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Leselupe.de > Kurzgeschichten
Die Frau des Staatsanwalts
Eingestellt am 04. 05. 2012 14:51


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gerian
Festzeitungsschreiber
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"Lassen Sie mich da vorn an der Ampel raus. Nee ist schon recht so..., der Rest ist f√ľr Sie", rief sie dem Taxifahrer zu. "Passen Sie gut auf sich auf...," schrie er ihr hinterher. Vergebens. Lena h√∂rte ihn nicht mehr. War l√§ngst auf und davon. Dann stand sie endlich vor dem Haus. Sah das vertraute Fenster und l√§chelte.
Sie hastete zum Haustor. Hier im Halbdunkeln f√ľhlte sie sich sicher, atmete ruhiger. Sie blickte noch einmal zur√ľck. Nichts. Niemand war ihr gefolgt oder beobachtete sie.
Erleichtert eilte sie treppaufwärts.
Es war nicht das erste Mal, dass sie den gefahrvollen Besuch wagte.
Endlos, endlos erschienen ihr die Treppen zur Wohnung des Geliebten. Mit jeder Stufe wuchs die Angst empor, in der auch Verlangen brannte.
Alles zerrann, als sie sich in den Armen lagen.
Beinahe willenlos gab sie sich ihm hin. Ein fl√ľchtiger Rausch nur, der j√§h endete, als sie wieder heim wollte.
Als sie die Trepppe hinunter eilte, graute sie sich davor, ihrem Mann gleich Gewohntes vorzuspielen.
Sie konnte das alles nicht mehr ertragen.
Vor ihren Augen tanzten Nebelkreise. Ihre Kniee froren starre Kälte. Eine einzige Stufe wären ihr jetzt zu viel gewesen. Sie klammerte sich verzweifelt am Treppengeländer. Halt zu suchen.

Kennengelernt hatten sie sich auf einer dieser langweiligen Juristen-Party.
Ohne es wirklich zu wollen oder sonderlich dar√ľber nachzudenken, tat sie es. Aus purer Neugierde.
Lena wurde Jörgs Geliebte.
Sie konnte nicht mehr von ihm lassen. Genoss es, auf eine Art verwöhnt zu werden, wie sie es bisher nicht kannte.
Unbek√ľmmert lie√ü J√∂rg ihr Blumen nach Hause schicken. Den Begleitbrief versteckte sie heimlich in ihrer Schatulle. Es schmeichelte ihr, wie er sie begehrte.
Lena besuchte ihn immer wieder. Trotz der Gefahren, die ihr drohten.

Sie wollte einfach weg hier.
Rannte die Treppe hinunter.
"Tschuldigung...",stammelte sie verwirrt. Eine junge Frau versperrte ihr den Ausgang.
"Ha, jetzt hab ich Sie endlich erwischt, Frau Lena!"
"Kennen wir uns?"
"Nee".
"Was wollen Sie von mir?"
"Meinen Freund..., lassen Sie mir meinen Freund..., J√∂rg geh√∂rt mir", forderte die Verr√ľckte.
Lena zweifelte.
Hatte er ihr das hier verschwiegen? Jörg ein Verräter? Unvorstellbar!
"Lassen Sie mich vorbei...," forderte Lena.
"Halt, so leicht kommen Sie mir nicht davon. Ich verpfeif Dich bei deinem Mann, dem feinen Staatsanwalt... Los her damit. Raus mit dem ganzen Geld und die Tasche da dazu, los her damit,"schrie die Fremde.
"Nein lassen Sie mir meine Tasche, sie ist ein Geschenk meines..."
Lena hielt inne.
Dann war sie sich sicher: ¬īDiese da ist ein Erpresserin¬ī
Diese Frau wird mich quälen, immer wieder quälen, so lange, bis ich alles verloren habe.
Lene fror.
Hatte sie alles auf¬īs Spiel gesetzt? Ihren Mann, ihre Ehe, ihre Kinder? Und nun alles verloren?
Verzweifelt r√ľckte sie alle Geldscheine heraus und die edertasche dazu.

`Niemals mehr, nein niemals mehr werde ich dieses Haus betreten!"
Ich will nach Hause, nach Hause zu meinen Lieben, zur√ľck sein, bevor die Kinder aus der Schule kommen.
Sie fl√ľchtete davon.
Ihr war, als verfolgten sie fremde Blicke auf der Stra√üe. ¬īFort hier, nur fort hier!
Sie f√ľrchtet sich vor der Boulevarzeitung, in deren Lettern sie an den Pranger gestellt schien: "Die Frau des Staatsanwaltes hat eine Aff√§re." Sie alle in der Stadt erf√ľhren es.
Sie konnte nicht mehr.
Ihr war schwarz vor Augen. Suchte Halt an der Ampel.
"Ist Ihnen nicht wohl?", hörte sie Jemandem hinter sich fragen. Sie blickte sich um, sah in das Gesicht einer hämisch grinsenden Frau. Jörgs Freundin.
Und dahinter ein anderes, vertrautes Gesicht..."
Nein, ich will es nicht mehr wissen, rebellierte es in ihr.
Lena rannte los.
"Bleiben Sie stehen... halt... Rot...!"
Sie lief, lief um ihr Leben.
Dann war es stockdunkel.
Die kreischenden Autoreifen hörte Lena nicht mehr.

Sie wachte auf und sah ihren Mann.
Er saß an ihrem Krankenbett.
"Du hattest einen Unfall..., Gehirnersch√ľtterung..., Knochenbruch."
"Nein du bist nicht tot."
"Die Frau wird dich nimmer mehr belästigen..."
"Sie, diese Frau, spielte eine Rolle..., f√ľr mich."
"Ich wollte dich nicht verlieren..."
"Verzeih!"

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KaGeb
Guest
Registriert: Not Yet

Ein paar Vorschläge:
rot = Verbesserungsidee
blau = Anmerkungen


"Lassen Sie mich da vorn an der Ampel raus. Nee, ist schon recht so..., der Rest ist f√ľr Sie", rief sie dem Taxifahrer zu. (Cut=Neue Zeile. Gerade bei direkter Rede mit Personenwechsel vereinfacht es so das Lesen)
"Passen Sie gut auf sich auf...," schrie er ihr hinterher. Vergebens. Lena hörte ihn nicht mehr. War längst auf und davon. Dann stand sie endlich vor dem Haus. Sah das vertraute Fenster und lächelte.
Sie hastete zum Haustor. Hier im Halbdunkeln f√ľhlte sie sich sicher, atmete ruhiger. Sie blickte noch einmal zur√ľck. Nichts. Niemand war ihr gefolgt oder beobachtete sie.
Erleichtert eilte sie treppaufwärts.
Es war nicht das erste Mal, dass sie den gefahrvollen ("gefahrvollen" finde ich mit der Nase draufgestupst. Spannungsaufbau mit dem Ergebnis von "Gefahr" will der Leser selbst entscheiden. Vielleicht besser sowas wie: so einen) Besuch wagte.
Endlos, endlos erschienen ihr die Treppen hier besser "Stufen" wählen. Viele Stufen sind eine Treppe :-) zur Wohnung des Geliebten. Mit jeder Stufe wuchs die Angst empor, in der auch Verlangen brannte. Mit jeder wuchs die Angst, doch auch ihr Verlangen.
Alles zerrann, als sie sich in den Armen lagen.
Beinahe willenlos gab sie sich ihm hin. Ein fl√ľchtiger Rausch nur, der j√§h endete, als sie wieder heim wollte. bis sie weg musste.

quote:
Als sie die Trepppe hinunter eilte, graute sie sich davor, ihrem Mann gleich Gewohntes vorzuspielen.

Der Satz liest sich ziemlich langweilig. Derartige Zerrungen schaden der Geschichte und nehmen leider jegliche Spannung raus. K√ľrze das doch auf ein minimales:
Zu ihrem Mann.
Diese Variante lässt den Leser entscheiden, wie er mit dieser Information umgeht. Das birgt Vorteile wie z.B. verschiedene Denkansätze: Ist "Sie" etwa eine Ehebrecherin? Ist "ER-der Ehemann" ein Scheusal? Nur mit derartig aufgebauten Leserhinterfragungen kommt ein Spannungsmoment in den Text.

quote:
Sie konnte das alles nicht mehr ertragen.
Vor ihren Augen tanzten Nebelkreise. Ihre Kniee froren starre Kälte. Eine einzige Stufe wären ihr jetzt zu viel gewesen. Sie klammerte sich verzweifelt am Treppengeländer. Halt zu suchen.

Auch diesen Absatz finde ich v√∂llig √ľbertrieben und unglaubw√ľrdig, zumal du Wortf√ľgungen verwendest, die keinen Sinn ergeben.

quote:
Sie konnte das alles nicht mehr ertragen.


Alles bereits verraten. Warum? Lass den Leser selbst entscheiden, ob die Prot. das ertragen kann oder warum nicht.

quote:
Vor ihren Augen tanzten Nebelkreise.

Was sind Nebelkreise? Dieses Bild sehe ich nicht!

quote:
Ihre Kniee froren starre Kälte. Eine einzige Stufe wären ihr jetzt zu viel gewesen. Sie klammerte sich verzweifelt am Treppengeländer. Halt zu suchen.

Wie können Knie starre Kälte frieren? Und wieso wäre eine einzige Stufe plötzlich zu viel, wo sie doch die Treppe runtereilt? Logikfehler!

Hier stoppe ich erst mal mit Ideen, da ich zum einen nicht wei√ü, ob diese krasse Form dir recht ist, und ich zum anderen der Meinung bin, dass auch der weitere Textverlauf dringend √ľberholt werden sollte.

Bin mal auf deine Meinung gespannt!

LG

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gerian
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Konstruktiv!

Hallo KaGeb,

danke f√ľr die konstruktive Kritik. So stelle ich mir hier qualitative Arbeit vor.
Ich stimme dir zu, der Leser will selbst entscheiden. So habe ich den Spannungsbogen entsch√§rft, statt zu steigern. Auch danke ich f√ľr den Hinweis auf die nicht logischen S√§tze und verquerten Konstruktionen.
Fazit:
Ich werde an einer neue Version basteln.

LG
Gerian

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gerian
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Die Frau des Staatsanwalts

Lena wagte es immer wieder.
Während sie die Stufen zu seiner Wohnung emporstieg, wuschs mit jeder ihre Angst und zugleich ihr Verlangen.
Alles zerrann, wenn sie sich abermals in den Armen lagen.
Sie gab sich ihm willenlos hin.
Ein fl√ľchtiger Rausch nur, der immer wieder j√§h zerbrach, wenn sie heim musste.

Kennengelernt hatte sie ihn auf einer dieser langweiligen Juristen-Partys.
Der Mann mit dem Saxophon war ihr gleich aufgefallen. Leidenschaftlich, wie er spielte. Voller Inbrunst. Als er zu ihr her√ľber schaute, l√§chelte sie zur√ľck.

Dann tat sie es einfach.
Ohne es wirklich zu wollen oder sonderlich dar√ľber nachzudenken. Aus purer Neugierde.
Fortan genoss sie es, von ihm verwöhnt zu werden.
Er schickte ihr Blumen.
Die Briefe versteckte sie in der Schatulle.

Doch jetzt wollte sie heim zu ihrem Mann.
Wieder empfand sie ihre Angst, er käme dahinter.
Sie hastete die Treppen hinunter.
Am Hausausgang versperrte ihr eine junge Rothaarige den Weg.
"Tschuldigung", stammelte Lena.
"Lassen Sie mir meinen Freund Jörg, er gehört mir!"
Lena war best√ľrzt.
Jörg hatte eine Geliebte. Er hatte es ihr verschwiegen!
"Lassen Sie mich vorbei. Was wollen Sie von mir?"
"R√ľck deine Kohle raus, oder ich verpfeif dich bei deinem sauberen Staatsanwalt, du Hure!"
Verzweifelt gab sie, was sie hatte.
Die Person machte ihr den Weg frei. Lena fl√ľchtete. Sie wollte nur noch heim, bevor die Kinder aus der Schule k√§men.
An der Ampel machte sie halt.
Ihr war schwarz vor Augenl. Sie suchte halt an einem Laternenpfahl.
Sah die Schlagzeilen in der Presse.
"Ist Ihnen nicht wohl?"
Lena drehte sich um und sah das Gesicht der jungen Frau von eben. Dahinter...? Nein, das konnte nicht sein... Sie sah ihn, ihren Mann.
Lena rannte los.
"Halt, bleiben Sie stehen... Rot!"
Lena hörte nichts mehr.
Dann war es auf einmal stockdunkel um sie. Die kreischenden Autoreifen hörte sie nicht mehr.
Als sie aufwachte, sah sie ihren Mann. Er saß an ihrem Bett.
"Du hattest einen Unfall."
"Nein, du bist nicht tot."
Lena versuchte ihm die Hand zu reichen. Sie griff ins Leere.
"Die Frau wird dich nicht mehr bel√§stigen..., verzeih, sie spielte eine Rolle..., f√ľr mich. Ich wollte dich nicht verlieren."

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