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Leselupe.de > Feste Formen
Die Füchsin
Eingestellt am 30. 06. 2004 15:44


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Johanna
???
Registriert: Dec 2000

Werke: 9
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Die Füchsin

Die Zähne stumpf, das Haarkleid abgetragen,
warst immer öfter du im Kampf bezwungen.
Nur manches Mal noch ist es dir gelungen,
ein Beutetier, krank, wie du selbst, zu schlagen.

Jetzt duckst du dich in deiner Höhle Enge
und murrst nach dunklen Schatten, die nicht wichen.
Die Lichter, die einst hellem Bernstein glichen,
irrn nun opalen durch versperrte Gänge.

Ach, Füchsin, jetzt, in räudgem Felle,
würd dir, was du verschmäht, zur Nahrung taugen!
So stehst du auf, nach kummervollem Strecken

und kriechst aus deinem Bau hinaus ins Helle.
Dort sitzt du steif und gierst mit Hungeraugen
den Saft der sauren Trauben aufzulecken.

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Sandra
Guest
Registriert: Not Yet

Liebe Johanna,

dir ist es gelungen in der schwierigen Reimform des Sonetts, ein wunderschönes Gedicht zu verfassen.
Werden wir uns wohl auch in späten Jahren wie diese alte Füchsin fühlen? Vielleicht. Zumindest lässt dein Text viel Raum für Interpretation und das ist gar nicht so einfach, gerade in dieser Form, wo sich der Inhalt gerne dem Reim unterordnet.

Vielleicht magst du mir einen Satz näher bringen, der sich mir nicht entschlüsseln konnte.

quote:
starrn nun opalen in zu viele Gänge.

LG
Sandra

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Inu
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Registriert: Aug 2002

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Hallo Johanna

Für mich ein bedeutendes Gedicht und dazu ein perfektes Sonett. Es hat mich sehr berührt.

Liebe Grüße
Inu

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joyce
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Registriert: Jun 2004

Werke: 49
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Hallo Johanna,

auch mich haben deine worte sehr angesprochen. ist dir sehr gut gelungen.

mir geht es jedoch wie sandra, mit diesem satz

starrn nun opalen in zu viele Gänge

musste ein paar mal lesen um das "opalen" richtig zu verstehen. nun ist es mir zwar grammatikalisch klar, aber die aussage ist mir nicht passend.
der opal ist doch ein sehr farbenprächtiger, edler stein und ich vermute an dieser stelle eher einen stumpfen, farblosen, müden blick der füchsin.
möchtest du hier den gegensatz zum bernstein bringen? das wäre dann aber nicht ein opalner blick, sondern vielleicht ein versteinerter blick.
mir fällt jetzt auch nicht besseres ein, aber vielleicht war es ja auch einfach anders gemeint von dir?

deine füchsin ist mir gut bekannt und immer wieder tut es weh, sie so zu sehen....

liebe grüsse
Joyce
__________________
Du musst das Leben nicht verstehen,dann wird es werden wie ein Fest.Und lass dir jeden Tag geschehen so wie ein Kind im Weitergehen von jedem Wehen sich viele Blüten schenken lässt. (Rainer Maria Rilke)

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Johanna
???
Registriert: Dec 2000

Werke: 9
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Liebe Sandra, liebe Inu,liebe Joyce,
danke schön fürs Vorbeischauen und für Eure freundlichen Kommentare!
Sandra und Joyce: Ihr habt Recht, was diese Zeile betrifft, ich bin auch nicht besonders glücklich damit. Bei "opalen" hatte ich einen Milchopal vor Augen, (also nicht die dunklen, in vielen Farben irrisierenden, die immer tiefer und geheimnisvoller leuchten, je länger man sie ansieht) sowie die Erinnerung an einen blinden Hund, dessen Augäpfel eine so weiße, mattschimmernden Färbung hatten.
Ich wollte nur den "Glanz" der Jugend (hell, Bernstein, lebendig) der Blindheit des Alters gegenüberstellen und mit der ein wenig danebengegangene Metapher von den vielen Gängen sollte der in der Jugend gesammelte Besitz (Wohnung, Zweitwohnung, Haus, Zweithaus...;-)) sein, der im Alter nur noch Ballast ist. Also eine riesige, in jugendlichem Überschwang gegrabene Höhle mit vielen Gängen, die nun nicht mehr benützt werden kann.
Aber, wie gesagt, ich bin selbst nicht glücklich mit dieser Formulierung, ich hoffe, mir fällt noch etwas Gescheiteres ein.
Ein herzliches Dankeschön jedenfalls für Eurer feedback. Da kommt man dann auf die Schwachstellen, die für den Leser keinen Sinn ergeben.

liebe Grüsse,
J.

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