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Leselupe.de > Kurzgeschichten
Die Fleischfresser
Eingestellt am 07. 01. 2016 11:19


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Jonny
Hobbydichter
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DIE FLEISCHFRESSER

Ein Mann wird an den Strand einer Insel geschwemmt. Erschöpft öffnet er die Augen und sieht einen Einheimischen vor sich stehen. Der Einheimische reicht ihm freundlich die Hand und hilft ihm hoch. Taumelnd wird der Mann von dem Einheimischen zu einer kleinen HĂŒtte im Inneren der Insel gefĂŒhrt. WĂ€hrenddessen kann sich der Mann von der Insel ein Bild machen. Es ist eine sehr kleine, ĂŒberschaubare Insel. Der Mann erhascht einen Blick auf eine SĂŒĂŸwasserquelle, die einen kleinen Fluss speist, der zum Meer fĂŒhrt und mehrere ObstbĂ€ume. Etwas fehlt jedoch auf dieser Insel und lĂ€sst sie dadurch unheimlich erscheinen. Dem Mann fĂ€llt aber nicht ein, was.

Wortlos wird der Mann auf ein Bett gelegt. Er schlĂ€ft vor Erschöpfung sofort wieder ein. Zum Abend hin, kommt der Einheimische zurĂŒck in die HĂŒtte und rĂŒttelt an dem Mann, damit er aufwacht. Als der Mann endlich die Augen öffnet erhascht er nur noch, wie der Einheimische die HĂŒtte wieder verlĂ€sst. Der Mann steht auf, reckt sich und folgt dem ihm. Draußen angelangt wundert sich der Mann, wie still es auf der Insel ist. Dann fĂ€llt ihm ein, was ihm auf der Insel fehlt. Es befinden sich keine Tiere auf ihr.

Der Mann geht zu dem Einheimischen, den er an einer Feuerstelle erblickt hat. Auf dem Weg dorthin sieht er noch mehrere kleine HĂŒtten, in oder vor denen sich weitere Einheimische befinden. Der Einheimische blickt empor zu dem Mann und begrĂŒĂŸt ihn freundlich: „Willkommen auf unserer kleinen Insel. Ich hoffe, Sie konnten sich etwas erholen.“ Der Mann antwortet: „Ich bedanke mich fĂŒr Ihre Rettung. Doch erklĂ€rt mir eines! Weshalb gibt es keine Tiere auf dieser Insel? Es erscheint mir höchst ungewöhnlich bei dieser sonst sehr ĂŒppigen Vegetation!“ „Unser Verlangen nach Fleisch hat alle Tiere auf dieser Insel schon vor Jahrhunderten sterben lassen. Zudem sind die FrĂŒchte, die die BĂ€ume hier tragen, fĂŒr uns leider nicht bekömmlich. Deshalb sind wir seitdem auf das Fleisch von Menschen angewiesen, die wir auf dieser Insel in einem Stall zĂŒchten. Ich hoffe Ihr könnt diese Tat verstehen! Wir mĂŒssen doch dafĂŒr sorgen, dass unser Stamm ĂŒberlebt“, erklĂ€rt der Einheimische ruhig. Dem Mann wird sofort speiĂŒbel. Noch bevor er etwas entgegen kann, fĂ€hrt der Einheimische erklĂ€rend fort: „Ihr mĂŒsst euch jedoch nicht Ă€ngstigen! Euch werden wir nicht essen. Ihr seid zu intelligent und zu schön! Wir fressen nur die Menschen, die wir hier selber zĂŒchten. Sie können nicht sprechen und sind hĂ€sslich. Nur so können wir unseren Instinkt ĂŒberwinden. Zudem dĂŒrfen nur ich und der Schlachter den Stall betreten. Dadurch bleibt den anderen Einwohnern der Anblick erspart“.
Wortlos – der Mann ist nicht mehr im Stande seinen Mund zu öffnen, da er sich sonst ĂŒbergeben wĂŒrde - dreht sich der Mann um und verschwindet in der HĂŒtte. EnttĂ€uscht setzt sich der Einheimische wieder ans Feuer.

Am nĂ€chsten Tag findet der Mann neben seinem Bett Wasser und eine Schale voll mit einer Art Gulasch auf. Er trinkt das Wasser, jedoch lĂ€sst er die Schale unberĂŒhrt stehen, da ihm schaurig klar wird, woraus das Gulasch gemacht ist. Der Mann verlĂ€sst wieder die HĂŒtte. Sein Magen knurrt. „Es muss doch irgendetwas Essbares auf dieser Insel zu finden sein“, denkt sich der Mann. So zieht er los und erkundet diese. Von jeder Frucht, von jedem Blatt und selbst von jeder Rinde beißt der Mann ab, spuckt sie jedoch sofort wieder aus, da er den Geschmack nicht ertragen kann. Gefrustet kehrt er am Abend zurĂŒck zu der HĂŒtte. Der Einheimische empfĂ€ngt ihn: „Haben Sie sich nun selbst davon ĂŒberzeugt, dass es keine andere Lösung gibt? Ich möchte gastfreundlich bleiben. Ich werde Sie zu nichts zwingen und niemand wird Sie auf dieser Insel stören. Sie dĂŒrfen machen was Sie wollen und sich frei bewegen! Jeden Morgen und jeden Abend wird etwas zu trinken und zu essen fĂŒr Sie bereit stehen.“ Der Mann antwortet: „Ich bedanke mich fĂŒr ihre Gastfreundschaft. Jedoch werde ich die Speisen nicht anrĂŒhren! Bitte fassen Sie dieses nicht als Beleidigung auf. Ich kann es nicht!“ Daraufhin wird der Einheimische wieder traurig und verschwindet.

Nach diesem Tag wird der Mann von niemandem mehr angesprochen. Selbst der Einheimische lĂ€sst sich nicht mehr blicken. Tag fĂŒr Tag steht jedoch wie versprochen jeden Morgen und jeden Abend etwas zu trinken und etwas zu essen neben dem Bett. Das Essen ist jeden Tag sehr appetitlich und verschieden zubereitet. Doch der Mann rĂŒhrt es keinen Tag an. Er verbringt seine ganze Zeit nur damit jeden kleinsten Winkel der Insel nach etwas Essbarem abzusuchen. Akribisch wendet er jeden Stein, hebt jedes Blatt und probiert jede kleinste Frucht. Doch es ist nichts zu finden. Sein Hunger wird Tag fĂŒr Tag unertrĂ€glicher und er hat bald kaum noch Kraft sich zu bewegen. Der wunderbare Duft von dem Essen, dass ihm jeden Tag bereitet wird, bringt ihn zudem langsam in den Wahnsinn, da er widerstehen muss, es nicht zu essen.
Nach ungezĂ€hlten Tagen, wacht er eines Morgens auf. Sein Hunger hat sich ins UnertrĂ€gliche gesteigert. Wieder steht ein lecker duftendes und sehr ansprechend zubereitetes Essen fĂŒr ihn bereit. Jedoch wieder nur aus Menschenfleisch.
Vielleicht könnte er ja nur mal dran lecken?

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Ji Rina
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Hallo Jonny,
Was mir an Deiner Geschichte gefĂ€llt: Sie ist außergewöhnlich
.
Was mir nicht so gefĂ€llt: So außergewöhnlich ist die Clue am Ende nicht.
Ein paar Fragen begleiteten mich wĂ€hrend des Lesens: Wieso sind die FrĂŒchte nicht bekömmlich? Das muss doch hinzukriegen sein.
Der Text klingt ein wenig wie ein Drehbuch (wiederholungen des Wortes „Der Mann“, „Der Einheimische“, etc), aber das ist wohl Dein Stil (TschĂŒss).

Am Ende, nachdem „Der Mann“ begreift, dass es nix zu essen gibt...kommt er in die erste Versuchung.

Aber das ist „menschlich“...“Mensch“ macht viel blablabla, aber im Dschungelcamp (wenns drauf ankommt, im Bild zu bleiben und die Kohle zu kassieren) stopft er sich sogar gebratenen KĂ€nguruhpenis rein.

Mich hÀtten die Gedanken des Mannes interessiert, wÀhrend er die menschlichen Teile kaut. Welcher Gedanke war letztendlich der ausschlaggebende?
Mit Gruß,
Ji
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Der Leser hatÂŽs gut: Er kann sich seine Schriftsteller aussuchen.
(Kurt Tucholsky)

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Wipfel
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dĂŒrfen Geschichten wirklich alles erzĂ€hlen? Hi Jonny, ÂŽja dĂŒrfen sie, aber die Autoren mĂŒssen auch das Echo vertragen. Ich halte deine Geschichte fĂŒr unreflektierten Mist. Mal abgesehen von der sprachlichen QualitĂ€t. Es gab in den 50iger Jahren nach einem Flugzeugabsturz in den Anden fĂŒr eine kleine Gruppe nur eine (kurzfristrige) Überlebenschance. Sie aßen die Verstorbenen und haben dadurch ĂŒberlebt, wurden wenige Wochen spĂ€ter gefunden und gerettet.

Deine Geschichte hat aber eine andere, fĂŒr mich wirklich fragwĂŒrdige Aussage. Menschen zĂŒchten um sie hernach zu verspeisen? Sorry, das ist widerwertig. Und eine ganz einfache Frage: wie haben diese Menschen denn ihre "ZĂŒchtung" ernĂ€hrt? Die EierlegendeWollmichsau wird es da nicht gegebn haben, oder?

Da mĂŒssen aber einige Schrauben locker sitzen, wenn man solchen - ich wiederhole mich - Mist in die Tastaur drĂŒckt.

GrĂŒĂŸe von wipfel

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Jonny
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Hey ihr Lieben!

Jetzt muss ich mal zu meiner Geschichte Stellung nehmen.
Ich glaube Taugenix hat es in seinem Kommentar ganz gut erklÀrt, dass mir wohl der Versuch eine Parabel zu schreiben nicht wirklich gut gelungen ist.

Denn ich wollte mit der Geschichte eigentlich viel mehr zum nachdenken anregen, als sie so wörtlich hin zu nehmen, wie es wohl viele von euch getan haben.

Nur kurz etwas zu dem Thema welches ich in der Geschichte eigentlich zum Ausdruck bringen wollte, was aber anscheinend nicht so gut geklappt hat:

Es ging mir dabei um die heutige "Fresskultur" von Lebewesen. Nicht nur die Massentierhaltung sondern viel mehr das verschließen der Augen. Dass viele Menschen sich empört zeigen, wenn sie irgendwelche grauenhaften Bilder im Fernsehen oder Zeitung von misshandelten oder gequĂ€lten Zuchttieren sehen. Sich dann sehr darĂŒber aufregen, aber ĂŒber kurz oder lang auch nicht viel an Ihrem Essverhalten Ă€ndern. Also ganz nach dem Sprichwort: " Aus den Augen aus dem Sinn"

Dies also nur ganz kurz einmal erklĂ€rt, um jetzt hier keine Diskussion ĂŒber Massentierhaltung etc. anzufangen. Und noch etwas Interpretationsfreiraum zu lassen fĂŒr die diejenigen, denen die Geschichte vielleicht doch noch gefallen könnte
Zudem sind anscheinend noch viele von euch von dem Flugzeugabsturz in den Anden geprÀgt. Dies war lange, lange vor meiner Zeit deshalb war es nicht wirklich in meinem GedÀchtnis.

Ich hoffe meine kommenden Geschichten werden euch wieder besser gefallen

Liebe GrĂŒĂŸe Jonas

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Wipfel
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nö, nö. So einfach kommst du mir nicht davon. Ich will dir zeigen, was du schreibst:

quote:
Euch werden wir nicht essen. Ihr seid zu intelligent und zu schön! Wir fressen nur die Menschen, die wir hier selber zĂŒchten. Sie können nicht sprechen und sind hĂ€sslich. Nur so können wir unseren Instinkt ĂŒberwinden. Zudem dĂŒrfen nur ich und der Schlachter den Stall betreten. Dadurch bleibt den anderen Einwohnern der Anblick erspart“.
Das ist das GelĂ€nder, welches du mir in der Geschichte anbietest. An das halte ich mich. Ihr seid zu intelligent und zu schön (und gehört damit zu den AuserwĂ€hlten). Die nicht sprechen können und hĂ€sslich sind, sind minderwertig. So, wie das unreflektiert da steht, ist es nicht nur eine Diffarmierung behinderter Menschen sondern geht glasklar in Richtung Rassenwahn. Diese Untermenschen, die zu nichts taugen. Den Anblick mĂŒssen wir doch uns ersparen. Wegsperren, raus aus dem öffentlichen Leben. Sorry, wehret den AnfĂ€ngen. Das geht mir in jedweder literarischen Form zu weit. Das hatten wir in Deutschland schon mal, dass man solche Geschichten gerne las.

Parabel? Ich sage zu diesem Text: Großer Mist.

GrĂŒĂŸe von wipfel

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Jonny
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Gut, bevor ich hier noch weiter unterschwellig als Nazi benannt werde gehe ich noch weiter auf meine Geschichte ein. Zu der stelle die du zitiert hast:

quote:
Euch werden wir nicht essen. Ihr seid zu intelligent und zu schön! Wir fressen nur die Menschen, die wir hier selber zĂŒchten. Sie können nicht sprechen und sind hĂ€sslich. Nur so können wir unseren Instinkt ĂŒberwinden. Zudem dĂŒrfen nur ich und der Schlachter den Stall betreten. Dadurch bleibt den anderen Einwohnern der Anblick erspart“.
Damit wollte ich auf das Thema ansprechen mit welchem UnverstĂ€ndnis darauf reagiert wird, dass in anderen Regionen der Welt Hund, Katze, Meerschweinchen etc. gegessen werden (abgesehen davon wie sie dort geschlachtet werden). Da sie ja so sĂŒĂŸ sind und man so tolle Tiere doch nicht essen kann.
quote:
Ihr seid zu intelligent und zu schön!


(Achtung jetzt kommt Übertreibung) Aber unsere hĂ€sslichen und dummen Schweine oder HĂŒhner usw.
quote:
Sie können nicht sprechen und sind hÀsslich.
die kann man ja dicht an dicht einsperren und fressen. Dabei ist doch nichts, solange man nicht mit ansehen muss wie sie in diesen Haltungen "leben".
quote:
Zudem dĂŒrfen nur ich und der Schlachter den Stall betreten. Dadurch bleibt den anderen Einwohnern der Anblick erspart


Aber ich finde mit dem Wort "Untermenschen" hast du es gut getroffen was ich ausdrĂŒcken wollte. Das wir leider bei den Tieren sehr stark zwischen Unter- und Übertieren differenzieren. Und darĂŒber vielleicht mal nachgedacht werden sollte.

Es tut mir leid, dass ich anscheinend hier bei manchen den Anschein erweckt habe rechtspolitische Schriften zu veröffentlichen und möchte mich davon stark distanzieren. Ich hoffe ich konnte die Geschichte jetzt etwas mehr aufschlĂŒsseln.

Liebe GrĂŒĂŸe Jonas

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