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Leselupe.de > Kurzgeschichten
Die Geschichte vom Weib, vom Teufel und von Gott (Eine Parabel)
Eingestellt am 24. 07. 2002 17:19


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Helmut D.
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Die Geschichte vom Weib, vom Teufel und von Gott (Eine Parabel)

Die Geschichte vom Weib, vom Teufel und von Gott

Es war einmal ein Weib (die Geschichte spielte vor langer Zeit und da hie√ü die Frau noch Weib), und das Weib war wunderbar, attraktiv, verf√ľhrerisch, erotisch und von einzigartiger Gestalt. Und eines Tages nun, als das Weib unschuldig auf der Welt wandelte, erblickte der Teufel von seiner finsteren H√∂lle aus das Weib und begann es zu begehren. So nahm der Teufel menschliche Gestalt an und verwandelte sich in einen wunderbaren Mann, der das Weib traf und zu √ľberzeugen begann. Und weil der Teufel fast alles kann, zeigte er der Frau Schmuck und Juwelen, Gold und Diamanten und erz√§hlte ihr, da√ü er ein gro√üer Herrscher sei und ihr bei einem Verkehr mit ihm, alles geben wollte, was er besa√ü, n√§mlich sein halbes Reich. Die Frau war wegen der Kraft und dem Glanz des Teufels so beeindruckt, da√ü sie einwilligte und sich mit ihm einlie√ü. Und so trieb es das Weib, das so wunderbar war, mit dem Teufel, und zwar immerzu, bis eines Tages ein Fremder auftauchte, der wie ein M√∂nch aussah und ununterbrochen von Gott zu predigen begann. Und da der M√∂nch den Teufel nicht erkannte, wollte er auch ihn bekehren und zu einem Freund Gottes machen. Das aber sind Dinge, die Teufel √ľberhaupt nicht m√∂gen und der Teufel, der vorher ein so nettes Gesicht trug, wurde im Beisein des M√∂nches immer b√∂ser und b√∂ser. Er schrie ihn an und verfluchte ihn und schlug ihn und verspottete Gott, weil im Beisein des Heiligen seine teuflische Natur zutage trat. Dar√ľber wurde das Weib so erschrocken, weil sie doch gottesf√ľrchtig erzogen worden war und fragte ihren Mann: Mann warum schl√§gst Du diesen Bruder Gottes, der Dir doch √ľberhaupt nichts b√∂ses getan hat? Und der M√∂nch kniete sich nieder und flehte bei Gott um die Seele des Teufels und seiner Frau, ja er schrie Gott an, diesen Mann, der der Teufel war und seine Frau zu retten. Daraufhin wurde der Teufel so verr√ľckt, da√ü er seine gesamte Menschengestalt abri√ü und jeder seinen teuflischen K√∂rper, der so h√§√ülich war, wie ihn noch nie jemand gesehen hatte, zeigte. Als das seine Frau sah, die sich ihm willenlos hingegeben hatte, als sie sah, da√ü der leibhaftige Satan vor ihr stand, erschrak sie f√ľrchterlich und bereute zutiefst, was sie getan hatte. Aber der Teufel, kannte kein Mitleid und wollte die Hand der Frau ergreifen und sie in seine finstere H√∂lle entrei√üen. Und genau in diesem Augenblick warf der M√∂nch seinen K√∂rper nieder und es erschien vor den beiden ein wunderbarer, junger Gott. Und f√ľr einen Moment standen alle drei stille da, der Teufel in seiner Bizarrheit, das ahnungslos Weib und der junge Gott.
Und eigentlich w√§re die Geschichte jetzt schon aus, h√§tte der junge Gott nicht pl√∂tzlich f√ľr das Weib, das im Grunde wegen ihrer Untaten schon verloren war, etwas empfunden. Und so sprach der junge Gott zum uralten Teufel: Teufel, wenn Du nicht sofort dieses Weib losl√§√üt und alles wieder aus ihr herausnimmst, was Du in sie hineingesteckt hast, wirst Du von mir augenblicklich niedergestreckt werden. Da lachte der Teufel nur und sagte: Niemals werde ich das tun. Nein, ich werde das Weib jetzt mit mir in die H√∂lle entrei√üen!
Da zog der junge Gott aus seiner Tasche eine Waffe, die aus Gold und Silber war und die funkelte wie ein Feuer und aus der kleine Blitze herausschossen, und er zögerte keinen Moment und streckte den Teufel nieder.
Daraufhin kniete sich das Weib nieder und betete den Gott an, denn mit seinem Tod, war auch alles teuflische wieder aus ihr heraus gekommen, was der Teufel in sie hineingegeben hatte und sie war rein und gut, vern√ľnftig und klar im Kopf. Doch urpl√∂tzlich tauchten die drei S√∂hne des Teufels auf und schwangen b√∂sartige Reden. Sie sagten zum jungen Gott, da√ü er jetzt selbst ein Teufel w√§re, weil er ja jemanden get√∂tet h√§tte und G√∂tter nicht t√∂ten, sondern nur Teufel das tun.
Da holte der junge Gott eine kleine Silbertafel aus seiner Tasche und zeigte sie den S√∂hnen des alten Teufels, die keine Macht √ľber ihn hatten. Und er sagte ihnen, da√ü auf dieser Silbertafel ein uraltes Gesetz geschrieben st√§nde, das √§lter als die Zeit sei und das selbst f√ľr Gott und die Welt, f√ľr Menschen und Teufel, f√ľr Floh und Huhn und alle anderen gelte und das hie√ü: "Ja zum Ja und Nein zum Nein!" Also sprach der junge Gott, wenn ich Gott liebe, ist das in Ordnung, und wenn ich den Teufel erschie√üe auch. Denn Gott ist das Ja und der Teufel das Nein.

Danach wurde es finster und die drei Söhne des uralten Teufels verschwanden, weil sie noch zu jung waren, um erniedrigt zu werden. Und der junge Gott, den keiner kannte, fragte das Weib: Weib, willst Du mit mir gehen in den Himmel, in das Paradies, in das Goldland, in das Eldorado?
Und das Weib sagte ja und beide gingen, nein sie verschwanden einfach.
Und von diesem Augenblick an, weiß keiner, wie die Geschichte weiterging, da noch niemand dort gewesen ist, an den Orten, die so heißen.
Aber eines ist gewiß: Niemand wird den jungen Gott je verdammen können, denn er hat nur Nein zum Nein gesagt. Eines an dieser Geschichte ist aber sehr, sehr wichtig, und das muß zum Schluß noch erzählt werden: nämlich daß nur derjenige Nein zum Nein sagen darf, der das Ja genauso bejaht und liebt, wie er das Nein verdammt. Denn tut er das nicht, kommt er, und sei's ein Gott, sei's ein Mensch, sei' irgendwie aus seinem Gleichgewicht und das wäre schrecklich.


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