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Leselupe.de > Gereimtes
Die Kastanie
Eingestellt am 19. 04. 2005 08:37


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Zarathustra
Routinierter Autor
Registriert: Apr 2003

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Die Kastanie

Als wir
in jener Nacht
im Angesicht des quittegelben Mondes
beim Kastanienbaum
brannten
├╝ber uns Bl├╝tenkerzen
lichterloh.

***

Wir nahmen uns
die H├Ąnde
formten vergeblich
eine Schale Zeit zerrann
im zu weit gekn├╝pften
Netz unserer W├╝nsche.

***

Sp├Ąter
gingen wir nach Hause
jeder f├╝r sich.



19. April 2005
┬ę Hans Feil


__________________
Was sind das f├╝r Zeiten, wo ein Gespr├Ąch ├╝ber B├Ąume fast ein Verbrechen ist, weil es ein Schweigen ├╝ber so viele Untaten einschlie├čt! (Bertold Brecht)

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Venus
H├Ąufig gelesener Autor
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Lieber Zarathustra,
ich habe diese Zeilen mit beiden Augen gelesen.
Ein offenes.
Ein blaues.

Der Titel erschlie├čt sich mir insofern, als dass er die Kastanien assoziiert, welche aus dem Feuer geholt werden m├Âchten ÔÇô
Dennoch l├Ąuft Wortwiederholung Gefahr; der Aha-Moment setzt zu fr├╝h ein -

Ich w├╝rde mir w├╝nschen, dass du dich eventuell von wenigen F├╝llw├Ârtern trennst.
Da w├Ąre einmal <lichterloh> und zum anderen, in der zweiten Strophe, die Wortwiederholung <Hand/H├Ąnde>. Auch die <Schale und das Gef├Ą├č> lie├čen sich komprimieren. Der Sinn braucht m.E. keine doppelte Betonung. Er ist klar und eindeutig; das Bild ruht.

Der Schluss ist wunderbar gelungen!
Er l├Ąsst Raum f├╝r eigene Denkmuster und schlie├čt jede banale Phrase aus.

Hab Dank, f├╝r gelungenes Verweilen,

recht herzlich,
Gabi

mit vorsichtigem Vorschlag:

kohlen

als wir in jener
nacht unter dem angesicht
des quittengelben mondes beim
kastanienbaum brannten
├╝ber uns bl├╝tenkerzen
im feuer

wir nahmen uns
die h├Ąnde
formten vergeblich eine schale zeit
zerrann im zu weit gekn├Âpften
netz unserer w├╝nsche

sp├Ąter
gingen wir nach hause
jeder f├╝r sich




__________________
den wind im r├╝cken, sterb ich mich ein
in den gro├čpassat -
und lebe erst recht

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Zarathustra
Routinierter Autor
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danke, vielen Dank

Hallo Venuns,

ganz lieben Dank f├╝r deinen Kommentar.

An die Assoziation .. Kastanien aus dem Feuer zu holen, dachte ich eigentlich gar nicht.

Aber es hat was, - das liegt gar nicht so fern.

Mit den Verdopplungen hast du recht,
da muss ich nochmal dar├╝ber nachdenken..

Jedenfalls..
Merci und einen sch├Ânen Tag..


L.G: Hans
__________________
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hazweio
???
Registriert: Apr 2005

Werke: 14
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Schade, ich h├Ątte den Komm von Venus nicht schon lesen sollen - der lenkt mich jetzt in eine bestimmte Richtung -

Nun trotzdem: Mir zeigt sich ein liebendes Paar,
eigene Erwartungen sollen sich erf├╝llen.
die gformte Schale soll die Zeit auffangen,was nat├╝rlich nicht gelingt sie zerinnt unaufhaltsam,
dann geht jeder wieder seinen Weg..
Die Straffung des Textes finde auch ich besser.
LG Lothar

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Zarathustra
Routinierter Autor
Registriert: Apr 2003

Werke: 108
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Hallo Lothar, hallo Venus,

nun, das was ihr sagt, mit der Straffung, das habe ich mir ├╝berlegt und umgesetzt.

Wichtig ist mir die Richtung, in der das Gedicht gehen sollte. Aber wichtig ist ja diese Richtung nur f├╝r micht.

Mir sagte es: Es ist ein sich ein liebendes Paar,
eigene Erwartungen sollen sich erf├╝llen. Und diese Ewartungen sind unglaublich vielf├Ąlltig, haben gro├če innere Breite und Tiefe. Es geht nicht nur um Zeit, nicht nur um das Jetzt, es geht um viel, - viel mehr.
Die geformte Schale soll die Zeit auffangen, ... aber mit der Zeit auch das was sie bringt, was in ihr ist, all die Hoffnungen, Erwartungen und Wendungen der Geschichte..
Das gelingt nat├╝rlich nicht.

Dann geht jeder wieder seinen Weg..

Aber das hei├čt noch nicht ENTT├äUSCHUNG!! Das hei├čt: Das Auseinandergehen kann alles retten.

L.G. Hans
Die Straffung des Textes finde auch ich besser.
LG Lothar
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Annabeth
Manchmal gelesener Autor
Registriert: Oct 2004

Werke: 11
Kommentare: 4
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Hallo Zarathustra...

deine Bilder gefallen mir, vor allem die Schale, ein Ausdruck daf├╝r, dass wir nat├╝rlich immer wieder alles versuchen, die Zeit zu stoppen oder so viel wie m├Âglich zu behalten von dem, was passiert.
Ich bin nicht ganz dahinter gekommen, ob es einen bestimmten Sinn hat, dass der Mond quittengelb ist und nicht sonstwie gelb, aber andererseits es ist auch eine sch├Âne, originelle Beschreibung.
Insgesamt macht mich das Gedicht nachdenklich und ein bisschen melancholisch, aber nicht entt├Ąuscht oder hoffnungslos. Etwas bleibt immer h├Ąngen, auch ohne Schale.
Ein sch├Âner Eindruck.
(Ach, bevor ich es vergesse... ich glaube, ein Netz wird gekn├╝pft und nicht gekn├Âpft, aber ich kann mich auch irren.)

LG,
Anna

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