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Leselupe.de > Erotische Geschichten
Die Graefin
Eingestellt am 25. 03. 2001 20:19


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stemo
???
Registriert: Dec 2000

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Die Gräfin

Es geschah in einer Umgebung aus Nebel, Regen und D√§mmerung. Ich kauerte in dem gusseisernen Waschzuber in der K√ľche. Meine Mutter hatte mir einige wohlriechende Kr√§uter ins warme Wasser geworfen und mich dann mit mir allein gelassen. Eine K√ľmmelzwiebelsuppe brodelte auf dem Herd.
Ich war nackt und dampfte und untersuchte unter Wasser meine Vorhaut, darunter sich ein junger Bursche wie ich zu waschen angewiesen worden war.
Pl√∂tzlich sprang ein Kopf so rot wie ein Fliegenpilz hervor. Ich erschrak und sprang aus dem Wasser. Ein wohliges Entsetzen ergriff mich. Ich nahm den Schafspelz meines Grossvaters vom T√ľrhaken, schl√ľpfte nackt hinein und taumelte aus der H√ľtte meiner Eltern hinaus in den Wald.
Dieser Wald lag in den Karpaten, geh√∂rte den W√∂lfen und B√§ren, dem Gebirge und dem, was die Menschen verwildern liessen. Ich rannte hinauf √ľber den Wolfspfad, stolperte √ľber Wurzeln, Ger√∂ll und Verschw√∂rungen, huschte √ľber das laubige Fell der B√§ren hinweg, duckte mich, wenn die Hirschgeweihe ausschlugen.
Ich eilte hinauf bis an den Fuss des Drachenfelsens, auf dem die alte Ruine br√ľtete.
Bis zu den Knien eingesunken stand ich in der tiefen Scholle meines Grossvaters, verborgen im Heckental, starrte zu den Zinnen des frostigen Bergfriedes empor, wo das erwartete Ereignis erscheinen musste.
Im Nebel vor meinen Augen stieg sie die Wendeltreppe hinauf. Der Nebel war ihr durchscheinender Schleier. An ihren Br√ľsten lauernd knisterten die Rosenknospen vom k√ľhlen Vollmondwind erregt.
Die Gräfin.
Sie erschien mit ihrem nachtschwarzen Haar, das √ľber ihren weissen R√ľcken floss und √ľber dem Tal ihres ausladenden Hinterns zu wehen begann.
Aus ihrem Perlenmoos rief ein roter Mund nach Flötenspiel.




Mit rauher Zunge leckte das Kätzchen der Gräfin von meiner Milch.
Mit einem Zweih√§nder h√§tte ich das Mutterrecht, das Vaterrecht zerschlagen, dem Dom die l√§chelnden Engel entrissen. Ich befand mich an unheinlich vertautem Orte mitten im Karpatengebirge, um mich herum der dunkle Wald. das unverst√§ndlich Fl√ľstern der Bl√§tter, das Zittern im Magen. Ich hatte die H√ľtte meiner Eltern fluchtartig verlassen. Nun war mir ein langer Weg bis dahin zur√ľck.
Erschöpft legte ich mich zwischen Wurzeln und Farn, versuchte an nichts zu denken, aber gelingen wollte es mir nicht. Ich erinnerte mich wieder an das Ereignis im Waschzuber, und wie die rote Nuss so plötzlich hervorgesprungen war.
Ich√∂ffnete die Augen und erblickte die Gr√§fin auf den Zinnen, wie sie Ausschau hielt. W√ľrde sich einer zu erkennen geben?
Nun hatte ich √ľbel Lust davonzurennen, denn mein Versteck schien zu wenig zu verbergen. Sie durfte mich nicht entdecken in meiner Bl√∂sse.
Ich riss mich zusammen und suchte, wenn auch angstvoll, den Blick der Gräfin. Sie wandte sich unvermittelt an mich und gab zu verstehen:“ Schau an, ein Fritzoderhans zu dieser Stunde vor meinem Tor.“
Da zogen mit Trommel und Taragot die männlichen Bewohner der Gegend den Berg herauf durch den Wald heran:
Hansi, der J√§ger, Fritz, der Lehrer, Holger, der Holzf√§ller, Max, der M√ľller, Christian, der B√§cker, Beat, der B√ľrgermeister, Hubert, der Bauer, Ruedi, der Metzger, thomas, der Schmied, und auch mein Vater war dabei.
Da waren sie alle angetreten und heulten die Gräfin an.
Die blanken Schenkel der Gr√§fin traf das von einer dunklen Wolke befreite Mondlicht. Die Versammelten unterdr√ľckten ein seufzendes Raunen. Die Tierchen kr√ľmmten sich in ihren groben Hosen.
Der Wind trug die Harfenstimme der Gr√§fin durch ausgeh√∂hlte Ruinen. Ihr Gesang liess die Anwesenden erschauern. K√ľhl wurde es in der Brust und weich in den Knien.
So loteten die F√ľhler der Schnecke ihre Ahnengr√§ber aus.
Als die ersten Dorfh√§hne zu kr√§hen begannen, hob die Gr√§fin ihre Br√ľste ins Gegenlicht, und am Horizont zeigte sich ein silberner Streifen.
Leidend zogen sich die versammelten M√§nner vor der D√§mmerung in den dunklen Wald zur√ľck und eilten zu ihren H√§usern.
Ich war wieder allein mit der Gräfin.
Und dann, als der Wind ihren Schleier wieder hochwehte, gerade wie sie sich mit geöffneten Schenkeln nach hinten beugte und die Arme hob, da erschien in finsterem Umhang der Graf seinerselbst und tatschte ihr auf den Hintern.
Ich hatte mich bereits an der Borke meines Verstandes gerieben. Nun war der Graf erschienen. Was w√ľrde geschehen?
Mit einem Huftschwung drehte sich die Gräfin herum und packte den Grafen im Hosenschlitz.
Ein metallenes Ger√§usch war zu h√∂ren. Der Ring der Gr√§fin kratzte √ľber den eisernen Tiefenschutz. Der Graf griff an seine Schwertscheide und hob den S√§bel rasselnd.
Er schrie etwas in die Bergt√§ler hinein. Dann wandte er sich der Wendeltreppe nach unten zu. Die Gr√§fin aber biss ihn mit ihren langen Eckz√§hnen in den Hintern und aderliess ihm eine Menge Blut. Ein √ľberaus bleiches Gesicht verschwand in der Ruine.
Ich weiss nicht, wie lange ich noch dem Seufzen der Gräfin in den Blättern lauschte. Der Tag brach an. Die Sonnenstrahlen vertrieben die Erscheinung. Ich gab meinem Grossvater die Hand ins Grab. Wer will schon untröstlich bleiben?


__________________
stemo

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Jasmin
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Aussergewoehnlich...

Ein Text, der aussergewoehnlich ist, sich wohltuend abhebt...atmosphaerisch, maerchenhaft, dicht...
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Jasmin

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stemo
???
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Danke Jasmin f√ľr Deine wohltuende Kritik. Die Urfassung von der Graefin hat wohl schon seine 15 Jahre auf dem Buckel und trotzdem fasziniert sie mich heute noch.
Gruss!
stemo
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Jasmin
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Analogie

Obwohl du mich manchmal nervst, aber wo du recht hast, hast du recht.
1. Ist "Die Graefin" echt wunderschoen und
2. Sollte ein guter erotischer Text alles AUSSER Ficken beschreiben. Umschreiben. Andeuten.
Nach dem Motto, "Weniger ist mehr".
Werde mich anstrengen.
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Jasmin

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stemo
???
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Die Graefin

Bei solchen positiven R√ľckmeldungen bekomme ich tatsaechlich Lust, noch eine oder zwei Geschichten nachzuschieben. ich bin auch Eurer Meinung, dass erotische Geschichte mit Geheimnissen spielen sollten, das darf aber auch f√ľr Gedichte gelten.
Gruss von stemo
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Jasmin
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Geheimnisse

Lieber Stemo,

genau so empfinde ich es auch. Weniger ist mehr. Das Versteckte ist das, was die Phantasie befluegelt, anregt...Nur lasse ich mich immer wieder zu Dingen hinreissen, die nicht zu mir passen. Zersplittere mich hier in der Lupe.

Liebe Gruesse

Jasmin
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Jasmin

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stemo
???
Registriert: Dec 2000

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Die Graefin

Ja, und weil das Versteckspielen interessant und verlockend, manchmal aber auch gefaehrlich ist, schiebe ich zu diesem Thema noch einen Text mit dem Titel "Weisse Verlockung" nach.
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stemo

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