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Leselupe.de > Kindergeschichten
Die Geschichte vom kleinen Küsschen
Eingestellt am 21. 10. 2002 02:21


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wondering
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Wusstet Ihr schon, dass Küsse auch eine Familie haben? Nein? Dann erzähle ich euch die Geschichte vom kleinen Kuss, den sie in der Kussfamilie das Küsschen nennen.
Küsschen war heute ein bißchen traurig, denn ihm war so langweilig. Es war niemand da, dem es sich hätte verschenken können, dabei wollte Klein-Küsschen unbedingt schnell groß werden. Die kleinen Küsse aus der Kussfamilie werden nämlich um so größer, je öfter sie sich verschenken.
Küsschen machte sich auf den Weg in die Stadt. Es muss doch jemanden geben, dem ich mich verschenken kann‘, dachte das Küsschen und schaute sich um.
Küsschen kam am Bahnhof vorbei und traf seinen Vetter Handkuss, der gerade durch die Luft flog. Vetter Handkuss ist nämlich der Flieger in der Familie. Er schoss soeben in hohem Bogen von der Hand einer Frau, die auf dem Bahnsteig stand und setzte sich mitten auf den Mund eines Mannes, der aus dem Fenster eines abfahrenden Zuges schaute. Kaum hatte sich Vetter Handkuss niedergelassen, wurde er auch schon wieder zurückgeschickt. Huiiii, in hohem Bogen durch die Luft fliegend landete er jetzt auf den weichen Lippen der Frau. Sie lächelte und Küsschen kicherte. „Ganz schön anstrengend, Vetter Handkuss, was?“, rief Küsschen. Weiter hinten auf dem Bahnsteig entdeckte es zwei Männer, die eilig aufeinander zuliefen und sich fest umarmten. Hey, da war ja auch Bruder Bruderkuss, der sich abwechselnd links und rechts auf die Wangen der Männer setzte. Bruderkuss hüpfte ein paar Mal fröhlich von Wange zu Wange und wieder zurück. „Hallo Bruder Bruderkuss, hier bin ich. Macht’s Spaß?“, rief Küsschen. Aber Bruder Bruderkuss hörte nicht, er war zu beschäftigt. Küsschen winkte noch einmal und zog weiter.
Nicht weit vom Bahnhof lag der Stadtpark, den Küsschen jetzt erreicht hatte. ‚Der Park ist sicher ein guter Platz, jemanden zu finden, dem ich mich verschenken kann‘ , dachte das Küsschen und suchte in alle Richtungen. Auf einer Parkbank saß ein Pärchen eng umschlungen. „Ach“, murmelte Küsschen, „dort kann ich mich auch nicht hergeben. Da ist bestimmt schon meine alberne Schwester Knutschkuss...“ Und richtig, Schwester Knutschkuss legte sich mächtig ins Zeug, bis die beiden Verliebten ganz rote Köpfe hatten. „ Pöh!“, raunte Küsschen und wurde immer trauriger: „Niemand da, der mich will?“ schluchzte es und ging tapfer weiter. Später begegnete Küsschen noch seiner Mutter Mamakuss. Sie war zusammen mit Tanten- und Omakuss unterwegs bei einem Picknick mit vielen großen und kleinen Leuten auf der Parkwiese. Das Küsschen erinnerte sich, dass es mal gehört hatte, die Tante Tantenkuss könne niemand so richtig leiden. Sie sei immer so dick und feucht und rieche nach Spucke. Und nie würde sie fragen, ob man sie haben will, sie käme einfach ungefragt, manchmal sogar mitten auf den Mund. „Nö, also, wenn ich mal groß bin, möchte ich lieber ein Mamakuss werden“, entschied das Küsschen und dachte: Der Mamakuss ist so schön weich und lieb und beruhigend. Er kann trösten und kleine Wunden heilen, kann wieder froh machen, wenn man traurig ist. Und wenn man etwas gut gemacht hat, kommt der Mamakuss als Lob. „Ich will auf jeden Fall ein Mamakuss werden, wenn ich mich oft genug verschenkt habe!“ , sagte das Küsschen laut und strengte sich noch einmal ganz doll an.
Da sah das Küsschen auf einmal einen kleinen Jungen und ein Mädchen, die auf dem Spielplatz im Park nebeneinander im Sandkasten saßen. Beide waren ganz versunken in ihr gemeinsames Spiel mit Förmchen und Sand. Doch mit einem Mal unterbrach das Mädchen ihr Spiel, legte dem Jungen ein Ärmchen um die Schultern und zog ihn an sich. Ehe der Knabe sich versah, saß das Küsschen auf seiner Wange. „Hihi, endlich!“, rief das Küsschen und wurde dann aber auch schon mit einer schnellen Handbewegung abgewischt.
Mächtig gewachsen und glücklich zog das Küsschen weiter auf der Suche, sich zu verschenken.

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flammarion
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eine

hinreißende geschichte, die ich mit großem vergnügen gelesen habe. hat 10 punkte verdient und aufnahme in meine sammlung. ganz lieb grüßt
__________________
Old Icke

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wondering
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hallo flammarion,
ganz lieben dank, ich freue mich riesig über dein statement. ich bin ganz neu hier und so etwas ermutigt, weiter zu machen.
liebe grüße wondering

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flammarion
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na,

wenn du so weitermachst, haste in mir einen begeisterten leser. lg
__________________
Old Icke

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Katjuscha
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Kussgeschichten

Deine Küsschengeschichte finde ich wirklich wunderbar. Und Mamaküsse sind für Kinder nun mal die besten auf der Welt. bis die Mama anfängt schwierig zu werden -so in der Pubertät (o: Ein ganz dickes Lob, ebenfalls 10 Punkte und möglichst wenige Tantenküsse (o:

Katja

P.S. Allerings können Vaterküsse auch ganz schrecklich schmecken, wenn sie nach Alkohol riechen, aber das ist dann wohl eher eine Geschichte für ältere Kinder.
__________________
Nur wer erwachsen wird und ein Kind bleibt, ist wirklich ein Mensch. (Erich Kästner)

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Stern
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Küsse

hei wondering,

schööön! Charmant, tiefsinnig, witzig, kindgerecht - was will man mehr?

Liebe Grüße,

Natalie

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