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Leselupe.de > Ungereimtes
Die Inversionen am Fenster
Eingestellt am 15. 08. 2010 18:12


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JackoF
???
Registriert: Jun 2010

Werke: 35
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°

Die Inversionen am Fenster


... steht am Fenster, gut geschlossen /
schaut ...,
als wĂ€re da ein Zwang – und kein Warum.
   Gleich dem letzten Mal !
   So fremdgeworden
   dieses Andersdraußen,
hangelt sich ein Sinn durch Nebel.

Irgendwie sich Trauen – ist es wohl.
Nur mich tÀuschen lassen ?
   Erinnre mich,
   (noch klappt es vage)
   kenne diesen Heutefilm.
Gleiches Gestern
blickt mich fragend an / Morgen ist wohl
reserviert fĂŒs Leben ?

   Erinnre mich.
   Wag' es noch mal
   (wohl schon lange her)
in mein AndersfrĂŒher,
als auch ich
von außen gleiche Fenster
mit Gardinensteher spĂŒrte.
Sah mich damals nie so stehn !

Jene, mit den
ausgesessnen Totensesseln schon.
Werden mehr !

Fort gegangen.
Will vergehn / noch Bekanntes ...,
scheinbar schleichend
in dem Einsamdunst verschwinden.
Weiß es lĂ€ngst - Stille ist sehr still geworden.

Bleibt
ja noch mein Gehen-Frieren
zu den Licht-Gardinen,
und so kleine Keime-Fragen / nebenbei.

Sind noch da ! / PfÀhle, Zitterbeine,
die mein Stehen tragen,
eins, zwei NebelschÀume mir im Geiste pflocken.
Vielleicht ja
   in dem Heut versteckt.
   Etwas trĂ€umen,
   etwas wĂ€rmen mich,

vielleicht.
und sicher / morgen wieder !

--

Version vom 15. 08. 2010 18:12

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Spaetschreiber
???
Registriert: Sep 2009

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Die Inversionen am Fenster


... steht am Fenster, gut geschlossen /
schaut ...,
als wĂ€re da ein Zwang – und kein Warum.
Gleich dem letzten Mal !
So fremdgeworden
dieses Andersdraußen,
hangelt sich ein Sinn durch Nebel.

Irgendwie sich Trauen – ist es wohl.
Nur mich tÀuschen lassen ?
Erinnre mich,
(noch klappt es vage)
kenne diesen Heutefilm.
Gleiches Gestern
blickt mich fragend an / Morgen ist wohl
reserviert fĂŒs Leben ?

Erinnre mich.
Wag' es noch mal
(wohl schon lange her)
in mein AndersfrĂŒher rein (weg damit!),
als auch ich
vom Draußen aus (weg damit!) in gleiche Fenster
mit (hier muss ein: "auf" hin) Gardinensteher schaute.
Sah mich damals nie so stehn !

Jene, mit den
ausgesessnen Totensesseln schon.
Werden mehr !

Fort gegangen.
Will vergehn / noch Bekanntes ...,
scheinbar schleichend
in dem Einsamdunst verschwinden.
Weiß es lĂ€ngst - Stille ist sehr still geworden.

Bleibt
ja noch mein Gehen-Frieren
zu den Licht-Gardinen,
und so kleine Keimefragen / nebenbei.

Sind noch da ! / PfÀhle, Zitterbeine,
die mein Stehen nagen (da gibt's bestimmt ein besseres Wort),
eins, zwei NebelschĂ€ume mir im Geiste hau’n (auch hier ist ein kleiner Wackler, bestimmt findest Du ein anderes Wort um das PfĂ€hlen noch einmal zu unterstreichen).
Vielleicht ja
in dem Heut versteckt.
Etwas trÀumen,
etwas wÀrmen mich,

vielleicht.
und sicher / morgen wieder hier (das "hier", wĂŒrde ich weglasssen) !



_______________


Hallo, oben sind ein paar VorschlÀge. Alles nur aus meiner Sicht. Vielleicht stupst es Dich irgendwohin. Mit gefÀllt Dein Gedicht prima.

S.
__________________
Nur ein mittelmĂ€ĂŸiger Literat ist immer in Höchstform. (W.S. Maugham)

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JackoF
???
Registriert: Jun 2010

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Hallo Spaetschreiber,

Danke fĂŒr Deine KorrekturvorschlĂ€ge /inhaltlich und formal - die ich natĂŒrlich gut bedacht habe.

quote:
Vielleicht stupst es Dich irgendwohin.
ZunÀchst habe ich alle Doppelwörter mit Bindestrich(bis auf eines :-) ) umgeschrieben.
Belassen habe ich folgendes :
quote:
Bleibt
ja noch mein Gehen-Frieren
zu den Licht-Gardinen,
und so kleine Keime-Fragen / nebenbei.
In dieser Strophe sind diese Doppel-Begriffe zum einen als eine Einheit, wie aber auch als Zweier-Einheit in ihrer einzelnen Bedeutung so beabsichtigt zu verstehen.

Und generell neige ich schon dazu(da auch so meine Schreib-Sprache ist), fehlerhaft ein Zuviel davon ins Gedicht zu setzen.

HierfĂŒr ein Danke an Deine Korrektur ! :-))

Und Deine Vermerke zu inhaltlichen Fehl-Begriffen bin ich komplett mal wie folgt(also oben neu eingestellt) auf die Spur gegangen :-))

WĂŒrde mich freuen, wenn Du mir hierzu kurz ein Statement geben wĂŒrdest.

Spaetschreiber,
wieder ein Danke fĂŒr Deine Einlesung in diesen Text,

und ein fröhliches TschĂŒss, Jacko

--

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JackoF
???
Registriert: Jun 2010

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Hi Rhea,

und hierĂŒber freue ich mich natĂŒrlich :

quote:
GefÀllt auch mir sehr gut

Wieder ein gelungenes Gedicht dieses erfrischenden und dabei tiefsinnigen Stils
Diese Kombination aus frischem Sprachstil(also nicht dieses Gejammere ) - und dieser doch allgegenwÀrtigen Menschen-RealitÀt, wie eben auch sehr viele Menschen in realem Alleinsein, egal mal aus welchem Grund(lasse hier mal das Thema Einsamkeit),
tatsÀchlich leben !
Und hierzu die Sprache ebenso in die inhaltliche Tiefe gehen zu lassen.

Freut mich wirklich, wenn ich diese Realo-Kombi etwas besprachen konnte :-)

Rhea, Dir wieder ein Danke-TschĂŒss, Jacko

--

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Vera-Lena
Routinierter Autor
Registriert: Oct 2002

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Kommentare: 10342
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Hallo Jacko,

ein gelungener Text ĂŒber das allmĂ€hliche Verlöschen in sich selbst hinein.

Gut finde ich die Erinnerung, als man das selbst von außen hĂ€tte wahrnehmen können, dass da drinnen jemand sucht zu leben. Mit welchen Resten er sich abplagt, was eigentlich ihm noch als "Leben", Lebendigsein erscheint. Ein paar Keime/Fragen... irgendetwas ist doch noch ĂŒbrig, was auf ein morgen wartet, in der Hoffnung aufschnellen und verstanden zu werden. Aber Dein Lyri tappt damit allein herum und hat niemanden, den es fragen könnte oder wollte.

Die von Dir gewĂ€hlten Strukturen fĂŒr dieses Thema gefallen mir gut. Da scheint immer wieder etwas nur kurz auf, um dann im Nebel wieder zu verschwinden.

Form und Inhalt decken sich hier fĂŒr mein VerstĂ€ndnis sehr gut.

Liebe GrĂŒĂŸe
Vera-Lena


__________________
Der Mensch ist sich selbst das grĂ¶ĂŸte Geheimnis, ein unverzichtbarer Blutstropfen im Universum, ein Spiegel allen Seins.

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JackoF
???
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Hallo Vera-Lena,

bin wieder im Lande :-))),

und gleich ein zwar verspĂ€tetes, aber doch sehr Danke fĂŒr Deinen differenzierten Kommentar auf diese Realo-Szenerie !

quote:
Hallo Jacko,
ein gelungener Text ĂŒber das allmĂ€hliche Verlöschen in sich selbst hinein.
Die von Dir gewĂ€hlten Strukturen fĂŒr dieses Thema gefallen mir gut. Da scheint immer wieder etwas nur kurz auf, um dann im Nebel wieder zu verschwinden.
Form und Inhalt decken sich hier fĂŒr mein VerstĂ€ndnis sehr gut.
Letztlich mĂŒsste(und wollte) ich Deinen gesamten Kommentar hervorheben, da Du hierin genau meine Gedanken wiedergibst.
Gerade diese Formulierung ist so trefflich :

....ein Text ĂŒber das allmĂ€hliche Verlöschen in sich selbst hinein.

In welcher konkreten Situation dieses Li wirklich ist, denke mal, ist letztlich unerheblich.
Doch es ist ein irgendwie Getrenntsein vom tatsĂ€chlich passierenden Leben - irgendwo da draußen, an dem dieses Li (irgendwo in einer Abgegrenztheit) nicht mehr teilnimmt, teilnehmen kann....

Und da ist doch dieses Denken ĂŒber diese Situation da,
und ebenso diese Eigenreflektion, sich dieser Situation bewusst zu sein / eben, eine RealitÀt, die so unabÀnderbar ist, zu sein scheint.
Und, was wirklich ist, noch sein könnte, weiß letztlich nur dieses LI.
Doch es scheint wohl keine Umkehrung mehr zu geben ??!!, und dieses/das eigene ICH beginnt mit immer mehr Weniger zufrieden zu sein, sein zu mĂŒssen.
Als wĂŒrde eine ICH-Weite tatsĂ€chlich schrumpfen......

Ich denke mal, in unserem Sozialstaat wissen z.B. sehr viele alte Menschen darĂŒber ein böses Lied zu empfinden - wenn ein "Übersehen werden" sich am Maßstab der oberflĂ€chlichen Pseudo-AgilitĂ€t messen muss !

Vera-Lena,
wieder ein Danke fĂŒr Dein Reinschauen und Mitlesen bei mir,

und wieder ein belebtes TschĂŒss, Jacko

--

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