Diese Seite verwendet Cookies. Wenn Sie das nicht akzeptieren, m├╝ssen Sie Cookies in Ihrem Browser verbieten oder diese Seite verlassen.    OK  
 leselupe.de
Werbung
 Meine Leselupe

Mitglieder:   5439
Themen:   92269
Momentan online:
507 Gäste und 16 Mitglieder
Username:
Passwort:
Registrieren
Passwort vergessen?


Leselupe.de > Kurzprosa
Die Kellnerin
Eingestellt am 21. 10. 2007 21:58


Autor
Ein neues Thema ver├Âffentlichen.     Antwort ver├Âffentlichen.
Daunelt
H├Ąufig gelesener Autor
Registriert: Aug 2007

Werke: 37
Kommentare: 68
Die besten Werke
 
Email senden
Hier klicken, um Daunelt eine Online-Nachricht zu senden  Online-Nachricht
Profil

Die Kellnerin


Am Abend hat alle M├╝he ein Ende. Der Holzhauer l├Ą├čt die schwere Arbeit, der Bergmann taucht aus dem kalten Schacht der Grube, die Glocke ruft den Bauern vom Feld heim. Schweigen deckt das Tal, aber im Wirtshaus summt es von Menschen. Jetzt ist jeder Knecht ein Herr.

Und die Kellnerin hastet durch die dampfenden Kn├Ąuel der M├Ąnner, verteilt Bier und Wein. Beschimpfungen und gierige Blicke nimmt sie hin und schweigt sogar, wenn ihr einer der Kerle ins Bein kneift. F├╝r jeden hat sie noch ein L├Ącheln ├╝brig, da├č ist ihr Beruf. Nur manchmal, zwischen K├╝che und Tresen, dort wo keiner sie sieht, erlaubt sie sich Gef├╝hle. Nicht mehr als ein Fu├čabtreter ist sie f├╝r diese Menschen. Doch sie richtet sich auf, gl├Ąttet das Haar und serviert den Anblick ihres K├Ârpers mit dem scharfen Schnaps zugleich.

Aber keinen der M├Ąnner, die mit ger├Âteten Augen die Konturen ihres Busens abtasten, wird sie in ihr Bett lassen. Lieber schl├Ąft sie allein, tr├Ąumt vielleicht von einem besseren, erf├╝llteren Leben und manchmal wohl auch von blonden Prinzen und garstigen Drachen. Am Morgen, wenn die Bauern, die Holzhauer und Bergleute fluchend die Decken zur├╝ckschlagen und mit schwerem Tritt unter ihrem Fenster vorbei zur Arbeit stolpern, klingt es nur st├Ârend in ihren Schlaf und l├Ąchelnd streicht ihr nackter Arm ├╝ber das Kissen.

__________________
Die Aufgabe des Dichters ist nicht, Wege aufzuzeigen, sondern Sehns├╝chte zu wecken (Hermann Hesse)

Version vom 21. 10. 2007 21:58

Bearbeiten/Löschen   ebook  Druckversion


Orangekagebo
Guest
Registriert: Not Yet



quote:
wie ein Boxer die Schl├Ąge


w├╝rde ich streichen


quote:
Nur manchmal, zwischen K├╝che und Tresen, f├Ąllt es von ihr aber wie eine Maske.

Vielleicht eher so wie:
Nur manchmal, zwischen K├╝che und Tresen, dort wo keiner sie sieht, erlaubt sie sich Gef├╝hle.

quote:
Doch sie richtet sich auf, gl├Ąttet das Haar und serviert den Anblick ihres K├Ârpers mit dem scharfen Schnaps zugleich.

Vorschlag:
Doch sie richtet sich auf, gl├Ąttet das Haar und serviert maskengleich weiter.

Den Text mit "ins Bett lassen" w├╝rde ich pers├Ânlich komplett rausnehmen. ├ťber sowas denkt deine Prot. bestimmt nicht nach.

quote:
Am Morgen, wenn die Bauern, die Holzhauer und Bergleute fluchend die Decken zur├╝ckschlagen und mit schwerem Tritt unter ihrem Fenster vorbei zur Arbeit stolpern, klingt es nur st├Ârend in ihren Schlaf und l├Ąchelnd streicht ihr nackter

Vielleicht einfach enden lassen, Beispiel so:

Erst am Morgen, wenn sie das Fluchen der Bauern, der Holzhauer und der Bergleute auf dem Weg zur Arbeit h├Ârt, l├Ąchelt sie und r├Ąkelt sich gen├╝sslich in ihrem Bett.

Nur Vorschl├Ąge, Daunelt, wie ich pers├Ânlich es noch besser f├Ąnde.

Gru├č, Karsten

Bearbeiten/Löschen    


Franka
Foren-Redakteur
Routinierter Autor

Registriert: Feb 2006

Werke: 208
Kommentare: 2387
Die besten Werke
 
Email senden
Hier klicken, um Franka eine Online-Nachricht zu senden  Online-Nachricht
Profil

Hallo Daunelt,

meine ehemalige Deutschlehrein h├Ątte gesagt: Idee geht so, Ausdruck und Umsetzung mangelhaft.
Ich w├╝rde den ersten Absatz streichen und die anderen gr├╝ndlich ├╝berarbeiten.
Hier noch ein paar Tipps:
In der Regel trinken M├Ąnner Bier und Schnaps, kneifen in den Po, betatschen.
Beleidigung ist ein hartes Wort, eher Beschimpfungen, Gemecker, Wutausbr├╝che, u.├Ą.
Einige S├Ątze finde ich gut, aber sie k├Ânnten sch├Ąrfer sein, andere wiederum sind nicht stimmig. (Nicht Gesichter tasten den Busen ab, wohl eher die Augen.)
Vielleicht auch in die heutige Zeit setzten. Nicht klar ist mir auch, weshalb die Kellnerin sich als Fu├čabtreter f├╝hlen soll/muss. Irgendwann wollen die Kerle doch mehr von ihr!?

LG Franka

Bearbeiten/Löschen    


Daunelt
H├Ąufig gelesener Autor
Registriert: Aug 2007

Werke: 37
Kommentare: 68
Die besten Werke
 
Email senden
Hier klicken, um Daunelt eine Online-Nachricht zu senden  Online-Nachricht
Profil

Hallo,

Danke f├╝r Eure Kritik und Anregungen. Ich werde gerne einiges in Eurem Sinn verbessern. Die Sprache des kleinen Textes ist wohl nicht zeitgem├Ą├č, aber ich habe, nachdem mir die ersten S├Ątze so aus der Feder fielen, versucht, diese etwas irreale Stimmung beizubehalten, vielleicht spielt das ganze so um 1900; die Gegenwart hat dieses Dorf jedenfalls noch nicht erreicht (oder heimgesucht). Und das wollte ich eigentlich so lassen. Auf den Gedanken mit dem Nicht-ins-Bett-lassen bin ich bei Hannes Wader in seinem sch├Ânen Lied "Wieder eine Nacht" gekommen, da geht es um eine Bardame. Was ich versucht habe ist, die Einsamkeit der Kellnerin darzustellen, ihren Stolz und ihren Mut, sich nicht unterkriegen zu lassen. F├╝r mich ist sie eine Art Engel in einem gro├čen Misthaufen.

Liebe Gr├╝├če
Daunelt
__________________
Die Aufgabe des Dichters ist nicht, Wege aufzuzeigen, sondern Sehns├╝chte zu wecken (Hermann Hesse)

Bearbeiten/Löschen    


Daunelt
H├Ąufig gelesener Autor
Registriert: Aug 2007

Werke: 37
Kommentare: 68
Die besten Werke
 
Email senden
Hier klicken, um Daunelt eine Online-Nachricht zu senden  Online-Nachricht
Profil

Hallo Franka,

was ich eben vergessen habe, die Sache mit dem Fu├čabtreter. Die Kellnerin ist am Ende der sozialen Rangfolge, selbst von diesen M├Ąnnern, die sich den ganzen Tag kujonieren lassen, wird sie angep├Âbelt und mu├č noch freundlich sein ("jetzt ist jeder Knecht ein Herr"). Nat├╝rlich wollen die mehr von ihr (obwohl, bei vielen wird es sicher bei Spr├╝chen bleiben), doch es w├Ąre nur eine "schnelle Nummer" mit heruntergelassener Hose auf dem Gang zum Klo, gew├╝rzt mit Bier- und Schwei├čgeruch (sorry, wenn das jetzt vielleicht zu deutlich war). Danach w├Ąre sie f├╝r diese Gesellschaft noch weniger wert, eine Schlampe, die Dorfhure. Liebe wird ihr keiner geben, und auch nicht, was genauso wichtig ist, Achtung und Respekt. Dabei hat sie noch das "Gl├╝ck", alleinstehend zu sein, sonst w├╝rde ihr Vater sie wohl an einen der Kerle verschachern. Diese Gedanken haben mich dazu gebracht, den Satz so zu formulieren.

Liebe Gr├╝├če
Daunelt

__________________
Die Aufgabe des Dichters ist nicht, Wege aufzuzeigen, sondern Sehns├╝chte zu wecken (Hermann Hesse)

Bearbeiten/Löschen    


Franka
Foren-Redakteur
Routinierter Autor

Registriert: Feb 2006

Werke: 208
Kommentare: 2387
Die besten Werke
 
Email senden
Hier klicken, um Franka eine Online-Nachricht zu senden  Online-Nachricht
Profil

Hallo Daunelt,

da deine Geschichte so um 1900 spielt, m├╝sste ihr Vater, da sie noch unverheiratet ist, sie doch gerade verschachern. Oder?

LG Franka,

die sich diesen Text noch etwas "knackiger" w├╝nscht.
Z.B.:
Am Abend hat das Plagen ein Ende, f├╝r den Holzhauer, den Bergmann und den Bauern. Schweigen deckt das Tal, nur das Wirtshaus nicht. Hier ist jetzt jeder Knecht ein Herr.
Oder:
Jeder bekommt einen freundlichen Blick, dass ist ihr Beruf. Nur zwischen K├╝che und Tresen muss sie nicht l├Ącheln.

Bearbeiten/Löschen    


Daunelt
H├Ąufig gelesener Autor
Registriert: Aug 2007

Werke: 37
Kommentare: 68
Die besten Werke
 
Email senden
Hier klicken, um Daunelt eine Online-Nachricht zu senden  Online-Nachricht
Profil

Hallo Franka,

nochmals Danke f├╝r die Anregungen, werde dar├╝ber nachdenken. Aber, wie gesagt, den "Grundton" wollte ich beibehalten. Verschachert w├╝rde die Kellnerin sicher in der Realit├Ąt (schwierig, eine gute Partie ist sie sicher nicht), aber wir k├Ânnen uns unsere Protagonisten ja zusammen bauen. F├╝r mich steht sie alleine dar, innerlich stark, aber dabei verletzlich und voller Sehnsucht - bin wohl gerade dabei, mich in sie zu verlieben

Gute Nacht
Daunelt
__________________
Die Aufgabe des Dichters ist nicht, Wege aufzuzeigen, sondern Sehns├╝chte zu wecken (Hermann Hesse)

Bearbeiten/Löschen    


2 ausgeblendete Kommentare sind nur f├╝r Mitglieder und nur mit eingeschaltetem Javascript erreichbar.
Zur├╝ck zu:  Kurzprosa Ein neues Thema ver├Âffentlichen.     Antwort ver├Âffentlichen.


Leselupe-Bücher



Amazon



Facebook


Werde Fan der Leselupe auf Facebook!