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Leselupe.de > Kurzgeschichten
Die Flügel neben mir
Eingestellt am 01. 07. 2011 14:17


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Crawl
Hobbydichter
Registriert: Jul 2011

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Wer hat sich schon mal gewünscht ein Vogel zu sein? Wahrscheinlich jeder. In der Luft schweben, die grenzenlose Freiheit fühlen und einfach überall hinfliegen. Wenn man so darüber nachdenkt, klebt man schon fast am Boden und kommt sich vor wie in einem unsichtbaren Gefängnis. Doch manchmal gibt es Ausnahmen. Noch heute denk ich an diesen Tag zurück, welcher meine Persöhnlichkeit von Grund auf änderte. Bis zum 18. Dezember 2008 bestand mein Leben nur daraus, auf Partys zu gehen und mich mit falschen Freunden zu besaufen und zu rauchen was nur ging. Das Strafregister von mir war gefüllt von Körperverletzungen bis hin zu Autos klauen. Einer wie ich hätte  sowas erst recht nicht bekommen. Schöne Dinge verdienen eher nur Leute, die Gutes tun und vor anderen Respekt zeigen.Wie gesagt, begann dieser spezielle Tag anfangs Winter wie üblich damit, dass ich nicht mit dem Fahrrad zur Schule radeln wollte. Das nerfte Mutter immer, doch schliesslich wurde ich gefahren. Angekommen musste meine mittlerweile schon dreijährige Nikotinsucht mit einer Winston Silver gestillt werden. Bier wurde erst nach dem Unterricht getrunken. Alle Kleineren, die vorüberliefen, wurden meistens angemotzt oder mit irgendwas beworfen. Besonders den Markus, weil es ihm egal war, wenn man ihn nerfte. Aber weil ich ihm mal eine Platzwunde am Kopf verpasst habe trafen sich unsere Blicke nur selten. Dennoch nerfte ich ihn mit Vergnügen. \"Da kommt ja mein ehemaliges Einhorn. Na? Heute schon von nem Tierschützer eingefangen worden?\" Alle Raucher neben mir lachten. Anders als sonst drehte er sich zu mir um und sagte etwas, was ich nicht ganz verstand: \"Nur noch unendliche Freiheit könnte den Nebel in deinem Leben lichten, aber das soll einem Menschen wie dir fern bleiben\". Da blieben mir kurz die Sprüche weg. \"Und was hat das mit dir zu tun ?\" Markus lächelte sanft und lief weiter. Wir hielten ihn für verrückt. Wie bei vielen Schulstunden auch, wurden nach dem Einläuten die Lehrer provoziert, nicht aufgepasst und alles beschimpft, was mir nicht passte. Routienemässig kritisierte ich zu Hause das Mittagessen. Nachmittag war frei. Dann chillten alle Möchtegern-Erwachsenen in einem Wald neben meinem Quartier mit Bier und Joints. Der Platz war schon ordentlich zugemüllt. Alle blieben bis es dunkel wurde. Als letzter ging ich. Der rausch legte sich langsam und so war es leichter, im dunkeln nach Hause zu finden. Ein kurzer Blick zum Nachthimmel liess mich schlagartig erstarren. Ihr kennt doch diese Sternschnuppen, welche kurz aufblitzen und dann wieder verschwinden. Tja, was ich sah, leuchtete länger un wurde erschreckend schnell grösser. Zuerst dachte ich, dass es noch eine Halluzination vom Grass war, doch dann konnte ich es auch hören. Wäre ich im nächsten Moment nicht mit einem kräftigen Sprung ausgewichen, hätte mich das Ding voll erwischt. Beim Einschlag leuchtete eine grosse Fläche Wald hellblau auf und ein heftiger Windstoss wurde freigesetzt. Plötzlich war es wieder ruhig. Zitternd stand ich auf und schaute auf einen kleinen Krater. In der Mitte lag eine leuchtende ultrablaue Kugel. Angst und Neugier packten mich. Schliesslich siegte die Neugier. Ich hob die Kugel auf um zu sehen, was für ein Material das war. Auf einmal begann sie zu schmelzen. Sofort wollte ich es abschütteln. Vergebens. Die Flüssigkeit kroch meinen Arm hinauf, liess ihn steif werden und befiel dann auch den Rest des Körpers. \"Hilfe Hilfe!\" ,schrie ich in Todesangst. Noch ein letzter Schrei und ich wurde vollkommen eingehüllt. Seltsam war, dass mir der Atem nicht wegblieb. Dann kam ein Flashback der schlimmeren Art. All die Menschem, welche meinen Rausch, meine Aggressivität und Respektlosigkeit zu spüren bekommen hatten, standen in einem Kreis mit vorwurfsvollem Blick um mich herum. Die schrecklichen Taten wurden mir auf einen Schlag ins Gewissen geschmettert und ich hatte seit langem wieder Tränen in den Augen. Abgrundtiefe Reue stieg in mir auf und zwang mich in die Knie. Aus dem Nichts begann eine unbekannte Stimme zu reden: \"Diese Tränen zeigen, dass deine Menschlichkeit noch lebt. Reue ist auch nicht zu übersehen. Doch du sollst mehr erhalten als nur Einsicht. Brauche dieses Geschenk mit Weisheit und Verstand, denn nur wenige besitzen so eine Gabe.\" Schliesslich wachte ich in dieser Hülle wieder auf. Was hatte das nur zu bedeuten? Plötzlich begann sich diese blaue Schale zu verkleinern. Ich bekam wieder Panik, weil es mich zuerst fast erdrückte. Dann begann auch mein Körper zu schrumpfen. Ey kein Scherz, doch ich hörte wie meine Knochen knacken und es tat nicht weh. Aber was geschah mit mir? War dies eine Art morphing? Zu meiner allgemeinen Verwunderung  fanden meine Füsse den Boden wieder, doch sie fühlten sich anders an. Die Kleidung verschmolz mit der Haut , es wurde auf einmal kuschelig und warm. Meine Nase rutschte ein wenig nach unten, verformte sich und wurde zu Elfenbein. Die Arme schrumpften bis auf einen Viertel, wobei beide Hände völlig verschwanden und ich spürte Federn. Unglaublich! Federn. Mein erstaunen fand keine Grenzen mehr. Nach etwa zwei Minuten zerplatzte die blaue Hülle und ich war frei. Eine glassklare Welt tat sich vor mir auf. Hää? Es war doch stockfinster. Die ganze Umgebung erschien mir viel grösser als normal. Ich wollte mich am Kopf kratzen, stattdessen streifte eine Flanke Federn darüber. Was zum Kuckuck ist hier los? Dann erblickten meine Augen die Füsse und ich kippte um. Es waren waschechte Vogelfüsse. Die Angst packte mich wieder einmal und ich begann zu flattern. Flattern? Und erblickte die Flügel neben mir. Flügel? Mein Verstand rastete völlig aus, zog mich nach oben immer höher und höher. \"Bleib ruhig Philipp!\" ,krächtzte eine Stimme nicht weit entfernt. Krächtzte? Warum verstand ich das? Ein Vogel kam heran.\"Du bist jetzt ein Bussard, straffe deine Flügel sonst fliegst du noch zu weit nach oben und bekommst keine Luft mehr. Los, mach schon!\" Tatsächlich klappte die Anweisung des Fremden. Luft streifte unter meinen Flügeln hindurch. Dieses Gefühl, diese Freiheit war...unbeschreiblich. Einfach so...so Frei. Als wir in meinem Garten landeten, fragte ich den anderen Vogel: \"Wer bist du eigentlich?\" \"Drücke mal auf deine Stirn.\" \"Warum den das?\" \"Wirst schon sehen.\" \"Na gut.\" Sofort befand sich mein Vogelkörper in der blauen Hülle und der ganze Prozess erfolgte rückwärts. Als normal gekleideter Mensch stand ich nun mit offener Kinnlade vor Markus. \"Auch wenns nicht sehr erfreulich ist dich hier zu sehen, muss ich sagen, du lernst schnell.\" Meine Miene wurde wieder ernst. \"Kannst du mir verzeihen Markus? Ich bereue all  meine Schandtaten und beschliesse ein besserer Mensch zu werden, ausserdem will ich in Zukunft nicht mehr rauchen und saufen wie ein Bekloppter.\" \"Das klingt ja mal überzeugend. Natürlich verzeih ich dir.\" \"Was bin ich eigentlich für ein Bussard?\" \"Ein Wespenbussard. Ein bisschen schlanker als ein Mäusebussard wie ich. Und?
Wie fühlte sich diese Freiheit an?\" Ich musste schmunzeln. \"Grenzenlos\"

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KaGeb
Guest
Registriert: Not Yet

Hallo Crawl,

herzlich willkommen in diesem Forum.

Zur Geschichte:
Ich finde die Taten des Prots. nicht so schlimm, als dass er sich für diese bei allen immer nur entschuldigen müsste. Du beschreibst du eigentlich ein durchschnittliches Teenageraufbegehren - zwar am Rande des Toleranzbereiches, aber m.M.n. eben noch mitten darin.

Das ganze Szenario mit dem blauen Strahl etc. würde ich wegen der Glaubwürdigkeit womöglich in einen Traum legen, aus dem der Prot. selbsterkennend aufwacht oder so was. Sonst bleiben (mir) einfach zu viele Fragen offen - z.B. wieso er auf einmal ein Vogel sein kann.

"Nerfte" würde ich umändern in "nervte", wie überhaupt die Rechtschreibung überarbeitet werden sollte. Absätze machen den Text strukturierter.

Viel Spass auf oder in der LL, KaGeb

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