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Leselupe.de > Kurzgeschichten
Die Eltern, der Tod und das Vergessen
Eingestellt am 10. 05. 2011 22:19


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K├╝hn-Schierholz
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Die Eltern, der Tod und das Vergessen

Sie hatten ihre Eltern besucht. 80 Kilometer Autobahn und dann w├╝rden sie zuhause sein.
Sie steuerte das Auto, w├Ąhrend ihr Mann hinten im Auto sa├č. Er wollte w├Ąhrend der Fahrt lesen und das ging hinten sehr viel besser. Ihr war das ganz recht. So konnte sie fahren ohne kritisiert zu werden und ihren Gedanken nachh├Ąngen.

Ihre Eltern waren inzwischen ├╝ber siebzig. Es war ein Besuch wie viele andere zuvor gewesen. Viele Sonntage schon hatten sie immer wieder den Nachmittag bei ihnen verbracht. Mohnkuchen und Streuselkuchen gegessen. Kaffee getrunken. Zeit miteinander verbracht. Wolfgang hatte sich im Gespr├Ąch zur├╝ck gehalten. Lieber nicht so viel gesagt. So konnte er ein Anecken vermeiden.

Heike hatte von ihren Schwierigkeiten in der Schule erz├Ąhlt. Von Kindern, die auch in der siebenten Klasse noch einfach von ihrem Platz aufstanden und herumrannten. Dass es ├╝berhaupt heute viele unruhige Kinder gab, die sich kaum konzentrieren konnten. Die Eltern hatten zugeh├Ârt und mit dem Kopf gesch├╝ttelt. ÔÇ×Bei uns fr├╝her hat es so etwas nicht gegebenÔÇť, kommentierte die Mutter.

Heike und Wolfgang waren noch nicht weit gefahren. Dennoch fuhr Heike die n├Ąchste Autobahnrastst├Ątte an. Sie drehte sich nach hinten und sagte zu Wolfgang: Immer wenn ich Kaffee getrunken habe, muss ich recht bald zur Toilette. Ich geh mal eben. Bin gleich wieder da.ÔÇť ÔÇ×Ja, klar,ÔÇť war die Antwort. So schnell kam sie dann aber doch nicht wieder. Nach ein einer Weile dachte er sich: ┬┤Ich kann ja eben etwas Schokolade kaufen` und ging kurz in den Laden bei der Tankstelle. Dann kam Heike zur├╝ck, setzte sich wieder ans Steuer und setzte die Fahrt fort.

Die Eltern hatten wenig zu erz├Ąhlen. Sie unternahmen ja auch kaum etwas. ÔÇ×Die beste Zeit ist vorbeiÔÇť, hatte der Vater gemeint. ÔÇ×Was soll jetzt noch kommen? Wir werden bald sterbenÔÇť, sagte er mit Dramatik in der Stimme. Er hatte wohl recht. Sie waren inzwischen so alt, dass man mit dem Tod rechnen musste. Aber Heike sagte: ÔÇ×Aber das wisst ihr doch nicht. Vielleicht habt ihr noch ein paar sch├Âne Jahre. Und die solltet ihr euch nicht vermiesen, indem ihr daran denkt, dass sie zuende gehen.ÔÇť Sie hatte ihre Eltern beeindruckt. Aber sich selbst hatte sie nicht ├╝berzeugt.

ÔÇ×Ich glaube, ich w├Ąre auch traurig, wenn ich mit dem Tod rechnen m├╝sste,ÔÇť sagte sie. Von hinten kam keine Antwort. ┬┤Na ja, er hat mich wahrscheinlich gar nicht geh├Ârt`, dachte sie. Er liest ja auch. Sie schaltete das Radio an. ÔÇ×Musik st├Ârt dich doch nicht, oder?ÔÇť Wieder keine Antwort. Da konnte sie wohl davon ausgehen, dass ihn die Musik nicht st├Ârte. Die war auch nicht allzu aufdringlich, so eine leichte, melodische Fahrmusik, nicht zu schnell und nicht zu langsam, gerade so, dass sie ein gutes Fahren unterst├╝tzte.

Pl├Âtzlich klingelte ihr Handy. Das war nat├╝rlich unten in der Handtasche auf dem Beifahrersitz. Nach einigem Fummeln hatte sie es herausgefischt und nahm ab. ÔÇ×Hier spricht die Polizei. Sie haben an der Autobahnrastst├Ątte etwas vergessen. Ist ihnen denn gar nichts aufgefallen?ÔÇť ÔÇ×Ich habe etwas vergessen? Nein, mir ist nichts aufgefallen. Habe ich mein Portemonnaie etwa in der Toilette liegen gelassen?ÔÇť ÔÇ×Nein, ihr Portemonnaie ist es nicht, was Sie vergessen haben. Es ist ihr Mann. Er steht neben mir. K├Ânnen Sie die n├Ąchste Abfahrt nehmen und dann wieder zur├╝ck kommen?ÔÇť ÔÇ×Ja, nat├╝rlich, ich hatte mich schon gewundert, dass er ├╝berhaupt nicht antwortete.ÔÇť

Gut, dass der Polizist nicht sehen konnte, dass sie keine Freisprechanlage hatte.


Version vom 10. 05. 2011 22:19

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K├╝hn-Schierholz
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Haremsdame
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Hallo Christine,

hast Du keine Geduld? Warum der aufgeregte Aufschrei, dass noch niemand etwas zu Deiner Geschichte gesagt hat? Lass doch den anderen Schreibern Zeit f├╝r eine Reaktion...

Ich habe Deine Geschichte gerade erst gelesen. Ja, ja, manchmal werden Leute an der Autobahnrastst├Ątte vergessen. Steht ja oft genug in der Zeitung.

Du hast Dir ├╝berlegt, wie so etwas zustande kommen kann. Mich hast Du grinsend zur├╝ck gelassen.

Irgendetwas fehlt mir an Deiner Geschichte noch. Sie ist nicht schlecht, aber irgendwie langweilig. Allerdings w├╝sste ich auch nicht, wie Du sie interessanter gestalten k├Ânntest.

Vielleicht musst Du Dir einen anderen Grund f├╝r die Fahrt ausdenken. Denn von den alten Eltern auf den vergessenen Mann zu kommen ist etwas banal - wenn auch durchaus nachvollziehbar.

Mit den besten Gr├╝├čen
die Haremsdame
__________________
Wer nicht wagt, der nicht gewinnt

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