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Die Freiheit - als eine schöne Kunst betrachtet
Eingestellt am 12. 08. 2005 14:19


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freifrau von löwe
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Die Freiheit - als eine schöne Kunst betrachtet

Ein Essay zum Schillerjahr 2005, ausgeschrieben von der Stadt Weimar


In einer Zeit, in der die Werte so wandel- und dehnbar geworden sind, wie in kaum einer anderen Epoche und einer Welt, in der der von Hunger und Kriegen bedrohte Teil der Bevölkerung beinahe täglich wächst, hängt die Definition des Begriffes „Freiheit“ und seine Bedeutung mehr denn je davon ab, auf welchem Kontinent und in welchem sozialen Umfeld wir aufwachsen und leben. Dem politisch Verfolgten, dem in seiner Menschenwürde Verletzten, dem Inhaftierten wird die Freiheit eine Notwendigkeit oder sogar eine Überlebenschance bedeuten, wo hingegen sie dem mitteleuropäischen Angestellten nur im besten Falle eine Kunst ist.

Der Freiheitsbegriff wird ihm vom Standpunkt seiner wirtschaftlichen und sozialen Privilegien aus gesehen auf den ersten Blick vielleicht sogar ein wenig antiquiert erscheinen. Wie wenig verstaubt er jedoch auch hierzulande in Wirklichkeit ist, zeigen uns vor allem die jüngeren Generationen, die sich mit Lehrstellenmangel, Perspektivlosigkeit und Sinnfragen auseinander setzen müssen und die Situation in den Schulen und Familien.

Die Kunst, von ihren Anfängen in Arbeit, Religion und Ritual abgespalten, gedeiht nur auf sattem Boden gut und obwohl wir alle im Laufe unseres eigenen Individuationsprozesses der Frage, was Freiheit uns bedeutet, begegnen, ist sie mit all ihren unbequemen Erkenntnissen und Konsequenzen kaum ein Alltagsgegenstand geworden.

Bei der Beantwortung der Frage, inwieweit die Kunst eine Wahlverwandtschaft mit der Freiheit eingehen kann, bleiben wir unweigerlich an der Definition des Begriffes an sich hängen. Was also heißt Freiheit überhaupt und inwieweit ist sie für den Einzelnen bzw. innerhalb einer Gesellschaft zu verwirklichen?
Wie wenig der Freiheitsbegriff trotz aller Aktualität zu einem Allgemeingut geworden ist oder überhaupt in bewusste Überlegungen eingeht, geschweige denn im Zusammenhang mit Begriffen wie Moral und Ethik steht, zeigen Teilantworten wie „Freiheit ist die Fähigkeit, selbständig Entscheidungen zu treffen“, „Demokratie“ oder sogar „Freiheit bedeutet, zu tun, was man will“ und „keine Verpflichtungen zu haben“. Sicher können das alles Teilaspekte, Voraussetzungen und Merkmale der Freiheit sein, doch was ist eine Freiheit, die sich von der Verantwortung für sich selbst und andere ablöst und für die Verantwortung und Disziplin gleichbedeutend sind mit Unterdrückung und Unfreiheit?

Eine so verstandene Freiheit führt den Einzelnen in eine Existenz, die sich ausschließlich an der eigenen Bedürfnisbefriedigung orientiert und diese - seine Maxime – auf Kosten von Sozialisation und einer wirklichen Individuation zum Götzen erhebt.

Der moderne Begriff von Freiheit impliziert bereits einen Gewaltmoment. Beispiele aus der Geschichte belegen nicht nur, dass das Hinwegsetzen über Freiheit und Menschenwürde zu Despotismus und Tyrannei führt, sondern auch, dass sich alle noch so liberalen Freiheitsideale auf dem Pulverfass einer Insurrektion radikalisieren und mit der gleichen Art von Machtausübung agieren, wie die zuvor bekämpften Tyrannen.

Diese Erkenntnis ist so wenig neu wie die Erfindung des Rades, denn bereits in den Hermetischen Prinzipien finden wir im Lehrsatz über das Gesetz des Rhythmus: „Alles fließt aus und ein, alles hat seine Gezeiten, alle Dinge steigen und fallen, das Schwingen des Pendels zeigt sich in allem; das Maß des Schwunges nach rechts ist das Maß des Schwunges nach links; Rhythmus kompensiert.“ [Hermetische Lehrsätze, 7. Prinzip]
Bezogen auf das Thema Freiheit bedeutet dies also, dass der Drang danach in ebenso starkem Maße besteht, in dem wir in Unfreiheit leben, bzw. auf der Handlungsebene: Die Gewalt einer Insurrektion im Namen der Freiheit ist ebenso groß, wie die der voran gegangenen Tyrannei, denn Rhythmus kompensiert immer ein Übermaß zum einen oder zum anderen Pol hin. Das heißt also, dass beide Pole (Freiheit und Unfreiheit) auf der Ebene des Erlebens sehr dicht beieinander liegen und einer Gesetzmäßigkeit folgen.

Nietzsche formulierte es so: „Wonach misst sich die Freiheit, bei Einzelnen, wie bei Völkern? Nach dem Widerstand, der überwunden werden muss, nach der Mühe, die es kostet, oben zu bleiben. Den höchsten Typus freier Menschen hätte man dort zu suchen, wo beständig der höchste Widerstand überwunden wird...“

Die Kunst besteht jedoch nicht darin, auf das Pendel zu steigen und die Kraft des schon begonnenen Rückschwunges zu nutzen. Um zu erfahren, inwieweit Freiheit als eine Kunst betrachtet werden kann, müssen wir uns nicht nur wieder dem Einzelnen zuwenden, da ein Staat ebenso aus Einzelwesen und deren Interessen besteht, sondern uns auch die Frage stellen, inwieweit Freiheit und humanistische Emanzipation als Individuum zu verwirklichen sind und ob das Kollektiv oder die Gesellschaft, deren Interessen sich mitunter erheblich von denen des Individuums unterscheiden, dabei förderlich oder eher hinderlich ist.

Was bedeutet Freiheit für den Einzelnen? In der zunehmenden Vertechnisierung und Verwissenschaftlichung der Gesellschaft und dem damit einher gehenden Verlust von sozialen Kontakten, Gemeinschaft, Ritual und Religion im Sinne von Religio = Urbindung, wird er dazu ebenso wenig Orientierungspunkte außerhalb von sich selbst finden, wie geistig-humanistische Ideale.

Die Voraussetzung für eine individuelle Definition kann somit vorerst nur in einer erhöhten Aufmerksamkeit liegen und in der Reflexion seiner Lebensumstände, die ihn in seinem Wollen und Wachsen fördern bzw. beschränken (zwei Pole). Genau an diesem Punkt legt er den Grundstein der Kunst.

Die objektive Betrachtung der eigenen Interessen, Chancen und Hindernisse sowie das nötige Interesse an der individuellen Evolution und der Akzeptanz der damit einher gehenden Unbequemlichkeit, setzt bereits einen gewissen Grad an humanistischer Reife voraus und bildet die Basis für alle weiteren Überlegungen. Ist er an diesem Punkt angelangt, so ist er vergleichbar mit dem Entfesselten aus Platons Höhlengleichnis und befindet sich bereits auf dem Weg in den „denkbaren Raum“, in dem er mehr oder weniger schmerzhaft erkennen muss, dass alles das, was er bisher zu wissen glaubte, einem Nichtwissen gleich kommt.

Er wird traditionelle Werte und Überlieferungen und deren Wertigkeit für sich selbst in Frage stellen und wird – wenn überhaupt – nur über den Weg der Kompensation wieder zu einer friedlichen Vereinigung mit ihnen gelangen. Auf diesem Weg aber wird er nicht nur Manipulationsmuster von außen erkennen und bekämpfen, sondern im fortgeschrittenen Stadium auch Selbst-Sabotageakte, Vermeidungshaltungen und selbstschädigende Verhaltensmuster aufdecken, die der ausschließlichen Bedürfnisbefriedigung angehören, was insgesamt zu einer Transzendenz dieser Bedürfnisse und der Relationen führt, in der sie gelebt werden, sowie zu der Erkenntnis, dass Freiheit, im Sinne von Autonomie und Individualisation, eines Rahmens, einer Gesetzgebung bedarf, die sich durch Sittlichkeit und Ethik definiert.

Er wird erkennen, dass der moderne Freiheitsbegriff nichts gemeinsam hat mit Verantwortung und Ethik und dass im Gegensatz dazu Verantwortung für sich selbst und andere nicht im Widerspruch zur Freiheit steht.

Auf diese Weise wird er den Schritt vom „Herdentier“ zum Individuum vollziehen und in der Lage sein, weitgehend unabhängig von Projektion und Manipulation durch Schuld und das gezielte Bedienen seiner Sehnsüchte, zu leben. Doch gerade die Bedürfnisse und Sehnsüchte werden nicht länger unbewusst nach Befriedigung in ihm verlangen – im Gegenteil: sein Status als Individuum wird ihm bewusster sein, als jemals zuvor und er wird mehr denn je erfahren, was Rainer Maria Rilke meinte, als er schrieb, dass wir alle „unaussprechlich allein sind“. Er wird sich selbst zuliebe den Mittelweg wählen zwischen Fanatismus und Bequemlichkeit, zwischen Vernunft und Instinkt und zwischen Festhalten und Loslassen und seine Entscheidungen und Handlungsweisen immer aufgrund eigener Überlegungen und unter Berücksichtigung von Ursache und Wirkung für das Ganze überprüfen.

Was aber fängt ein Kollektiv oder eine Gesellschaft mit einem freien Individuum an, bei dem die üblichen Manipulationen zu einem Großteil nicht mehr greifen, dem man weder mit Vereinzelung und Ausschluss aus der Gemeinschaft drohen, noch mit einer echten oder vorgetäuschten Bedürfnissbefriedigung ködern kann, weil es sich bereits selbst bis zu einem gewissen Grad ausgeschlossen und ein Bewusstsein über seine wirklichen Bedürfnisse erlangt hat bzw. auch Wege gefunden hat, diese zu befriedigen? Das Individuum braucht ja die Gemeinschaft und soziale Kontakte trotzdem, auch wenn das Ausmaß der Abhängigkeit ein anderes, unmittelbareres geworden ist. Es interagiert ja trotzdem mit der Umwelt und dem „Du“ und es braucht seinen ganzen Mut, eine gesunde Prise Idealismus und seine Entschlossenheit, auch inmitten von „Herdentieren“ ein Individuum zu bleiben und seine Freiheit zu bewahren.

Es liegt nahe, dass ein Staat oder eine Gemeinschaft aus machtpolitischen und wirtschaftlichen Interessen, wenig Engagement und Mittel daran verschwendet, seinen Angehörigen und Mitgliedern diese Freiheit in die Wiege zu legen und sie zu autonomen Individuen zu erziehen. Bestenfalls wird sich der Einzelne weder behindert, noch gefördert finden. Ein Staat bzw. eine Gemeinschaft wird seiner Aufgabe, Mittel zur Weiterentwicklung der Menschheit zu sein, nur dann gerecht werden, wenn er seine „Elternrolle“ mit Verantwortungsbewusstsein trägt, denn so wichtig die Beschneidung eines Individuums von außen für seine Entwicklung sein kann, so bedeutungsvoll ist doch ebenso eine Erziehung und Bildung zu Humanität und Individuation.

Die Idee, Freiheit und damit alle Vor- und Nachteile, die sie mit sich bringt, eingeschlossen, als eine Kunst zu betrachten, findet also ihre Realisierung für den Einzelnen zu allererst darin, gleichzeitig ein Individuum und ein gesellschaftsfähiges Wesen zu werden und zu bleiben.

Doch selbst nach vollzogenem Ausgleich zwischen Autonomie und Sozialisation befindet sich das Individuum noch immer zwischen zwei Polen, die es mit permanenter Aufmerksamkeit auszugleichen gilt, so dass wir uns fragen müssen, ob Freiheit und die Kunst, sie zu leben, darin besteht, die Wahl zu haben (und es zu wissen) und ob es genügt, zwischen Aufmerksamkeit und Bequemlichkeit zu wählen und das Ausgewählte konsequent umzusetzen.

Nach vollzogenem Ausgleich hat das Individuum die permanente Aufmerksamkeit gewählt, deren Gegenteil die Unaufmerksamkeit ist, die in unserem Beispiel mit einem Zurückfallen in die „Herde“ gleichzusetzen wäre. Eine bewusste Wahl und eine daraus folgende konsequente Umsetzung, ist hier dauerhaft unmöglich, denn das Pendel des Rhythmus verweilt niemals an einem von beiden Polen. Wählt man den einen, wählt man damit gleichzeitig auch den anderen, denn sie sind untrennbar miteinander verbunden. Niemand kann also permanent aufmerksam sein. Das Problem der Polarität findet sich auf allen Ebenen und in allen Bereichen des Daseins wieder, so dass wir – mit dem Wissen um das Gesetz des Rhythmus – immer und unabhängig von unserer bewussten Wahl zwischen zwei Extremen und in den dazwischen liegenden Schattierungen leben.

Wenn wir also Kunst als einen Begriff definieren, welcher etymologisch aus dem mittelhochdeutschen Können abgeleitet ist, und das Können als eine Gabe oder Fähigkeit, deren Besitzer ein Könner oder ein Meister auf seinem Gebiet ist, kommen wir auch ohne den Hang zum Mystizismus zu der Frage, worin die Meisterschaft im Dasein innerhalb der Polarität besteht.

Eine Antwort darauf finden wir in der buddhistischen Philosophie. Das Ziel eines Buddhisten ist es, sich durch die Entwicklung von Ethik und Weisheit vom Rad des Leidens und der Wiedergeburt zu befreien, den erleuchteten Zustand des Nirwana und damit die Meisterschaft über das Dasein innerhalb der Polaritäten zu erlangen. Dieser Anschauung zufolge entsteht das Leiden durch das Begehren und das Anhaften an weltlichen Dingen, Ideen und Vorstellungen und der damit verbundenen Illusion des „Ich“. Der Wandel, der sich nur innerhalb der Polaritäten vollziehen kann, und das Begehren fügen dem „Ich“ Schmerzen zu, denn naturgemäß begehren wir die Freude, das Glück, den Reichtum, die Gesundheit, den Frieden, die Liebe usw., was alles nur eine Seite der Medaillie, einen Pol widerspiegelt. Schmerzen erleiden wir bei dem Auftreten eines Mangels daran, so dass es immer die selben Dinge sind, die uns erfreuen und glücklich machen, wie die, die uns traurig und unglücklich machen. Dem zufolge gibt es nur außerhalb des Wandels einen unbeweglichen Punkt, an dem weder Leiden noch Begehren existieren: das Nirwana.

Eine Freiheit innerhalb der Polarität ist also nur eingeschränkt zu verwirklichen und immer mit der Gefahr einer erneuten Unfreiheit verbunden, gleichgültig ob es sich dabei um ein Individuum oder einen Staat bzw. eine Gemeinschaft handelt.

Bemühen wir zusätzlich noch das hermetische Prinzip der Entsprechung: „Wie oben - so unten, wie innen - so außen, wie der Teil - so das Ganze.“ [Hermetische Lehrsätze, 2. Prinzip], können wir behaupten: Wie das Individuum, so die Gesellschaft, in der es lebt und umgekehrt, bzw. die Werte, Vorstellungen und Ziele des Einzelnen spiegeln sich in der gesellschaftlichen Lebensweise, Politik und Kultur wider und umgekehrt?
Wenn das wahr ist, so gelangen wir auf der Suche nach der Verwirklichung von Freiheit im Sinne von Autonomie und Individuation zur klassischen Huhn-Ei-Frage, denn ohne einen Impuls, der diese Statik in eine Dynamik wandelt, müssen wir dem Einzelnen eine individuelle Fortentwicklung ebenso absprechen, wie der Gemeinschaft oder dem Staat eine allmähliche Evolution in Richtung der humanistische Ideale.

Doch daraus folgt noch eine zweite Schlussfolgerung: Wenn das wahr ist, so ist selbst die Möglichkeit einer Realisierung der unerreichbar erscheinenden Ideale von Beginn an vorhanden, und so, wie ein Samenkorn bereits alle Informationen der komplett ausgebildeten Pflanze enthält, so enthält der Mensch ebenso die Anlage, seine Ideale – den Samen, die Idee – zu verwirklichen.

Wenn wir die Freiheit als eine Kunst betrachten wollen, besteht die Kunst also darin, all diese Zusammenhänge zu erkennen und das Außergewöhnliche zu wagen, Impulsgeber und Katalysator zu sein?

Abgelöst von Religion und Spiritualität steht der heutige Kunstbegriff für „eine nicht primär durch ihre Zweckmäßigkeit, sondern durch ihre unterschiedlich verstandene Ästhetik geprägte“ Form der Gestaltung [Wikipedia Enzyklopädie].

Ein Spaziergang durch die Geschichte, mit Ausblick auf Gerichtsprozesse gegen Maler und Publizisten, Indizes und Bücherverbrennungen zeigt, dass Kunst ein Impulsgeber und Katalysator ist, deren gesellschaftlich-politische Zensur kongruent ist mit dem Maß an Totalität der regierenden Macht. So verwirklicht sich Freiheit also auch in der Kunst und diese wiederum erblüht in ihrer ganzen Vielfalt nur dort, wo Freiheit ist, die mehr beinhaltet, als die Befriedigung existentieller Notwendigkeiten.

Zusammenfassend können wir somit festhalten, dass sich die Kunst der Freiheit – gelebt oder ideell – in mehrere Verwirklichungsschritte oder Kategorien aufteilen lässt:
Der Einzelne muss es wagen, sich auf seinem Weg zur Freiheit und Individuation aus Platons Höhle der Schatten zu befreien und sich von „den Gefesselten“, die die Schatten an den Wänden für real halten, absondern, um die Möglichkeit zu haben, auszumachen, was real ist und was er bisher – gleich der Herde – dafür hielt. Dies ist für ihn die Zeit der Reflexion des Alten und Neuen sowie seine persönliche Beziehung dazu und bildet die Basis für eine Freiheit, die einmal als eine Kunst betrachtet werden kann.

Die wahre Kunst der gelebten Freiheit nimmt erst innerhalb des Reifegrades ihren Anfang, in dem der Balanceakt zwischen Absonderung und Integration, zwischen Bedürfnisbefriedigung und Verantwortung ihren Abschluss gefunden hat und zu einer dauerhaften Stabilität führen soll, und nach der Erkenntnis, dass dies innerhalb der Polaritäten nicht zu verwirklichen ist, sondern entweder nur mit Rückschlägen oder mit Hilfe des Transzendierens aller Vorstellungen gemeistert werden kann.
Und so, wie das Erschaffen von Kunstwerken immer eine Gabe von Einzelnen sein wird, ist es die als Kunst gelebte Freiheit ebenfalls, so dass wir dem Ausspruch Nietzsches recht geben können, dass „es immer noch die Zeit der Einzelnen ist“. [Menschliches II Wanderer 350]

Seiner Behauptung jedoch, dass nur dem „veredelten Menschen“ die Freiheit des Geistes gegeben werden dürfe, müssen wir widersprechen. Ihm muss man sie nicht mehr geben, denn er besitzt sie schon längst.
__________________
Freifrau von Löwe

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MDSpinoza
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In einem Punkt irrst Du gewaltig: der Staat, sagt Lenin in einem Anfall von Ehrlichkeit, ist "eine bewaffnete Organisation zur Unterdrückung einer KLasse durch eine Andere". Mit anderen Worten, er ist ein Mittel zu einem Zweck. Staat und Gesellschaft sind zwei völlig verschiedene Dinge. Eine freie Gesellschaft kann ohne Staat auskommen, ein Kollektiv nicht, denn dort ist der Staat das Mittel, um Individuen auszugrenzen, zu "beschneiden" und, letztendlich, zu vernichten. Das uniforme Kollektiv, das Ideal des Sozialismus, sieht durch das freie Individuum pausenlos in Frage gestellt, und das nagt am Selbstverständnis. Getreu der Ideologie des Sozialismus ist das Individuum doch immer im Unrecht und das Kollektiv im Recht. Somit muß jeglicher Widerspruch gegen das Kollektiv im Keim erstickt werden.
Künstler sind meist ausgekochte Individualisten, auch im Sozialismus, wie paradoxerweise gerade Leute wie Eisenstein, Majakowski und auch Brecht et al. gelehrt haben. Sie werden immer im Konflikt mit dem Kollektiv stehen, einfach, weil das Kollektiv Neues per se ablehnt. Kunst entsteht, weil der Künstler sich einen Ausdruck verschafft, ob er dabei nun verhungert oder nicht.
Kunst entsteht nicht in einer "satten" Gesellschaft, sondern in einem hungrigen Geist.
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freifrau von löwe
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hallo spinoza,

vielen dank vorerst fürs lesen und für das kommentieren.

an dieser stelle werde ich eines ganz sicher nicht tun: über richtigkeit oder unrichtigkeit, vollständigkeit oder unvollständigkeit, ideologien oder künstler im allgemeinen diskutieren, obwohl das essay auch als diskussionsvorbereitung gelten kann. diese diskussion findet nich hier statt.

dieses thema ist so umfangreich, dass man ein buch darüber schreiben könnte und jeder wird es anders behandeln. das hier ist nur eine der möglichkeiten.

es ging auch nicht um ein "entweder - oder". hungrige geister gibt es auch in satten gesellschaften und ich versuchte, weit abstand zu nehmen von s/w-malerei.

möglicherweise irre ich mich - mit allem - aber das spielt keine rolle. es ist ein essay und erhebt damit weder den anspruch auf vollständigkeit, noch auf eine vollständige beantwortung des themas.

kritik am aufbau, an der formulierung etc. nehme ich jedoch gerne entgegen. dazu steht es hier drin.

bon nuit
eve
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jon
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Entschuldige, wenn es jetzt etwas haarig wird – vielleicht hab ich ab und an auch einfach den Faden verloren, weil mich wiedermal dem Irrtum aufsaß, einen "normal deutschen Text " zu lesen, und es in Wirklichkeit mit einem Philosophie-Fachtext zu tun hatte.
Ich habe die allermeisten Anmerkungen beim ersten Lesen gemacht – es kann also sein, dass deiner Meinung nach mancher Erklärung später noch kommt. Ich hab es trotzdem stehen lassen, weil es zeigt, wo ich gestolpert bin.



Die Freiheit - als eine schöne Kunst betrachtet

Ein Essay zum Schillerjahr 2005, ausgeschrieben von der Stadt Weimar


In einer Zeit, in der die Werte so wandel- und dehnbar geworden sind, kein KOMMA wie in kaum einer anderen Epoche KOMMA und einer Welt, in der der von Hunger und Kriegen bedrohte Teil der Bevölkerung beinahe täglich wächst, hängt die Definition des Begriffes „Freiheit“ und seine Bedeutung mehr denn je davon ab, auf welchem Kontinent und in welchem sozialen Umfeld wir aufwachsen und leben. Uff! Was für ein Monstersatz als Einstieg! Nicht nur von der puren Länge her. Der Ausdruck ist eher gehoben als einfach-prägnant (Bsp.: „der von Hunger bedrohte Teil der Bevölkerung wächst“ – „immer mehr Menschen hungern“) und du versuchst, „alles“ hier rein zu packen (Werte wandelbar wie nie, Werte dehnbar wie nie, Welt voll Hunger, Welt voll Krieg / Defintion von „Freiheit“ UND Bedeutung von „Freiheit“ {Die Definition* des Wortes KANN (m.E.) nicht situationsabhängig sein, nur wie es sich dann konkret darstellt – was du eventuell mit „Bedeutung“ meinst – variiiert.}) Dem politisch Verfolgten, dem in seiner Menschenwürde Verletzten, dem Inhaftierten wird die Freiheit eine Notwendigkeit Freiheit ist JEDEM eine Notwendigkeit – verwechsle „Freiheit“ nicht mit „Freiheit, einfach wegzugehen“ oder „Redefreihiet“ etc. – das sind nur spezielle Teile. Und verwechsle „Freiheit“ nicht mit „Menschenwürde“ (das hat nur mittelbar miteinader zu tun) oder sogar eine Überlebenschance bedeuten, wo hingegen sie dem mitteleuropäischen Angestellten nur im besten Falle „Nur im besten Fall“ oder „im besten Fall nur“? Bei beidem: Was ist der „nicht beste Fall“ und was ist ihm „Freiheit“ dann? (Den will ich sehen, der auf „Freiheit“ pfeift!) eine Kunst ist.

Der Freiheitsbegriff wird ihm vom Standpunkt seiner wirtschaftlichen und sozialen Privilegien aus gesehen auf den ersten Blick vielleicht sogar ein wenig antiquiert erscheinen. Wie wenig verstaubt er jedoch auch hierzulande in Wirklichkeit ist, zeigen uns vor allem die jüngeren Generationen, die sich mit Lehrstellenmangel, Perspektivlosigkeit und Sinnfragen auseinander setzen müssen und die Situation in den Schulen und Familien.

Die Kunst, von ihren Anfängen in Arbeit, Religion und Ritual abgespalten, Im Versuch, möglichst exakt zu sein, schickst du den Leser hier aus dem Text fort, damit er sich Gedanken darum mache, was hinter dieser Aussage steckt. Für die Aussage „Kunst gedeiht nur auf sattem Boden gut“ ist diese Präzision (die Aussage über den Ursprung von Kunst) unnötig. gedeiht nur auf sattem Boden gut und obwohl wir alle im Laufe unseres eigenen Individuationsprozesses der Frage, was Freiheit uns bedeutet, Moooment! Was hat das mit der gedeihenden Kunst zu tun? begegnen, ist sie mit all ihren unbequemen Erkenntnissen und Konsequenzen kaum ein Alltagsgegenstand geworden. Einspruch: Über kaum etwas dürfte ähnlich häufig geredet werden wie über „Freiheit“ – bestenfalls noch Sex und Essen.
PS: Der unvermittelte Sprung von „Freiheit“ zu „Kunst“ und wieder zurück irritiert (trotz Themenvorgabe), es wirkt „unrund“.

Bei der Beantwortung der Frage, inwieweit die Kunst eine Wahlverwandtschaft mit der Freiheit eingehen kann Wer sagt denn, dass sie das kann? Du solltest die Frage erstmal stellen, ehe du dich an die Beantwortung machst. Zumal du nicht einfach von „Verbindung zwischen…“ sprichst, sondern von „Wahlverwandtschaft“ – wie kommst du darauf?, bleiben wir unweigerlich an der Definition des Begriffes an sich hängenZu spät! Bevor du (vorn) über die „Bedeutung“* redest, hättest du über die Definition reden müssen. Höchstens noch: Kurz nachdem du über die „Bedeutung“ geredet hast, hättest du den Begriff auf den kleinen gemeinsamen Nenner – die Defintion – bringen müssen.. Was also heißt Freiheit überhaupt und inwieweit ist sie für den Einzelnen bzw. Wieso „bzw.“?innerhalb einer Gesellschaft zu verwirklichen?
Wie wenig der Freiheitsbegriff trotz aller Aktualität zu einem Allgemeingut geworden ist Einspruch: Über kaum etwas … (siehe oben)oder überhaupt in bewusste Überlegungen eingeht, geschweige denn im Zusammenhang mit Begriffen wie Moral und Ethik steht ? Da steht „Wie wenig … (Freiheit) im Zusammenhang mit … Ethik und Moral steht“. Meinst du nicht eher sowas wie: „Wie selten dieser Zusammenhang gedacht wird/den Menschen bewusst ist/erkannt wird …“?, zeigen Teilantworten wie „Freiheit ist die Fähigkeit, selbständig Entscheidungen zu treffen“, „Demokratie“ oder sogar „Freiheit bedeutet, zu tun, was man will“ und „keine Verpflichtungen zu haben“. Sicher können das alles Teilaspekte, Voraussetzungen und Merkmale der Freiheit sein, doch was ist eine Freiheit, die sich von der Verantwortung für sich selbst und andere ablöst und für die Verantwortung und Disziplin gleichbedeutend sind mit Unterdrückung und Unfreiheit?ARG! Hattes du nicht vorhin gerade gesagt, man bräuchte eine Defintion, bevor man weiterdiskutiert? Dann definier „Freiheit“ doch endlich mal und erzähl mir (dem Leser) nicht ständig, was Freiheit alles nicht ist oder nicht ganz ist! Bevor ich „Freiheit“ in Bezug zu Disziplin und Verantwortung etc. setzen kann, muss ich doch erstmal sagen, welchen der viele vielen „Freiheitsaspekte“, die du bis jetzt aufgezählt hast, ich für dieses „in Bezug setzen“ nehmen will…

Eine so verstandene Freiheit führt den Einzelnen in eine Existenz, die sich ausschließlich an der eigenen Bedürfnisbefriedigung orientiert und diese - seine Maxime – auf Kosten von Sozialisation und einer wirklichen Individuation zum Götzen erhebt.

Der moderne Begriff von Freiheit Ich kenn ja – nach dem Lesen bis zu dieser Stelle – noch nicht mal „deinen“ alten Begriff, woher soll ich dann wissen, was du unter dem „modernen Begriff von Freiheit“ verstehst. Mein moderner Bgegriff von Freiheit impliziert nämlich nicht zwangsläufig ein Gewaltmoment. impliziert bereits einen Gewaltmoment. Beispiele aus der Geschichte belegen nicht nur, dass das Hinwegsetzen über Freiheit und Menschenwürde zu Despotismus und Tyrannei führt, sondern auch, dass sich alle noch so liberalen Freiheitsideale auf dem Pulverfass einer Insurrektion radikalisieren und mit der gleichen Art von Machtausübung agieren, wie die zuvor bekämpften Tyrannen. Moooment! Was haben die Beispiele der Geschichte mit dem modernen Begriff zu tun?

Diese Erkenntnis ist so wenig neu wie die Erfindung des Rades, denn bereits in den Hermetischen Prinzipien finden wir im Lehrsatz über das Gesetz des Rhythmus: „Alles fließt aus und ein, alles hat seine Gezeiten, alle Dinge steigen und fallen, das Schwingen des Pendels zeigt sich in allem; das Maß des Schwunges nach rechts ist das Maß des Schwunges nach links; Rhythmus kompensiert.“ [Hermetische Lehrsätze, 7. Prinzip]
Bezogen auf das Thema Freiheit bedeutet dies also, dass der Drang danach in ebenso starkem Maße besteht, in dem wir in Unfreiheit leben, bzw. auf der Handlungsebene: Die Gewalt einer Insurrektion im Namen der Freiheit ist ebenso groß, wie die der voran gegangenen Tyrannei, denn Rhythmus kompensiert immer ein Übermaß zum einen oder zum anderen Pol hin. Das heißt also, dass beide Pole (Freiheit und Unfreiheit) auf der Ebene des Erlebens sehr dicht beieinander liegen und einer Gesetzmäßigkeit folgen. Moooment! Du hast da wohl was vermischelt: Das 7. Prinzip (und der hintere Teil dieses Absatzes sagt: „ERSTschwingt es 100 Einheiten nach rechts, DANN 100 Einheiten nach Links“. Dein mittlerer Satz „…dass der Drang danach in ebenso starkem Maße besteht, in dem wir in Unfreiheit leben,…“ sagt aber „WÄHREND die ein Kraft dahin drückt, drückt die Gegenkraft dorthin („Aktion gleich Reaktion“).

Nietzsche formulierte es so: „Wonach misst sich die Freiheit, bei Einzelnen, wie bei Völkern? Nach dem Widerstand, der überwunden werden muss, nach der Mühe, die es kostet, oben zu bleiben. Den höchsten Typus freier Menschen hätte man dort zu suchen, wo beständig der höchste Widerstand überwunden wird...“

Die Kunst besteht jedoch nicht darin, auf das Pendel zu steigen und die Kraft des schon begonnenen Rückschwunges zu nutzen. … hat das denn jemand behauptet? Um zu erfahren, inwieweit Freiheit als eine Kunst betrachtet werden kannMoooment! Ist das jetzt die Freiheit des Hungernden, des Arbeitslosen, des „Angestellten“? – Nur in letzterem Fall hast du bisher „Freiheit ist (manchmal) Kunst“ gesagt , müssen wir uns nicht nur wieder dem Einzelnen zuwenden, da ein Staat ebenso aus Einzelwesen und deren Interessen bestehtMoooment! Ist bisher nicht immer nur die Rede von der Freiheit des Einzelnen gewesen? Wieso müssen wir uns jetzt mit dem Einzelnen befassen, WEIL der Staat ja aus Einzelnen besteht – niemand hat in diesem Text bisher nach der Freiheit des Staates gefragt!, sondern uns auch die Frage stellen, inwieweit Freiheit und humanistische Emanzipation als Individuum zu verwirklichen sind und ob das Kollektiv oder die Gesellschaft, deren Interessen sich mitunter erheblich von denen des Individuums unterscheiden, dabei förderlich oder eher hinderlich ist.

Was bedeutet Freiheit für den Einzelnen? In der zunehmenden Vertechnisierung und Verwissenschaftlichung der Gesellschaft und dem damit einher gehenden Verlust von sozialen Kontakten, Gemeinschaft, Ritual und Religion im Sinne von Religio = Urbindung, wird er dazu ebenso wenig Orientierungspunkte außerhalb von sich selbst finden, wie geistig-humanistische Ideale.

Die Voraussetzung für eine individuelle Definition kann somit vorerst nur in einer erhöhten Aufmerksamkeit Aufmerksamkeit worauf? liegen und in der Reflexion seiner Lebensumstände, die ihn in seinem Wollen und Wachsen fördern bzw. beschränken (zwei Pole). Genau an diesem Punkt legt er den Grundstein der Kunst. Moooment! Meinst du jetzt die Kunst, die auf sattem Boden gut wächst (Malerei, Musik und so)? Was hat das – außer bei Künstlern – mit der Lebensplanung zu tun?

Die objektive Betrachtung der eigenen Interessen, Chancen und Hindernisse sowie das nötige Interesse an der individuellen Evolution und der Akzeptanz der damit einher gehenden Unbequemlichkeit, kein Komma setzt bereits einen gewissen Grad an humanistischer Reife voraus und bildet die Basis für alle weiteren Überlegungen. Ist er Wer? an diesem Punkt angelangt, so ist er vergleichbar mit dem Entfesselten aus Platons Höhlengleichnis und befindet sich bereits auf dem Weg in den „denkbaren Raum“, in dem er mehr oder weniger schmerzhaft erkennen muss, dass alles das, was er bisher zu wissen glaubte, einem Nichtwissen gleich kommt.

Er wird traditionelle Werte und Überlieferungen und deren Wertigkeit für sich selbst in Frage stellen und wird – wenn überhaupt – nur über den Weg der Kompensation wieder zu einer friedlichen Vereinigung mit ihnen gelangen. Auf diesem Weg aber wird er nicht nur Manipulationsmuster von außen erkennen und bekämpfen, sondern im fortgeschrittenen Stadium auch Selbst-Sabotageakte, Vermeidungshaltungen und selbstschädigende Verhaltensmuster aufdecken, die der ausschließlichen Bedürfnisbefriedigung angehören, was insgesamt zu einer Transzendenz dieser Bedürfnisse und der Relationen führt, in der sie gelebt werden, sowie zu der Erkenntnis, dass Freiheit, im Sinne von Autonomie und Individualisation, eines Rahmens, einer Gesetzgebung bedarf, die sich durch Sittlichkeit und Ethik … und Naturgesetze und technische Möglichkeiten definiert.

Er wird erkennen, dass der moderne Freiheitsbegriff nichts gemeinsam hat mit Verantwortung und Ethik Moooment! Hast du nicht eben erklärt, dass Freiheit mit Sittlichkeit und Ethik verbunden ist? Oder ist der „moderne Freiheitsbegriff“ doch was anderes als das eben Erklärte – und wenn ja: was? KOMMA und dass im Gegensatz dazu Verantwortung für sich selbst und an
dere nicht im Widerspruch zur Freiheit steht.

Auf diese Weise wird er den Schritt vom „Herdentier“ zum Individuum vollziehen *wein* …es war vorher nie die Rede davon, dass er das ist, ein „Herdentier“. Und was das mit „Freiheit“ zu tun hat. und in der Lage sein, weitgehend unabhängig von Projektion und Manipulation durch Schuld … noch so ein plötzlich aus dem Nichts aufblitzender Gedanke… und das gezielte Bedienen seiner Sehnsüchte, zu leben. Doch gerade die Bedürfnisse und Sehnsüchte werden nicht länger unbewusst nach Befriedigung in ihm verlangen – im Gegenteil: sein Sein Status als Individuum wird ihm bewusster sein, ich glaube, hier kommt kein Komma hin. Aber wenn, dann… als jemals zuvor …müsste auch hier eins hin. und er wird mehr denn je erfahren, was Rainer Maria Rilke meinte, als er schrieb, dass wir alle „unaussprechlich allein sind“. Er wird sich selbst zuliebe den Mittelweg wählen zwischen Fanatismus und Bequemlichkeit, zwischen Vernunft und Instinkt und zwischen Festhalten und Loslassen und seine Entscheidungen und Handlungsweisen immer aufgrund eigener Überlegungen und unter Berücksichtigung von Ursache und Wirkung für das Ganze überprüfen.

Was aber fängt ein Kollektiv oder eine Gesellschaft mit einem freien Individuum an, bei dem die üblichen Manipulationen zu einem Großteil nicht mehr greifen, dem man weder mit Vereinzelung und Ausschluss aus der Gemeinschaft drohen, noch mit einer echten oder vorgetäuschten Bedürfnissbefriedigung ködern kann, „aufgedröselt“ steht da: „… dem man weder drohen noch ködern kann…“ – Satzumbau! weil es sich bereits selbst bis zu einem gewissen Grad ausgeschlossen und ein Bewusstsein über seine wirklichen Bedürfnisse erlangt hat bzw. auch Wege gefunden hat, diese zu befriedigen? Das Individuum braucht ja die Gemeinschaft und soziale Kontakte trotzdem … das ist doch aber der Gemeinsachft „egal“. Nur weil „er“ die Gemeinschaft braucht, heißt das doch nicht, dass die Gemeinschaft „ihn“ braucht und sich also Gedanken machen muss. (Jedenfalls nicht, solange die Gemeinschaft nicht aus lauter so „reifen Ers/Sies“ besteht.) Eine Gemeinschaft fängt also dies mit einem so freien Individuum an: Sie sperrt es aus oder ein oder ignoriert es. , auch wenn das Ausmaß der Abhängigkeit ein anderes, unmittelbareres geworden ist. Es interagiert ja trotzdem mit der Umwelt und dem „Du“ Welchem? Bisher ist da nur das Ich des Individuums und die Gemeinschaft. und es braucht seinen ganzen Mut, eine gesunde Prise Idealismus und seine Entschlossenheit, auch inmitten von „Herdentieren“ ein Individuum zu bleiben und seine Freiheit zu bewahren.

Es liegt nahe, dass ein Staat oder eine Gemeinschaft aus machtpolitischen und wirtschaftlichen Interessen, wenig Engagement und Mittel daran verschwendet, seinen Angehörigen und Mitgliedern diese Freiheit in die Wiege zu legen und sie zu autonomen Individuen zu erziehen. Bestenfalls wird sich der Einzelne weder behindert, noch gefördert finden Gefördert werden ist also der schlechtere Fall???. Ein Staat bzw. eine Gemeinschaft wird seiner Aufgabe, Mittel zur Weiterentwicklung der Menschheit zu sein, nur dann gerecht werden, wenn er seine „Elternrolle“ mit Verantwortungsbewusstsein trägt, denn so wichtig die Beschneidung eines Individuums von außen für seine Entwicklung sein kann, so bedeutungsvoll ist doch ebenso eine Erziehung und Bildung zu Humanität und Individuation.

Die Idee, Freiheit und damit alle Vor- und Nachteile, die sie mit sich bringt, eingeschlossen, als eine Kunst zu betrachten, Irgendwie ist hier ein Komma zu viel oder zu wenig: Die Komma- Paare der Einschübe sind: das Komma nach „Idee“ und das Komma nach „betrachten“ / das Komma nach „Nachteile“und das Komma nach „bringt“. Das Komma nach „eingeschlossen“ hängt einsam in der Landschaft findet also ihre Realisierung für den Einzelnen zu allererst darin, gleichzeitig ein Individuum und ein gesellschaftsfähiges Wesen zu werden und zu bleiben.

Doch selbst nach vollzogenem Ausgleich zwischen Autonomie und Sozialisation befindet sich das Individuum noch immer zwischen zwei Polen, die es mit permanenter Aufmerksamkeit auszugleichen gilt, so dass wir uns fragen müssen, ob Freiheit und die Kunst, sie zu leben, darin besteht, die Wahl zu haben (und es zu wissen) und ob es genügt, zwischen Aufmerksamkeit und Bequemlichkeit zu wählen und das Ausgewählte konsequent umzusetzen. Moooment! Wenn die „Aufmerksamkeit“, die hier zu Wahl steht, die ist, mit der man zwischen den Polen laviert, was ist dann die „Bequemlichkeit“? Und: Wenn ich diese „Aufmerksamkeit“ „abwähle“, wähle ich dann nicht – dem bisherigen folgend – zu Rückkehr zu Unfreiheit, ergo ist dann diese Wahl überhaupt noch Ausdruck der „Kunst, die Freiheit zu leben“?

Nach vollzogenem Ausgleich hat das Individuum die permanente Aufmerksamkeit gewählt Ach! Hat es das? Ist das in der Leerzeile zwischen den Absätzen passiert? , deren Gegenteil die Unaufmerksamkeit ist, die in unserem Beispiel Was für ein Beispiel? mit einem Zurückfallen in die „Herde“ gleichzusetzen wäre. Eine bewusste Wahl und eine daraus folgende konsequente Umsetzung,kein Komma ist hier dauerhaft unmöglich, denn das Pendel des Rhythmus verweilt niemals an einem von beiden Polen.Welche Wahl? Die zwischen Aufmerksamkeit und Bequemlichkeit? Was hat das mit dem Pendel zu tun? Welche Pole? Wählt man den einen, wählt man damit gleichzeitig auch den anderen, denn sie sind untrennbar miteinander verbunden. Niemand kann also permanent aufmerksam sein. … das hätte ich dir auch ohne diesen ganze Pendel-Kram sagen können, denn das hat einfach was mit dem „geistigen Leistungsvermögen“ zu tun. Das Problem der Polarität findet sich auf allen Ebenen und in allen Bereichen des Daseins wieder, so dass wir – mit dem Wissen um das Gesetz des Rhythmus – immer und unabhängig von unserer bewussten Wahl zwischen zwei Extremen und in den dazwischen liegenden Schattierungen leben.

Wenn wir also Kunst als einen Begriff definieren, welcher etymologisch aus dem mittelhochdeutschen Können abgeleitet ist, und das Können als eine Gabe oder Fähigkeit, deren Besitzer ein Könner oder ein Meister auf seinem Gebiet ist,Diese Defintion kommt viiiiel zu spät! Du hast Kunst schon so oft verwendet und verrätst erst jetzt, was du damit eigentlich gemeint hast. kommen wir auch ohne den Hang zum Mystizismus zu der Frage, worin die Meisterschaft im Dasein innerhalb der Polarität besteht. … nee eigentlich nicht. Eigentlich hast du es bisher schon ganz prima erklärt, was daran so schwierig ist, dass die Meisterschaft eben darin besteht, sich nicht zu einem der Pole drängen/ziehen zu lassen.

Eine Antwort darauf finden wir in der buddhistischen Philosophie. Das Ziel eines Buddhisten ist es, sich durch die Entwicklung von Ethik und Weisheit vom Rad des Leidens und der Wiedergeburt zu befreien, den erleuchteten Zustand des Nirwana und damit die Meisterschaft über das Dasein innerhalb der Polaritäten zu erlangen. Dieser Anschauung zufolge entsteht das Leiden durch das Begehren und das Anhaften an weltlichen Dingen, Ideen und Vorstellungen und der damit verbundenen Illusion des „Ich“. Der Wandel, der sich nur innerhalb der Polaritäten vollziehen kann, und das Begehren fügen dem „Ich“ Schmerzen zu, denn naturgemäß begehren wir die Freude, das Glück, den Reichtum, die Gesundheit, den Frieden, die Liebe usw., was alles nur eine Seite der Medaillie, einen Pol widerspiegelt. Schmerzen erleiden wir bei dem Auftreten eines Mangels daran, so dass es immer die selben Dinge sind, die uns erfreuen und glücklich machen, wie die, die uns traurig und unglücklich machen. Dem zufolge gibt es nur außerhalb des Wandels einen unbeweglichen Punkt, an dem weder Leiden noch Begehren existieren: das Nirwana.

Eine Freiheit innerhalb der Polarität ist also nur eingeschränkt zu verwirklichen und immer mit der Gefahr einer erneuten Unfreiheit verbunden, gleichgültig ob es sich dabei um ein Individuum oder einen Staat bzw. eine Gemeinschaft handelt.

Bemühen wir zusätzlich noch das hermetische Prinzip der Entsprechung: „Wie oben - so unten, wie innen - so außen, wie der Teil - so das Ganze.“ [Hermetische Lehrsätze, 2. Prinzip], können wir behaupten: Wie das Individuum, so die Gesellschaft, in der es lebt und umgekehrt, bzw. die Werte, Vorstellungen und Ziele des Einzelnen spiegeln sich in der gesellschaftlichen Lebensweise, Politik und Kultur wider und umgekehrt?Inhaltlich zu langer Satz – das Fragezeichen wird dadurch irgendwie „falsch“. Denn es steht da: „Bemühen wird das Prinzip…, können wir behaupten: Gesellschaft ist wie Individuum?“. Was wird da zur Diskussion gestellt – „Gesellschaft ist wie Individuum“ oder „wir können behaupten (wenn wir das Prinzip … bemühen)“?
Wenn das wahr ist Was?, so gelangen wir auf der Suche nach der Verwirklichung von Freiheit im Sinne von Autonomie und Individuation zur klassischen Huhn-Ei-Frage, denn ohne einen Impuls, der diese Statik in eine Dynamik wandelt … ja wieso sollte der denn fehlen? Du hast doch vorn sehr schön erklärt, dass „Freiheit“ nicht angeboren ist, sondern sich nur in einem dynamischen Prozess entwickelt und hält., müssen wir dem Einzelnen eine individuelle Fortentwicklung ebenso absprechen, wie der Gemeinschaft oder dem Staat eine allmähliche Evolution in Richtung der humanistische Ideale.

Doch daraus folgt noch eine zweite Schlussfolgerung: Wenn das wahr ist, so ist selbst Wieso „selbst“?die Möglichkeit einer Realisierung der unerreichbar erscheinenden Ideale von Beginn an vorhanden Wieso? Woraus schließt du das? Und: Von welchem Beginn an?, und so, wie ein Samenkorn bereits alle Informationen der komplett ausgebildeten Pflanze enthält, so enthält der Mensch ebenso die Anlage, seine Ideale – den Samen, die Idee – zu verwirklichen. Woraus schließt du das?

Wenn wir die Freiheit als eine Kunst betrachten wollen, besteht die Kunst also darin, all diese Zusammenhänge zu erkennen und das Außergewöhnliche zu wagen, Impulsgeber und Katalysator zu sein? … ich bin irrtiert: Was wenn nicht eben das hast du denn die ganze Zeit so sorgfältig „bewiesen“?

Abgelöst von Religion und Spiritualität steht der heutige Kunstbegriff für „eine nicht primär durch ihre Zweckmäßigkeit, sondern durch ihre unterschiedlich verstandene Ästhetik geprägte“ Form der Gestaltung [Wikipedia Enzyklopädie] VORSICHT! So gut Wikipedia als erster Nachschlagort und Recherecheanfang auch ist – es ist als „Autorität“ nicht unbedingt empfehlenswert! . … ich bin irrtiert: Ja hast du denn nicht vorhin „Kunst = Können“ definiert? Warum wechselst du jetzt einfach zu dem anderen Begriff über?

Ein Spaziergang durch die Geschichte, mit Ausblick auf Gerichtsprozesse gegen Maler und Publizisten, Indizes und Bücherverbrennungen zeigt, dass Kunst ein Impulsgeber und Katalysator ist, deren gesellschaftlich-politische Zensur kongruent ist mit dem Maß an Totalität der regierenden Macht. So verwirklicht sich Freiheit also auch in der Kunst und diese wiederum erblüht in ihrer ganzen Vielfalt nur dort, wo Freiheit ist, die mehr beinhaltet, als die Befriedigung existentieller Notwendigkeiten. Jetzt bist‘e totel durcheinander gekommen – du springst von der bi sjetzt ausführlich diskutierten „Kunst, Freiheit zu leben“ hier zu „Malerei/Literatur/Musik etc. stimuliert Freiheit“ und zu „Freiheit lebt in der Malerei/Musik/Litertur etc.“


Zusammenfassend können wir somit festhalten, dass sich die Kunst der Freiheit Welche ist das nun: Die „Kunst, Freiheit zu leben“ oder die „Malerei/Literatur/Musik etc., die Freiheit als Thema/Botschaft hat“? – gelebt oder ideell Idelle Freihiet? Was soll das sein? – in mehrere Verwirklichungsschritte oder Kategorien aufteilen lässt:
Der Einzelne muss es wagen, sich auf seinem Weg zur Freiheit und Individuation aus Platons Höhle der Schatten zu befreien Entweder hier ein Komma oder … und sich von „den Gefesselten“, die die Schatten an den Wänden für real halten, … hier „abZUsondern“. absondern, um die Möglichkeit zu haben, auszumachen, was real ist und was er bisher – gleich der Herde – dafür hielt. Dies ist für ihn die Zeit der Reflexion des Alten und Neuen sowie seine persönliche Beziehung dazu … seine Beziehung zur Reflexion? Was soll das sein? und bildet die Basis für eine Freiheit, die einmal Warum nicht zweimal? Nein im Ernst: Wann? Wenn „er“ soweit ist oder wenn man späte rmal auf „sein“ Leben zurückblickt? Oder wenn er den „Balancepunkt“ gefunden hat oder wenn er ihn halten kann? Oder wenn er ins Nirwana eingeht?als eine Kunst betrachtet werden kann.

Die wahre Kunst der gelebten Freiheit nimmt erst innerhalb des Reifegrades ihren Anfang, in dem der Balanceakt zwischen Absonderung und Integration, zwischen Bedürfnisbefriedigung und Verantwortung ihren
in dem der Balanceakt seinen Abschluss gefunden hat … was inhaltlich aber wohl Unsinn ist – ein Balanceakt findet keinen Abschluss, es sei denn, durch Aufgabe des Balance-Halten-Wollens mit anschließendem Umkippen. Was aber deiner Ausführung nach nicht frei macht. Oder hab ich jetzt ganz den Faden verloren? Abschluss gefunden hat und zu einer dauerhaften Stabilität führen soll, und nach der Erkenntnis, dass dies innerhalb der Polaritäten nicht zu verwirklichen ist, sondern entweder nur mit Rückschlägen oder mit Hilfe des Transzendierens aller Vorstellungen gemeistert werden kann.
Und so, wie das Erschaffen von Kunstwerken immer eine Gabe von Einzelnen sein wird, ist es die als Kunst gelebte Freiheit ebenfalls, … Mooment! Bis jetzt war nie die Rede von „als Kunst gelebte Freiheit“ immer nur von der „Kunst, Freiheit zu leben. Das sind zwei grundverschiedene Dinge – so wie „Hummer kunstvoll essen – mit nebenbei Bauchreden und so“ und „die Kunst, einen Hummer zu essen, ohne das gesamt Restaurant vollzusauen“. so dass wir dem Ausspruch Nietzsches recht geben können, dass „es immer noch die Zeit der Einzelnen ist“. [Menschliches II Wanderer 350]

Seiner Behauptung jedoch, dass nur dem „veredelten Menschen“ die Freiheit des Geistes … und hier taucht plötzlich ein neuer Freiheitsbegriff auf: Ist das die selbe Freiheit, die die Verfolgten und Inhaltftierte und die arbeitslosen Jugendlichen aus dem Anfang des Textes zu schmerzlich vermissen? Oder wenigstens die selbe, die die Buddhisten anstreben? Oder die, die Maler/Literaten/Musiker etc. „verkünden“? gegeben werden dürfe, müssen wir widersprechen. Ihm muss man sie nicht mehr geben, denn er besitzt sie schon längst.



Fußnote:
* Erklärung: Freiheit ist definiert als „Möglichkeit zu tun, was man tun will.“ Der Unterschied (die Bedeutung für den Einzelnen) liegt im „was man will“ und im „aber nicht kann“.
__________________
Es ist nicht wichtig, was man mitbringt, sondern was man dalässt (Klaus Klages)

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freifrau von löwe
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lieber jon,

wow, du hast dir sehr viel mühe gemacht mit meinem text und für die will ich mich zu allererst einmal bedanken.

ich hab erst mit "quoten" begonnen, bin dann aber halbwegs daran verzweifelt, so dass ich dann mit roten bemerkungen in deinen anmerkungen rumgemacht hab. ich hoffe, es ist noch zu verfolgen:

im 1. abschnitt ging es darum, die relation zu zeigen, nicht darum, konkret zu sagen "DAS ist jetzt freiheit und DAS NICHT".

quote:
„Nur im besten Fall“ oder „im besten Fall nur“? Bei beidem: Was ist der „nicht beste Fall“ und was ist ihm „Freiheit“ dann? (Den will ich sehen, der auf „Freiheit“ pfeift!)

das ist genau so gemeint, wie es geschrieben steht, also "wo hingegen sie dem mitteleuropäischen Angestellten nur im besten Falle eine Kunst ist" - meint also: wenn sie ihm eine kunst ist - ist dies der "beste fall".

quote:
Für die Aussage „Kunst gedeiht nur auf sattem Boden gut“ ist diese Präzision (die Aussage über den Ursprung von Kunst) unnötig.

damit hast du recht, wenn es das gewesen wäre, was ich hätte sagen wollen :-) sagen wollte ich folgendes:
als die kunst noch elementarer bestandteil des alltagslebens war, also in arbeit, religion und ritual, war sie auch elementarer bestandteil für den menschen und tief genug verwurzelt, um auch in zeiten in der not lebendig zu bleiben. heute haben wir kaum noch rituale oder nur die, die wir selber schaffen oder von außen schaffen lassen. die bedeutung der damals elementaren bestandteile gibt es für den menschen heute SO nicht mehr.
dehalb gedeiht die kunst nur auf sattem boden gut.

ich hatte die ganze zeit schon das gefühl, ich komprimiere zu sehr oder setze zu viel vordenke vorraus... vermutlich lag ich damit nicht falsch :-))

quote:
Moooment! Was hat das mit der gedeihenden Kunst zu tun?
an der oberfläche gar nichts :-) dort ist es nur ein verbundener satz.

quote:
Einspruch: Über kaum etwas dürfte ähnlich häufig geredet werden wie über „Freiheit“ – bestenfalls noch Sex und Essen.
da magst recht haben - wir reden über freiheit und sex und essen und sind trotzdem sexuell frustiert, unfrei und haben ess-störungen :-) soll heißen: darüber reden heißt nicht, dass ein wirkliche auseinanderseztung mit dem "problem" passiert. diese ist ganz sicher kein alltagsgegenstand...

quote:
Den will ich sehen, der auf „Freiheit“ pfeift!
auf die freiheit pfeifen viele jeden tag in ihrem leben. sie bewegen sich innerhalb von vererbten oder von außen angenommenen konditionen, sie leben ein leben, dass sie eigentlich so nicht führen wollen, haben ein job, der ihnen überhaupt nicht gefällt. sie sich ihr eigenes gefängnis.

Bei der Beantwortung der Frage, inwieweit die Kunst eine Wahlverwandtschaft mit der Freiheit eingehen kann Wer sagt denn, dass sie das kann? Du solltest die Frage erstmal stellen, ehe du dich an die Beantwortung machst. Zumal du nicht einfach von „Verbindung zwischen…“ sprichst, sondern von „Wahlverwandtschaft“ – wie kommst du darauf?, ich war so frei und habe den gedanken "freiheit als kunst betrachtet" als abstraktum VORERST einmal hingenommen :-) ich wählte hier "wahlverwandtschaft", weil (wie ich im weiteren erläutere) freiheit immmer mit einer art kunst zu tun hat, so dass man hier beinahe von "echter verwandtschaft" reden könnte.bleiben wir unweigerlich an der Definition des Begriffes an sich hängen Zu spät! Bevor du (vorn) über die „Bedeutung“* redest, hättest du über die Definition reden müssen. Höchstens noch: Kurz nachdem du über die „Bedeutung“ geredet hast, hättest du den Begriff auf den kleinen gemeinsamen Nenner – die Defintion – bringen müssen..die reihenfolge ist möglicherweise irreführend, das kann gut sein, allerdings ist es schwer, einen abstrakten gedankengang sozusagen "öffentlich zu denken" und dabei abzusichern, dass der leser und ich ein halbwegs gemeinsames vokabular haben. zu diesem zweck mache ich immer wieder "definitions-löcher". der satz mag umständlich formuliert sein, aber ich glaube, er hält doch die reihenfolge in deinem sinne ein.
Was also heißt Freiheit überhaupt und inwieweit ist sie für den Einzelnen bzw. Wieso „bzw.“?innerhalb einer Gesellschaft zu verwirklichen?"bzw". weil es immer zwei verschiedene dinge sind.

Wie wenig der Freiheitsbegriff trotz aller Aktualität zu einem Allgemeingut geworden ist Einspruch: Über kaum etwas … (siehe oben)oder überhaupt in bewusste Überlegungen eingeht, geschweige denn im Zusammenhang mit Begriffen wie Moral und Ethik steht ? Da steht „Wie wenig … (Freiheit) im Zusammenhang mit … Ethik und Moral steht“. Meinst du nicht eher sowas wie: „Wie selten dieser Zusammenhang gedacht wird/den Menschen bewusst ist/erkannt wird …“?, genau, das meine ich.
zeigen Teilantworten wie „Freiheit ist die Fähigkeit, selbständig Entscheidungen zu treffen“, „Demokratie“ oder sogar „Freiheit bedeutet, zu tun, was man will“ und „keine Verpflichtungen zu haben“. Sicher können das alles Teilaspekte, Voraussetzungen und Merkmale der Freiheit sein, doch was ist eine Freiheit, die sich von der Verantwortung für sich selbst und andere ablöst und für die Verantwortung und Disziplin gleichbedeutend sind mit Unterdrückung und Unfreiheit?ARG! Hattes du nicht vorhin gerade gesagt, man bräuchte eine Defintion, bevor man weiterdiskutiert? Dann definier „Freiheit“ doch endlich mal und erzähl mir (dem Leser) nicht ständig, was Freiheit alles nicht ist oder nicht ganz ist!
doch, genau das tue ich zuerst und zwar aus dem grund, weil leute erst mitkriegen, was man sagt, wenn man ihre eigenen annahmen relativiert, was ich damit getan habe. diese teilantworten waren antworten, die ich erhielt, als ich die leute fragte, was für sie freiheit ist. heißt also: erste aufweichen, dann hirn waschen :-) umgekehrt gings noch nie, auch wenn ich das vielleicht ein wenig umständlich praktiziere :-) Bevor ich „Freiheit“ in Bezug zu Disziplin und Verantwortung etc. setzen kann, muss ich doch erstmal sagen, welchen der viele vielen „Freiheitsaspekte“, die du bis jetzt aufgezählt hast, ich für dieses „in Bezug setzen“ nehmen will…

Eine so verstandene Freiheit führt den Einzelnen in eine Existenz, die sich ausschließlich an der eigenen Bedürfnisbefriedigung orientiert und diese - seine Maxime – auf Kosten von Sozialisation und einer wirklichen Individuation zum Götzen erhebt.

Der moderne Begriff von Freiheit Ich kenn ja – nach dem Lesen bis zu dieser Stelle – noch nicht mal „deinen“ alten Begriff, woher soll ich dann wissen, was du unter dem „modernen Begriff von Freiheit“ verstehst. Mein moderner Bgegriff von Freiheit impliziert nämlich nicht zwangsläufig ein Gewaltmoment. es geht nicht darum, ob es MEINe oder DEINE definition ist. ich sezte aus den gegebenen teilanworten voraus, dass dem leser klar ist, was ich mit "modernem freiheitsbegriff" meinte. dieser impliziert sehr wohl einen gewaltmoment und das hat mit meiner persönlichen meinung nix zu tun. impliziert bereits einen Gewaltmoment. Beispiele aus der Geschichte belegen nicht nur, dass das Hinwegsetzen über Freiheit und Menschenwürde zu Despotismus und Tyrannei führt, sondern auch, dass sich alle noch so liberalen Freiheitsideale auf dem Pulverfass einer Insurrektion radikalisieren und mit der gleichen Art von Machtausübung agieren, wie die zuvor bekämpften Tyrannen. Moooment! Was haben die Beispiele der Geschichte mit dem modernen Begriff zu tun? im sinne der erklärung von oben erklären die beispiele der geschichte den gewaltmoment in der "modernen freiheit".

Diese Erkenntnis ist so wenig neu wie die Erfindung des Rades, denn bereits in den Hermetischen Prinzipien finden wir im Lehrsatz über das Gesetz des Rhythmus: „Alles fließt aus und ein, alles hat seine Gezeiten, alle Dinge steigen und fallen, das Schwingen des Pendels zeigt sich in allem; das Maß des Schwunges nach rechts ist das Maß des Schwunges nach links; Rhythmus kompensiert.“ [Hermetische Lehrsätze, 7. Prinzip]
Bezogen auf das Thema Freiheit bedeutet dies also, dass der Drang danach in ebenso starkem Maße besteht, in dem wir in Unfreiheit leben, bzw. auf der Handlungsebene: Die Gewalt einer Insurrektion im Namen der Freiheit ist ebenso groß, wie die der voran gegangenen Tyrannei, denn Rhythmus kompensiert immer ein Übermaß zum einen oder zum anderen Pol hin. Das heißt also, dass beide Pole (Freiheit und Unfreiheit) auf der Ebene des Erlebens sehr dicht beieinander liegen und einer Gesetzmäßigkeit folgen. Moooment! Du hast da wohl was vermischelt: Das 7. Prinzip (und der hintere Teil dieses Absatzes sagt: „ERSTschwingt es 100 Einheiten nach rechts, DANN 100 Einheiten nach Links“. Dein mittlerer Satz „…dass der Drang danach in ebenso starkem Maße besteht, in dem wir in Unfreiheit leben,…“ sagt aber „WÄHREND die ein Kraft dahin drückt, drückt die Gegenkraft dorthin („Aktion gleich Reaktion“).
genau! es geschieht gleichzeitig und nacheinander :-), denn der schwung in die eine richtung impliziert bereits den in die andere richtung. ein pol kommt ohne den anderen nichts aus. es erscheint uns nur linear, weil wir innerhalb der polaritäten und denken.

Nietzsche formulierte es so: „Wonach misst sich die Freiheit, bei Einzelnen, wie bei Völkern? Nach dem Widerstand, der überwunden werden muss, nach der Mühe, die es kostet, oben zu bleiben. Den höchsten Typus freier Menschen hätte man dort zu suchen, wo beständig der höchste Widerstand überwunden wird...“

Die Kunst besteht jedoch nicht darin, auf das Pendel zu steigen und die Kraft des schon begonnenen Rückschwunges zu nutzen. … hat das denn jemand behauptet?

Um zu erfahren, inwieweit Freiheit als eine Kunst betrachtet werden kannMoooment! Ist das jetzt die Freiheit des Hungernden, des Arbeitslosen, des „Angestellten“? – Nur in letzterem Fall hast du bisher „Freiheit ist (manchmal) Kunst“ gesagt
das ist an diesem punkt ziemlich wurscht , müssen wir uns nicht nur wieder dem Einzelnen zuwenden, da ein Staat ebenso aus Einzelwesen und deren Interessen besteht Moooment! Ist bisher nicht immer nur die Rede von der Freiheit des Einzelnen gewesen? Wieso müssen wir uns jetzt mit dem Einzelnen befassen, WEIL der Staat ja aus Einzelnen besteht – niemand hat in diesem Text bisher nach der Freiheit des Staates gefragt!
ich leite von nitsches zitat über die völker wieder zu den einzelnen zurück, sondern uns auch die Frage stellen, inwieweit Freiheit und humanistische Emanzipation als Individuum zu verwirklichen sind und ob das Kollektiv oder die Gesellschaft, deren Interessen sich mitunter erheblich von denen des Individuums unterscheiden, dabei förderlich oder eher hinderlich ist.

Die Kunst besteht jedoch nicht darin, auf das Pendel zu steigen und die Kraft des schon begonnenen Rückschwunges zu nutzen. … hat das denn jemand behauptet? Um zu erfahren, inwieweit Freiheit als eine Kunst betrachtet werden kannMoooment! Ist das jetzt die Freiheit des Hungernden, des Arbeitslosen, des „Angestellten“? – Nur in letzterem Fall hast du bisher „Freiheit ist (manchmal) Kunst“ gesagt , müssen wir uns nicht nur wieder dem Einzelnen zuwenden, da ein Staat ebenso aus Einzelwesen und deren Interessen bestehtMoooment! Ist bisher nicht immer nur die Rede von der Freiheit des Einzelnen gewesen? Wieso müssen wir uns jetzt mit dem Einzelnen befassen, WEIL der Staat ja aus Einzelnen besteht – niemand hat in diesem Text bisher nach der Freiheit des Staates gefragt!, sondern uns auch die Frage stellen, inwieweit Freiheit und humanistische Emanzipation als Individuum zu verwirklichen sind und ob das Kollektiv oder die Gesellschaft, deren Interessen sich mitunter erheblich von denen des Individuums unterscheiden, dabei förderlich oder eher hinderlich ist.

Was bedeutet Freiheit für den Einzelnen? In der zunehmenden Vertechnisierung und Verwissenschaftlichung der Gesellschaft und dem damit einher gehenden Verlust von sozialen Kontakten, Gemeinschaft, Ritual und Religion im Sinne von Religio = Urbindung, wird er dazu ebenso wenig Orientierungspunkte außerhalb von sich selbst finden, wie geistig-humanistische Ideale.

Die Voraussetzung für eine individuelle Definition kann somit vorerst nur in einer erhöhten Aufmerksamkeit Aufmerksamkeit worauf?auf alles, vor allem auf sich selber und den eigenen bezug zu allem liegen und in der Reflexion seiner Lebensumstände, die ihn in seinem Wollen und Wachsen fördern bzw. beschränken (zwei Pole). Genau an diesem Punkt legt er den Grundstein der Kunst. Moooment! Meinst du jetzt die Kunst, die auf sattem Boden gut wächst (Malerei, Musik und so)? Was hat das – außer bei Künstlern – mit der Lebensplanung zu tun? erklärt der nächste abschnitt

Die objektive Betrachtung der eigenen Interessen, Chancen und Hindernisse sowie das nötige Interesse an der individuellen Evolution und der Akzeptanz der damit einher gehenden Unbequemlichkeit, kein Komma setzt bereits einen gewissen Grad an humanistischer Reife voraus und bildet die Basis für alle weiteren Überlegungen. Ist er Wer?der einzelne, ich spreche schon die ganze zeit von ihm: "SEINER Lebensumstände, die IHN in seinem wollen..." an diesem Punkt angelangt, so ist er vergleichbar mit dem Entfesselten aus Platons Höhlengleichnis und befindet sich bereits auf dem Weg in den „denkbaren Raum“, in dem er mehr oder weniger schmerzhaft erkennen muss, dass alles das, was er bisher zu wissen glaubte, einem Nichtwissen gleich kommt.

Er wird traditionelle Werte und Überlieferungen und deren Wertigkeit für sich selbst in Frage stellen und wird – wenn überhaupt – nur über den Weg der Kompensation wieder zu einer friedlichen Vereinigung mit ihnen gelangen. Auf diesem Weg aber wird er nicht nur Manipulationsmuster von außen erkennen und bekämpfen, sondern im fortgeschrittenen Stadium auch Selbst-Sabotageakte, Vermeidungshaltungen und selbstschädigende Verhaltensmuster aufdecken, die der ausschließlichen Bedürfnisbefriedigung angehören, was insgesamt zu einer Transzendenz dieser Bedürfnisse und der Relationen führt, in der sie gelebt werden, sowie zu der Erkenntnis, dass Freiheit, im Sinne von Autonomie und Individualisation, eines Rahmens, einer Gesetzgebung bedarf, die sich durch Sittlichkeit und Ethik … und Naturgesetze und technische Möglichkeiten definiert.

Er wird traditionelle Werte und Überlieferungen und deren Wertigkeit für sich selbst in Frage stellen und wird – wenn überhaupt – nur über den Weg der Kompensation wieder zu einer friedlichen Vereinigung mit ihnen gelangen. Auf diesem Weg aber wird er nicht nur Manipulationsmuster von außen erkennen und bekämpfen, sondern im fortgeschrittenen Stadium auch Selbst-Sabotageakte, Vermeidungshaltungen und selbstschädigende Verhaltensmuster aufdecken, die der ausschließlichen Bedürfnisbefriedigung angehören, was insgesamt zu einer Transzendenz dieser Bedürfnisse und der Relationen führt, in der sie gelebt werden, sowie zu der Erkenntnis, dass Freiheit, im Sinne von Autonomie und Individualisation, eines Rahmens, einer Gesetzgebung bedarf, die sich durch Sittlichkeit und Ethik … und Naturgesetze und technische Möglichkeiten definiert
nach kants kategorischem imperativ, gehören sittlichkeit und ethik zu den naturgesetzen :-) den zusammenhang mit den technischen möglichkeiten verstehe ich hier nicht. was genau haben autonomie und indivuduation mit technischen möglichkeiten zu tun?


Er wird erkennen, dass der moderne Freiheitsbegriff nichts gemeinsam hat mit Verantwortung und Ethik Moooment! Hast du nicht eben erklärt, dass Freiheit mit Sittlichkeit und Ethik verbunden ist? Oder ist der „moderne Freiheitsbegriff“ doch was anderes als das eben Erklärte – und wenn ja: was? KOMMA s. o. und dass im Gegensatz dazu Verantwortung für sich selbst und an
dere nicht im Widerspruch zur Freiheit steht.

Auf diese Weise wird er den Schritt vom „Herdentier“ zum Individuum vollziehen *wein* …es war vorher nie die Rede davon, dass er das ist, ein „Herdentier“. Und was das mit „Freiheit“ zu tun hat. nicht weinen *tooztooz* das hier ist eine denksportaufgabe. ich hab die wahl, gewisse dinge vorauszusetzen und andere zu erläutern, alles geht nicht. es kann gut sein, dass ich da nicht immer die richtige wahl getroffen haben, aber ich rede schon die ganze zeit von der individuation - ich ging davon aus, dass es die feststellung nicht überraschend ist, dass der mensch ein herdentier ist. der gedanke der schuld ist seit adam und eva nicht neu - das thema ist scheinbar sehr schwierig zu behandeln und in der Lage sein, weitgehend unabhängig von Projektion und Manipulation durch Schuld … noch so ein plötzlich aus dem Nichts aufblitzender Gedanke… und das gezielte Bedienen seiner Sehnsüchte, zu leben. Doch gerade die Bedürfnisse und Sehnsüchte werden nicht länger unbewusst nach Befriedigung in ihm verlangen – im Gegenteil: sein Sein Status als Individuum wird ihm bewusster sein, ich glaube, hier kommt kein Komma hin. Aber wenn, dann… als jemals zuvor …müsste auch hier eins hin. und er wird mehr denn je erfahren, was Rainer Maria Rilke meinte, als er schrieb, dass wir alle „unaussprechlich allein sind“. Er wird sich selbst zuliebe den Mittelweg wählen zwischen Fanatismus und Bequemlichkeit, zwischen Vernunft und Instinkt und zwischen Festhalten und Loslassen und seine Entscheidungen und Handlungsweisen immer aufgrund eigener Überlegungen und unter Berücksichtigung von Ursache und Wirkung für das Ganze überprüfen.

Was aber fängt ein Kollektiv oder eine Gesellschaft mit einem freien Individuum an, bei dem die üblichen Manipulationen zu einem Großteil nicht mehr greifen, dem man weder mit Vereinzelung und Ausschluss aus der Gemeinschaft drohen, noch mit einer echten oder vorgetäuschten Bedürfnissbefriedigung ködern kann, „aufgedröselt“ steht da: „… dem man weder drohen noch ködern kann…“ – Satzumbau! warum? weil es sich bereits selbst bis zu einem gewissen Grad ausgeschlossen und ein Bewusstsein über seine wirklichen Bedürfnisse erlangt hat bzw. auch Wege gefunden hat, diese zu befriedigen? Das Individuum braucht ja die Gemeinschaft und soziale Kontakte trotzdem … das ist doch aber der Gemeinsachft „egal“. Nur weil „er“ die Gemeinschaft braucht, heißt das doch nicht, dass die Gemeinschaft „ihn“ braucht und sich also Gedanken machen muss. (Jedenfalls nicht, solange die Gemeinschaft nicht aus lauter so „reifen Ers/Sies“ besteht.) Eine Gemeinschaft fängt also dies mit einem so freien Individuum an: Sie sperrt es aus oder ein oder ignoriert es. 1. bin ich nicht sicher, ob das der gemeinschaft so egal ist, das kommt auf ihre ziele und ihre mittel an, wenn es ihr pauschal egal wär, dann wären rebellionen nix weiter als ein schenkelklopfer für die oberen 2. im moment geht es um das individuum und ich hab nicht geschrieben, dass die gesellschaft das individuum "braucht" (egal ob es so ist oder nicht), sondern dass die gesellschaft evtl. ein problem mit ihm haben wird, weil er nicht mehr manipulierbar ist. darüber muss sie sich evtl. wohl gedanken machen. ich bin also beim individuum und schildere SEIN problem mit diesem drahtseilakt., auch wenn das Ausmaß der Abhängigkeit ein anderes, unmittelbareres geworden ist. Es interagiert ja trotzdem mit der Umwelt und dem „Du“ Welchem? Bisher ist da nur das Ich des Individuums und die Gemeinschaft.mit jedem "du", mit jedem menschen, wo ein ich ist, ist auch immer ein du und es braucht seinen ganzen Mut, eine gesunde Prise Idealismus und seine Entschlossenheit, auch inmitten von „Herdentieren“ ein Individuum zu bleiben und seine Freiheit zu bewahren.
Es liegt nahe, dass ein Staat oder eine Gemeinschaft aus machtpolitischen und wirtschaftlichen Interessen, wenig Engagement und Mittel daran verschwendet, seinen Angehörigen und Mitgliedern diese Freiheit in die Wiege zu legen und sie zu autonomen Individuen zu erziehen. Bestenfalls wird sich der Einzelne weder behindert, noch gefördert finden Gefördert werden ist also der schlechtere Fall???. wie kommst du darauf? seit wann beinhaltet die redewendung "weder-noch" eine rangordnung? sie sind doch in dieser gleichrangig? Ein Staat bzw. eine Gemeinschaft wird seiner Aufgabe, Mittel zur Weiterentwicklung der Menschheit zu sein, nur dann gerecht werden, wenn er seine „Elternrolle“ mit Verantwortungsbewusstsein trägt, denn so wichtig die Beschneidung eines Individuums von außen für seine Entwicklung sein kann, so bedeutungsvoll ist doch ebenso eine Erziehung und Bildung zu Humanität und Individuation.

Die Idee, Freiheit und damit alle Vor- und Nachteile, die sie mit sich bringt, eingeschlossen, als eine Kunst zu betrachten, Irgendwie ist hier ein Komma zu viel oder zu wenig: Die Komma- Paare der Einschübe sind: das Komma nach „Idee“ und das Komma nach „betrachten“ / das Komma nach „Nachteile“und das Komma nach „bringt“. Das Komma nach „eingeschlossen“ hängt einsam in der Landschaft findet also ihre Realisierung für den Einzelnen zu allererst darin, gleichzeitig ein Individuum und ein gesellschaftsfähiges Wesen zu werden und zu bleiben.

Doch selbst nach vollzogenem Ausgleich zwischen Autonomie und Sozialisation befindet sich das Individuum noch immer zwischen zwei Polen, die es mit permanenter Aufmerksamkeit auszugleichen gilt, so dass wir uns fragen müssen, ob Freiheit und die Kunst, sie zu leben, darin besteht, die Wahl zu haben (und es zu wissen) und ob es genügt, zwischen Aufmerksamkeit und Bequemlichkeit zu wählen und das Ausgewählte konsequent umzusetzen. Moooment! Wenn die „Aufmerksamkeit“, die hier zu Wahl steht, die ist, mit der man zwischen den Polen laviert, was ist dann die „Bequemlichkeit“? Und: Wenn ich diese „Aufmerksamkeit“ „abwähle“, wähle ich dann nicht – dem bisherigen folgend – zu Rückkehr zu Unfreiheit, ergo ist dann diese Wahl überhaupt noch Ausdruck der „Kunst, die Freiheit zu leben“?

Doch selbst nach vollzogenem Ausgleich zwischen Autonomie und Sozialisation befindet sich das Individuum noch immer zwischen zwei Polen, die es mit permanenter Aufmerksamkeit auszugleichen gilt, so dass wir uns fragen müssen, ob Freiheit und die Kunst, sie zu leben, darin besteht, die Wahl zu haben (und es zu wissen) und ob es genügt, zwischen Aufmerksamkeit und Bequemlichkeit zu wählen und das Ausgewählte konsequent umzusetzen. Moooment! Wenn die „Aufmerksamkeit“, die hier zu Wahl steht, die ist, mit der man zwischen den Polen laviert, was ist dann die „Bequemlichkeit“? Und: Wenn ich diese „Aufmerksamkeit“ „abwähle“, wähle ich dann nicht – dem bisherigen folgend – zu Rückkehr zu Unfreiheit, ergo ist dann diese Wahl überhaupt noch Ausdruck der „Kunst, die Freiheit zu leben“?
also: die aufmerksamkeit, die hier zu wählen ist, ist die selbe, mit der man den ausgleich zwischen den polen herstellt. die bequemlichkeit ist einfach nur ihr gegenteil. wer das einmal ausprobiert hat, wird es wissen und genau, wenn du dich für die bequemlichkeit entscheidest und die aufmerksamkeit "abwählst", wählst du im eigentlichen die unfreiheit. sie hat dann nix mehr der kunst, die freiheit zu leben, zu tun, sondern eher mit der kunst, sich selber zu beschränken.

Nach vollzogenem Ausgleich hat das Individuum die permanente Aufmerksamkeit gewählt Ach! Hat es das? Ist das in der Leerzeile zwischen den Absätzen passiert? vielleicht... nein im ernst, wir befinden uns hier schon eine ganze weile in einem beispiel - mittendrin, vermutlich kam es auf zu leisen socken daher oder gar auf unsichtbaren? hier hätte ich anders formulieren sollen, allerdins hatten sämtliche testleser diese stelle nicht bemäkelt. man selber leidet ja öfter unter "tunnelblick" , deren Gegenteil die Unaufmerksamkeit ist, die in unserem Beispiel Was für ein Beispiel? mit einem Zurückfallen in die „Herde“ gleichzusetzen wäre. Eine bewusste Wahl und eine daraus folgende konsequente Umsetzung,kein Komma ist hier dauerhaft unmöglich, denn das Pendel des Rhythmus verweilt niemals an einem von beiden Polen.Welche Wahl? Die zwischen Aufmerksamkeit und Bequemlichkeit? Was hat das mit dem Pendel zu tun? Welche Pole?ja, die wahl zwischen aufmerksamkeit und bequemlichkeit, das pendel kommt aus dem hermetischen prinzip und schwingt zwischen den beiden polen.
Wählt man den einen, wählt man damit gleichzeitig auch den anderen, denn sie sind untrennbar miteinander verbunden. Niemand kann also permanent aufmerksam sein. … das hätte ich dir auch ohne diesen ganze Pendel-Kram sagen können, denn das hat einfach was mit dem „geistigen Leistungsvermögen“ zu tun. sicher... es ging nicht nur um dieses beispiel - ich leite damit über zur polarität an sich und deren bewältigung. Das Problem der Polarität findet sich auf allen Ebenen und in allen Bereichen des Daseins wieder, so dass wir – mit dem Wissen um das Gesetz des Rhythmus – immer und unabhängig von unserer bewussten Wahl zwischen zwei Extremen und in den dazwischen liegenden Schattierungen leben.

Wenn wir also Kunst als einen Begriff definieren, welcher etymologisch aus dem mittelhochdeutschen Können abgeleitet ist, und das Können als eine Gabe oder Fähigkeit, deren Besitzer ein Könner oder ein Meister auf seinem Gebiet ist,Diese Defintion kommt viiiiel zu spät! Du hast Kunst schon so oft verwendet und verrätst erst jetzt, was du damit eigentlich gemeint hast. nicht wirklich. der text baut sich auf und bevor ich die kunst wirklich mit dem begriff "freiheit" liiere, habe ich mich über die freiheit ausgelassen - erst von da kann ich dazu kommen, worin denn nun die kunst darin besteht. diese definition hier ist auch nur EINE von mehreren möglichkeiten - ich habe bis hierher noch nie einen ernsthaften versuch unternommen, auszubreiten, was kunst in diesem zusammenhang bedeutet. ich streifte es an der basis, aber ich beschäftigte mich bis hierher eigentlich fast nur mit der freiheit. kommen wir auch ohne den Hang zum Mystizismus zu der Frage, worin die Meisterschaft im Dasein innerhalb der Polarität besteht. … nee eigentlich nicht. Eigentlich hast du es bisher schon ganz prima erklärt, was daran so schwierig ist, dass die Meisterschaft eben darin besteht, sich nicht zu einem der Pole drängen/ziehen zu lassen.
doch, doch... es ist wie eine gleichung voller unbekannter variablen:
WENN wir es uns erlauben, die definition des begriffes "kunst" aus der ethymologischen ecke aufzusammeln + WENN wir bei den überlegungen zum thema freiheit bis zur polarität aller dinge gekommen sind UND das lösungswort FREIHEIT ALS KUNST VERSTANDEN lauten soll ( = FREIHEIT/KUNST) kommen wir sehr wohl zu der frage, worin das können oder die meisterschaft innerhalb der polarität besteht.
so einfach ist das nämlich nicht, mit dem "nicht zu einem der beiden pole ziehen lassen" ohne wieder in die unfreiheit zurück zu fallen.


Eine Antwort darauf finden wir in der buddhistischen Philosophie. Das Ziel eines Buddhisten ist es, sich durch die Entwicklung von Ethik und Weisheit vom Rad des Leidens und der Wiedergeburt zu befreien, den erleuchteten Zustand des Nirwana und damit die Meisterschaft über das Dasein innerhalb der Polaritäten zu erlangen. Dieser Anschauung zufolge entsteht das Leiden durch das Begehren und das Anhaften an weltlichen Dingen, Ideen und Vorstellungen und der damit verbundenen Illusion des „Ich“. Der Wandel, der sich nur innerhalb der Polaritäten vollziehen kann, und das Begehren fügen dem „Ich“ Schmerzen zu, denn naturgemäß begehren wir die Freude, das Glück, den Reichtum, die Gesundheit, den Frieden, die Liebe usw., was alles nur eine Seite der Medaillie, einen Pol widerspiegelt. Schmerzen erleiden wir bei dem Auftreten eines Mangels daran, so dass es immer die selben Dinge sind, die uns erfreuen und glücklich machen, wie die, die uns traurig und unglücklich machen. Dem zufolge gibt es nur außerhalb des Wandels einen unbeweglichen Punkt, an dem weder Leiden noch Begehren existieren: das Nirwana.

Eine Freiheit innerhalb der Polarität ist also nur eingeschränkt zu verwirklichen und immer mit der Gefahr einer erneuten Unfreiheit verbunden, gleichgültig ob es sich dabei um ein Individuum oder einen Staat bzw. eine Gemeinschaft handelt.

Bemühen wir zusätzlich noch das hermetische Prinzip der Entsprechung: „Wie oben - so unten, wie innen - so außen, wie der Teil - so das Ganze.“ [Hermetische Lehrsätze, 2. Prinzip], können wir behaupten: Wie das Individuum, so die Gesellschaft, in der es lebt und umgekehrt, bzw. die Werte, Vorstellungen und Ziele des Einzelnen spiegeln sich in der gesellschaftlichen Lebensweise, Politik und Kultur wider und umgekehrt? Inhaltlich zu langer Satz – das Fragezeichen wird dadurch irgendwie „falsch“. Denn es steht da: „Bemühen wird das Prinzip…, können wir behaupten: Gesellschaft ist wie Individuum?“. Was wird da zur Diskussion gestellt – „Gesellschaft ist wie Individuum“ oder „wir können behaupten (wenn wir das Prinzip … bemühen)“? beides
Wenn das wahr ist Was? na der hermetische lehrsatz - praktisch-denksportlich soeben angewandt in diesem beispiel hier, so gelangen wir auf der Suche nach der Verwirklichung von Freiheit im Sinne von Autonomie und Individuation zur klassischen Huhn-Ei-Frage, denn ohne einen Impuls, der diese Statik in eine Dynamik wandelt … ja wieso sollte der denn fehlen? Du hast doch vorn sehr schön erklärt, dass „Freiheit“ nicht angeboren ist, sondern sich nur in einem dynamischen Prozess entwickelt und hält., na weil "wie oben, so unten" auch wieder eine gleichung mit variablem ist: a = b also auch b = a und sie bildet einen kreis, es kommt kein "c" daher und sprengt ihn. soll heißen: wenn oben immer alles so ist, wie unten und unten somit auch wie oben, dann erstarren wir. müssen wir dem Einzelnen eine individuelle Fortentwicklung ebenso absprechen, wie der Gemeinschaft oder dem Staat eine allmähliche Evolution in Richtung der humanistische Ideale.

uff..... bestehst du auf dem rest?



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… also doch ein philosophischer Text, der mit meiner an klassischer Mathematik orientierten Logik nicht viel zu tun hat.

Es ist nicht (nur) so, dass du manches einfach voraussetzt, was „Fachleuten" klar ist. Es ist oft so, dass du nach dem Prinzip "Man weiß doch, was gemeint ist", arbeitest und damit bei jemandem wie mir, der sich an dem orientiert, was tatsächlich da steht, heftige Irritationen erzeugst.
Und: Du hantierst mit Worten, denen du einfach mal eine Bedeutung zusprichst, die sie von Hause aus nicht haben – und zwar OHNE vorher zu sagen, dass du ihnen im Folgenden diese andere Dimension verleihst (Beispiel: Alltagsgegenstand)


Beispiele:

Es ist ja ganz gut und schön, dass du die erfragten und als falsch/unvollständig "erkannte" Defintionen von Freiheit erstmal aufweichen willst – was mich daran stört, dass du keine "gültige/richtge" Defintion als Ergebnis dieser "Aufweichung lieferst.
Die ganze Sache mit der Definition ist die: Wenn du " an etwas herumdenkst" ohne zu wissen woran (also ohne definiert zu haben, woran), dann ist das ganze Rumgedenke sinnlos. Das wird auch nicht besser, wenn du die Defintion (so spät zumal!) nachreichst – das heißt nämlich, dass man theoretisch (mit der nun bekannten Defintion im Kopf) noch mal vorn anfangen muss zu lesen, um zu verstehn, was du dir da eigentlich so zusammengedacht hast…


Der "moderne Freiheitsbegriff" ist NICHT die Summe aller populären, bei Umfragen erfahrenen Teil-Antworten (wobei nicht mal klar ist, ob du wirklich alle Teilantworten erfasst hast – im Text klingt es wie Beispiele, mehr noch: du sagst, es KÖNNEN Teilaspekt sein, was heißt, dass sie es vielleicht auch nicht sind) – eine Definition erübrigt sich also mitnichten.
(So wie der moderne Begriff der Schwerkraft NICHT die Summe der populären, bei Umfragen erfahrenen Teil-Antworten ist, als da wären "Masse erzeugt Anziehung", “Schwerkraft ist abhängig von der Entfernung", "der Apfel fällt zu Boden, weil der Boden unten ist" oder ähnliches – der „moderne Begriff“ ist (zum Beispiel, es gibt sicher noch modernere, und grob gesagt) "Schwerkraft ist Ausdruck der Verformung der Raumstruktur".)

Wenn "ständig darüber reden" kein Merkmal von Alltagsgegenstand (für eine Idee – bei Körpern ist das etwas anders) ist, dann gibt es keine Alltagsgegenstände (vom Charakter einer Idee, eines Abstraktums) und also ist dieser Hinweis, dass „Freiheit" auch keiner ist, so sinnbringend wie "Warum kratzen sich Männer so oft an ihrem Sack? Frauen tun das doch auch nicht!"
Wenn über eine Idee oft geredet wird, dann ist das gleichbedeutend mit "man beschäftigt sich damit", dass sich ein "Alltagsmensch" nicht auf "Fachmannweise" mit etwas beschäftigt, ist was anderes – du machst aber aus "die meisten beschäftigen sich mit dem Begriff nicht fachmännisch" einfach "die meisten beschäftigen sich mit dem Begriff nicht". (Oder am Beispiel Sex: Du meinst ernsthaft, für sexuell Frustrierte sei Sex kein Alltagsgegenstand? Na aber Hallo! Für wen Sex kein Alltagsgegenstand ist – ob ich der Idee der Asexualität glauben kann, weiß ich allerdings noch nicht – der ist auch nicht sexuell frustiert. Im Gegenteil: Wer sexuell frustriert ist, für den ist Sex viel mehr Alltagsgegenstand wie für "sexuell zufriedene".) Freiheit ist nur für die kein Alltagsgegenstand, die sich absolut frei fühlen; wobei selbst die sich wahrscheinlich immer mal wieder selbst bestätigen müssen, wie wunderbar frei sie doch sind – vor allem, wenn sie all die Nichtfreien sehen.

Niemand  – auch nicht der, der sich (angeblich) freiwillig in Unfreiheit bewegt – pfeifft auf Freiheit. (von psychischen Störungen mal abgesehen) A: Er nimmt (nicht selten) „nur“ die eine Unfreiheit in Kauf um sich andere leisten zu können. B: Nicht frei zu sein heißt doch nicht, dass man nicht gern frei wäre, also drauf peifen würde.

Die Meisterschaft Monets, Bilder voller Licht zu malen, bestand NICHT darin (ich spekuliere jetzt mal), die Farbe mit Spucke zu verdünnen oder grundsätzlich überall etwas Gelb reinzumischen, sie bestand darin, eben Bilder voller Licht zu malen. Die Meisterschaft des Metzgers, gute Wurst zu machen, besteht nicht darin, das Brät zu machen, die Gewürze auszusuchen und die Gartemperatur zu treffen, sondern all dies genau so zu tun, dass die Wurst gut wird.
Die Meisterschaft, sich zwischen den Polen im Balance zu halten, besteht in nichts anderem als sich nicht zu sehr dahin und nicht zu sehr dorhin ziehen zu lassen – im Balancehalten eben. Sie besteht nicht darin, dies und jenes zu tun, sondern dies genau so zu tun, dass Balance dabei rauskommt.
Übrigens: Die Abschaffung der Pole (die durchaus ein Meisterstück ist) ist KEINE Meisterschaft in der Existenz zwischen den Polen – so wie die Abschaffung der Sprache keine Meisterschaft in Sprachbeherrschung bedeutet oder sowenig wie das Löschen des Feuers irgendwas mit Meisterschaft im Feuer-Ertragen zu tun hat. Dass die "erfolgreichen" Buddhisten dennoch als "frei" bezeichnet werden können, zeigt "nur", dass Freiheit nicht grundsätzlich mit "Dasein innerhalb der Polarität" zu tun hat…

(Beispiel für Sprachungenauigkeit:)
„Bestenfalls wird sich der Einzelne weder behindert, noch gefördert finden (ich: Gefördert werden ist also der schlechtere Fall???). (du: wie kommst du darauf? seit wann beinhaltet die redewendung "weder-noch" eine rangordnung? sie sind doch in dieser gleichrangig?)
Ja eben: Es ist gleichrangig. Du schreibst im Text: Wenn ich weder behindert noch gefördert werde, ist das der beste Fall. Das heißt: Wenn ich behindert werde ist das genauso ein schlechterer Fall wie wenn ich gefördert werde. Und das ist Unsinn. Es sei denn, man weist nach, dass jede Förderung unfrei macht.

Und noch was zum Thema Sprache:
(ich: „aufgedröselt“ steht da: „… dem man weder drohen noch ködern kann…“ – Satzumbau!( ((du: warum?)
… na weil man zwar "dem drohen" aber nicht "dem ködern" kann!

Logik-Fehler:
Wenn du einem Satz formulierst, den man sowohl als „Frage A“ als auch als „Frage B“ lesen kann, dann heißt der der nachfolgende Satz "Wenn das wahr ist, dann… " NICHT automatisch auf "Wenn A wahr ist, dann…"

Dass Sittlichkeit und Ethik nach Kant zu den Naturgesetzen gehören, heißt nicht dass mit der Aufzählung von Sittlichkeit und Ethik sich die Erwähnung all der andern Naturgesetz erübrigt hätte. Aber ich gebe zu, dass dann – mit dem Hinweis auf Naturgesetz und Technik – das Wort "bedarf" falsch ist.


PS: Was Autonomie (= Sebstständigkeit, Unabhängigkeit) mit technischen Möglichkeiten zu tun hat? Ganz einfach: Wer sich – z.B. – seine Nahrung nicht selbst schaffen kann, ist abhängig vom Lieferanten. Wer nicht gehen kann, ist abhängig vom Transporteur oder vom Vorhandensein eines Transportmittels.

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Es ist nicht wichtig, was man mitbringt, sondern was man dalässt (Klaus Klages)

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