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Leselupe.de > Gereimtes
Die Frage
Eingestellt am 12. 09. 2007 20:24


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Mischa Ort
Hobbydichter
Registriert: Mar 2007

Werke: 2
Kommentare: 5
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Die Frage

Ein junger Bursch ging seines Weges,
bis er am Rande eines Waldes eine Eiche sah.
Er ging zum Baum und sprach ein Wort, ein reges,
das er hervorbracht’ in einer schönen Weise dar:

In meiner Heimat sagte man, der
Platz sei fern und doch ganz nah.
Ich sollt nur gehen und suchen.
Und wenn ich dort wär’, sollt ich
rufen, Damit die Leut’ aus meiner Heimat
folgen könnten, bald.

Nun liegt die Heimat hinter mir,
ich glaub’ es sind drei Jahre.
Ich freu’ mich, dass ich fand dich hier,
du kannst mir sicher sagen,
welch’ Richtung ich nun gehen muss
und welchen Weg einschlagen,
Damit die Heimat mich nicht länger misst,
muss ich nach Wahrheit fragen.

Das kannst du! das weiĂź ich genau,
Denn alt sind deine rauen Ă„ste.
Du bist so weis’, wie schön der Pfau
und hast hier sicher viele Gäste.

So frag ich dich, du adlig Holzgeschöpf
Hilfst mir mit deinem weisen Rate,
den Ort zu finden, auf den ich hoff
und meine Heimat ständig wartet?

Der Baum scheint zuerst stumm,
und steht wie Totes Holz und rastet,
Bis öffnet sich ein schwarzer Schlund
aus dem er dann so etwa startet:

Du, junger Bursch’ hast nicht verfehlt
Den Weg, den du bei mir erfragst
Dein einzig Fehler ist, dass STEHST
Du hier vor meinem alten Ast.

Ich bin zwar weis’. Das weiß ich auch
Und weis’ sind meine alten Äste.
Doch stehe ich hier, vor diesem Wald,
Und bin mir selbst, der Nächste.

Deshalb ist meine Weisheit Trug,
da ich Sie selbst behalte.
Nutz’ deine Beine, sei doch Klug!
und suche nun das Weite.

Dein Ziel sei stets dein Weg.
So wollt’s auch deine Heimat.
Geh stets allein, und such’ auch keinen schmalen Steg
der einen scheinbar leichten Sieg bereitet.

Wenn du nun meinem Wort nicht glaubst
und hoffst etwas zu finden,
Wirst finden du ganz sicher, was
Dich sicher wird dann schinden.

So lauf nun, junger Bursch und flieh,
Sieh nicht zurĂĽck zum weisen Baume
und bleib auch niemals wieder stehen
Geh! einfach und benutz die Beine.


___________________________

Ich bitte um ehrliche Verbesserungsvorschläge oder Kommentare...!
__________________
Ich schneid' mir Kopf un Glieder ab,
damit mir neue, größ're wachsen.

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Haki
Guest
Registriert: Not Yet

Hallo Mischa Ort,


zu deinem Gedicht:

Zwei grundlegende, groĂźe Probleme sehe ich in deinem Text. Zum einen die
Länge
und zum anderen der
Rhytmus

Um es mal deutlich anzusprechen. Dein Gedicht gleicht keinem Gedichte mehr. Es ist vielmehr eine Geschichte, langatmig erzählt. Nun ist es so, dass ein Gedicht in so wenig Wörtern wie möglich(!!) versuchen sollte, das Thema zu transportieren. Ich denke da solltest du unbedingt Dichte in dein Gedicht bringen. Überlege, was unabdingbar und was unnütz ist. Fasse dich kurz. Wichtig erscheinen mir der Baum, seine Weisheit könntest du ganz simpel mit der Umschreibung "alt" ausdrücken; dein Lyrisches Ich, das vermutlich auf der Suche nach Rat ist(da reicht auch zunächst einfach ein Umherirren und dann das Erblicken des Baumes, der ihn, alt und imposant, beeindruckt). Dann natürlich als Pointe irgendwie deinen Baum sprechen lassen. Das war's. Das sollte in 3-4 Strophen mit jeweils 4Zeilen allemahl machbar sein.

Zum Rhytmus. ich weiß nicht, ob es dir aufgefallen ist, mir jedenfalls hat man es bereits ans Herzen gelegt, aber das Versmaß oder die Metrik sind bei einem GEdicht ungeheuer wichtig. Gewöhnlich handelt es sich um sich immer abwechselnde betonte und unbetonte Silben. Auf Begriffe wie Jambus Trochäus, Daktylus will cih nicht näher eingehen.

Ich versuche dir meine Kritik an deiner ersten Strophe zu erklären:
o=betont
x=unbetont

Ein junger Bursch ging seines Weges,

Da "junger" auf der ersten Silbe betont wird, muss "ein" unbetont bleiben. so ergibt sich folgendes VersmaĂź
xoxoxoxox

bis er am Rande eines Waldes eine Eiche sah.

nun ist es so, dass deine endsilbe im ersten vers unbeont war, nun mĂĽsste eigentlich die erste silbe des zweiten verses betont sein, ist aber um "ihretwillen" unbetont, da ansonsten das "Rande" falsch betont bliebe. DU erkennst hier schon, dass im Vergleich zum ersten Vers zu viele Silben vorhanden sind.
xoxoxoxoxoxoxo

Er ging zum Baum und sprach ein Wort, ein reges,

es muss zumindestens ĂĽbereinstimmend mit dem vers, auf das es sich reimt, sein.
xoxoxoxoxox

das er hervorbracht’ in einer schönen Weise dar:

hier erkennt du, dass es zum einen unregelmäßigkeiten gibt, die beim lauten vorlesen "stolpern machen", und zum anderen es erneut keinem versmaß der vorherigen verse gleciht
xoxoxooxoxoxo


Hieran erkennst du dein problem. Es wĂĽrde dir m.E. sehr helfen, wenn du deine Gedichte laut vorlesen wĂĽrdest. Achte auf die Form, sie ist sehr wichtig.

So das zu den zwei Hauptpunkten.

DarĂĽberhinaus halte ich einige Reime fĂĽr misslungen, ich denke du siehst das auch so.
Hier ein Beispiel:


Du, junger Bursch’ hast nicht verfehlt
Den Weg, den du bei mir erfragst
Dein einzig Fehler ist, dass STEHST
Du hier vor meinem alten Ast.

So damit hast du wohl erstmal genug zu tun.
Nimm das alles nicht persönlich, es soll dir nur helfen dein Gedicht zu verbessern. Ich selbst lerne auch an dieser Form und beiße mir an ihr die Zähne aus. Es ist nicht einfach, aber die Theorie muss verstanden und in der Zukunft beherrscht werden.

Ich kann wieder einmal besser kritisieren, als schreiben...

Naja.

Freundliche GrĂĽĂźe und viel SpaĂź beim HerumtĂĽfteln,
haki

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