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Leselupe.de > Kurzgeschichten
Die Blitzreise
Eingestellt am 09. 08. 2003 14:06


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ergusu
One-Hit-Wonder-Autor
Registriert: Jul 2003

Werke: 14
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ergusu Die Blitzreise

Lothars Sparsamkeit grenzte schon an Geiz. Neulich schenkte er seiner Mutter zum Geburtstag 20 Joghurts und einen Kugelschreiber, und seine Gabi bekam zum Hochzeitstag vier Topflappen ĂŒberreicht, die seine Mama gehĂ€kelt hatte.
Aber Gabi ĂŒbersah seine SchwĂ€che, denn sie liebte ihn und kaufte ihm erst gestern wieder eine neue Hose.
„Musste das sein?“ fragte nörgelnd Lothar, der an sich selbst am meisten sparte.
„Ich will einen schicken Mann im Urlaub.“
„Muss ich schick sein, wenn ich Mistbeete anlege?“ fragte Lothar, der mit Gabi im Hause seines Freundes Eberhard Urlaub machen und dessen Garten pflegen wollte.
„Lothar, eines sage ich dir: Ich fĂŒttere nicht den ganzen Tag die Karnickel Eberhards, zupfe Unkraut und gieße. Ich will...“Gabi zögerte.
„Was willst du?“
„Wenigstens fĂŒr einen Tag eine Nordseeinsel sehen.“
Da bekam Lothar tiefe Stirnfalten, denn er sparte bereits fĂŒr eine große Porzellankatze, die er als Sparschwein verwenden wollte.

Lothar akzeptierte schließlich Gabis Wunsch und entschied sich fĂŒr die Insel Langeoog. Aber die Reise fing schon mit einem Malheur an, denn so sehr Lothar suchte, er fand in Bensersiel keinen gebĂŒhrenfreien Parkplatz.
Lothars Unmut steigerte sich, als sich Gabi weigerte, bei Ebbe bis zur Insel zu wandern. Obendrein gab die FÀhrgesellschaft trotz zÀher Verhandlungen keinen Rabatt. ZÀhneknirschend zahlte er die 17 Euro pro Kopf. Seine Stirnfalten wurden erst wieder glatt, als Gabi auf der Insel sÀmtliche Eisdielen ignorierte.
Dann aber nahm sie Langeoog gefangen. WĂ€hrend Gabi sich an den bis zu 20 Meter hohen DĂŒnen erfreute und die Aussicht auf das Meer genoss, zĂ€hlte Lothar im Stillen die Euro, die sie sparen wollten. Sie lagerten an eine der unzĂ€hligen SanddĂŒnen, plĂŒnderten den Inhalt ihrer Stullendose und tranken Mineralwasser. Mit Genugtuung registrierte Lothar, dass die Toiletten gebĂŒhrenfrei waren.
WĂ€hrend ihrer Wanderung zum Vogelparadies schoss Gabi unzĂ€hlige Fotos, bis es Lothar zu bunt wurde und er den Fotoapparat einzog. „Gabi, jeder Film muss gekauft und entwickelt werden. Das kostet alles nur unnötig Geld,“ sagte er mahnend zu ihr.
Bei ihrem RĂŒckweg benutzten sie den Höhenweg. Plötzlich blieb Lothar stehen und sagte: „Gabi, schau die herrlichen Hagebutten.“
„Was soll daran schön sein?“
„Das sie nichts kosten und wir Marmelade machen könnten.“
Eifrig fĂŒllten sie ihren Stoffbeutel. Plötzlich aber traute Lothar seinen Ohren nicht, denn er hörte Gabi sagen: „Lass uns irgendwo Kaffe trinken gehen.“
„Nein Gabi, das ist hier zu teuer. Außerdem schmeckt mir dein selbstgebackener Kuchen viel besser.“
Schließlich durfte sich Gabi eine Laugenbrezel kaufen, die Lothar nur mit Stirnfalten bezahlte.
Am spĂ€ten Nachmittag brachte sie der Inselexpress wieder zur FĂ€hre, die sich in der aufgewĂŒhlten Fahrrinne durch das Schlammwasser zurĂŒck nach Bensersiel quĂ€lte, denn es war Ebbe.

Als sie wieder in ihrem Opel saßen, war Lothar stolz auf die wenigen Ausgaben des Tages, und er belehrte Gabi: „Geld kann man selbst an einem außergewöhnlichen Urlaubstag sparen.“
Er rechnete ihr vor, was sie durch den Verzicht auf Mittagessen, Kaffee und Eis erwirtschaftet hatten, aber auch, was sie noch hĂ€tten einsparen können. Zufrieden sah Lothar, wie Gabi ergeben nickte und kein Wort sagte. Bis Aurich. Hier hörte Lothar plötzlich Gabis aufgeregte Stimme:„Hast du unseren Fotoapparat?“
Da bekam er einen großen Schreck, hielt an und durchsuchte das ganze Auto. Schon erhielt er seinen zweiten Schock, denn Gabi sagte zu ihm: „Deine neue Hose hat einen großen Teerfleck.“ Lothar wurde grau wie der Schlick, und er bat Gabi, sofort wieder einzusteigen. Die Hose war nicht mehr zu retten, aber vielleicht die Kamera, die nur auf der FĂ€hre liegen konnte. Er wendete und raste mit 80 kmh er in Richtung Bensersiel. Kurz vor dem Verlassen der Stadtgrenze wurde er geblitzt.
Die FĂ€hre lag noch vor Anker, doch die Kamera blieb verschwunden.

Auf der RĂŒckreise entschloss sich der völlig deprimierte Lothar, noch im Urlaub die Aktion „Notgroschen“ zu starten. Daher hielten sie in OsnabrĂŒck, und wĂ€hrend Gabi durch die FußgĂ€ngerzone flanieren durfte, stöberte er in fast allen WarenhĂ€usern. Schließlich wurde Lothar fĂŒndig und kaufte Gabi ihr Geburtstagsgeschenk.
Es war ein Sparschwein aus Kunststoff.

__________________
ergusu

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Daktari
Guest
Registriert: Not Yet

Schon wieder Klischee

Hi, ergusu!

Mir gefĂ€llt die Story. Hoffentlich sagt nicht wieder jemand - dat is Klischee. Ein paar kleine Unebenheiten sind schon drin. Das muß aber eine teure Porzellankatze sein, wenn er sich zwischen der und der Insel entscheiden muß.
Ich hoffe, die Story ist nur erfunden. Die arme Gaby ist echt nicht zu beneiden - Liebe hin oder her, ich wĂŒrde mir an ihrer Stelle auch was sparen - die Nerven und mir lieber einen neuen Mann suchen. Meiner is zwar auch kein MĂ€rchenprinz, aber wenn der so wĂ€r? Oh Himmel. Aber mir gefĂ€llt die Idee.

Ciao
Tim

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Gwenwyvar
One-Hit-Wonder-Autor
Registriert: Aug 2003

Werke: 1
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Hi ergusu

... dies ist mein erster Kommentar und ich hoffe es ist okay so. FĂŒhl mich schon etwas komisch. Aber irgendwann muss ich ja mal anfangen

Ich fand die Geschichte gut, nur hat mich beim lesen gestört, dass stÀndig und immer die Namen erwÀhnt wurden.
Das war mir im Großen und Ganzen zuviel.
Vielleicht könntest du sie mit er und sie ersetzen. Und an manchen Stellen ist es, denke ich mal, gar nicht nötig Namen zu nennen, weil der Lauf der Geschichte automatisch erklÀrt um wen es geht!

So das wars fĂŒrs erste

Liebe GrĂŒsse
Gwen
__________________
Life is short - be carefull!

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velthurvik
BlĂŒmchendichter
Registriert: Sep 2002

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Innere Reaktion

Die Geschichte finde ich inhaltlich bemerkenswert. Ist es im Leben doch manchmal wirklich so.

Velthurvik

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Traveller
???
Registriert: Jun 2003

Werke: 2
Kommentare: 80
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Die Geschichte ist gut

Solche Sparsamkeitsmanie (nicht ganz so ĂŒberzogen) habe ich bei meinem Bruder auch schon erlebt. Dieser kaufte immer nur die Sonderangebote.

Aber es gibt heute auch Familien, denen bleibt nichts anderes ĂŒbrig, als jeden Cent zweimal umzudrehen.

Die Geschichte ist gut. Was ich darin vermisse, ist ein Hinweis auf den sozialen Bezug der Beiden. Sind diese nun wirklich knapp bei Kasse, oder ist er ein Geizhals, der MillionĂ€r werden will? Im letzteren Fall wĂ€re er bei mir nicht in einen Opel, sondern in einen dicken Mercedes gestiegen. Denn ein mĂ€nnlicher Geizhals spart selten am Auto. Das Gegenteil davon kauft ewig Schrottautos, wo sich dann die AutotĂŒr nur von der Gegenseite öffnen lĂ€sst.

__________________
Einen wunderschönen Tag wĂŒnscht

Traveller Peter

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kaffeehausintellektuelle
Guest
Registriert: Not Yet

Zitat Daktari:
Hoffentlich sagt nicht wieder jemand - dat is Klischee.

keine sorge, sag ich nicht.
weil ich nĂ€mlich ĂŒberhaupt nichts mehr zu werken sage, deren autoren hier eine geschichte nach der anderen reinstellen, ohne auf die kommentare einzugehen und sich bei den leuten fĂŒr die mĂŒhe, die sie sich mitunter machen, zu bedanken.
geschweige denn, auch werke anderer autoren zu lesen und zu kommentieren.

aber darĂŒber hab ich schon an anderer stelle geschrieben.

die k.

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