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Leselupe.de > Gereimtes
Die Ehr abkaufen
Eingestellt am 01. 08. 2006 07:23


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Walther
Routinierter Autor
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Die Ehr abkaufen


Ich f├╝hle mich so alt und richtig leer
Und kann die Schreckensbilder nicht mehr sehen.
Dass wir nach allem immer weiter gehen,
Das kann ich nicht verstehn, werds niemals mehr.

DieÔÇÖs ├╝berlebten, denen bleibt das Flehen,
Es bleibt der Schmerz und dann voll Hass ein Meer.
Der Krieg ist stets nur eine Wiederkehr
Von Qual und Mord. Ruinen bleiben stehen.

Und tief im Innern sind nur Tr├╝mmerhaufen,
Die Angst, sie nistet sich in Herz und Seelen.
Man sieht die Kinder durch die Bomben laufen,

Man h├Ârt die Schreie, wenn sich Menschen qu├Ąlen.
Dann will man seinem Gott die Ehr abkaufen
Und f├╝r die Welt sich ein Erbarmen stehlen.

__________________
Walther
"Gelegenheit.Macht.Dichtung"

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H├Âldereden
Festzeitungsschreiber
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Hi Walther,

nur eine frage, hast du die sonette-form extra gew├Ąhlt? W├╝rde ja zu der memento mori aussage passen.
Ich finde ├╝brigens die letzte strophe besonders gut:
"Dann will man seinem Gott die Ehr abkaufen
Und f├╝r die Welt sich ein Erbarmen stehlen."


Liebe gr├╝├če,
H├Âldereden
__________________
Stille Erkenntnis und lauter Humor - Die W├╝rze des Lebens

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Walther
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Registriert: Sep 2004

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Moin H├Âldereden,

die Sonettform ist bewu├čt gew├Ąhlt. Das Sonett ist DAS Diskursgedicht, so auch hier:

* Strophe 1: Innensicht
* Strophe 2: Au├čensicht
* Strophe 3: Innen im Au├čen
* Strophe 4: Moral von der Geschicht

Das ist die grobe Struktur.

Was auf den ersten Blick daherkommt wie ein einfaches Betroffenheitsgedicht - klassisch Note "5" -, ist aber wegen einiger Aspekte dann doch keines, u.a. wegen des letzten Verspaars, wie Du dankenswerterweise hervorhebst. Denn in diesen beiden Versen wird das ganze Dilemma des Kriegs im Heiligen Land (f├╝r mind. 3 monotheistische Religionen) deutlich, aber auch, da├č der Gott keiner der Religionen, der sowieso der gleiche ist, f├╝r das Herhalten kann, will und wird, das dort in seinem Namen geschieht.

Daneben habe ich noch zwei deutsche Redewendungen miteinander verwoben, weshalb es zu diesem Sonett noch eine zweite, explizitere Version gibt. Vielleicht findet dieses Bonbon ja noch ein LL-Leser heraus, dann poste ich als Bonbon auch diese andere Version, die es in meinen Augen zu einfach gemacht h├Ątte, die Zielrichtung des Gedichts zu entschl├╝sseln.

Und ein bi├čchen etwas mu├č man ja den Lesern auch als Geheimnis zur Entdeckung lassen. Denn sonst w├Ąre es ja das Betroffenheitsgedicht mit der ber├╝hmten Note - "das habe ich schon anderswo besser gelesen, geht aber so" = "5" -, so ist es von Dir wenigstens eine "6" = "geht schon so, k├Ânnte aber doch noch ein wenig besser werden, um richtig gut zu sein". Daf├╝r ├╝brigens danke. Wer hier postet, kommt sowieso nicht mit dem Anspruch, richtig gut zu sein, sonst w├Ąre er ja wer und schon in der Buchhandlungsauslage. Wenigstens ich tue das nicht. Daher ist diese "6" schon fast ein Lob, das ich sehr gerne und dankbar entgegennehme. Denn besser werden sollten wir alle immer, denn wer rastet, der rostet, das gilt auch f├╝r die (Gelegenheits)Dichter(Dillettanten) aller Tage. Wie meiner einer, also.

Liebe Gr├╝├če

W.
__________________
Walther
"Gelegenheit.Macht.Dichtung"

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