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Leselupe.de > Tagebuch - Diary
Die Inschriften
Eingestellt am 10. 05. 2006 21:46


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Inu
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NacherzÀhlung eines Traumes.






Die Inschriften

Als ich immer weiter auf der Straße wandere, finde ich mich im Gebirge wieder. Vor mir ragen steile Gipfel, in deren Mitte tief unten ein blauer See liegen muss ... so steht es in den BĂŒchern.

Seltsam... da ist die Mauer zwischen mir und dem See, eine hoch ragende Wand aus Stein. Ich luge ĂŒber sie hinaus und sehe ... Gletscher in der Ferne.

Ich lehne mich an die Mauer. Da ist auf einmal eine eiserne TĂŒr. Und eine Gartenpforte steht offen. Es sind dies die EingĂ€nge zu ObstgĂ€rten, Weinbergen. Zu Shangri-La, dem Paradies, von ewigem Eis umgeben.

Mein Bruder ist plötzlich auch hier. Und Mara, meine Schwester.
"Was bedeutet das alles?", fragt mein Bruder.

Es tauchen nÀmlich an der Mauer Inschriften auf. Wie von Schattenhand geschriebene. Dann sind sie verschwunden. Als ich so starre, kommen die Inschriften wieder, Zahlen, Buchstaben ... Man könnte sie lesen, wenn man nÀher heran ginge. Ich tue es nicht.
Ich fĂŒrchte mich vor ihrem Sinn.

Die Inschriften verschwinden, kommen, verschwinden, zucken auf wie Leuchtschrift, verschwinden. Nun ist keine mehr da.

Ich laufe ein StĂŒck weiter. Ich muss hier weg. Etwas ist in der AtmosphĂ€re. Irgend etwas stimmt hier nicht!

Mein Bruder ist heimlich verschwunden. Meine Schwester eilt eine Weile hinter mir her, winkt einen Abschiedsgruß, kehrt um.

Jetzt bin ich allein.

Auf einmal ist da ein Kind, mein Baby. Es liegt bei der Mauer aus weißem Stein. Der Junge. Nackt.
Ich nehme ihn auf:

"Komm, ich zeige dir die Welt. Schau die blĂŒhenden BĂ€ume. Die neuen Triebe, die aus alten Knospen brechen. Es kommt jetzt der FrĂŒhling. Bald wird die Welt heil."

Ich sehe zu meinem Sohn hinunter. Er ist eingeschlafen. Da lege ich ihn in ein Bettchen aus Moos und will ihn schnell zudecken.
Eine Frau kommt daher, sagt:
"Du kannst ihn doch nicht einfach so zudecken. Du musst ihn vorher stillen. Da nehme ich mein Baby, lege es an meine Brust. Es lÀchelt.


Das Wichtigste aber ... das, was in den Inschriften stand ... ich werde es wohl nie erfahren.

*




Copyright Irmgard Schöndorf Welch








Version vom 10. 05. 2006 21:46

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Nougat
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Spannend.TrÀume sind spannend. Was sie einem wohl sagen wollen?
Ein sehr schöner Traum, finde ich und auch schön in Worte gefasst.
Vielleicht erfÀhrst Du eines Tages was auf der Mauer steht... Vielleicht musst Du es aber auch gar nicht wissen, vielleicht ist es gar nicht das Wichtigste...? Ist mir beim Lesen so durch den Kopf gegangen.

es grĂŒsst Dich

Nougat

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Inu
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Danke, Nougat fĂŒrs Lesen und Kommentieren.
Was in den Inschriften steht? Ja, irgendwann wird sie das vielleicht noch erfahren

ich wĂŒnsche Dir einen schönen Abend
Inu

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ENachtigall
Foren-Redakteur
???

Registriert: Nov 2005

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Liebe Inu,

quote:
Etwas ist in der AtmosphÀre. Irgend etwas stimmt hier nicht!

Dieses angsteinflĂ¶ĂŸende Ahnen kenne ich auch aus TrĂ€umen. Es scheint, als rĂŒhren wir da an etwas, dem wir vielleicht (gedanklich verstehend) nicht gewachsen sind. Das ist jedenfalls mein Quintessenz-GefĂŒhl dabei. Du hast es hier sehr gut nachvollziehbar in Worte gefasst.
Die Weiterentwicklung des Geschehens trĂ€gt die TrĂ€umende entsprechend schnell zurĂŒck auf sicheren Boden, in vertrautes Rollenspiel (Mutter und Kind). Ich bezweifle, dass die Inschriften, falls lesbar, ihren Sinn offenbahrt hĂ€tten. Sie haben was von Grabinschriften, als markierte die Mauer die Grenze zwischen Leben und Tod oder zwischen Wachen und Schlafen. Auch an der Grenze erleben wir ja manchmal noch halbbewußt die chiffrierte Sprache der sog. Einschlafbilder oder hypnagogischen Visionen. Falls Du dazu weiterlesen möchtest: Hier klicken

Viele gute NachtgrĂŒĂŸe

Elke
__________________
Wer Spuren sucht, wird Wege finden.

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Inu
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ENachtigall

ja, dieser Traum ist nur einer von vielen, vielen. Ich freu mich, dass der Text Dir gefÀllt.

Ich habe mir zwei Jahre lang jeden Morgen meine TrÀume aufgeschrieben. Da waren oft sonderbar mystische Sachen drunter, aber auch die reinsten Krimi-Geschichten, Mord und Totschlag. Ich hatte mir angewöhnt, mich beim Aufwachen daran zu erinnern und es klappte wunderbar. So schrieb ich sie gleich nieder. Dann hatte ich keine Zeit mehr, die TrÀume festzuhalten und seither habe ich prompt schon im Aufwachen die Erinnerung daran verloren oder sie ist ganz vage und ich hole sie auch nicht mehr aus dem Vergessen hoch. Es ist einfach zuviel Zeitaufwand.


O Dein Klick-Hinweis ist wirklich hochinteressant. In dieser Traumanalyse-Datei wĂŒrde ich jetzt gern stundenlang surfen, wenn ich nicht SO VIEL anderes zu tun hĂ€tte. Aber bald mal ...


Liebe GrĂŒĂŸe
Inu

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pablo
Routinierter Autor
Registriert: Apr 2004

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Hallo Inu,

spannend, dein Traum!

Die Geschichte gefÀllt mir so, wie alle deine Werke.

Gruß
Pablo
__________________
pablo

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