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Leselupe.de > Kurzprosa
Die Brücke
Eingestellt am 02. 11. 2001 19:53


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Rhea
Wird mal Schriftsteller
Registriert: Sep 2001

Werke: 11
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Die Brücke

Die Zigarette, die sie sich gerade ansteckt, wird ihre letzte sein. Um sie herum lärmt und leuchtet die Großstadt. Sie hört und sieht nichts mehr. Tiefem Rausch verfallen, beginnt sie zu tanzen. Autos weichen aus. Passanten eilen vorbei, schütteln schwere Köpfe, haben keine Zeit. Einer ruft die Polizei. Das Mädchen besinnt sich, geht an den Rand, blickt auf das schwarze Wasser, in dem das Spiegelbild des Ufers lustig glitzert. Nie hat sie so bewusst gelebt wie jetzt. So kurz vor dem Nichts, ist sie vollkommen Mensch. Einen zarten Windhauch spürend, denkt sie nochmal an Mutter und Vater und wie nah sie ihnen sein wird. Ob sie sie noch erkennen werden? Der Unfall ist eine halbe Ewigkeit her. Seitdem macht sie sich Vorwürfe. Warum hat sie ihren Eltern nie die Wahrheit gesagt, nie gesagt was ihr wichtig ist? Hätte sie den Unfall verhindern können? Eher nicht. Doch spätestens am Krankenbett ihrer Mutter, hätte sie erzählen müssen, was sie bewegt, wer sie ist und vor allen, wen sie liebt. Doch dazu war sie nicht in der Lage. Zu tief war die Angst, Konsequenzen ihres Handelns tragen zu müssen, verwurzelt. Nicht der kommende Tod eines Menschen, sondern die mögliche seelische Uneinigkeit mit ihm ließen sie schweigen. Nie konnte sie ihre Last loswerden. Gräber antworten nicht. Nachdem sie um sich geblickt hatte, wirft sie die Zigarette ins Wasser.
Als die Polizei kommt, ist kein Mädchen, keine Brücke, kein Wasser mehr da.

__________________
Amore, more, ore, re probantur amicitiae.

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Rote Socke
Guest
Registriert: Not Yet

Hallo Rhea,

eine eigenwillige, bewegende Geschichte.
Beim ersten durchlesen schossen mir zwei Gedanken durch den Kopf: 1. Die Geschichte dürfte etwas länger sein.
2. Vom Spannungsbogen wäre es vielleicht sinnvoller den Anfang ans Ende zu stellen.

Aber das ist meine subjektive Meinung. Der Inhalt bleibt trotzdem interessant und das war ja wohl auch Dein Ziel.

Gruss
Volkmar

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Rhea
Wird mal Schriftsteller
Registriert: Sep 2001

Werke: 11
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Hallo RS,

vielen Dank für dein Kommentar, ich habe mich sehr gefreut.

Was die Länge betrifft, ist das ein Problem von mir, an dem ich unbedingt noch arbeiten muss. Meistens fasse ich mich viel zu kurz, bei dieser Geschichte gehts grad noch so.

Am Ende würde mir der Anfang nicht wirklich gut gefallen, ich streiche ihn vielleicht ganz.

lg
Rhea
__________________
Amore, more, ore, re probantur amicitiae.

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Rote Socke
Guest
Registriert: Not Yet

Hi Rhea,

na streichen würde ich aber nix. Dann bleibt ja nichts mehr übrig. Mach Dir ein paar Gedanken darüber und dann schreibste so wie es Dir am ehesten behagt. Es ist Dein Werk und Deine Form soll auch zur Geltung kommen.

Gruss
Volkmar

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Rainbow Warrior
Festzeitungsschreiber
Registriert: Nov 2001

Werke: 27
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hallo rhea,

also ich find die länge grade richtig - ist ja auch keine erzählung sondern unter sonstiges gepostet. und viel mehr kann zeitlich gesehen auch nicht passieren während sie die zigarette raucht. auch wenn man die erzählte zeit natürlich ein wenig dehnen kann aber das wirkt oft eintönig und langweilig, passt demnach nicht zum inhalt, der ja eigentlich rasant ist.

liebe grüße
rainbow warrior
__________________
eyes of fire in a world of ice

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Sanne Benz
Guest
Registriert: Not Yet

hallo rhea,
auch ich empfinde die Kürze als ok..
meist habe ich tagsüber auch nicht so die muße..lange geschichten zu lesen..wenn überhaupt.
am pc kann ich mich nie so gut auf lange geschichten konzentrieren.
Mir gefällt die geschichte und ein kleiner schauer lief mir über den rücken..
lg
sanne

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