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Leselupe.de > Experimentelle Lyrik
Die Fahrkarte
Eingestellt am 27. 06. 2014 11:58


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Tigerauge
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Es gibt Leute, die leben
Es gibt Leute, die tot sind
Es gibt viele Leute, die leben
Es gibt viele Leute, die tot sind
Es sind mehr Leute, die tot sind
Die meisten Leute sind tot,
was ganz natürlich ist:
ist doch das Leben begrenzt und der Tod für ewig

Wer richtig lebt, sieht den Tod ins Auge
Panik







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Mondnein
Routinierter Autor
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genau gesprochen

Wenn es die Leute, die tot sind, noch gibt, dann leben sie noch. Nur wenn es sie nicht mehr gibt, dann leben sie nicht mehr.

Davon abgesehen, daß kaum ein Mensch darlegen kann, was denn "Leben" überhaupt ist. Wahrscheinlich ist "Leben"="Zeit", so wie "Zeit" wohl nichts anderes ist als die Dimension des Selbst-Bewußtseins, die "Anschauungsform des inneren Sinns", wie Kant das im Anfangskapitel der "Kritik der reinen Vernunft" erklärt.

Und wenn der Tod eine Zeit beanspruchte, vielleicht sogar eine "ewige", dann wäre er kein Ende. Aber ist er nicht ein Ende? Ein Ende der Zeit? Wenn es eine Zeit nach dem Tod gibt, dann ist diese Zeit "Leben", nicht Tod. Wenn aber nicht, dann "gibt" es keine Toten und keinen Tod "für ewig".

"Dichtung" ist zur Genauigkeit verdichtete Sprache.

__________________
sato bandhum asati nir avindan
hridi pratishya kavayo manisha

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Tigerauge
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Hallo Mondnein,

das ist wirklich eine sehr nette Antwort.
Sie ist selbstbewusst, so wie die Meinung von Kant ist.

Der Tod ist ein ewiges Ende, ein Lebensende. Ein Leben ist ein Ende auf Zeit. Zeit ist für Ewig; der Tod ist ein Moment. Verdichtung erzeugt Druck: Dichtungsdruck: So wie der Reifen des Lebens unter Druck steht, so fährt das Fahrrad bis zum Platten: Das ist das Lebenslicht, wenn die Fahrkarte ihren Wert verliert.

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Tigerauge
One-Hit-Wonder-Autor
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Ich gehe mal davon aus, dass das Gedicht hier ganz gut erkannt wurde, nämlich ( und wer nämlich mit Ha schreibt, ist dähmlich) ahm, ja.

Nur die Liebe ist die Fahrkarte ins Glück. Wer Liebe lebt, lebt. Bei einer Fahrt auf der Titanic, geht es um Liebe und Tod. Ich gebe zu, dass der Tod grausam ist, doch fordert er den Dichter heraus: Dichtung, nur die Dichtung kann ein Sinken verhindern. Dazu braucht man allerdings mehr als Worte. So bleibt am Ende nur der Tod. Auch ich, liebe Freunde, musste in Erfahrung bringen, dass Tod mehr als ein Wort ist. Doch kann man den Tod ganz gut beschreiben: mit dem Wort Tod; aber nur ich als Dichter.Andere unnütze Personen, die sich nicht Dichter nennen dürfen, weil…, also von mir aus kann sich jeder Dichter nennen, nur mir hört man eben zu.

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