufragen.

Unsch├Âne Formulierung! Vorschlag: Jetzt wollte es Helmut aber wissen und hakte nach.

Nacheinander nannte er alle Orte, an denen sich die beiden M├Ąnner begegnet sein konnten.
"Du hast doch hier studiert?" fragte Helmut, oder "Du wohnst doch hier?", aber der Mann beantwortete jede dieser Fragen mit einem schlichten "Nein!" und erkl├Ąrte, dass er sein Leben ausschlie├člich in Regensburg verbracht und niemals irgendwo irgendetwas studiert hatte.
In Regensburg lebt er also dachte Helmut, einer Stadt, die er nicht einmal kannte.
Es war einfach V verr├╝ckt, da sah er in das Gesicht eines Menschen, das ihm so vertraut war, dass er meinte er w├╝rde diesen Mann jeden Tag sehen, wusste aber weder seinen Namen, noch woher sie sich kannten.
Und der a Andere Mann ├╝berlegte genauso, ihm ging es wie Helmut, nur dass er zumindest dessen Namen kannte.
Nach einigem ├ťberlegen kamen die beiden zum Ergebnis, dass sie sich nur bei der Bundeswehr getroffen haben konnten, aber das schied schlie├člich auch aus, denn sie waren in verschiedenen St├Ądten stationiert:
Helmut in M├╝nchen, der Mann dagegen in Regensburg.
Und dabei h├Ątte doch alles gestimmt, beide waren sie Zeitsoldaten, beide zur gleichen Zeit beim Bund und beide sahen sich gegenseitig vor ihrem geistigen Auge genau in Uniform.
Die beiden h├Ątten noch Stunden lang ├╝berlegen k├Ânnen, woher sie sich kannten, aber Helmut musste zum Zug und der Mann hatte etwas in der Stadt zu erledigen.
So trennten sich ihre Wege und Helmut ├╝berkam die selbe Hektik und Unruhe wie zuvor.
Auch jetzt, also Jahre sp├Ąter, hat Helmut keine Ahnung, wer ihm damals am Bahnhof begegnet war.
Er denkt noch oft ├╝ber den fremden Mann nach. Woher nur kannte er ihn, Woher?
*** ***

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Ralf Langer
Routinierter Autor
Registriert: Sep 2009

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Kafka?

Hi Chris,
ich stimme meinen Vorrednern zu. Die Geschichte
funktioniert so nicht.
Aber ich erkenne ein verst├Ârendes Potential in ihr, dem du dir selbst m├Âglicherweise nicht bewusst bist.

Mein Vorschlag:

F├╝r den Leser weg vom Bahnhof direkt ins "Vorstellungsgespr├Ąch".

Das hat f├╝r mich kafkaeske Z├╝ge.
Hier w├Ąre dein Ansatz. Mach es grotesker.
Z.B.
Helmut sitzt im Vorraum zum Vorstellungsgespr├Ąch und trifft
quasi in seinem zuk├╝nftigen Arbeitgeber, den Fremden der ihn erkennen will.
Helmut erkennt ihn aber nicht.
Ist das ein Spiel des Arbeitgebers um seinen m├Âglichen zuk├╝nftigen Angestellten irgend einer Form der ├ťberpr├╝fung zu unterziehen?
Wie muss-soll Helmut reagieren um den Arbeitsplatz zu bekommen?
Viele weitere spannende M├Âglichkeiten ergeben sich
Und vor allem:
Lass das Ende offen und den Leser gr├╝beln.

Also,
setz dich nochmal dran. Da geht mehr
Lg
RAlf
__________________
RL

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