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Leselupe.de > Humor und Satire
Die Irissee
Eingestellt am 03. 03. 2007 13:51


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I Schwarz
Schriftsteller-Lehrling
Registriert: Dec 2006

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Die Irissee, oder meine kleine Irrfahrt durch Berlin

Alles begann- wie sollte es auch anders sein? -ganz harmlos. Als ich am Morgen geweckt wurde, und mir erst eine halbe Stunde nachdem ich mich noch einmal umgedreht hatte einfiel, dass ich ja noch herausfinden musste, wo genau ich eigentlich hinm├╝sse, ging pl├Âtzlich alles ganz schnell. Mit dem Tempo mit dem ich mich ankleidete und aufbruchsfertig machte h├Ątte sich jeder Feuerwehrmann br├╝sten k├Ânnen, w├Ąre er allerdings auch genauso ordentlich wie ich gewesen, w├Ąre wahrscheinlich die ganze Stadt niedergebrannt, bevor er den Garagenschl├╝ssel gefunden h├Ątte.
Die n├Ąchsten 20 Minuten verbrachte ich also damit, immer hektischer werdend s├Ąmtliche Regale in meinem Zimmer und der K├╝che zu durchw├╝hlen, wobei ich unentwegt vor mich hin fluchte, dass ich keine Zeit h├Ątte, und losm├╝sse, bis ich endlich einen, zugegebenerma├čen nicht ganz aktuellen, aber doch wenigstens nicht aus der Steinzeit stammenden Stadtplan (Berlin war immerhin schon eingezeichnet) in H├Ąnden hielt, (und selbst jetzt hatte ich noch Zeit). Leider wurde mir das auch jetzt noch nicht bewusst, und als ich dann auch die Stra├če nicht auf Anhieb fand, wurde ich derartig hektisch, dass ich in der Eile ├╝bersah, dass es zwei L├╝tzowstra├čen gab, die eine in Tiergarten, und die andere in Sch├Âneberg. Nat├╝rlich wollte ich zu der in Tiergarten, und nat├╝rlich stand die in Sch├Âneberg als erste drin, sodass ich, nachdem ich immerhin eine gute Stunde vom Prenzlberg, ├╝ber S├╝dkreuz nach Lichtenrade gefahren war, dann noch eine unangenehme halbe Stunde damit zubrachte zur falschen L├╝tzowstra├če zu laufen.
Wer sich an diesem Tag vor die Wohnungst├╝r gewagt hat wird wissen, dass es sehr, sehr kalt war, und ich war durchaus nur leicht bekleidet, da mir meine innere Uhr so manches mal einen Streich spielt, und ich zumeist erst mitte November feststelle, dass der Sommer vorbei ist, und wahrscheinlich w├╝rde ich es selbst dann nicht merken, w├╝rde mir nicht tag-t├Ąglich von den unterschiedlichsten Menschen immer die selbe Frage gestellt. Nun gut, das stimmt vielleicht nicht ganz, manchmal gab es geringf├╝gige Variationen. W├Ąhrend manche mich direkt mit ÔÇ× Sag mal ist dir nicht kalt?ÔÇť ansprachen, fragten andere schlicht, ob ich verr├╝ckt sei, und wieder andere ob ich mir keine winterfeste Kleidung leisten k├Ânne. Das begann mich dann derartig zu nerven, dass ich, nachdem mir eines Tages sogar die Frage gestellt wurde, ob ich denn einen Schlafplatz habe, endg├╝ltig beschloss mir Kleidung zu besorgen, die von au├čen zwar warm aussieht, dies aber keinesfalls ist. So w├╝rde ich nicht schwitzen, m├╝sste mir aber auch diese Frage, die mich derartig nervte dass ich jedem der sie stellte am liebsten an die Gurgel springen w├╝rde, nicht l├Ąnger anh├Âren. Und in eben solchen, f├╝r den Sommer h├Âchst, f├╝r Temperaturen unter null mit starken Sturmb├Âen allerdings eher wenig geeigneten Kleidern k├Ąmpfte ich mich ├╝ber eine halbe Stunde lang irgendwo in jenem fremden Bezirk, der da Sch├Âneberg hei├čt durch die Stra├čen, wobei mir schmerzlich bewusst wurde, dass ich mal wieder den Herbst, und somit den Temperaturenwechsel verpasst hatte.
Das ganze war mir schon von Anfang an seltsam vorgekommen, hatte ich nicht irgendetwas von Nollendorfplatz und Tiergarten im Kopf, doch hatte mein Gehirn jene gro├čartige, f├╝r den Menschen unentbehrliche F├Ąhigkeit solche Begriffe zusammenzusetzen, und einen Schluss daraus zu ziehen, entweder schon vor langer Zeit verloren, oder aber nie gehabt, denn mir kam nicht einmal die Idee, dass die beiden Begriffe irgend etwas mit einander zu tun haben k├Ânnten, es waren nur Worte, so wenig zusammengeh├Ârig wie Schule und Bildung. Zwar hatte ich mal ein paar Jahre am Nollendorfplatz gewohnt, und wusste um die vielen, gro├čartigen Antiquariate, doch wo genau in Berlin das nun ist wusste ich nat├╝rlich nicht. Ich hatte mich sogar einmal sehr gewundert, als ich mich, nachdem ich auf der Suche nach sch├Ânen Antiquariaten ein wenig in der Gegend herumgelaufen war, dann pl├Âtzlich am Zoo wiederfand. Und obwohl ich mich hernach zumindest ein wenig mit dem Thema befasste, und mir auf dem Stadtplan anschaute, wo denn nun der Zoo, und wo der Nollendorfplatz ist, hatten die beiden Begriffe in meinem h├Âchst beeintr├Ąchtigten Geiste weder etwas miteinander, noch mit dem des Tiergartens etwas zu tun. Aber wie gesagt, es war mir seltsam vorgekommen, nicht seltsam genug vielleicht um ein weiteres Mal auf den Zettel zu schauen, den ich die gesamte Zeit ├╝ber in meiner Hosentasche mit mir f├╝hrte, und mit dem ich permanent am herumspielen war, aber doch seltsam. Als ich es dann doch noch merkte, und endlich auf die Idee kam einen weiteren Blick auf den Stadtplan zu werfen, um zu schauen ob es nicht vielleicht eine weitere L├╝tzowstra├če gebe, rechnete ich mir aus, dass ich gerade noch die Zeit h├Ątte diese zu erreichen.
Den Weg zur├╝ck zum Bahnhof schaffte ich der H├Ąlfte der Zeit, die ich hin gebraucht hatte, und sprang in die wartende S-Bahn (die leider erst sieben Minuten sp├Ąter losfuhr). Ich schaute noch einmal auf den Fahrplan, der in der Bahn aushing, verglich mit meinem Steinzeitmodell eines Stadtplans, nach welchem die Verbindungen so noch nicht existierten, und entschloss mich zum Potsdamer Platz zu fahren. Sicher, Anhalter Bahnhof w├Ąre weniger weit zu fahren, und weniger weit zu laufen gewesen, und musste dem voreiligen Betrachter somit als optimal erscheinen, doch waren die Stra├čen von dort aus so angelegt, dass ich mich mit Sicherheit einige Male verfranzt h├Ątte, und vom Potsdamer Platz musste ich einfach die ganze Zeit die Potsdamer Stra├če entlang laufen, und dann in die L├╝tzowstra├če einbiegen, und selbst ich w├╝rde Schwierigkeiten haben mich auf dieser Strecke zu verlaufen. Leider hatte ich nicht einkalkuliert, dass ich die gesamte L├╝tzowstra├če entlang laufen m├╝sste, weshalb ich um 16.59 mehr rennend als gehend beim Jugendkulturzentrum Pumpe ankam.
Beim Laufen war mir deshalb zwar warm geworden, nun aber, da ich herumstand, und nicht recht wusste, wo ich hin sollte, und ob nicht vielleicht doch lieber wieder nach Hause gehen sollte, schlie├člich sollte man ja zwischen 16 und 18 sein, worunter ich mit meinen 13 Jahren garantiert noch nicht z├Ąhlte, und ich hatte es ja nicht einmal mehr geschafft mich vorher anzumelden, war einfach her gekommen, um zu fragen ob noch ein Platz frei sei, und ob ich denn nicht vielleicht mitmachen k├Ânne, und so war es dann vielleicht wirklich nicht rechtens, einfach so in die Projekte ├Ąlterer Sch├╝ler einzudringen, die ja sonst nichts zu tun hatten, und die ihre Zeit so besser w├╝rden nutzen k├Ânnen, als den lieben langen Tag in Kneipen und Shischabars rumzuh├Ąngen, und sich Zelle f├╝r Zelle ihr Hirn tot zu saufen. Sicher gab es noch andere Dinge die sie machen k├Ânnten, andere Jugendprojekte, aber schlie├člich w├╝rde ein Projekt w├Âchentlich auch nicht reichen, um gelangweilte Jugendliche aus den Kneipen zu halten, die sonst rein gar nichts zu tun haben, au├čer vielleicht ihr Abi zu bestehen, und da w├Ąre es wahrscheinlich am Besten, wenn ich einfach wieder nach Hause gehen w├╝rde.
Doch diesen Gedanken verwarf ich bald wieder, ich hatte einfach zu viel Stress gehabt, um jetzt wieder zu gehen, ohne es wenigstens versucht zu haben. Die Minuten vergingen, mir war wie man heutzutage so sch├Ân sagt (manchmal hat man ohnehin das Gef├╝hl zumindest die H├Ąlfte der Bev├Âlkerung macht gerade die zweite anale Phase durch) arschkalt, und sp├Ątestens jetzt war der Zeitpunkt erreicht, an dem mir zum Heulen zumute war. Ich verkroch mich erst mal im geheizten Geb├Ąude, und holte erneut meinen sorgf├Ąltig gefalteten, und inzwischen v├Âllig zerknitterten Zettel hervor, und untersuchte ihn verzweifelt auf jegliche Information, wo genau es jetzt denn stattfinden w├╝rde. Nun kam mir die glorreiche Idee, ich k├Ânnte ja einfach mal anrufen, und fragen. Die Nummer stand ja deutlich genug auf dem Blatt, und bei dieser Gelegenheit k├Ânnte ich mich nachtr├Ąglich sogar noch anmelden, und fragen ob das mit meinem Alter ein Problem sei. W├Ąre mir dieser Gedanke nur ein wenig fr├╝her, sagen wir am Abend des Vortages gekommen, dann h├Ątte ich mir eine Menge ├ärger ersparen k├Ânnen, denn als ich jetzt tats├Ąchlich mein von mir tief und innig gehasstes Mobiltelefon heraus holte, welches ich nur bei mir f├╝hrte weil ich sonst um 8 h├Ątte zu Hause sein m├╝ssen, und welches ich am liebsten gegen die n├Ąchste Wand geschmettert h├Ątte, als ich also dieses Telefon herausholte und den Anruf t├Ątigte, meldete sich eine tiefe Stimme:

ÔÇ×Hallo?ÔÇť
ÔÇ×Ja hallo, ich hei├če Iris Schwarz, und wollte mich nur erkundigen wo denn der Workshop kreatives schreiben genau stattfindet.ÔÇť
ÔÇ×Workshop?ÔÇť
ÔÇ×Ja, die Leseb├╝hne f├╝r Jugendliche.ÔÇť
ÔÇ×Ach die. Daf├╝r gabÔÇÖs nicht genug Interessenten.ÔÇť
ÔÇ×Was, hei├čt das, dass die jetzt gar nicht stattfindet?ÔÇť
ÔÇ×Na ich wei├č ja nicht, hinterlass doch einfach mal deine E-Mailadresse, und deine Telefonnummer, vielleicht meldet sich dann irgendwann mal wer bei dirÔÇť

Na super, daf├╝r hat sich der Aufwand ja gelohnt!

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Marius Speermann
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Zu lange S├Ątze

Ich habe mich gerade durch den Text gek├Ąmpft. Bitte: k├╝rze und teile Deine S├Ątze. Es hat bereits der erste Satz zweimaliges Lesen von mir erfordert, um ihn zu verstehen. Und es ging so weiter. Wenn ich jeden Satz mehrmals lesen muss, um ihn zu verstehen, dann a) ├Ąrgere ich mich und b) entgehen mir die Pointen (so welche da sind).

Die Story an sich ist ja ganz gut f├╝r einen humoristischen Text geeignet, aber es wurde von Dir nicht viel an Humor eingebaut. Versuch ein paar Wortspiele, Dreierregeln, Metaphern etc. zu verwenden.

Marius
__________________
Wie man einen humoristischen Text schreibt: Humor f├╝r Deppen.Mehr auf MarioHerger.at

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Marius Speermann
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Dreierregeln...

Weil ich danach gefragt wurde:

Hier ist ein Artikel, der zu Dreierregeln, Metaphern und anderen Humortechniken einen kleinen Einblick gibt (und bitte den Titel nicht pers├Ânlich nehmen): Humor f├╝r Deppen
__________________
Wie man einen humoristischen Text schreibt: Humor f├╝r Deppen.Mehr auf MarioHerger.at

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I Schwarz
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vielen dank f├╝r die Kommentare,

ihr habt nat├╝rlich recht. Das mit der Zeichensetzung tut mir schrecklich leid, das krieg ich aber glaub ich auch nicht besser hin.
Dass die S├Ątze zu lang sind, stimmt schon, wobei ich glaube, dass das beim still lesen noch um einiges schlimmer ist als beim vorlesen, wof├╝r der Text ja urspr├╝nglich gedacht war. Trotzdem hast du nat├╝rlich recht, und wenn ich es tats├Ąchlich noch mal schaffe den Text zu ├╝berarbeiten, dann k├╝rze ich die noch. Allerdings bezweifle ich irgendwie, dass das noch etwas wird. Ich schaue den Text halt auch nicht mehr so gerne an, weil er wirklich einer meiner ersten Versuche war, und mir inzwischein auch ziemlich peinlich ist. Und den zu ├╝berarbeiten, ist halt wirklich ne Menge Arbeit, man m├╝sste ihn eigentlich v├Âllig neu schreiben, und ich glaube kaum, dass ich irgendwannn demn├Ąchst die Nerven daf├╝r aufbringen werde.
Aber trotzdem vielen Dank f├╝r die Tipps, ich versuch davon in meinem n├Ąchsten Text dann m├Âglichst viel einzubauen.

gru├č
Iris S

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