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Leselupe.de > Kindergeschichten
Die Fahrradtour
Eingestellt am 25. 11. 2001 20:50


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Willi Corsten
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Die Fahrradtour
von Willi Corsten

Zu meinem achten Geburtstag hĂ€tte ich eigentlich gerne ein Pony gehabt, aber weil unser FahrradhĂ€ndler keine Pferde auf Lager hatte, kaufte Papi mir ein Mountainbike. Als ich protestieren wollte, sagte der HĂ€ndler: „Das Fahrrad ist eh‘ besser als ein Pferd, weil es mehr GĂ€nge hat und sich leichter ins Kinderzimmer tragen lĂ€sst. Außerdem frisst es viel weniger Heu.“
Am Vatertag durfte ich dann das neue Rad ausprobieren. Wir machten einen Familienausflug zum Sternhausener See. Mami konnte leider nicht mitkommen. Sie musste im Bett bleiben, weil sie MogrĂ€nen hatte. So klemmte Papi den HĂ€nger an seinen alten Drahtesel und packte Adam und Eva hinein. Adam ist von Beruf Langhaardackel und Eva ist meine kleine Schwester. Die wird spĂ€ter bestimmt einmal Lautsprecher, weil sie heute schon tagelang an einem StĂŒck plĂ€rrt.
Am Strand warf Evchen eimerweise Sandmatsch nach den Kindern. In kurzer Zeit konnte man sie nicht mehr voneinander unterscheiden. Alle sahen aus wie die Mohren aus dem Kongo. Am schlimmsten hatte es Adam erwischt, der mit der Hundemeute durch sĂ€mtliche PfĂŒtzen getobt war.
Papi war in die Kneipe gegangen, weil einer der MĂ€nner erklĂ€rte: „Wir mĂŒssen den Vatertag begießen.“
Aber ich glaube, der Mann hat geschwindelt, denn die hatten doch gar keine Gießkanne dabei.
Plötzlich zogen rabenschwarze Wolken auf. Papi stolperte aus der Kneipe und rief: „Benjamin, wir mĂŒssen nach Hause fahren. Du fĂ€ngst den Hund, und ich fange Eva."
Das war leichter gesagt als getan, denn die beiden wehrten sich wie die Teufel. Gegen uns MĂ€nner hatten sie allerdings keine Chance. Wir ĂŒberwĂ€ltigten sie kurzerhand und sperrten die Schmutzfinken in den HĂ€nger.
Wie die Weltmeister rasten wir heimwĂ€rts und hĂ€tten es vor dem großen Wolkenbruch auch geschafft, wenn ich unterwegs nicht kopfĂŒber in einen Misthaufen gestĂŒrzt wĂ€re. Zur Strafe wollte Mami mich in die Badewanne stecken, obwohl sie genau weiß, wie schĂ€dlich Wasser mit Seife ist.
Aber bevor es zu dem UnglĂŒck kam, gellte ein Schrei durch das Haus. Mamis MogrĂ€nen waren wieder ausgebrochen, weil wir den falschen Hund heimgebracht hatten. Und weil Frauen immer das letzte Wort haben wollen, mussten wir den ganzen Weg noch einmal fahren und das dumme Tier umtauschen. Bei der Gelegenheit brachten wir auch gleich das kleine MĂ€dchen zurĂŒck, denn das war auch nicht von uns.

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Rote Socke
Guest
Registriert: Not Yet

Na Willi,

das war ja mal ein interessanter Ausgflug. Was da alles so vertauscht wurde? Köstlich!
Du hast es wirklich gut drauf die lieben Kleinen wunderbar erzÀhlen zu lassen.
Schöne Geschichte.

LG
Volkmar

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Willi Corsten
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Lieber Volkmar,
vielen Dank fĂŒr Dein Lob.
Du findest also auch, dass ich die Kindersprache richtig getroffen habe. Das macht Mut zu neuen "Untaten".
Beste GrĂŒĂŸe
Willi

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Rote Socke
Guest
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Nur zu Willi,

es sind immer wieder gute ErzÀhlungen die Dir da gelingen.
LG
Volkmar

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leonie
Guest
Registriert: Not Yet

hallo willi

ich gebe dir da völlig recht, du hast wirklich die kindersprache mit ihrer herrlichen wortverdrehung gefunden.
ich bin schon neugierig auf deine nÀchsten schöpfungen. tit mir leid das ich im moment nicht so hÀufig in der ll bin, aber ich stecke voll in den weihnachtsvorbereitungen, mit backen basteln und malen.
ganz liebe grĂŒĂŸe leonie

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Willi Corsten
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Liebe leonie,
freut mich sehr, dass dir der Text gefĂ€llt. Viel VergnĂŒgen beim PlĂ€tzchenbacken. Bekomme ich auch was mit?
Es grĂŒĂŸt dich herzlich
Willi

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