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Leselupe.de > Anonymus
Die Geburtstagsparty
Eingestellt am 17. 05. 2003 19:00


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Anonymous
Unbekannter Verfasser
Registriert: irgendwann


Wie immer im Mai feierten sie den Geburtstag von Joachim im Garten. Das Wetter meinte es gut mit ihnen in diesem Jahr. Den ganzen Tag ├╝ber schien die Sonne, und es sollte bis zum Abend warm bleiben.
Marina und Joachim w├╝rden die Nacht im Gartenhaus verbringen, w├Ąhrend die G├Ąste zum fr├╝hen Abend aufbrechen und zur├╝ck in die Stadt fahren. Die Kallweits, die Meiers und die Schumann hatten sich angesagt, es war ├╝ber die Jahre zur Routine geworden. Marina hatte ihre K├Ąsetorte gebacken, allerdings lustlos, und Joachim fuhr schon ein Wochenende vorher die Getr├Ąnke herbei, und an diesem Tage hatte er auch Grillfleisch und W├╝rstchen eingekauft.
Alle vier Familien feierten schon so viele Jahre, jetzt waren alle in den F├╝nfzigern, und es ging weitaus geruhsamer zu, als es in ihren jungen Jahren geschah. Da konnte es schon mal vorkommen, dass die Geburtstagsfeier zu einem kleinen Bes├Ąufnis ausartete, die drei Familien Zelte mitbrachten und im Garten ├╝bernachteten.
Die Kallweits kamen nat├╝rlich als erste, und ihr Gespr├Ąch sickerte so dahin, Marina beteiligte sich nicht, aber Joachim unterhielt sich mit den beiden. Irgend ein Buch ├╝ber Fahrradtouren in Deutschland brachten sie als Geschenk mit. Joachim gab sich selbstverst├Ąndlich ├╝berschw├Ąnglich freudig ├╝berrascht, und Marina schwieg und dachte, warum sagt er nicht, dass ich nicht Fahrrad fahre. Aber, dachte sie, ist ja auch egal.
Dann ging Marina in die K├╝che, um Kaffee zu kochen und das Geschirr zusammen zu stellen. Irene Kallweit fragte:
„Marina, soll ich dir helfen?“
Fast erschrocken antwortete Marina:
„Nein, nein, ich mach' das allein, es ist doch nicht viel Arbeit.“
Irene sah sie etwas verwundert an, aber blieb dann zum Gl├╝ck sitzen.
In der K├╝che h├Ârte Marina alles, was die drei redeten. Sie reden jedes Jahr dasselbe dumme Zeug, da kann ich auch die Zeitung lesen, dachte Marina, w├Ąhrend sie die Torte aufschnitt. Sie grinste etwas, die Torte war nat├╝rlich nicht richtig durchgebacken. Auch wie jedes Jahr, dachte sie.
Inzwischen trafen Meiers und Schumann ein. Sie kamen in einem Auto, da sie nicht weit voneinander entfernt wohnten. Immer sch├Ân abwechselnd, das eine Jahr fuhr Fred Meier, das darauf folgende J├╝rgen Schumann. Marina ging hinaus, um die vier zu begr├╝├čen, aber sie verschwand dann gleich wieder im H├Ąuschen.
Alle hatten sich unter den Sonnenschirmen auf den Gartenst├╝hlen bequem gemacht.
„Marina, wie weit bist du mit dem Kaffee?“, rief Joachim fragend von drau├čen.
„Ich komme gleich!“, rief sie zur├╝ck.
Dann trug sie den Stapel Teller hinaus und knallte ihn auf den Tisch, dass alle zusammen zuckten. Die Weiber werden schon die Teller verteilen, dachte sie grimmig. Genauso tat sie es mit den Untertassen und Tassen und Kuchengabeln, nur die Kanne Kaffee stellte sie etwas behutsamer hin. Zum Abschluss brachte sie die Torte.
Alle brachen in ein „Ah“ aus, als wenn es die Geburtstagstorte der englischen K├Ânigin w├Ąre.
„Marinas K├Ąsetorte, wie immer ein Ereignis“, bemerkte Gabi Schumann. Marina schwieg, aber grinste.
Da Marina keine Anstalten machte, stand Irene Kallweit auf und verteilte die Kuchenst├╝cke. Anschlie├čend begannen alle zu essen und mit etwas fassungslosen Gesichtern die Bissen mit dem Kaffee hinunterzusp├╝len.
„Marinas K├Ąsetorte, wie immer ein Ereignis“, sagte Fred und kaute, als h├Ątte er einen Kaugummi im Mund.
„Ja“, sagte Marina, nachdem sie einen winzigen Schluck vom Kaffee genippt hatte, sie selbst a├č den Kuchen nicht, „innen glitschig und au├čen verbrannt.“
Ein kleines Schweigen folgte.
Fred verzog keine Miene, als er antwortete: „das macht ja deine Torte so einzigartig.“ Und alle nickten und best├Ątigten seine Worte und jeder a├č sein St├╝ck auf.
Das Gespr├Ąch rieselte so dahin, Marina beteiligte sich nicht. Es ging darum, wie sch├Ân Marina und Joachim den Garten bepflanzt hatten.
Irene stand auf und begann das Geschirr zusammen zu stellen, auch Gabi erhob sich, Marina hob ein wenig die rechte Augenbraue an, aber sagte keinen Ton und blieb auch still sitzen.
Irene sprach: „Den Abwasch erledigen wir aber, Marina, du hast dir schon genug Arbeit gemacht.“
„Ja, finde ich auch“, pflichtete ihr Gabi bei, „wir kennen uns ja in der K├╝che aus.“
Nat├╝rlich kannten sie sich in der K├╝che aus, schlie├člich feierten sie schon seit Jahrzehnten im Mai Joachims Geburtstag.
„Na, wenn ihr meint“, bemerkte Marina trocken und blieb seelenruhig sitzen.
Joachim sprang auf und sagte:
„Ich werde uns M├Ąnnern mal einen Schnaps zur Verdauung holen und ein Bier, Marina, m├Âchtest du einen Lik├Âr trinken?“
„Nee“, antwortete Marina, „ich trink auch ’nen Schnaps und ’nen Bier, aber den Lik├Âr kannst du schon mitbringen, nachher f├╝r Gabi und Irene, wenn sie abgewaschen haben.“
Joachim stutzte etwas, auch die anderen blickten ein wenig irritiert auf Marina, doch jeder enthielt sich eines Kommentars.
Die M├Ąnner hatten ihren Schnaps noch gar nicht ausgetrunken, da schob Marina ihr Glas zu Joachim hin├╝ber und sagte:
„Gie├č mir noch einen ein.“
Wortlos f├╝llte ihr Joachim das Glas erneut und Marina st├╝rzte den Weinbrand sofort hinunter.
J├╝rgen Schumann versuchte einen Scherz.
„Bist du Alkoholikerin, Marina?“
„Ja“, antwortete Marina.

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Gabriel
Guest
Registriert: Not Yet

Hallo, du!

Das Ende der Geschichte ist klasse, aber den Text selbst finde ich etwas zu trocken.
Ich meine damit, dass es mir vorkommt wie eine Punkt-f├╝r-Punkt Schilderung der Ereignisse.
Es baut sich kein rechter Spannungsbogen auf.
Vielleicht kannst du versuchen, ihn dahingehend noch etwas aufzupeppen.
Ich habe dir nachfolgend noch einige andere Kleinigkeiten angemerkt, aber f├╝r das oben Beschriebene kann ich dir leider keine Vorschl├Ąge machen, denn es soll ja dein Text bleiben.

Gru├č, Gabriel

Wie immer im Mai feierten sie den Geburtstag von Joachim im Garten. Das Wetter meinte es gut mit ihnen in diesem Jahr. Den ganzen Tag ├╝ber schien die Sonne, und es sollte bis zum Abend warm bleiben.
Marina und Joachim w├╝rden die Nacht im Gartenhaus verbringen, w├Ąhrend die G├Ąste zumam fr├╝hen Abend aufbrechen und zur├╝ck in die Stadt fahren sollten. Die Kallweits, die Meiers und die Schumann hatten sich angesagt, es war ├╝ber die Jahre zur Routine geworden. Marina hatte ihre K├Ąsetorte gebacken, allerdings lustlos, und Joachim fuhr schon ein Wochenende vorher die Getr├Ąnke herbei, und an diesem Tage hatte er auch Grillfleisch und W├╝rstchen eingekauft. das sind zu viele ÔÇÜundÔÇÖ hintereinander. Vielleicht kannst du es so umformulieren, dass ein, zwei davon wegfallen.
Alle vier Familien feierten schon so viele Jahre gemeinsam, jetzt waren alle sie? in den F├╝nfzigern, und es ging weitaus geruhsamer zu, als es in ihren jungen Jahren geschah. Da konnte es schon mal vorkommen, dass die Geburtstagsfeier zu einem kleinen Bes├Ąufnis ausartete, die drei Familien Zelte mitbrachten und im Garten ├╝bernachteten. Ich w├╝rde es von der Reihenfolge her umdrehen. Zuerst bringen sie die Zelte mit, dann artet es in ein Bes├Ąufnis aus.
Die Kallweits kamen nat├╝rlich als erste, und ihr Gespr├Ąch sickerte so dahin,Punkt Marina beteiligte sich nicht, aber Joachim unterhielt sich mit den beiden. Irgend ein Buch ├╝ber Fahrradtouren in Deutschland brachten sie als Geschenk mit. Joachim gab sich selbstverst├Ąndlich ├╝berschw├Ąnglich freudig ├╝berrascht, und Marina schwieg und dachte, warum sagt er nicht, dass ich nicht Fahrrad fahre. Aber, dachte sie, ist ja auch egal.
Dann ging Marina in die K├╝che, um Kaffee zu kochen und das Geschirr zusammen zu stellen. Irene Kallweit fragte:
ÔÇ×Marina, soll ich dir helfen?ÔÇť
Fast erschrocken antwortete Marina:
ÔÇ×Nein, nein, ich mach' das allein, es ist doch nicht viel Arbeit.ÔÇť
Irene sah sie etwas verwundert an, aber blieb dann aber zum Gl├╝ck sitzen.
In der K├╝che h├Ârte Marina alles, was die drei redeten. Sie reden jedes Jahr dasselbe dumme Zeug,Punkt da kann ich auch die Zeitung lesen, dachte Marina, w├Ąhrend sie die Torte aufschnitt. Sie grinste etwas, die Torte war nat├╝rlich nicht richtig durchgebacken. Auch wie jedes Jahr,Punkt dachte sie.
Inzwischen trafen Meiers und Schumann ein. Sie kamen in einem Auto, da sie nicht weit voneinander entfernt wohnten. Immer sch├Ân abwechselnd, das eine Jahr fuhr Fred Meier, das darauf folgende J├╝rgen Schumann. Marina ging hinaus, um die vier zu begr├╝├čen, aber dann sie verschwand dann sie gleich wieder im H├Ąuschen.
Alle hatten es sich unter den Sonnenschirmen auf den Gartenst├╝hlen bequem gemacht.
ÔÇ×Marina, wie weit bist du mit dem Kaffee?ÔÇť, rief Joachim fragend von drau├čen.
ÔÇ×Ich komme gleich!ÔÇť, rief sie zur├╝ck.
Dann trug sie den Stapel Teller hinaus und knallte ihn auf den Tisch, dass alle zusammen zuckten. Die Weiber werden schon die Teller verteilen, dachte sie grimmig. Genauso tat sie es mit den Untertassen und Tassen und Kuchengabeln, nur die Kanne Kaffee stellte sie etwas behutsamer hin. Zum Abschluss brachte sie die Torte.
Alle brachen in ein ÔÇ×AhÔÇť aus in ein ÔÇÜAhÔÇÖ ausbrechen ÔÇô das ist nicht gut! Man kann in Gel├Ąchter ausbrechen, aber nicht in ein Ah., als wenn es die Geburtstagstorte der englischen K├Ânigin w├Ąre.
ÔÇ×Marinas K├Ąsetorte, wie immer ein EreignisÔÇť, bemerkte Gabi Schumann. Marina schwieg, aber grinste.
Da Marina keine Anstalten machte, stand Irene Kallweit auf und verteilte die Kuchenst├╝cke. Anschlie├čend begannen alle zu essen und mit etwas fassungslosen Gesichtern die Bissen mit dem Kaffee hinunterzusp├╝len.
ÔÇ×Marinas K├Ąsetorte, wie immer ein EreignisÔÇť, sagte Fred und kaute, als h├Ątte er einen Kaugummi im Mund.
ÔÇ×JaÔÇť, sagte Marina, nachdem sie einen winzigen Schluck vom Kaffee genippt hatte, sie selbst a├č den Kuchen nicht, ÔÇ×innen glitschig und au├čen verbrannt.ÔÇť
Ein kleines Schweigen folgte.Besser: ein kurzes Schweigen
Fred verzog keine Miene, als er antwortete: ÔÇ×das Gro├č macht ja deine Torte so einzigartig.ÔÇť Und alle nickten und best├Ątigten seine Worte und jeder a├č sein St├╝ck auf.
Das Gespr├Ąch rieselte so dahin, Marina beteiligte sich nicht. Es ging darum, wie sch├Ân Marina und Joachim den Garten bepflanzt hatten.
Irene stand auf und begann das Geschirr zusammen zu stellen, auch Gabi erhob sich, Marina hob ein wenig die rechte Augenbraue an, aber sagte aber keinen Ton und blieb auch still sitzen.
Irene sprach: ÔÇ×Den Abwasch erledigen wir aber, Marina, du hast dir schon genug Arbeit gemacht.ÔÇť
ÔÇ×Ja, finde ich auchÔÇť, pflichtete ihr Gabi bei, ÔÇ×wir kennen uns ja in der K├╝che aus.ÔÇť
Nat├╝rlich kannten sie sich in der K├╝che aus, schlie├člich feierten sie schon seit Jahrzehnten im Mai Joachims Geburtstag.
ÔÇ×Na, wenn ihr meintÔÇť, bemerkte Marina trocken und blieb seelenruhig sitzen.
Joachim sprang auf und sagte:
ÔÇ×Ich werde uns M├Ąnnern mal einen Schnaps zur Verdauung holen und ein Bier,Punkt Marina, m├Âchtest du einen Lik├Âr trinken?ÔÇť
ÔÇ×NeeÔÇť, antwortete Marina, ÔÇ×ich trink auch ÔÇÖnen Schnaps und ÔÇÖnen Bier, aber den Lik├Âr kannst du schon mitbringen, nachher f├╝r Gabi und Irene, wenn sie abgewaschen haben.ÔÇť
Joachim stutzte etwas, auch die anderen blickten ein wenig irritiert auf Marina, doch jeder enthielt sich eines Kommentars.
Die M├Ąnner hatten ihren Schnaps noch gar nicht ausgetrunken, da schob Marina ihr Glas zu Joachim hin├╝ber und sagte:
ÔÇ×Gie├č mir noch einen ein.ÔÇť
Wortlos f├╝llte ihr Joachim das Glas erneut und Marina st├╝rzte den Weinbrand sofort hinunter. Schnaps oder Weinbrand?
J├╝rgen Schumann versuchte einen Scherz.
ÔÇ×Bist du Alkoholikerin, Marina?ÔÇť
ÔÇ×JaÔÇť, antwortete Marina.

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Anonymous
Unbekannter Verfasser
Registriert: irgendwann

Hallo Gabriel,

danke f├╝r die M├╝he, die du dir gemacht hast. Ich muss dir in fast allen Punkten recht geben, ausser vielleicht, dass Weinbrand Schnaps ist.
Die Geschichte habe ich allerdings bewusst so trocken erz├Ąhlt, weil sie in meinen Augen dadurch wirkungsvoller ist.

lg anonymous

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GabiSils
???
Registriert: Mar 2002

Werke: 1
Kommentare: 1405
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Alle Achtung, liebe/r A., du l├Ą├čt Vieles ungesagt, was sich durch das ├╝berraschende Ende mit einem Mal zeigt. Man kann sich gut vorstellen, wie Marina zur Alkoholikerin wurde.
Vielleicht w├╝├čte ich gerne den Grund f├╝r dieses pl├Âtzliche Outing, aber das n├Ąhme der Geschichte wohl den Effekt.

Gru├č,
Gabi

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Anonymous
Unbekannter Verfasser
Registriert: irgendwann

Hallo Gabi,

danke, ja ein Alkohols├╝chtiger outet sich wohl nicht, sondern versteckt seine Sucht, bzw. ihre Sucht, wenn es sich um eine Frau handelt, das ist ja eine Tragik dieser Krankheit. Ich habe auch schon dar├╝ber nachgedacht, warum sich Marina so lakonisch dazu bekannte, vielleicht ist sie schon an dem Punkt angelangt, wo alles nur noch trostlos ist

lg Anonymous

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