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Leselupe.de > Tagebuch - Diary
Die Brücke, über die man alleine gehen muss
Eingestellt am 30. 10. 2006 10:33


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erbsenrot
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Alte Frau
ach, liebe alte Frau
Ich sitze hier
an deinem Sterbebett
und halte deine Hand

Weit aufgerissen
deine blauen Augen
sie blicken weit
unendlich weit
in eine andere Dimension

Du atmest heftig
kurz
mit weit geöffnetem Mund
und deine Nägel
werden schon blau

Manchmal spürst du
dass ich deine Hand streichle
Du suchst mich
mit den Augen

Die Brücke
zwischen
dort
und hier
ist lang

so lang…

Nun ist es halb drei in der Nacht
die Nachtwache war da
erzählte – mit Begeisterung –
von ihrem Enkelkind
Wir lachten leise…

Dein Puls wird immer schwächer
Die Atmung kürzer
Deine Augen schauen
nur noch zur Decke hin
weit geöffnet – ohne zu blinzeln
schon seit Stunden
Wohin schaust du nur?
Was siehst du?

Der Motor deiner Matratze brummt
pumpt Luft hinein
gegen Dekubitus
Dein Atmen wird sehr flach
Ich singe leise:
„Bewahre uns Gott - behüte uns Gott“
Das liebst du doch so
Ich singe es gern für dich

Mir scheint
als gehen wir jetzt
zusammen
über die Brücke
Du hältst meine Hand fest
und ich
bin ein kleines Schrittchen
hinter dir

Wir gehen zusammen
aber DU
gibst das Tempo an
und dann…

lässt du meine Hand los
und gehst alleine weiter
auf deine
letzte Reise

und ich -
ich gehe wieder zurück
zurück
ins Leben









©Hilda Röder

__________________
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bonanza
Guest
Registriert: Not Yet

danke.

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erbsenrot
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... wenn ich darf, umarme ich dich mal dafür, bon.

lg
erbsenrot
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bonanza
Guest
Registriert: Not Yet

das gedicht

... ich sehe es so gut vor mir.

mache mich bitte nicht verlegen.

bon.



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erbsenrot
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das gedicht

... ich weiß... du verstehst es... danke.

erbse
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Aceta
???
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Den Angehörigen eines gestorbenen Menschen,
die ganz spezielle Leiden durchleben
ein Mitgefühl auszudrücken, eine "Teilnahme"
wie es in manchen Beileidskarten genannt,

trifft trotzdem nie den Kern des Schmerzes !!
- der ist noch heftiger als alles Mitgefühl.

- Tröstet es mich, wenn meine beste Freundin
mir die Hand drückt - als meine Mutter starb?

___

Es ist sehr einfühlsam,
Betroffenheit zu bekunden.

Es ist ein Akt der Höflichkeit.

Aber generieren wir mit der Bekundung auch nur annähernd den Grad der persönlichen Betroffenheit ?

Wäre eine jedwede Beileidsbekundung nicht eigentlich eine Beleidigung der trauernden Menschen - von ganz intimen Ausnahmen abgesehen?

____

Ein guter Text ...
ich sehe und verstehe ...
und ich bin schmerzhaft berührt ...

____

Resume - ich kritisiere den Beitrag nicht etwa - dies füge ich bei, nicht mißverstanden zu werden: Ich finde den Beitrag großartig.
Ich überlege und sinniere und stelle zur Diskussion, wie er verstanden wird!

Liebe und einfühlende Gedanken und Grüße

Aceta
__________________
mit dem Herzen sehen ... (der kleine Prinz)

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