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Leselupe.de > Humor und Satire
Die Falle
Eingestellt am 03. 02. 2003 11:00


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eisbeisser
Schriftsteller-Lehrling
Registriert: Jan 2003

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Andy langweilte sich vor seinem Fernseher und schaltete von einem Programm ins Andere.

Er hatte sich so auf diesen Horrorfilm gefreut und was machten die? Sie lie├čen ihn ausfallen, nur weil wieder irgendwo im nahen Osten ein weiterer Krieg ausgebrochen war und ├╝ber diesen nat├╝rlich life berichtet werden mu├čte!

Lustlos setzte er sich die Bierflasche an die Lippen und trank in kr├Ąftigen Z├╝gen, w├Ąhrend er noch tiefer in den gro├čen, braunen Ledersessel rutschte.

Er schaltete mit seiner Fernbedienung immer weiter, ├╝berall nur Politik oder Werbung, mein Gott wie ihn das ankotzte! Da hatte man mal einen freien Abend und dann so ein Mist!

Vor zwei Tagen war ihm seine Freundin weggelaufen. Sie konnte sie nicht mehr ertragen, seine krankhafte Fernsehsucht. Kaum das er von der Arbeit nach Hause kam, schaltete er die Kiste an!
Vorgestern hatte sie endlich fluchtartig das Haus verlassen, nachdem sie ihm noch zurief: „Das wirst Du bereuen!“
Er hatte es nicht einmal bemerkt, der Western war ja so spannend!

„Junger Mann! Ja Sie da, auf dem Sessel! H├Âren Sie sofort auf mit der Umschalterei, sonst verpassen Sie die Chance Ihres Lebens! Ja Sie! Stellen Sie die Bierflasche weg!“

Andy verschluckte sich und das Bier lief ihm ├╝bers Hemd.
Hatte er richtig geh├Ârt? Meinte der ihn?
Er schaute immer wieder abwechselnd vom Bildschirm zur Bierflasche. War er verr├╝ckt?

„Junger Mann, Sie hei├čen Andy, nicht? Wenn sie jetzt genau meinen Anweisungen folgen, werden sie es nie wieder langweilig haben in Ihrem Leben!

Dr├╝cken Sie auf Ihrer Fernbedienung 6 X die 6 und schauen sie genau hierher, in die Mitte des Bildschirmes! Vertrauen Sie mir!

Andy vermutete, irgend so ein Privatsender habe heimlich Kameras installiert, so ├Ąhnlich wie bei „Versteckte Kamera“. Na die werden sich wundern! Die denken jetzt das ich hier an zu suchen fange, Fehlanzeige! Dachte er bei sich, nahm noch einen kr├Ąftigen Schluck und schickte sich an die Zahlen einzugeben.
Nach der sechsten sechs entstand vor der Mattscheibe eine gro├če, bunte Rauchwolke und es wurde schlagartig dunkel im Zimmer! Ein grellroter Punkt, dort, wo sich die Mitte des Bildschirmes befinden mu├čte, zog Andys Blick magisch an. Dann verlor er das Bewu├čtsein.

Andy schlug die Augen auf. Was war geschehen? Wo war er? Wie kam er hierher, mitten in diesen Wald? Weiches Moos f├╝hlte er unter seinen H├Ąnden als er sich anschickte aufzustehen. Immer wieder drehte er sich um seine eigene Achse, doch wo er auch hinschaute, er sah nur Wald!
Langsam setzte sich Andy in Bewegung. Was blieb ihm ├╝brig? Er konnte sich das einfach nicht erkl├Ąren! Hatte er mal wieder zuviel getrunken?
Nach einer Stunde Fu├čmarsch bemerkte er eine kleine Lichtung halb rechts vor sich, etwa 100 Meter entfernt. Andy hielt darauf zu und beschleunigte seine Schritte. Hinter einem dicken Baum am Waldesrand blieb er stehen und rieb sich die Augen. Was er auf der Lichtung sah konnte nur ein Trugbild sein! Dort k├Ąmpfte eine riesige Amazone mit einem Duzend Rittern auf Pferden! Die Frau war fast nackt und sicher zehn Meter gro├č! In ihrer rechten Hand hielt sie ein goldenes Schwert, mit dem sie bereits den sechsten Ritter vom Pferd schlug und t├Âtete. Die ├ťbrigen wurden pl├Âtzlich von Panik erfa├čt und fl├╝chteten in alle Richtungen. Eines der Pferde stolperte jedoch und schmi├č seinen Reiter im hohen Bogen ab. Die Amazone reagierte sofort! Sie griff sich den Ritter mit der linken Hand und hob ihn hoch. Der Gefangene hatte sein Schwert verloren und zappelte hilflos in seiner silbernen R├╝stung. Die gro├če Frau lie├č ihr Schwert in der Scheide an ihrem G├╝rtel verschwinden und setzte sich im Schneidersitz mitten auf die Lichtung.
Andy blieb das Herz stehen, als er sah, wie die Amazone begann den Ritter aus seiner R├╝stung zu brechen. Es knackte schauerlich bis zu ihm hin, als sie dem Mann alle Knochen einzeln brach. Als der letztendlich nackt zwischen ihren Fingern hing, hob sie ihn hoch zu ihrem Mund, bi├č ihm den Kopf ab, spuckte ihn aus und warf den Torso weit ├╝ber die Wipfel der B├Ąume in den Wald hinein.

Zutiefst ersch├╝ttert und nur ja nicht das leiseste Ger├Ąusch verursachend, ging Andy zur├╝ck in den Wald. Hier konnte er nicht hinaus, die Amazone w├╝rde ihn t├Âten! Alles kam ihm so unwirklich vor.

Andy verfiel bald in eine Art Wolfstrab. Er schwitzte f├╝rchterlich, obwohl es im dichten Wald immer k├╝hler wurde. Als sich die Farbe der Tannenb├Ąume vor ihm ├Ąnderte, blieb er wie angewurzelt stehen. Hellblaue Tannenb├Ąume! Hier stimmte einiges nicht, das war ihm klar. Als es dann noch zu schneien begann und hellrote Schneeflocken auf ihn nieder rieselten, da fing er zu schreien an und rannte, als s├Ą├če ihm der Leibhaftige im Nacken, schr├Ąg von den blauen B├Ąumen weg in die Dunkelheit hinein. Andy hatte kein Zeitgef├╝hl mehr. Er lief und lief und lief. Doch pl├Âtzlich war der Weg von einer Mauer versperrt! Er konnte deren H├Âhe nicht absch├Ątzen, denn sie verschwand in den Wolken. Sorgf├Ąltig suchte er die Mauer nach einer M├Âglichkeit ab, hindurch oder hinauf zu gelangen. Nach nur 10 Minuten wurde er f├╝ndig! An einer Ecke dieser Mauer f├╝hrte eine gewaltige Wendeltreppe in unendliche H├Âhen hinauf. Sollte er es wagen? Ja, er mu├čte es tun! Ein Zur├╝ck konnte es f├╝r ihn nicht geben! Die Riesin w├╝rde ihn sicherlich t├Âten und was ihm alles in dem blauen Zauberwald zusto├čen konnte, daran wollte er lieber nicht denken. Also vorw├Ąrts! Sich selbst Mut machend begann er mit dem Aufstieg. Immer weiter, Stufe f├╝r Stufe. Als er zur├╝ck blickte, wollte ihm das Herz stehen bleiben! Sobald er f├╝nf Treppen erklommen hatten, verschwanden alle ├ťbrigen darunter! Andy wurde es schwindelig. G├Ąhnende Leere war unter ihm, vom Erdboden bereits nichts mehr zu sehen! Also gab es kein Zur├╝ck, das war ihm jetzt v├Âllig klar! Er bi├č die Z├Ąhne zusammen und stieg weiter in unbekannte H├Âhen. Die Beine schmerzten ihm und er dachte voller Bedauern an seinen gem├╝tlichen Fernsehsessel. Noch ein paar Meter und er durchbrach die Wolkendecke. Was w├╝rde ihn da erwarten? Vorsichtig tastete sich Andy weiter in die H├Âhe, die Sicht wurde immer schlechter. Kaum atmen konnte er innerhalb dieser Wolken, seine Kehle brannte und er hatte Durst!

Andy stie├č einen gellenden Schrei aus als eine riesige Hand ihn einfach packte und aus den Wolken heraus zog! Er glaubte wahnsinnig zu werden, als er das Gesicht seiner Freundin erkannte, die ihn, wie eine m├Ąnnliche Barbiepuppe in ihrer Hand hielt!
Mahnend hielt sie den Zeigefinger der anderen Hand in die H├Âhe und sagte: „Von jetzt an wirst Du nur noch Fernsehen schauen wenn ich es Dir erlaube! Du wirst dich nicht mehr besaufen und nicht mehr Faulenzen! Du wirst mich heiraten, mir Kinder machen und ein liebevoller Mann sein!
Verst├Â├čt Du auch nur gegen ein Gebot, wirst Du in den Fingern der riesigen Amazone wach, oder Du findest dich in dem irre machenden Zauberwald wieder, den Du gesehen hast! Dies ist Deine letzte Chance Andy!“

Sie setzte den zappelnden jungen Mann an den Rand einer riesig langen Rutsche und gab ihm einen Schubs....es ging mit ihm rasend schnell abw├Ąrts....

„Guten Abend meine Damen und Herren.
Sie sehen jetzt den ersten Teil des amerikanischen Horrorfilms, Freitag der 13. Wir m├Âchten Sie darauf aufmerksam machen, das dieser Film f├╝r Jugendlich unter 18.......!“

Andy schlug seine Augen auf. Oh, sein Film wurde doch noch ├╝bertragen...., aber was war das? Wovon hatte er gerade getr├Ąumt? Da fiel im schlagartig alles wieder ein! Er erinnerte sich an die mordende Amazone, an den bunten Wald und...an seine riesige Freundin, die ihn gewarnt hatte!
Schnell schaltete er den Fernseher aus, schmi├č sein Bier in den M├╝lleimer und sprang zum Telefon. Gerade als er den H├Ârer abnehmen wollte klingelte es an der T├╝r. Andy lief hin und ├Âffnete. Mit l├Ąchelndem Gesicht, aber einer hochgezogenen Augenbraue stand seine Freundin in der T├╝r. Andy ├╝berlegte nicht lange! Er nahm sie in die Arme und k├╝├čte sie st├╝rmisch.

Und die Moral von der Geschicht....
K├╝mmer dich um Frau zu Haus...
Und mach ab und zu die Kiste aus...!

> Ende <


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Eisbeisser

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