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Leselupe.de > Kurzgeschichten
Die Gravitationskonstanze des Universums
Eingestellt am 09. 07. 2001 21:31


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Der kleine Grauhai
Hobbydichter
Registriert: Apr 2001

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Das Leben birgt viele UnwĂ€gbarkeiten die uns gerne zwischdurch mal ĂŒberraschen, Ă€rgern und auf die Nerven gehen. Wenigen Menschen ist bewußt, daß diese nicht von ungefĂ€hr kommen, sondern von kleinen, emsigen Feen verursacht werden die im Zwischenraum unserer GefĂŒhlswelten wohnen.

Eines Tages machte sich ein kleines MĂ€dchen auf den Weg, diese Feen zu finden um ihnen diese kleine Gemeinheiten abzugewöhnen. All dieses trug sich vor langer, langer Zeit zu und es ist vieles nicht ĂŒberliefert - beispielsweise die Höhe, Breite und Tiefe dieses ungefĂ€hr 174 cm großen, 59 kg schweren und =°`&§$%“1?0:; tiefen weiblichen Wesens. Wie es dazu kam das ausgerechnet ein kleines FrĂ€ulein aus den WĂ€ldern Europas, eines der grĂ¶ĂŸten RĂ€tsel der Menschheit darstellt, davon sei in den nĂ€chsten Zeilen berichtet.

Das MĂ€dchen hieß Konstanze Geistlicher und war schon in allerjĂŒngsten Jahren dafĂŒr bekannt das es prima alberne Akzente nachmachen konnte, wie zum Beispiel einen frankophilen Polen aus Gelsenkirchen oder einen Tunesier aus Wiesbaden mit schwedischen Vorfahren. Wenn solch exotische Leute das kleine Dorf in dem sie wohnte bereisten, sprach die kleine Konstanze schon nach wenigen Minuten mit dem gleichen, fremden Klang und trank einen Met nach dem anderen in der DorfschĂ€nke. Und das mit sieben Jahren! FrĂŒh ĂŒbte sich, was mal eine große, starke Frau werden wollte und so grölte sie Sauflieder, prĂŒgelte sich vor der TĂŒr und spuckte auf den Boden. Die kleine, zierliche Konstanze war demnach schon kurze Zeit spĂ€ter, mit 9, vehement geschlechtsreif, bĂ€renstark und konnte fluchen wie kein zweiter Mensch im Dorf.

Aber auch bei ungewöhnlich frĂŒhreifen und starken sowie teils brutalen kleinen MĂ€dchen, kommt irgendwann zwischen dem neunten und dem neunundfĂŒnfzigsten Lebensjahr eine Phase, in der sie Bekanntschaft mit den kleinen GefĂŒhlsfeen machen, so oder so. So heißt, sie verlieben sich ganz furchtbar unglĂŒcklich in irgendeinen schrecklichen kleinen Kerl und So heißt, sie machen eine andere unangenehme Erfahrung, wie Verluste innerhalb der Familie oder der Ausfall der Lieblingsfernsehsendung am Nachmittag. Aber bei der Konstanze war alles ganz anders, denn sie begegnete den kleinen MĂ€rchenwesen auf eine geheimnisvolle, besondere Art.

Am Morgen nach ihrem zehnten Geburtstag, sie lag mit schwerem Kopf unter dem Eichentisch in der Mitte der DorfschĂ€nke, wurde sie von einem leichten Summen geweckt. Die Sonne schien ihr direkt ins Gesicht und verstĂ€rkte ihre Kopfschmerzen noch, als sie todmĂŒde unter dem Tisch hervorkroch. Konstanze rieb sich die Augen und gĂ€hnte laut. Das leise Summen in ihren Ohren war immer noch da, aber das MĂ€dchen hatte am Tag zuvor ja so gesoffen, das sie solch kleine Aussetzer als alkoholbedingt annehmen durfte. Trotzdem beschloss sie, den Tag an ihrem Lieblingsbergsee oberhalb des Dorfes zu verbringen um ihren Kopf zu kĂŒhlen und ihren Rausch loszuwerden. So schlenderte sie hinaus aus dem verschlafenen Dorf, den schmalen Felsweg entlang, bis zu dem geheimen Ort an dem sie immer weilte wenn sie Muße suchte. Das Wasser des Sees war ruhig und klar und die umliegenden BĂ€ume raschelten nur sehr leise im Wind. Konstanze legte sich ins Gras und schloss die Augen. Leider mußte sie an dieser Stelle feststellen daß das Summen in ihrem Kopf unverĂ€ndert stark war. „Grrrrrmmmm.....“ murmelte sie und versuchte es zu ignorieren.

Nun, mit dem Summen hatte es aber eine Bewandnis, die das kleine, weiche MĂ€dchen allein wohl niemals erraten hĂ€tte: Es gibt Momente in denen man einen anderen Menschen sehr unwillkĂŒrlich fĂŒr sich gewinnt. Wie man angeblich hier oder dort geguckt hat, oder was man gesagt hat irgendwann, solche Sachen, die dazu fĂŒhren das jemand plötzlich in der persönlichen Wichtigkeitsliste ein paar PlĂ€tze nach oben steigt. Allerdings, wenn dieser Moment nach einiger Zeit nicht eingetreten ist, dann bleibt die Beziehung fĂŒr immer spannungslos. Und bei den kleinen Elfen ist diese Aufmerksamkeitsverlustgrenze schon nach 0,2 nanosekunden erreicht, deshalb kriegen wir sie auch nie zu Gesicht.

Aber als die zwölf Elfen die schöne Konstanze fanden, da wunderten sie sich sehr, denn ihr handlicher, warmer Körper strahlte alle paar WimpernschlÀge Signale aus, die, sagen wir, sehr unterhaltsam waren. Nachdem die Elfen diesen Sendungen ein wenig zugehört hatten und im Kopf des MÀdchens herumsummten, beschlossen sie zum ersten Mal in der Geschichte der Menschheit, Kontakt aufzunehmen.

Die kleine Konstanze war nur ein wenig irritiert als das Summen plötzlich verstummte und ĂŒber ihrem hĂŒbschen Gesicht einige Elfen erschienen welche bekundeten ihre Freundinnen sein zu wollen. NatĂŒrlich war das MĂ€dchen hocherfreut, denn in ihrem dreckigen, sandigen Saudorf passierte ja nicht eben viel und mit der Elfen Hilfe konnten sie zusammen bestimmt tolle Sachen machen. „Wer bist und wie groß bist du?“ riefen aufgeregt die kleinen Fabelwesen als Konstanze sie ansah. „Och, ich bin Konstanze. Und ich bin 174 centimeter groß. Warum? Und wollen wir spielen gehen?“ Die Elfen lachten und fanden die Idee toll und so zogen die dreizehn weiblichen Wesen los ins australische Great Barrier Riff, denn Konstanze wollte gerne mit Haien Fussball spielen, als Erstes. Dabei hatten alle schon sehr viel Spass, obwohl sich herausstellte das Elfen sehr schlecht im Tor sind und das Spiel infolgedessen auch verloren ging. Aber die Haie waren nett und schmissen danach noch ein wildes Fest bei dem es langhaarige Surferprolls und sĂŒĂŸen Miesmuschelwein zum Abendessen gab.

Dann sang Konstanze fĂŒr alle ein, zwei umwerfende Lieder und selbst die hartgesottensten Riffbewohner konnten eine TrĂ€ne nicht verdrĂŒcken. Als die Party zuende ging und das kleine DorfmĂ€dchen gerade den nĂ€chsten tollen Vorschlag machen wollte, waren sie prompt zurĂŒck am Bergsee und die Elfen schauten traurig. „Was ist denn ihr Elfenfreundinnen? Warum guckt ihr so?“ fragte sie. Die Elfen seufzten und sprachen: „Ach, Konstanzeschatz, wir mĂŒssen leider wieder arbeiten, du weißt doch. Wir waschen doch den Menschen ihre Gehirne um sie zu verwirren, um sie liebeskrank zu machen und um fĂŒr angenehme, sowie unangenehme Überraschungen zu sorgen. Deshalb können wir auch sonst nie spielen. Wir haben niemals Zeit...“

Konstanze ĂŒberlegte kurz. „Seid ihr jetzt gerade auch in meinem Kopf?“ „Nein, wieso“, antworteten die kleinen Lichtwesen. „Ha!“, rief das MĂ€dchen da. „Und wieso treibt mich plötzlich ein Verlangen nackt in den See zu springen? Und warum habe ich gerade Heißhunger auf rohen Fisch? Und warum habe ich mir just in diesem Augenblick ĂŒberlegt wen ich ab sofort nicht mehr in mein Bett lasse?“ Darauf wussten die Elfen keine Antwort und sie waren sehr verwundert. Sie waren natĂŒrlich der Meinung daß, wenn die Menschen ohne ihre Hilfe genauso bescheuerte Sachen machen wĂŒrden wie mit Elfenhilfe, ihre Arbeit völlig ĂŒberflĂŒssig wĂ€re. Also beschlossen sie, das herauszufinden und ĂŒberprĂŒften historische Ereignisse. Zuerst flogen sie mitsamt Konstanze ins alte Ägypten. „So Konstanze, unser Plan war ursprĂŒnglich, das die Menschen hier auf einmal sogenannte „Pyramiden“ bauen. Sehr aufwendig, aber amĂŒsant und haltbar. Wollen wir doch mal sehen, was sie machen wenn wir nicht hineinfunken.“ Und die Elfen sahen das die Menschen, frĂŒher oder spĂ€ter, anfingen komische dreieckige Dinger zu bauen in denen sie dann jeweils ein, zwei ihrer Art vergruben. Das löste große BestĂŒrzung bei den kleinen Frauen aus, denn fĂŒr so absurd hatten sie die Menschen nicht gehalten. „Ok, Konstanze, einen Versuch machen wir noch. Und zwar fliegen wir ins 20. Jahrhundert, wo wir den Menschen eingesummt haben, ihren Wald zu verbrennen. Das ist so bescheuert, niemand wĂŒrde das freiwillig tun.“ Leider stellte sich heraus das die Menschen von alleine sogar auf die grandiose Idee kamen, innerhalb von 25 Jahren den gesamten Regenwald des Planeten zu verbrennen wonach sie dann kurze Zeit spĂ€ter ausstarben. Das hatte die Elfen zwar ĂŒberzeugt, aber damit ihnen nicht allzu langweilig wurde, hier auf der Erde, griffen sie noch einmal ins Zeitgeschehen ein und bremsten den menschlichen Kokelwillen etwas.

Wiederum zurĂŒck am kleinen Bergsee, anno dazumal, sahen die Elfen Konstanze ruhig an und sprachen fröhlich: „Konstanze, wir hatten die Menschheit völlig unterschĂ€tzt, wir dachten wir mĂŒssten die ein wenig Ă€rgern, stattdessen sollten wir lieber aufpassen das die sich nicht jederzeit ausrotten. Ach, du hast uns von aller Arbeit befreit, wir sind dir so dankbar! Endlich können wir uns wieder unserem Lieblingshobby widmen.“ Konstanze war froh den Elfen geholfen zu haben. „Was habt ihr denn fĂŒr ein tolles Hobby, hm?“ fragte sie. Die Elfen freuten sich und wurden alle ganz nervös. „Ah, was ganz wunderschönes! Die Gravitationskonstante des Universums!“ Konstanze verstand kein Wort. „HĂ€? Was ist das denn? Was kann man denn damit tolles machen?“ „Es gibt unendlich viele, tolle Dinge die man damit machen kann, Aber leider wird deine Spezies dies erst in 11120 Jahren herausfinden. Trotzdem können wir sie dir gerne mal zeigen.“ Und sie nahmen das kleine MĂ€dchen bei der Hand und flogen mit ihr in den Weltraum, zur Gravitationskontante des Universums. NatĂŒrlich wußte Konstanze nicht ansatzweise was dazu zu sagen und so stand sie nur davor und wirkte ratlos. Die Elfen aber kĂŒĂŸten sie zum Abschied ĂŒberall einmal und sandten sie zurĂŒck zur Erde. Und sie gaben ihr mit auf den Weg, das zur Ehren der Elfenbefreierin Konstanze die Gravitationskonstante des Universums ab jetzt Gravitationskonstanze heißt.

Die zwölf Elfen hatten sich indes bei ihren Zeitreisen etwas vertan, so das Konstanze nicht in ihrem Drecksdorf vor 1000 Jahren landete, sondern hier und heute am Mittelmeerstrand. Dort liegt sie jetzt herum, raucht Fortuna Zigaretten und trinkt Rotwein und ist ganz stolz wenn sie an die Gravitationskonstanze denkt. DarĂŒberhinaus freut sie sich natĂŒrlich auch die ganze Zeit, daß die Elfen nicht nur bemerkt haben daß sie so wunderschön, so geschmeidig, so handlich und so toll wasserabweisend ist, sondern auch generell was besonderes. Und weil das alles so ist, besuchen die Elfen die kleine Konstanze ab und an auf ihrer Erde und sind dann immer ganz glĂŒcklich das sie so eine tolle Freundin haben.
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Der kleine Grauhai
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Entschuldigt

normal mache ich sowas nicht, aber man sollte nicht spÀt abends posten. Dann ist der Beitrag am nÀchsten Morgen, wenn alle wieder lesen wollen weg... Also hol ich ihn ausnahmsweise wieder hoch. Ich bitte um Vergebung findet der (kleine) Grauhai.
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ElsaLaska
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bei einem so liebenswerten kleinen grauhai,

vergibt man sowas gerne.
grauhai, mir ist das ganze zu langatmig geraten.
der erste kleine abschnitt ist super, er macht neugierig, und er macht spass. dann gehts auch ganz gut weiter, aber so auf die dauer ist mir das zu ausfĂŒhrlich...
mit 9 jahren geschlechtsreif (böh buht die frau in mir...naja....)
es erscheint mir schlechter erzÀhlt als sonst (schnell kuss auf nasenspitze geb), obwohl wieder ganz faszinierende und herrliche ideen drinstecken...
ohne jetzt noch weiter auf details einzugehen (boah, das fest am barrier reef ist ja SOOOO GEIL ausgedacht!)
aber es wirkt so hingepappt zu der bergseekulisse...
ich meine, kĂŒrzen, straffen, nicht soviel labern.
*zieht ein kleines leckeres fischhÀppchen heraus*
so, das als trost fĂŒr den mittlerweile mikroskopisch
kleinen (?), armen grauhai
elsa

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Der kleine Grauhai
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Nein, schatzi, das find ich alles nicht. . Manchmal muß ich auch lĂ€ngere Sachen schreiben und ich bin eigentlich ganz zufrieden. . Aber mach nur weiter Elsakind, richtig klein kriegst du mich nicht. Über die neun Jahre lĂ€sst sich streiten, aber so war es nun mal. Und nur aus GrĂŒnden der PC wĂŒrde ich nie auf eine Idee verzichten. Also, meine SĂŒĂŸe, das mit dem hingepappt und dem langatmig finde ich nicht. VerbesserungswĂŒrdig bleibt alles allemal. Einen lieben Kuss zurĂŒck vom (schmalen) Grauhai.
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Willi Corsten
Manchmal gelesener Autor
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Kleiner Grauhei,

du weißt, wie gern ich deine drolligen Geschichten lese, doch diesmal muss ich dir leider sagen, dass da noch viel Arbeit zu erledigen ist. Ein wenig verworren das ganze, vor allem auch, weil du zu viele SchachtelsĂ€tze gebildet hast.
Hol mal den großen Buchstabenfresserhei aus dem Meer und fĂŒttere ihn mit dem ‘Wortabfall‘. Er wird zwar nicht ganz satt davon, deine Geschichte aber besser.
Nichts fĂŒr ungut, ich bleibe weiterhin dein Fan.
Es grĂŒĂŸt dich lieb
Willi

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ElsaLaska
Guest
Registriert: Not Yet

o.k, du schmales haihemd :),

willi drĂŒckt das Ă€hnlich aus, nur anders...
ich beschwere mich nicht ĂŒber die lĂ€nge, sondern die "lĂ€ngen" in deiner geschichte, das habe ich wohl nicht deutlich genug gemacht.
ich habe auch nix gegen die 9 jahre als solche wegen pc, nur in kombination mit dem wort "geschlechtsreif", ich weiss nicht.kann man das nicht anders sagen?
das mit dem hingepappt hast du falsch verstanden. ich meinte, dass die plötzlich alle am barrier reef herumhÀngen, erscheint mir angeklebt ("und zogen los".)
hoch, ist das wieder schwer heute. wir sollten hammerhai rufen und ihn noch ein wenig auf den busch klopfen lassen.
kĂŒsschen
elsa

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