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Leselupe.de > Essays, Rezensionen, Kolumnen
Die Farbe der Kindheit
Eingestellt am 07. 01. 2007 17:53


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Karl Feldkamp
Routinierter Autor
Registriert: Aug 2006

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Mit allen kindlichen Sinnen

Nein, in diesem Buch werden Kindheiten nicht einfach schreibtherapeutisch aufgearbeitet. Im Gegenteil in der „nur“ 130 Seiten umfassenden Anthologie mit dem Titel „Die Farbe der Kindheit“ wird vor allem jüngere deutsche Geschichte – wahr genommen mit allen kindlichen Sinnen - in 30 Prosatexten und einigen Gedichten dargeboten. Emotional aber nie sentimental, subjektiv und dennoch übertragbar auf andere Kriegs-, vor allem Nachkriegs- und Friedenskindheiten kommen die Episoden, kurzen Erzählungen und lyrischen Momentaufnahmen daher. Anrührend ohne rührselig zu sein und damit äußerst sensibel helfen sie verstehen, welche späteren Erwachsenenleben aus jenen unmittelbar nachfühlbaren Kindheitserinnerungen folgen mussten.
Texte von insgesamt 41 Autorinnen und Autoren der Geburtsjahrgänge 1930 bis 1982, mit offensichtlichem literarischen Gespür ausgewählt und zusammengestellt vom Herausgeber Elmar Ferber, ergeben bei aller Verschiedenheit ein Großes und Ganzes. Einzelne Autorinnen und Autoren hervorzuheben, bedeutet andere, deren Beiträge mindestens genauso gelangen, zurück zu setzen. Dennoch seien einige erwähnt :
Bärbel Dorn (geb. 1952) begibt sich als Vierzehnjährige mit ihrer Mutter („Sie ist wie Mütter sind: erfahren, fürsorglich und ein bisschen autoritär) auf eine nicht ungefährliche Bergwanderung ins Riesengebirge, bei der plötzlich die Tochter die Mutter schützen muss.
In einer keineswegs nostalgisch anmutenden Nachkriegsepisode schildert Isolde Ahr (Jg. 1940), wie zwei kleine Mädchen durch Blumenpflücken den Hunger der Familie vermeiden helfen.
Aus der Kriegsgefangenschaft zurück kehrt in Evert Everts (geb. 1941) Geschichte der Vater - einst einer jener „braunen Parteigenossen“.
Ute Remus (Jg. 1941) gelingt es besonders einfĂĽhlsam, die Sicht der noch sehr kleinen Tochter einzunehmen, die mitten im Krieg vom geliebten Vater in die Arme geschlossen wird, der kriegsverletzt auf Heimaturlaub nach Hause kommt.
Und nicht zuletzt Sarah Ines (geb. 1970), lässt in vier Gedichten Kinder mitreißend riechen, malen, hüpfen, lachen und weinen.

Leserinnen und Leser, die sich unmittelbar in Personen und Persönlichkeiten, erwachsene wie kindliche, hineinlesen wollen, finden in diesem Buch eine Lektüre, die sich nicht nur einmal zu lesen lohnt.
Elmar Ferber (Hg.), Die Farbe der Kindheit, ferber-verlag, köln 2006, 130 Seiten, € 13.-

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Bei jedem Irrtum hat die Wahrheit eine neue Chance.

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