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Leselupe.de > Kindergeschichten
Die Erdbären
Eingestellt am 21. 05. 2003 20:33


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Flitzi
Routinierter Autor
Registriert: May 2001

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Die Erdbären

Luca saß hinter seiner Mama im Auto auf dem Kindersitz.
„Wo fahren wir hin?“, fragte er und blickte auf die vorbeiziehenden Häuser und Bäume.
„Wir gehen Erdbeeren pflücken!“, antwortete seine Mama und fuhr weiter.
Luca wunderte sich. Wieso kann man denn Bären pflücken? Die laufen doch frei im Wald herum.
„In welchen Wald fahren wir denn?“, wollte Luca wissen.
„Wir fahren nicht in den Wald! Die Erdbeeren wachsen auf einem Feld am Rand der Stadt. Da müssen wir hin!“
Luca wunderte sich wieder. Bären, die auf einem Feld wachsen? Das hatte er noch nie gehört. Und er konnte es sich auch gar nicht vorstellen. Warteten dort riesige Bären in der Erde eingebuddelt darauf, dass Leute vorbeikamen und sie ausgruben? Komisch! Komisch! Wie sollten die denn in Mamas Auto passen? Das war doch ganz klein und hatte nicht einmal einen richtigen Kofferraum. Da passte doch höchstens ein Bär rein und dann auch nur ein ganz ganz winziger.
„Wie viele Bären holen wir denn, Mama?“, Luca wurde immer neugieriger.
„Ganz viele. So viele wir tragen können!“, antwortete Mama.
Luca kicherte. Das können ja nicht viele Bären sein. Mama war doch gar nicht stark. Die konnte bestimmt nicht mal einen Bären hochheben. Aber vielleicht waren diese Erdbären ja anders als die Braunbären aus seinem Bilderbuch. Vielleicht leichter, kleiner und nicht so gefährlich.
„Wie sehen diese Erdbeeren denn aus? Sind die auch braun?“
„Nein, Luca. Erdbeeren sind doch rot. Sie haben winzige grüne Punkte und eine grüne Mütze auf.“
Luca schüttelte den Kopf. So etwas gab es doch gar nicht. Rote Bären? Die eine grüne Mütze tragen und auf einem Feld eingebuddelt in der Erde stehen?
„Mama! Das glaub ich nicht! Bären sind doch nicht rot, sondern braun oder weiß. Und mit Mütze habe ich auch noch keine gesehen. Und was machen die überhaupt den ganzen Tag auf dem Feld? Fassen die sich an die Tatzen und singen Lieder, bis sie jemand ausbuddelt?“
Da fing Lucas Mama plötzlich an zu lachen und hielt den Wagen an.
„Aber Luca! Erdbeeren sind doch keine Tiere, sondern Obst. Schau mal, wir sind gerade am Erdbeerfeld angekommen. Da drüben, die kleinen roten Dinger, die an den Sträuchern wachsen, das sind Erdbeeren. Die kann man essen und die schmecken ganz lecker!“
Da fing auch Luca an zu lachen und rannte zum Feld, um sich die komischen Bären mal genauer anzusehen.


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kaffeehausintellektuelle
Guest
Registriert: Not Yet

jetzt rätsle ich, ob es tatsächlich kinder gibt, die der deutschen sprache schon so mächtig sind wie luca, erdbeeren nicht kennen.

ich will das nicht glauben.

die k.

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Howie
Schriftsteller-Lehrling
Registriert: May 2003

Werke: 6
Kommentare: 5
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Na ja

Es kommt ja nicht darauf an, ob Luca ein Genie ist. Ist er schon 10? Oder ist er vielleicht gerade erst 4? Ich hab mich in diesem Alter auch mal in ähnliche Fettnäpfchen gesetzt. Wie dem auch sei. Den Stil, in dem du die Geschichte geschrieben hast, finde ich gar nicht mal so schlecht. Er ist schlicht und erzählt wird sie aus den Augen eines kleinen Kindes. Davor schon mal Hut ab. Es gibt nicht viele Menschen, die sich intensiv in die Gedankenwelt eines Kindes versetzen können. Was mir allerdings fehlt, ist die Würze. Eine kleine Überraschung vielleicht. Schon nach den ersten Sätzen wußte ich, daß Luca irgendwann darauf kommen würde, daß Beeren nicht gleich Bären sind. In deiner Geschichte fehlt mir irgendwie der Pfeffer. Und leider muß ich auch sagen, daß der Stoff, die Grundidee erst gar keinen Pfeffer zuläßt.
Trotzdem - mach ruhig weiter so. Mit den entsprechenden Ideen wärst du sicher kein schlechter Schreiber.

Nette Grüße vom Howie
__________________
Zum Schreiber wirst du nicht geboren - Zum Schreiber wirst du verflucht

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Flitzi
Routinierter Autor
Registriert: May 2001

Werke: 29
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Hmmm! Also, Luca ist natürlich erst 3 oder 4 Jahre, aber die Sache mit der Würze??? Da ist ja vielleicht etwas dran. Da muss ich mal drüber nachdenken. Vielleicht fällt mir da noch etwas ein... :-)

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Petra
Autorenanwärter
Registriert: Dec 2000

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Hallo Flitzi,

ich finde Deine "Erdbären" gar nicht schlecht.
Eine herrliche kleine, schlicht gehaltene Kindergeschichte, aus kindlicher Perspektive geschrieben.
Ich lese sie nicht als eine Belehrung, in der es heißt: "So, nun hört mal alle her - heute erkläre ich Euch den Unterschied zwischen Beeren und Bären!"; sondern vielmehr als kleine Schmunzelgeschichte, bei deren Vorlesen Kinder in sich hinein kichern können: "Oh, Gott - Luca weiß nicht, was Beeren sind? So ein Dummerchen; das weiß ich doch schon! Und dabei bin ich auch erst vier. Kicher, kicher. Mal gucken, wann der das merkt." Insofern entbehrt sie auch ganz gut einer "Moral von der Geschicht´".
Darüber hinaus finde ich die Bilder ganz wunderbar. Ein Auto randvoll mit Bären - aber nur mit einem einzigen, noch dazu einem winzig-kleinen. Und Mama, die sich abmüht, einen Bären zu schleppen. Ich meinerseits finde das köstlich. Für den Stereotyp entschuldige ich mich gleich wieder; ich weiß, ich verallgemeinere sträflichst - aber wer je mit Kindern gearbeitet hat, weiß, wie sehr sie sich mit solchen Bildern amüsieren können. Viele wenigstens.
Ausserdem ist sie zum Glück nicht überladen.
Aber egal, wie sehr wir hier auch über vermeintliche Qualitäten debattieren. Der einzige Weg, wirklich zu erfahren, wie die Geschichte ankommt, ist: Kindern vorlesen und beobachten, wie sie reagieren!

Viele Grüße.
Petra

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