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Leselupe.de > Kurzgeschichten
Die Blaue Nacht
Eingestellt am 17. 05. 2003 22:40


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Wanni
Festzeitungsschreiber
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Die Blaue Nacht

Ich kann den Mai nicht leiden. Das ist weder Fr├╝hling noch Sommer. Nichts mehr ├╝brig von all der Bl├╝tenpracht und der Hoffnung, sich doch noch zur richtigen Jahreszeit verlieben zu k├Ânnen. Von W├Ąrme kann auch keine Rede sein; warum laufe ich sonst mit einem Pullover durch die Strassen? So viele dumme Fratzen. Die Stadt platzt aus allen N├Ąhten. Man k├Ânnte glauben, etwas Wunderbares w├Ąre geschehen. Aber nein, all die gelangweilten Stubenhocker nehmen dieses Ereignis zum Anla├č ihre Stadt neu zu entdecken, und das jedes Jahr auf's Neue. F├╝r mich ist das alles so uninteressant wie sonst was. Ich kenn diese vermeindlichen Sehensw├╝rdigkeiten bis ins kleinste Detail. Man st├╝rzt sich auf die Burg, als h├Ątte man sie lange Zeit nicht gesehen, so wie auf einen alten Freund, den man vom Bahnhof abholt. Dabei fahren die meisten jeden Tag daran vorbei, oder werfen zumindest einen fl├╝chtigen Blick darauf, denn sie ist kaum zu ├╝bersehen, diese Burg, ganz oben auf dem Berg. Ich komme mir ein bisschen bl├Âd vor, weil ich die kindliche Freude der Leute nicht teile, dabei w├╝rde ich mich gerne freuen. Ist ja nicht so, dass ich was gegen Fr├Âhlichkeit h├Ątte.
Aber das alles hier ist kein Grund. Nein, stattdessen sehne mich nach meiner Musik. Sie schwirrt mir im Kopf herum, ich kann sie h├Âren und summe mit.
Ich betrachte Jungs die sich wie der Hahn im Korb f├╝hlen und bestimmt gro├če Augen machen w├╝rden, wenn ich mich zu ihren H├╝hnchen setze, was ich durchaus tun k├Ânnte. Dann w├Ąren die Verh├Ąltnisse etwas ausgeglichener. Warum eigentlich nicht? Naja, vielleicht will ich keine gro├če Klappe riskieren, m├Âglicherweise hab ich auch gar keine Lust.
Weiterschauen. Verzogene kleine Kinder, die vor meinen Augen herumtollen. Ich m├Âchte sie anbr├╝llen, ihnen Worte ins Ohr schreien, die sie in ihrem kurzen Leben noch nie geh├Ârt haben. Wie halten die das alle aus? Man f├╝hlt sich wie auf dem Pr├Ąsentierteller. Alle Ecken sind besetzt, also v├Âllig zwecklos sich verkriechen zu wollen. Dabei war alles, was ich machen wollte ein paar lausige Fotos. Und nun das. Ich stecke mittendrin. Kann nicht endlich das Licht ausgehen? Was soll's, es wird sowieso nicht dunkel, gestern war Vollmond. Ich bearbeite die verbleibenden Alternativen, doch die gro├če Liste in meinem Sch├Ądel rast herunter - ohne Treffer. Ich will nicht wieder genauso ahnungslos auch noch diese Nacht vergeuden. Man entscheidet sich. Bergab lasse ich die Bremsen zischen, das Rad eiert und ein gro├čer wei├čer Schlitten versucht zu ├╝berholen. Der Motor heult auf, ich h├Âre das Getriebe und der Wagen quetscht sich an mir vorbei, doch der Gegenverkehr zwingt ihn zum Bremsen. Die kreischenden Ger├Ąusche des Motors hinter mir verraten die Stimmung des Fahrers und ich kann mir ein Schmunzeln nicht verkneifen.
Meine Vorderbremse verhakt sich pl├Âtzlich. Nicht, dass sie das noch nie getan h├Ątte, nur war das in diesem Moment etwas unpassend und ich trete w├Ąhrend der Fahrt mit dem Fuss dagegen. Wobei sich meine Fussspitze in einer der unz├Ąhligen Speichen verklemmt, meinen Fuss und mich nach vorne reisst, mir die Eier auf die Stange knallt und mich in hohem Bogen ├╝berschlagen l├Ąsst. In Anbetracht der Tatsachen, habe ich volles Verst├Ąndnis f├╝r den Fahrer des Wagens hinter mir und w├╝rde mich auch dahingehend aussprechen, wenn ich k├Ânnte. "Es ging einfach zu schnell, " w├╝rde ich sagen oder sowas wie "Auf so kurze Distanz h├Ątte niemand mehr bremsen k├Ânnen, da hab ich volles Verst├Ąndniss f├╝r." Doch leider erdr├╝cken mich 1.6t und ich habe keine Zeit, auch nur an irgend etwas zu denken .In solchen Augenblicken geht alles immer viel zu schnell. Gesichter beugen sich ├╝ber mich. Ich musste ziemlich b├Âse geschaut haben.

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Klabautermann
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Hallo Wanni, leidender N├╝rnberger


Ich kann den Mai nicht leiden. Das ist weder Fr├╝hling noch Sommer. Nichts ist mehr ├╝brig von all der Bl├╝tenpracht und der Hoffnung Komma sich doch noch zur richtigen Jahreszeit verlieben zu k├Ânnen. Von W├Ąrme kann auch keine Rede sein; warum laufe ich sonst mit einem Pullover durch die Strassen? So viele dumme Fratzen. Die Stadt platzt aus allen N├Ąhten. Man k├Ânnte glauben Komma etwas Wunderbares w├Ąre geschehen. Aber nein, all die gelangweilten Stubenhocker nehmen dieses Ereignis zum Anla├č ihre Stadt neu zu entdecken Komma und das jedes Jahr auf's Neue. F├╝r mich ist das alles so uninteressant wie sonst etwas. Ich kenn diese vermeintlichen--> fr├Ąnkisches Sprachfehlerchen *smile* Sehensw├╝rdigkeiten bis ins kleinste Detail. Man st├╝rzt sich auf die Burg, als h├Ątte man sie lange Zeit nicht gesehen, so wie auf einen alten Freund, den man vom Bahnhof abholt. Dabei fahren die meisten jeden Tag daran vorbei, oder werfen zumindest einen fl├╝chtigen Blick darauf, denn sie ist kaum zu ├╝bersehen, diese Burg, ganz oben auf dem Berg. Ich komme mir ein bisschen bl├Âd vor, weil ich ihre falscher Bezug, "ihre" w├╝rde sich eigentlich auf die Burg beziehen. Vielleicht noch vorher diese Menschen nennen? kindliche Freude nicht teile, dabei w├╝rde ich mich gerne freuen. Ist ja nicht so, dass ich was gegen Fr├Âhlichkeit h├Ątte.
Aber das alles hier ist kein Grund. Nein, stattdessen sehne mich nach meiner Musik. Sie schwirrt mir im Kopf herum Komma ich kann sie h├Âren und summe mit. schreib doch noch mehr ├╝ber die Musik. Es klingt interessant, man m├Âchte als Leser mehr dar├╝ber erfahren
Ich betrachte Jungs die sich wie der Hahn im Korb f├╝hlen und bestimmt gro├če Augen machen w├╝rden, wenn ich mich zu ihren H├╝hnchen setze, was ich durchaus tun k├Ânnte. Dann w├Ąren die Verh├Ąltnisse etwas ausgeglichener. Warum eigentlich nicht? Naja, vielleicht will ich keine gro├če Klappe riskieren, m├Âglicherweise hab ich auch gar keine Lust.
Weiterschauen. Verzogene kleine Kinder, die vor meinen Augen herumtollen. Ich m├Âchte sie anbr├╝llen, ihnen Worte ins Ohr schreien, die sie in ihrem kurzen Leben noch nie geh├Ârt haben. Wie halten die das alle aus? Man f├╝hlt sich wie auf dem Pr├Ąsentierteller. Alle Ecken sind besetzt, also v├Âllig zwecklos sich verkriechen zu wollen. ist es nicht eher so, dass man gerade dann in der Masse am besten versteckt ist?Dabei war allesKomma was ich machen wollte ein paar lausige Fotos. Und nun das. Ich stecke mittendrin. Kann nicht endlich das Licht ausgehen? gutWas soll's, es wird sowieso nicht dunkel, gestern war Vollmond. Ich bearbeite die verbleibenden Alternativen, doch die gro├če Liste in meinem Sch├Ądel rast herunter - ohne Treffer. Ich will nicht wieder genauso ahnungslos kein Komma auch noch diese Nacht vergeuden. Man entscheidet sich. Bergab lasse ich die Bremsen zischen, das Rad eiert und ein gro├čer wei├čer Schlitten versucht zu ├╝berholen. Der Motor heult auf, ich h├Âre das Getriebe und der Wagen quetscht sich an mir vorbei, doch der Gegenverkehr zwingt ihn zum Bremsen. Die kreischenden Ger├Ąusche des Motors hinter mir verraten die Stimmung des Fahrers und ich kann mir ein Schmunzeln nicht verkneifen.
Meine Vorderbremse verhakt sich pl├Âtzlich. NichtKomma, dass sie das noch nie getan h├Ątte, nur war das in diesem Moment etwas unpassend und ich trete w├Ąhrend der Fahrt mit dem Fuss dagegen. Wobei hm, dieser Satzbeginn klingt ein wenig unrund. Beginne vielleicht mit: Dabei... sich meine Fussspitze in einer der unz├Ąhligen Speichen verklemmt, meinen Fuss und mich nach vorne reisst, mir die Eier auf die Stange knallt und mich in hohem Bogen ├╝berschlagen l├Ąsst. In Anbetracht der Tatsachen, habe ich volles Verst├Ąndnis f├╝r den Fahrer des Wagens hinter mir und w├╝rde mich auch dahingehend herausreden, Komma! wenn ich k├Ânnte. "Es ging einfach zu schnell, " w├╝rde ich sagen oder sowas wie "Auf so kurze Distanz h├Ątte niemand mehr bremsen k├Ânnen, da hab ich volles Verst├Ąndnis f├╝r." Doch leider erdr├╝cken mich 1.6t und ich habe keine Zeit[blue9Komma auch nur an irgend etwas zu denken. In solchen Augenblicken geht alles immer viel zu schnell. Gesichter beugen sich ├╝ber mich. Ich muss ziemlich b├Âse geschaut haben.

Hallo Wanni,
viele der Rechtschreibfehler h├Ątten sich ausbessern lassen, wenn Du den Text kurz in Word etc. eingef├╝gt h├Ąttest und mit dem Rechtschreibprogramm dr├╝bergegangen w├Ąrst.
Zur Sprache: Ein wenig seltener das Wort "etwas, was" und es w├╝rde noch fl├╝ssiger klingen.
Zum Inhalt: Nun, was die blaue Nacht mit ihrem durchaus sehenswerten Angeboten und der Tatsache, dass Du als Protagonist diese schon gesehen hast, mit dem eigentlichen Unfall zu tun hat, ist mir nur in Verbindung mit dem "Erleben" gegeben. Im Grunde gibt es eine lange Vorgeschichte zu einem kurzen Ereignis. Kann man durchaus literarisch so gestalten, doch erwartet man am Ende vielleicht mehr. Du k├Ânntest den Schluss noch ein wenig ausbauen, z.B. die so ganz andere Sicht des Protagonisten, der am Boden liegt und den nicht mehr ganz vollen Mond auf sich herableuchten sieht... etc.

Der Erz├Ąhlstil, den Du hast, finde ich sehr fl├╝ssig, wenn Du den Inhalt noch ein wenig ausfeilst, kann der Text durchaus sehr gut werden.
Versteh diese Anmerkungen wie immer nur als Vorschl├Ąge.

viele Gr├╝├če
vom
Klabautermann

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Wanni
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Registriert: Mar 2003

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Hallo Klabautermann

Danke f├╝r die vielen Kommas; das werd ich ├Ąndern.
Ein paar gute Verbesserungen waren auch dabei,
aber erweitern kann und will ich die Geschichte nicht.
Das w├Ąre dann irgendwie aus dem Zusammenhang gerissen.
Trotzdem danke.

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