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Leselupe.de > Kindergeschichten
Die Gerechtigkeit kommt zu Fuss
Eingestellt am 20. 06. 2002 12:06


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Eilan
Festzeitungsschreiber
Registriert: Jun 2002

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Seit tausenden von Jahren lebte auf dem h├Âchsten Berg der Welt die Frau Gerechtigkeit. Sie lebte einsam und verlassen. Von dem Spitz des Berges, auf dem sie wohnte, konnte man die ganze Welt ├╝berblicken. Da Frau Weisheit sehr gute Augen besa├č, konnte sie auch erkennen, was die Menschen alles taten. Und immer wenn irgendwo eine Ungerechtigkeit geschah, sah sie diese. Sie folgte dem Verbrecher oder dem Ungerechten mit ihrem Blick und sorgte dann daf├╝r, dass die Person eine Lektion erteilt bekam. Den Verbrechern schickte sie die Polizei auf den Hals und den Ungerechten das Gewissen. Und manchmal, wenn das Gewissen nichts n├╝tzte, eine kleine Portion Ungl├╝ck, welches sie von der G├Âttin Fortuna geliefert bekam.

Doch eines Tages trug es sich zu, dass die bestellte Lieferung an Ungl├╝ck nicht ankam. Frau Gerechtigkeit hatte jedoch eine Ungerechte zu bestrafen, die sich von ihrem Gewissen nicht mehr beeinflussen lie├č. So zog eine zerschlissene Kutte an und machte sich daran, den Berg hinunterzusteigen. Zu Fu├č machte sie sich auf den Weg zum Haus der Ungerechten. Es war leicht es zu finden. Es war ein gro├čes, dunkles, protziges Haus. Einer dieser neumodischen Betonkl├Âtze.

Sie ging zur T├╝r und klingelte. Eine Frau machte auf. Sie sah Frau Gerechtigkeit an, spuckte vor ihr auf den Boden und meinte: "Wir spenden nicht, und jetzt hau ab, du Lumpengesindel!" Mit diesen Worten schlug sie die T├╝r zu. Da wurde die Gerechtigkeit w├╝tend. Sie stie├č die T├╝r auf, packte die ungerechte Frau und sch├╝ttelte sie. "Wenn du immer nach dem ├äu├čeren beurteilst, dann ist es kein Wunder, dass du deinem Sohn so etwas Ungerechtes antun konntest, wie ihn vor die T├╝r werfen, nur weil er etwas heruntergekommen aussieht und dir seine Freundin nicht passt! Dass du den Hund auf einer Autobahnrastst├Ątte ausgesetzt hast, weil du ihn nicht mehr spazieren f├╝hren und f├╝ttern wolltest!"

Sie nahm die Frau und h├Ąngte sie mit einer gro├čen Klammer am Ast eines Baumes, der im Garten stand, auf. "Da bleibst du h├Ąngen, bis sich deiner jemand erbarmt und dich aus eigenem Willen herunterholt!", sagte sie zu der wild strampelnden und vor sich hin fluchenden Frau. "Das wirst du mir b├╝├čen!", kreischte sie die Gerechtigkeit an. Diese lachte jedoch nur und ging heimw├Ąrts auf ihren Berg.

Von dort aus beobachtete sie, wie viele Menschen an der Frau vorbeigingen. Bis jemand vor dem Baum stehen blieb und sie von dem Ast herunterholte. Es war ihr Sohn, dem sie unrecht getan hatte. Und doch hatte er ihr geholfen. Frau Gerechtigkeit war zufrieden mit sich und hielt nach einem neuen Ungerechten Ausschau.



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Das Licht findest du in der Dunkelheit

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